Der Haushalt im Wandel der Modernisierung

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Wo man auch hinguckt: Die technische Entwicklung ist in so ziemlichen allen Bereichen unseres Lebens in den letzten Jahren unglaublich schnell geworden. Faltbare Smartphones, Virtual Reality, autonomes Fahren – die Liste ist lang. Auch vor dem Haushalt machen die Modernisierung und Digitalisierung natürlich nicht halt. Die Haushaltsgeräte werden immer smarter, arbeiten immer automatischer – und in vielen Bereichen sinkt dankenswerter Weise auch der Verbrauch der Geräte immer mehr. Sparsame Geräte sind voll im Trend. Bei all diesem Wandel ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Wir haben uns daher mal ein bisschen umgeschaut und zeigen Dir, welche modernen Helferlein für den Haushalt es mittlerweile gibt.

Die Haushaltsgeräte der Zukunft

Fast schon für selbstverständlich halten wir es heutzutage, unsere Wäsche in die Waschmaschine zu stecken, unser dreckiges Geschirr der Spülmaschine anzuvertrauen und den Boden mit einem Staubsauger zu saugen. Auch diese Geräte waren aber natürlich einmal brandneue – und geniale – Erfindungen, die aber mittlerweile eben zu fast jedem Haushalt gehören. Ein großer Teil der modernen Geräte baut daher auch auf diesen gewohnten Konzepten auf, hebt sie aber auf ein ganz neues Level. Beispiele gefällig? Ein Staubsaugroboter hat vom Aussehen her nicht mehr besonders viel mit einem klassischen Staubsauger zu tun, erfüllt aber den gleichen Zweck. Der Unterschied ist natürlich, dass diese kleinen runden Geräte ihre Aufgabe ganz automatisch erfüllen, sobald sie einmal eingerichtet wurden.

Dem Staubsaugerroboter gar nicht unähnlich ist der Rasenmähroboter, den man in immer mehr Vorgärten seine Kreise ziehen sieht. Für sehr große Flächen bevorzugen viele zwar den Aufsitzrasenmäher, dem klassischen Rasenmäher wird von seinem automatischen Nachfolger aber schon zusehends der Rang abgelaufen. Zu praktisch ist es einfach, sich im Hochsommer nicht mehr halb zu Tode schwitzen zu müssen und dem kleinen Helfer die Arbeit zu überlassen. Andere Geräte haben sich in Bezug auf das Äußere seit ihrer Erfindung nicht ganz so stark verändert, kommen aber mit vielen neuen Funktionen daher. Der Kühlschrank, der Geschirrspüler, die Waschmaschine oder der Backofen mit Herd beispielsweise. So gibt es mittlerweile Hochgeschwindigkeitsbacköfen mit Garfunktion, Herdplatten mit Induktionskochfeldern sind für viele bereits ein alter Hut – und Kühlschränke haben einen Eisspender und machen sich lautstark bemerkbar, wenn sie nicht vernünftig geschlossen wurden. Das ist aber bei Weitem noch nicht alles, was viele dieser neuen Geräte können. Sie sind auch vernetzt. Man könnte sogar sagen: smart.

Das vernetzte Zuhause: Smart Home

Smart Home – zu Deutsch: kluges Zuhause – ist für viele wohl eins dieser Schlagwörter, von denen man zwar schon einmal gehört und unter denen man sich auch grob etwas vorstellen kann, so richtig weiß man dann aber doch nichts damit anzufangen. Smart Home bezeichnet laut dem Gabler Wirtschaftslexikon ein „in sich selbst und nach außen hin vernetztes Zuhause“. Das heißt, dass die smarten Geräte im smarten Zuhause verbunden sind, teilweise miteinander, vor allem aber mit dem Besitzer des Hauses, für gewöhnlich über das Handy. Beispiel Kühlschrank: Es gibt mittlerweile tatsächlich Kühlschränke, in denen Kameras eingebaut sind. Per App kann der Nutzer sich aus dem Supermarkt Bilder schicken lassen, um zu sehen, was denn alles eingekauft werden muss. Praktisch, oder? Genauso praktisch ist die Funktion hochmoderner Waschmaschinen, die automatisch Waschmittel dosieren und – natürlich ebenfalls über das Handy – Bescheid geben, wenn das Waschmittel leer ist oder der Waschgang fertig.

Kaffeemaschinen erinnern derweil heutzutage kaum mehr an ihre Vorgänger. Egal ob Milchkaffee, Latte Macchiato oder Espresso: Ein Knopfdruck oder ein Befehl per App, und das Getränk wird brühheiß serviert. Selbst Spülmaschinen können mittlerweile ferngesteuert werden.

