Am 12. Jänner 2026 beginnt für viele Seniorinnen und Senioren in Salzburg ein neues Kapitel, das weit über einen Ortswechsel hinausgeht. Ein moderner Neubau, geplant mit regionaler Handschrift und gedacht für den Alltag der Menschen, wird in Betrieb genommen. Gleichzeitig setzt ein Traditionshaus neue Standards in Sicherheit und digitaler Pflegepraxis. Für die Stadt und das Land ist das mehr als ein Bauprojekt: Es ist ein Signal, wie Betreuung und Pflege in Österreich künftig aussehen sollen. Was das konkret bedeutet, warum der Zeitpunkt wichtig ist und welche Auswirkungen es für Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Pflegekräfte hat, zeigen wir im Überblick.
Neubau und Namenswechsel: Pflegewohnhaus Salzburg setzt Zeichen
Die ÖJAB – Österreichische JungArbeiterBewegung vergrößert und modernisiert seit Februar 2024 ihre 1991 errichtete Wohnanlage in der Aigner Straße 19 in der Stadt Salzburg. Der neue, fünfgeschoßige Gebäudeteil mit 58 Einbettzimmern wurde vor wenigen Wochen fertiggestellt. Zwischen 12. und 16. Jänner 2026 ziehen 58 der derzeit 112 Bewohnerinnen und Bewohner aus dem älteren Bestandsgebäude in den Neubau um. Mit dem Einzug geht auch ein Namenswechsel einher: Aus der seit Jahrzehnten bekannten Seniorinnen- und Seniorenwohnanlage Aigen wird das ÖJAB-Pflegewohnhaus Salzburg – Wohlfühlen im Park. Weitere Informationen bietet die Projektseite der ÖJAB unter oejab.at/pflege-salzburg.
Besonderes Augenmerk liegt auf hellen Räumen, viel Tageslicht und Ausblicken in die umgebende Natur. Die Liegenschaft grenzt an geschütztes Grünland der Stadt Salzburg. Die Zimmer sind unterschiedlich geschnitten, der Park lädt zu Spaziergängen ein. Innenbereiche und Park werden künstlerisch von Birgit Schweiger mitgestaltet. Damit geht die ÖJAB einen Weg, der Architektur, Natur und künstlerische Akzente bewusst mit Pflegealltag verbindet.
Im Bestandsgebäude bleiben vorerst 54 Bewohnerinnen und Bewohner im Trakt A, während der rückwärtige Trakt B saniert wird. Bis Ende 2028 soll das gesamte Pflegewohnhaus fertiggestellt sein und 148 Pflegeplätze bieten. Damit wird es das größte privat geführte Pflegewohnhaus des Bundeslandes Salzburg. Planung und Ausführung tragen eine klare regionale Handschrift: Das Salzburger Büro kofler architects zeichnete für die Planung verantwortlich, Generalunternehmer ist die Baustellenzone GmbH aus Mondsee, die Bauarbeiten führt die Johann Oberrater Bauunternehmungs-GmbH aus Maishofen durch.
Zahlen, Daten, Fakten: Was bereits feststeht
- Neubau: 5 Geschoße, 58 Einbettzimmer
- Umzug: 12.–16. Jänner 2026, 58 Personen wechseln in den Neubau
- Bestand: 54 Personen bleiben vorerst in Trakt A
- Perspektive: Gesamtausbau bis Ende 2028, künftig 148 Pflegeplätze
- Sicherheit: Groß angelegte Brandschutzübung am 17. Jänner 2026
- Regionale Betriebe: Planung, GU-Leistung und Bau aus Salzburg und Oberösterreich
Die offizielle Presseaussendung der ÖJAB ist auf dem OTS-Portal abrufbar: OTS-Meldung zur Fertigstellung. Pressefotos und Medieninfos stellt die ÖJAB hier bereit: Presse und Medien. Einblicke in die Organisation gibt es auch via LinkedIn.
