Energiewende jetzt: Österreichs Ausstieg aus Öl und Gas

Redaktion

Am 3. März 2026 rückt in Wien die Energiewende in Österreich in den Fokus: Abhängigkeit von Öl und Gas gefährdet Preise und Versorgung. Der Tag bringt eine politische Zuspitzung, die weit über Parteigrenzen hinausreicht. Im Zentrum steht die Frage, wie Österreich seine Energieversorgung krisenfester, leistbarer und unabhängiger machen kann. Während in Europa die Energiepreise schwanken und geopolitische Konflikte die Versorgungslage beeinflussen, fordert die aktuelle Debatte mehr Tempo beim Ausbau erneuerbarer Energien, beim Heizungstausch und bei der thermischen Sanierung. Der Anlass: Aussagen und Kritik rund um angekündigte, aber aus Sicht der Kritiker nicht eingelöste Preiseingriffe sowie fehlende Rahmengesetze. Für die österreichische Bevölkerung ist das mehr als ein politischer Schlagabtausch. Es betrifft Haushalte, Unternehmen, Gemeinden und die gesamte Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Wer heute plant, wie morgen geheizt, produziert und mobil gearbeitet wird, entscheidet über Kosten, Sicherheit und Klimaziele. Was genau gefordert wird, welche Instrumente fehlen und wie sich das auf Bürgerinnen und Bürger auswirkt, beleuchten wir im Detail.

Energiewende in Österreich: Was die aktuelle Debatte bedeutet

Ausgangspunkt der aktuellen Diskussion ist eine Stellungnahme aus dem Grünen Parlamentsklub. Energiesprecher Lukas Hammer kritisiert, dass zentrale Maßnahmen zum Ausstieg aus Öl und Gas nicht ausreichend vorankommen und dass angekündigte Preiseingriffe ausbleiben. Als Referenz dient die Presseaussendung des Grünen Klubs im Parlament, abrufbar über die Austria Presse Agentur OTS. Wer die Argumente im Wortlaut nachlesen möchte, findet die Quelle hier: OTS-Meldung des Grünen Klubs. Politisch relevant sind drei Punkte: Erstens die strukturelle Abhängigkeit von importierten fossilen Energieträgern, zweitens fehlende oder verzögerte Gesetzesrahmen, und drittens die Budgetausstattung für Heizungstausch und Sanierungen, die laut Quelle gekürzt beziehungsweise der Sanierungsbonus im Februar gestrichen wurde. Diese Debatte ist kein Selbstzweck. Sie berührt die Versorgungssicherheit, die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und die private Haushaltskasse. Und sie stellt die Frage, ob Österreich seine Ziele für 2030 und 2040 verlässlich erreichen kann.

Rechtlich und faktisch gilt: Österreich strebt 100 Prozent erneuerbaren Strom bis 2030 und Klimaneutralität bis 2040 an. Das Bundesministerium für Klimaschutz informiert über diese Ziele und das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz, auch EAG genannt. Wer Hintergründe nachlesen will, findet Informationen beim BMK unter bmk.gv.at sowie energieökonomische Daten bei E-Control und Statistik Austria. Diese Rahmenbedingungen helfen, die aktuelle Kritik einzuordnen, ohne sie zu skandalisieren. Entscheidend ist, wie schnell konkrete Maßnahmen in allen Bundesländern wirken und wie Planung, Genehmigung und Förderung zusammenspielen.

Fachbegriffe verständlich erklärt

Energiewende

Mit Energiewende ist die umfassende Umstellung des Energiesystems gemeint: weg von fossilen Energieträgern wie Öl, Kohle und Erdgas, hin zu erneuerbaren Quellen wie Wasserkraft, Wind, Sonne und nachhaltiger Biomasse. Diese Wende betrifft Strom, Wärme und Mobilität zugleich. Sie umfasst Infrastruktur wie Netze und Speicher, Technologien wie Wärmepumpen und Photovoltaik, aber auch Regeln, Genehmigungen und Förderungen. Für Laien lässt sich Energiewende so greifen: Ziel ist, Energie sicherer, sauberer und langfristig günstiger bereitzustellen, indem Abhängigkeiten von Importen sinken und die heimische Erzeugung steigt. Damit verbunden sind Investitionen in Gebäude, Betriebe und Gemeinden sowie neue Qualifikationen am Arbeitsmarkt.

Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungs-Gesetz EABG

Das EABG ist ein noch ausstehender, politisch diskutierter Gesetzesrahmen, der Genehmigungen und Verfahren für erneuerbare Energieprojekte schneller und einfacher machen soll. In der Praxis geht es um kürzere Verfahrensdauern, klare Zuständigkeiten und bessere Abstimmung zwischen Behörden, Naturschutz, Raumordnung und Netzbetreibern. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet das: Projekte wie Windparks, Photovoltaik-Freiflächenanlagen oder Netzverstärkungen könnten planbarer und zügiger umgesetzt werden. Für Unternehmen reduziert ein solches Gesetz Unsicherheit, weil Investitionen in Produktion und Speicher nicht an jahrelangen Verfahren scheitern. Laut der zitierten Quelle fehlt dieses Gesetz weiterhin, was den Ausbau bremst.

Erneuerbare-Gase-Gesetz EGG

Unter dem EGG versteht man einen gesetzlichen Rahmen, der Produktion, Einspeisung und Nutzung von erneuerbaren Gasen regeln und fördern soll. Dazu zählen etwa Biogas und synthetisches Methan aus grünem Wasserstoff. Für Laien ist wichtig: Erneuerbare Gase können dort helfen, wo Elektrifizierung allein nicht ausreicht, zum Beispiel in bestimmten Industrieprozessen. Ein EGG soll festlegen, wie Anlagen genehmigt werden, welche Qualitätsstandards gelten, wie die Einspeisung ins Netz erfolgt und welche Mengen- oder Quotenmodelle Anreize schaffen. Die Quelle kritisiert, dass auch dieses Gesetz fehlt. Das bedeutet, dass heimische Potenziale im Gasbereich langsamer zur Verfügung stehen.

Preisschock

Als Preisschock bezeichnet man einen plötzlichen, starken Anstieg von Energiepreisen, der Haushalte und Unternehmen kurzfristig überfordert. Ursachen sind häufig geopolitische Krisen, Lieferengpässe oder Spekulation an Rohstoffmärkten. Ein Preisschock wirkt direkt auf Heizkosten, Stromtarife und Produktionspreise. Indirekt verteuert er Waren und Dienstleistungen, weil Energie in fast allem steckt: vom Bäckerofen bis zur Logistik. Für Laien hilft dieses Bild: Wenn der Weltmarktpreis für Gas stark schwankt, schlagen die Wellen zeitversetzt auf Tarife durch. Wer seine Abhängigkeit verringert und effizienter wird, ist weniger verletzlich.

Heizungstausch

Heizungstausch meint den Austausch alter fossiler Heizungen, etwa Öl- oder Gasgeräte, gegen klimafreundliche Systeme wie Wärmepumpen, Fernwärme oder moderne Biomasseanlagen. Das hat mehrere Effekte: Der Energieverbrauch sinkt, die Emissionen gehen zurück, und die Abhängigkeit von importierten Brennstoffen wird kleiner. Für Haushalte ist der Heizungstausch ein Projekt mit Planung, Investition und oft baulichen Anpassungen. Förderungen sollen die Kosten dämpfen. Entscheidend ist die Kombination aus Beratung, Handwerkskapazität und stabilen Rahmenbedingungen, damit Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Mieterinnen und Mieter verlässlich entscheiden können.

Thermische Sanierung

Unter thermischer Sanierung versteht man Maßnahmen an Gebäuden, die Wärmeverluste reduzieren. Dazu zählen die Dämmung von Wänden, Dach und Keller, der Tausch von Fenstern und die Reduktion von Wärmebrücken. Für Laien ist es hilfreich, an eine Thermosflasche zu denken: Je besser die Hülle, desto länger bleibt es warm, und desto weniger Energie muss nachgeliefert werden. Eine gute Sanierung spart dauerhaft Heizkosten, steigert den Wohnkomfort, schützt vor Sommerhitze und steigert den Immobilienwert. Förderprogramme und klare Standards sind zentral, damit die Sanierungsrate steigt und Bauunternehmen Planungssicherheit haben.

Energiesicherheit

Energiesicherheit beschreibt die verlässliche Verfügbarkeit von Energie zu leistbaren Preisen, auch in Krisenzeiten. Sie stützt sich auf drei Säulen: ausreichende heimische Erzeugung, robuste Infrastruktur und Diversifizierung von Importen. Für Laien bedeutet das: Nicht nur die Menge zählt, sondern auch die Risikovorsorge. Transparente Speicher, breitere Lieferantenbasis und flexible Technologien wie Lastmanagement helfen, Engpässe zu vermeiden. Eine höhere Eigenproduktion aus Wind, Sonne und Wasser stärkt die Souveränität und verringert die Erpressbarkeit in geopolitisch heiklen Momenten.