Aber das Smart Home beschränkt sich natürlich nicht nur auf die Küche. Smarte Glühbirnen ermöglichen auch die zentrale Steuerung des Lichtes inklusive automatischer An- und Abschaltung zu bestimmten Zeiten – oder wenn das Steuerhandy ins Haus kommt. Besonders praktisch kann die Steuerung der Rollläden per App sein. So können die Rollläden automatisch heruntergefahren werden, wenn der Fernseher angestellt wird oder die Sonne aufgeht. Selbst die Heizung kann mittlerweile smart sein: Sensoren messen, wenn ein Fenster geöffnet wird – und die Thermostate im betreffenden Raum werden automatisch abgestellt. Das ist nicht nur praktisch, sondern auch gut für die Umwelt und den eigenen Geldbeutel. Auch im Hinblick auf Stromzähler soll es effizienter und unkomplizierter werden im Smart Home. Das sogenannte Smart Meter misst ganz automatisch viertelstündlich den Stromverbrauch eines Haushalts und schickt selbstständig jeden Tag einen Bericht an den Stromversorger. Das jährliche Ablesen des Stromzählers fällt somit weg – und auch für den Netzbetreiber wird es einfacher, den benötigten Strombedarf zu kalkulieren. In Österreich sollen übrigens bis 2022 mindestens 95 Prozent aller Haushalte mit dem Smart Meter ausgestattet werden. In dieser Hinsicht werden die Häuser hierzulande also flächendeckend smart.

Die genannten Geräte sind tatsächlich nur ein Ausschnitt der Möglichkeiten, die ein Smart Home mit sich bringen soll. Vor allem in folgenden Bereichen versprechen sich Hersteller und Nutzer Vorteile durch das „kluge Zuhause“:

  • Lichtsteuerung
  • Heizungssteuerung
  • Automatische Jalousien/Rollläden
  • Unterhaltungssysteme (Fernseher, Musikanalage etc)
  • Sicherheit (Kameras, Einbruchschutz wie Fenstersensoren, Feuermelder)
  • Funksteckdosen

Die Schattenseite des smarten Heims

Die stetig steigende Vernetzung der Haushaltsgeräte hat auch eine Schattenseite, die hier nicht unerwähnt bleiben soll. Während viele Hersteller von Smart Home-Geräten zwar mit der Einsparung von Energiekosten werben, kann die ständige Empfangsbereitschaft der Geräte auch zu einem höheren Energieverbrauch führen, die vernetzten Geräte würden also zu einer Vergrößerung des ökologischen Fußbadrucks führen. Daher sollte bei der Anschaffung entsprechender Geräte darauf geachtet werden, dass sie so energieeffizient wie möglich arbeiten. Funktionen wie das automatische Ausschalten aller Lichter beim Verlassen des Hauses sind in dieser Hinsicht beispielsweise sehr sinnvoll. Hinzu kommen Bedenken von Datenschützern, die befürchten, dass die durch die smarten Geräte empfangenen Daten von großen Konzernen missbraucht werden könnten. Im schlimmsten Fall könnten die smarten Geräte auch gehackt und so willkürlich an- und ausgeschaltet oder zu Fehlfunktionen gezwungen werden. Diese Angst mag unbegründet sein, hält aber doch viele davon ab, sich derartige Geräte anzuschaffen. Schließlich ist der Anschaffungspreis für viele der Geräte zunächst einmal sehr hoch – und die Geräte mancher Hersteller funktionieren nicht miteinander, da mit verschiedenen Übertragungstechniken gearbeitet wird. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte also sämtliche Geräte vom selben Hersteller kaufen.

Fazit: Fortschritt, der mit Vorsicht zu genießen ist

Dass auch unsere Haushalte immer moderner werden, ist zunächst einmal eine gute Sache, keine Frage. Ob die eigene Spülmaschine aber wirklich per App gesteuert werden und der Kühlschrank mit Kameras ausgestattet sein muss, sei mal dahingestellt. Viele der Neuerungen ­– vom Staubsaugerroboter über fernsteuerbare Rollläden bis hin zu automatischen Stromzählern – können aber mit Sicherheit eine Bereicherung für den eigenen Haushalt sein. Schlussendlich muss sich wohl jeder die Frage stellen, ob diese Geräte wirklich eine Erleichterung für den Alltag sind, ob sie ihren Preis wert sind – und natürlich, ob man in Sachen Datenschutz keine Probleme mit dem smarten Zuhause hat. Ist dies der Fall, dann kann mittlerweile bedenkenlos zugegriffen werden, denn ausgereift sind die Geräte allemal.