Fachbegriffe einfach erklärt
Pflegewohnhaus
Ein Pflegewohnhaus ist eine spezialisierte Einrichtung, in der Seniorinnen und Senioren oder jüngere Menschen mit Pflegebedarf rund um die Uhr professionell betreut werden. Im Unterschied zu reinen Seniorenwohnanlagen, die stärker auf selbstständiges Wohnen ausgelegt sind, steht in einem Pflegewohnhaus die pflegerische Versorgung im Mittelpunkt. Dazu zählen Grundpflege, medizinische Behandlungspflege nach ärztlicher Anordnung, Mobilisation, soziale Betreuung und Alltagsbegleitung. Ein Pflegewohnhaus verfügt über Fachpersonal, Pflegeassistenz und diplomiertes Pflegepersonal sowie über Infrastruktur wie Therapieräume, Aufenthaltsbereiche, Pflegestützpunkte und barrierefreie Ausstattung. Ziel ist, Lebensqualität, Sicherheit und Selbstbestimmung möglichst lange zu erhalten.
Pflegeplatz
Ein Pflegeplatz bezeichnet einen dauerhaft verfügbaren Platz in einer Pflegeeinrichtung, der mit Zimmer, Versorgung und pflegerischen Leistungen verbunden ist. Dabei geht es nicht nur um das Bett, sondern um ein ganzes Leistungspaket: Pflegeplanung, Betreuung, Essen, Reinigung, Wäscheversorgung, Aktivierungsangebote und medizinische Koordination. Die Anzahl der Pflegeplätze bestimmt die Kapazität einer Einrichtung. Für die Vergabe gelten in Österreich je nach Bundesland Bedingungen, etwa Einstufung in Pflegegeldstufen, fachliche Kriterien und Kostenträgerregelungen. Pflegeplätze sind vor allem in urbanen Regionen und bei höherer Pflegestufe stark nachgefragt, weshalb Planung und Ausbau für Gemeinden und Länder eine Daueraufgabe sind.
Generalunternehmer
Ein Generalunternehmer ist ein Bauunternehmen, das im Auftrag des Bauherrn die Verantwortung für Planungskoordination und Bauausführung eines Projekts übernimmt. Der Generalunternehmer beauftragt in der Regel Subunternehmen für einzelne Gewerke wie Rohbau, Haustechnik, Elektro oder Innenausbau. Für den Auftraggeber entsteht dadurch ein zentraler Ansprechpartner, der Schnittstellen bündelt, Termine steuert und Qualitätssicherung betreibt. Bei sensibler Infrastruktur wie Pflegewohnhäusern kommt hinzu, dass Abläufe, Materialien und Bauzeiten auf den laufenden Betrieb oder auf Umzüge abgestimmt werden müssen, damit Sicherheit und Versorgung jederzeit gewährleistet bleiben.
Brandmeldeanlage
Eine Brandmeldeanlage ist ein technisches System, das Rauch, Hitze oder Flammen erkennt und automatisch Alarm auslöst. Dazu gehören Melder in Räumen und Gängen, eine zentrale Steuereinheit, Alarmierungseinrichtungen wie Sirenen und Blitzleuchten sowie Anbindung an die Feuerwehr. In Heimen und Krankenhäusern sind Brandmeldeanlagen Pflicht und werden streng geprüft. Sie dienen dazu, frühzeitig zu warnen, Evakuierungen zu starten und Einsatzkräfte gezielt zu leiten. Bei Übungen wird der Ablauf getestet: Wer informiert wen, welche Türen schließen automatisch, wie werden bettlägerige Personen sicher verlegt und wie läuft die Kommunikation mit der Feuerwehr ab.
Alarmplan
Der Alarmplan regelt Schritt für Schritt, was bei einem Notfall zu tun ist. Er legt fest, wer den Alarm auslöst, welche Wege zu nutzen sind, wie Bewohnerinnen und Bewohner mit eingeschränkter Mobilität unterstützt werden und wie die Dokumentation erfolgt. Der Plan umfasst auch Zuständigkeiten, Sammelstellen, Kommunikationswege und den Übergang an externe Einsatzkräfte. In Pflegeeinrichtungen werden Alarmpläne regelmäßig aktualisiert und geübt, damit jedes Teammitglied weiß, was in den ersten kritischen Minuten zu tun ist. Diese Routinen erhöhen die Sicherheit und verkürzen Reaktionszeiten im Ernstfall deutlich.