Preiseingriffe

Mit Preiseingriffen sind staatliche Maßnahmen gemeint, die Preisentwicklungen dämpfen oder abfedern sollen. Das reicht von temporären Preisbremsen über Steuersenkungen bis zu Zuschüssen für besonders belastete Gruppen. Ökonomisch sind Preiseingriffe heikel: Sie können kurzfristig entlasten, aber auch Fehlanreize setzen, wenn sie dauerhaft werden. Für Bürgerinnen und Bürger ist wichtig, dass Hilfen zielgerichtet, transparent und befristet sind. In der aktuellen Debatte geht es um die Frage, ob zuvor angekündigte Eingriffe tatsächlich kommen und was stattdessen hilft, nämlich strukturelle Lösungen durch Ausbau erneuerbarer Energien und Effizienz.

Historische Entwicklung: Vom Importland zur Energiewende-Nation

Um die Aktualität vom 3. März 2026 einzuordnen, lohnt ein Blick zurück. Österreich war über Jahrzehnte stark von importierten fossilen Energieträgern abhängig. Öl aus globalen Märkten und Gas aus Nachbarregionen prägten Wärmeversorgung, Industrie und teilweise auch Stromerzeugung in thermischen Kraftwerken. Gleichzeitig verfügte Österreich immer schon über eine starke Wasserkraftbasis, die den Strommix vergleichsweise sauber machte. Mit EU-weiten Klimazielen, der nationalen Klimastrategie und dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz erhielt der Ausbau von Photovoltaik und Wind neuen Schwung. Dennoch zeigte sich in den letzten Jahren, wie verletzlich ein auf Importe angewiesenes System ist. Geopolitische Spannungen führten zu massiven Preisausschlägen und stellten Unternehmen wie Haushalte vor Herausforderungen.

Die Antwort der Politik bestand aus zwei Strängen: kurzfristigen Entlastungen und langfristigen Strukturreformen. Förderprogramme, steuerliche Anreize und Beratung sollten den Heizungstausch und thermische Sanierungen beschleunigen. Parallel wurden Genehmigungsverfahren diskutiert, um Engpässe bei Stromnetzen und Erzeugung zu reduzieren. In der Praxis hakte es jedoch immer wieder an komplexen Zuständigkeiten und begrenzten Budgets. Genau hier setzt die Kritik aus der genannten Quelle an: Ohne einen beschleunigten rechtlichen Rahmen wie EABG und EGG und ohne stabile Förderkulissen droht die Umsetzung hinter den Zielen zurückzubleiben. Diese historische Linse zeigt, dass Österreich viel erreicht hat, aber der entscheidende Sprint noch aussteht.

Vergleiche: Bundesländer, Deutschland, Schweiz

Österreichs Bundesländer sind beim Ausstieg aus Öl und Gas unterschiedlich weit. Städte mit dichter Bebauung, wie Wien, setzen stark auf den Ausbau der Fernwärme und die Nutzung industrieller Abwärme. Ländlich geprägte Regionen fokussieren auf Wärmepumpen, Biomasse und Nahwärmenetze. Einige Länder haben zusätzliche Förderungen für den Heizungstausch aufgelegt oder vereinfachte Verfahren für Photovoltaik auf Dächern eingeführt. Diese Vielfalt ist Chance und Herausforderung zugleich: Sie ermöglicht maßgeschneiderte Lösungen, verlangt aber klare Koordination zwischen Bund, Land und Gemeinden, damit keine Förderlücken entstehen.

Ein Blick nach Deutschland zeigt Parallelen und Unterschiede. Das Gebäudeenergiegesetz verknüpft Heizungserneuerung mit Anforderungen an die Nutzung erneuerbarer Energien. Kontroversen um Tempo und soziale Abfederung erinnern daran, dass Wärmewende Akzeptanz braucht, Planungssicherheit und gut ausgebaute Handwerkskapazitäten. In der Schweiz wiederum spielen kantonale Energiegesetze eine große Rolle. Die CO2-Abgabe und Lenkungsmechanismen setzen seit Jahren Preissignale, während Förderprogramme den Ersatz fossiler Heizungen unterstützen. Beide Länder zeigen: Rechtliche Klarheit, verlässliche Förderung und Netzausbau sind die Stellschrauben, die Projekte vom Papier in die Praxis bringen. Österreich kann diese Erfahrungen nutzen, um Verfahren zu vereinfachen, Ressourcen im Handwerk zu stärken und die soziale Treffsicherheit auszubauen.