Digitale Dokumentationssysteme in der Pflege
Digitale Dokumentationssysteme sind Softwarelösungen, mit denen Pflegeprozesse erfasst, geplant und ausgewertet werden. Pflegekräfte halten darin Vitalwerte, Maßnahmen, Medikationspläne, Lagerungsintervalle, Essenstracking und Beobachtungen fest. Moderne Systeme sind intuitiv, mobilfähig und mit Standards wie Pflegeplanung, SIS oder Risikoassessments kompatibel. Ziel ist, Doppelerfassungen zu vermeiden, Informationen in Echtzeit verfügbar zu machen und Schnittstellen zu Ärztinnen, Ärzten und Apotheken zu schaffen. Für das Team bedeutet das weniger Büroarbeit, weniger Medienbrüche und mehr Zeit für direkte Zuwendung. Voraussetzung sind Schulung, Datenschutzkonzepte und stabile IT-Infrastruktur.
NGO
NGO steht für Nichtregierungsorganisation. In Österreich sind NGOs im Sozial- und Pflegebereich wichtige Partner des Staates und der Länder. Sie sind unabhängig von Regierung und Verwaltung, agieren gemeinnützig und reinvestieren Überschüsse in ihre Aufgaben. NGOs wie die ÖJAB betreiben Einrichtungen, entwickeln Projekte und arbeiten mit öffentlichen Kostenträgern zusammen. Ihre Stärke liegt in der Kombination aus professionellen Standards, gemeinnützigem Auftrag und oft langjähriger regionaler Verankerung. Im Pflegebereich heißt das, dass die Nutzerinnen und Nutzer im Fokus stehen und Entscheidungen nicht primär renditegetrieben sind.
Demografischer Wandel
Demografischer Wandel beschreibt die langfristige Veränderung der Bevölkerungsstruktur. In Europa bedeutet das vor allem: Menschen werden älter, die Zahl der Hochbetagten steigt, und geburtenstarke Jahrgänge erreichen das Pensionsalter. Für Pflege und Gesundheit heißt das mehr Bedarf an Betreuung, Therapie und barrierefreier Infrastruktur. Gleichzeitig werden Fachkräfte knapper, weshalb Ausbildung, Arbeitsbedingungen, Digitalisierung und Zuwanderung an Bedeutung gewinnen. Kommunen, Länder und Träger müssen Kapazitäten ausbauen, Versorgungsangebote regional ausbalancieren und präventive Ansätze stärken, um Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern und die Selbstständigkeit zu fördern.
Historischer Kontext: Von der Wohnanlage 1991 zum modernen Pflegewohnhaus
Die Wurzeln des Standorts Aigen reichen in das Jahr 1991 zurück: Damals wurde die Seniorinnen- und Seniorenwohnanlage als Antwort auf wachsende Nachfrage nach betreutem Wohnen in der Stadt Salzburg errichtet. Seither hat sich der Pflege- und Betreuungsbereich in Österreich stark weiterentwickelt. Mit der Einführung des Pflegegeldes im Jahr 1993 wurde ein bundesweites Instrument geschaffen, das Menschen mit Pflegebedarf unabhängig von Wohnort und Einkommenslage unterstützen soll. Das Pflegegeld erleichtert die Wahl zwischen häuslicher Pflege, mobilen Diensten und stationären Angeboten und ist ein wichtiger Baustein der Versorgungssicherheit.
Parallel haben Länder und Gemeinden die Angebotslandschaft ausgebaut: Mobile Dienste, Tageszentren, Kurzzeitpflege, betreubares Wohnen und stationäre Pflege wurden differenziert und professionalisiert. Einrichtungen wie jene in Aigen mussten sich nicht nur baulich, sondern auch organisatorisch erneuern: Barrierefreiheit, moderne Brandschutzstandards, Hygiene, Datenschutz und Qualifikationsprofile der Teams wurden verschärft. Der aktuelle Ausbau knüpft an diese Entwicklung an. Er zeigt, wie bestehende Strukturen zukunftsfit gemacht werden, ohne den Betrieb zu unterbrechen. Der Neubau geht zuerst in Betrieb, dann wird der rückwärtige Altbau saniert, sodass die Versorgung durchgehend gesichert bleibt.
Besonders im Fokus stehen heute Wohnqualität und Individualität. Einzelzimmer mit Tageslicht, Grünblick und Zugang zu offenen Flächen sind mehr als ein Komfortmerkmal. Sie unterstützen Rückzug, würdige Pflege, leichtere Infektionsprävention und personalisierte Betreuung. Die künstlerische Mitgestaltung von Innenräumen und Park durch Birgit Schweiger setzt zudem ein Zeichen: Pflege und Kultur dürfen sich nicht ausschließen, vielmehr kann Kunst dazu beitragen, Orientierung zu schaffen, Lebensfreude zu fördern und Identität zu stiften.
Vergleiche: Salzburg im österreichischen und internationalen Kontext
In Österreich verantworten die Bundesländer die Planung stationärer Pflegeangebote, während der Bund über das Pflegegeld und Finanzierungsinstrumente Rahmen setzt. Salzburg ergänzt mit dem nun größten privat geführten Pflegewohnhaus im Land sein Angebot an Pflegeplätzen. Im Vergleich zu Wien, wo aufgrund der Bevölkerungszahl viele große Häuser und Verbundstrukturen existieren, sind in Salzburg kleinere bis mittelgroße Einheiten verbreitet. Das Projekt in Aigen verbindet die Vorteile beider Welten: überschaubare Stationen und zugleich eine Gesamtgröße, die Spezialisierung und effiziente Abläufe erlaubt.
Blick nach Deutschland: Dort ist mit der sozialen Pflegeversicherung seit Mitte der 1990er Jahre ein beitragsfinanziertes System etabliert. Trägerlandschaften sind vielfältig, Standards eng reguliert, die Vergütung erfolgt über Pflegesätze und Leistungsbeträge. Für Einrichtungen bedeutet das hohe Dokumentations- und Prüfanforderungen, aber auch planbare Refinanzierung. Österreich setzt stärker auf das Pflegegeld als personenbezogene Leistung und auf Länderregelungen für stationäre Angebote. Das hat Vorteile in der Flexibilität, verlangt aber gute Abstimmung zwischen Ländern, Gemeinden und Trägern.
In der Schweiz wiederum spielen die Kantone eine zentrale Rolle. Pflegeleistungen werden über ein Zusammenspiel aus Krankenversicherung, Kantonen und Gemeinden finanziert. Einrichtungen unterliegen kantonalen Vorgaben, die sich teils deutlich unterscheiden. Für Salzburgs Projekt ist der qualitative Vergleich relevant: International gelten helle Einzelzimmer, grüne Freiräume, klare Wegeführung, moderne Brandschutztechnik und digitale Dokumentation als Stand der Technik. Aigen reiht sich hier in eine Entwicklung ein, die Pflegequalität, Sicherheit und Arbeitsorganisation zusammen denkt.
Bürger-Impact: Was sich für Menschen in Salzburg konkret ändert
Für Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet der Neubau vor allem mehr Privatsphäre und Aufenthaltsqualität. Einzelzimmer mit Tageslicht und Blick in das geschützte Grünland schaffen eine ruhige, sichere Umgebung. Unterschiedliche Zimmerzuschnitte erlauben individuelle Anpassung. Der Park lädt zu Bewegung ein, was Mobilität und Wohlbefinden fördert. Wer auf Rollstuhl oder Gehhilfe angewiesen ist, profitiert von barrierefreien Wegen und kurzen Distanzen. Angehörige finden in gut erreichbaren Aufenthaltsbereichen mehr Raum für Besuche.
Für Familien in der Stadt und im Umland ist das Signal klar: Mit 148 Pflegeplätzen bis Ende 2028 wächst das Angebot spürbar. Das kann Wartesituationen entspannen und ermöglicht, wohnortnah geeignete Plätze zu finden. Gerade wenn Akutfälle eintreten oder häusliche Pflege an Grenzen stößt, zählt verlässliche Verfügbarkeit. Die Modernisierung stärkt zudem den Schutz im Notfall. Eine groß angelegte Brandschutzübung am 17. Jänner 2026 testet Abläufe realitätsnah, inklusive Evakuierung von bettlägerigen Menschen und Personen im Rollstuhl. Das erhöht die Sicherheit für alle, die dort leben und arbeiten.
Für Pflegekräfte entstehen moderne Arbeitsplätze. Nach Angaben der ÖJAB werden zusätzliche Teammitglieder gesucht. Digitale, intuitiv bedienbare Dokumentationssysteme sollen Büroaufwand reduzieren und Zeit für direkte Betreuung freimachen. Die Organisation betont offene Kultur, gelebte Werte und gesunde Führung, die den Zusammenhalt und die mentale Gesundheit im Team fördern. Das ist im Praxisalltag entscheidend: Wer weniger Zeit am Bildschirm und mehr am Bett verbringt, kann Beziehungspflege stärken und individuelle Bedürfnisse besser erkennen.
Zahlen & Fakten vertieft analysiert
Die Fertigstellung des Neubaus mit 58 Einbettzimmern ermöglicht, dass 58 Personen aus dem Altbestand umziehen. Bezogen auf die aktuell 112 Bewohnerinnen und Bewohner entspricht das rund 51,8 Prozent. Zugleich bleiben 54 Personen zunächst in Trakt A. Diese Staffelung sorgt dafür, dass der laufende Betrieb nicht unterbrochen wird und Sanierungsschritte nacheinander erfolgen. Mit dem Endausbau auf 148 Pflegeplätze wächst die Kapazität gegenüber dem heutigen Stand um 36 Plätze. Das entspricht einem Zuwachs von rund 32 Prozent. Für die Stadt Salzburg ist das relevant, weil gerade höhere Pflegestufen und Einzelzimmer nachgefragt sind.
Die fünf Geschoße des Neubaus verteilen die Pflegeeinheiten auf überschaubare Ebenen. Das erleichtert Wege, Übersicht und die Organisation der Teams. Die Lage am Park bringt Tageslicht in Aufenthaltsräume, was gerade in den Wintermonaten wichtig ist. Studien und Praxiserfahrung zeigen, dass gute Lichtverhältnisse Schlaf-Wach-Rhythmus, Orientierung und Stimmung unterstützen können. Diese qualitativen Effekte sind im Alltag oft spürbarer als reine Flächenkennzahlen.
Zur Sicherheit: Am 17. Jänner 2026 üben 50 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Salzburg unter Aufsicht der Berufsfeuerwehr einen Löschangriff auf den leerstehenden Trakt B. Eingesetzt werden sechs Fahrzeuge (Tanklösch- und Pumplöschfahrzeuge) und ein Kommandofahrzeug. Der Brand wird mit Nebelmaschinen und Theaterrauch simuliert. In den ersten zehn Minuten trainieren die diensthabenden Pflegekräfte den internen Ablauf eines Brandalarms über die Brandmeldeanlage gemäß Alarmplan. Danach übernehmen die Einsatzkräfte und proben Evakuierungen, auch von bettlägerigen Menschen und Personen in Rollstühlen, die von Statistinnen und Statisten dargestellt werden. Zutritt erhalten Beobachterinnen und Beobachter nur nach Voranmeldung und mit blauer Warnweste, die vor Ort bereitgestellt wird.
Die regionale Wertschöpfung ist ein zusätzlicher Aspekt. Planung durch kofler architects in Salzburg, Ausführung durch die Baustellenzone GmbH aus Mondsee und die Johann Oberrater Bauunternehmungs-GmbH aus Maishofen verankern das Projekt in der heimischen Baubranche. Für die Region bedeutet das Aufträge, Beschäftigung und Know-how-Aufbau in einem sensiblen Segment des Bauens: dem Gesundheits- und Pflegebau.
Sicherheit im Fokus: Die Brandschutz-Großübung als realer Stresstest
Übungen unter realen Bedingungen sind in Pflegeeinrichtungen unverzichtbar. Die anberaumte Großübung nutzt den leeren Trakt B, um Wege, Türen, Brandschutztore, Sammelpunkte und die Zusammenarbeit zwischen Pflegekräften und Feuerwehr zu testen. Besonders wichtig ist das sichere Verlegen von Menschen, die nicht selbstständig gehen können. Tragetücher, Evakuierungsmatratzen, Rollstühle und klar definierte Rollen im Team minimieren Risiko und Zeitverlust. Die Einbindung der Berufsfeuerwehr als Aufsicht stellt sicher, dass Protokolle eingehalten und Verbesserungen unmittelbar abgeleitet werden. Für Bewohnerinnen und Bewohner im bewohnten Teil entsteht kein zusätzliches Risiko, weil der Übungsort leer steht.
Digitale Innovation: Mehr Zeit für den Menschen
Im ÖJAB-Pflegewohnhaus Salzburg sollen moderne, intuitiv bedienbare Dokumentationssysteme den Pflegealltag entlasten. Wenn Vitalwerte, Pflegeplanung und Übergaben digital erfasst werden, sinkt der Aufwand für Papier und Doppelerfassungen. Das erleichtert auch die Kommunikation mit Ärztinnen, Ärzten und Apotheken. Entscheidend ist, dass Schulungen frühzeitig beginnen und die Software an die Abläufe angepasst wird. So wird Digitalisierung zum Werkzeug, nicht zum Selbstzweck. Die ÖJAB betont zudem, auf familiäre und individuelle Bedürfnisse der Mitarbeitenden Rücksicht zu nehmen. In Verbindung mit moderner Ausstattung kann das die Attraktivität als Arbeitgeberin erhöhen und neue Pflegekräfte für Salzburg gewinnen.
Zukunftsperspektive bis 2028: Ausbau, Qualität, Verlässlichkeit
Bis Ende 2028 soll der gesamte Standort fertig modernisiert sein und 148 Pflegeplätze bieten. Für Salzburg ergibt sich daraus ein mehrfacher Effekt. Erstens: verlässliche Kapazitäten in einem wachsenden Bedarf. Zweitens: zeitgemäße Infrastruktur mit hohen Sicherheits- und Qualitätsstandards. Drittens: ein Arbeitsumfeld, das Nachwuchs und erfahrene Kräfte anzieht. Wenn Neubau und Sanierung Hand in Hand gehen, bleibt der Betrieb stabil, und gewonnene Erkenntnisse aus dem ersten Betriebsjahr können in die weitere Sanierung einfließen. Das verringert Risiken und verbessert Ergebnisse.
Im größeren Zusammenhang des demografischen Wandels sind solche Projekte Bausteine einer langfristigen Strategie. Je besser stationäre Angebote, mobile Dienste und Prävention zusammenspielen, desto eher lassen sich Krankenhausaufenthalte vermeiden, Übergänge koordinieren und Angehörige entlasten. Für die Stadtgesellschaft zählt, dass Plätze vorhanden sind, Wege kurz bleiben und Qualität stimmt. Das ÖJAB-Pflegewohnhaus Salzburg positioniert sich hier als moderner, gemeinnütziger Anbieter mit regionaler Verankerung.
Weiterführende Informationen und Service
- Projektseite der ÖJAB zum Pflegewohnhaus Salzburg: oejab.at/pflege-salzburg
- Offizielle Presseaussendung bei APA-OTS: OTS-Link
- Pressefotos und Medienbereich: oejab.at/presse-medien
- LinkedIn-Auftritt der ÖJAB: linkedin.com/company/öjab
Schluss: Was bleibt und was jetzt zu tun ist
Der Neubau in Aigen steht für eine klare Botschaft: Pflege kann modern, sicher und menschenzentriert sein. Helle Einzelzimmer, Parkzugang, digitale Unterstützung und geübte Sicherheitsabläufe bilden das Fundament. Die Staffelung von Umzug und Sanierung sichert Versorgung und schafft bis 2028 zusätzliche Kapazitäten auf insgesamt 148 Plätze. Für Salzburg ist das ein in die Zukunft gerichtetes Projekt mit regionaler Wertschöpfung und spürbarem Nutzen für Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Pflegekräfte.
Wer mehr erfahren möchte oder sich für einen Platz oder eine Mitarbeit interessiert, findet Informationen auf der Projektseite der ÖJAB. Beobachterinnen und Beobachter der Brandschutzübung am 17. Jänner 2026 werden gebeten, sich vorab anzumelden; eine blaue Warnweste wird vor Ort ausgegeben. Die Details zur Modernisierung, Kontaktdaten und aktuelle Hinweise stehen unter oejab.at/pflege-salzburg. Wie erleben Sie Pflegeeinrichtungen in Ihrer Nachbarschaft, und welche Angebote brauchen Salzburg und seine Gemeinden in den kommenden Jahren am dringendsten?