Bürger-Impact: Was bedeutet das konkret für Haushalte und Betriebe

Für Haushalte ist die aktuelle Debatte mehr als Symbolpolitik. Wer mit Gastherme oder Ölkessel heizt, spürt Preisschwankungen besonders. Ein unerwarteter Preisschock kann das Haushaltsbudget belasten, während Investitionen in Wärmepumpe, Fernwärmeanschluss oder Dämmung dauerhafte Entlastung bringen. Entscheidend sind dabei Beratung, Förderhöhe und die Verfügbarkeit von qualifizierten Handwerkerinnen und Handwerkern. Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Eigentümergemeinschaft plant den Umstieg von Gas auf eine zentrale Wärmepumpe. Ohne klare Förderzusage und realistische Bauzeitenpläne verzögern sich Beschlussfassungen, und Mehrkosten drohen. Mit transparenten Programmen und vereinfachten Verfahren steigt die Umsetzungsgeschwindigkeit erheblich.

Für kleine und mittlere Unternehmen stellt Energie einen wichtigen Kostenblock dar. Planbare Strom- und Wärmepreise sind strategisch, besonders für produzierende Betriebe und das Gewerbe. Wer in Photovoltaik am Dach, Effizienzmaßnahmen in der Produktion und Lastmanagement investiert, reduziert Risiken. Förderprogramme und steuerliche Anreize helfen, die Amortisationszeit zu verkürzen. Gemeinden wiederum stehen vor der Aufgabe, ihre Liegenschaften zu sanieren, Straßenbeleuchtung zu modernisieren und lokale Wärmepläne zu erstellen. All dies setzt voraus, dass Bund, Länder und Netzbetreiber verlässlich zusammenarbeiten. Der Verweis in der Quelle auf gekürzte Mittel für Heizungstausch und thermische Sanierung sowie auf den entfallenen Sanierungsbonus im Februar zeigt, wie stark Budgets den Takt vorgeben. Wenn Mittel sinken, verlangsamen sich Projekte oder werden vertagt. Das betrifft direkt die Lebensrealität von Bürgerinnen und Bürgern, die auf Planungssicherheit angewiesen sind.

Zahlen und Fakten: Ziele, Rahmen, Status

Transparenz ist zentral. Die folgenden Punkte ordnen die Debatte faktenbasiert ein und verweisen auf offizielle Informationsstellen:

  • Österreich verfolgt das Ziel, bis 2030 bilanziell 100 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen zu decken. Informationen hierzu stellt das zuständige Bundesministerium bereit: BMK.
  • Das Langfristziel lautet Klimaneutralität bis 2040. Dieses Ziel ist politisch beschlossen und bestimmt den Rahmen für Strom, Wärme, Verkehr und Industrie.
  • Laut Quelle fehlen weiterhin das EABG und das EGG. Das bremst Genehmigungen und Investitionen in erneuerbare Erzeugung, Speicher und erneuerbare Gase.
  • Förderkulissen beeinflussen den Takt der Wärmewende. Die Quelle berichtet von halbierten Mitteln für Heizungstausch und thermische Sanierung im Budget 2026 sowie dem Wegfall des Sanierungsbonus im Februar. Ob und wie diese Entscheidungen angepasst werden, ist politisch relevant.
  • Energiepreise reagieren sensibel auf globale Entwicklungen. Orientierung zu Markt- und Netzthemen geben E-Control unter e-control.at und statistische Basisdaten liefert Statistik Austria unter statistik.at.
  • EU-weit gilt der Rahmen des Green Deal mit Zwischenzielen bis 2030. Informationen bietet die Europäische Kommission: commission.europa.eu.

Die genannten Punkte zeigen: Vieles ist definiert, einiges ist im Fluss. Für Haushalte zählt, was am Ende auf der Rechnung steht und wie rasch Projekte genehmigt werden. Für Unternehmen geht es um Investitionsentscheidungen im Wettbewerb. Und für die Politik um Glaubwürdigkeit bei Zielen und Instrumenten.

Hintergrund: Warum Tempo jetzt zählt

Die jüngsten Jahre haben eines deutlich gemacht: Abhängigkeit von fossilen Importen bringt Volatilität, geopolitische Risiken und wohlfahrtsökonomische Kosten. Je höher die heimische Erzeugung, desto robuster ist das Energiesystem. Diese Logik gilt für Strom und zunehmend für Wärme. Wärmepumpen profitieren von sauberem Strom. Fernwärme profitiert von erneuerbaren Quellen und Abwärme. Gebäude mit guter Dämmung benötigen weniger Energie und sind preisresilienter. Wenn Gesetze, Genehmigungen und Netzinfrastruktur Schritt halten, lassen sich Ausbauziele effizient erreichen. Wenn Förderprogramme verlässlich sind, investieren Privatpersonen und Betriebe. Wenn Budgets zurückgehen, verlangsamt sich die Umsetzung, was mittelfristig teurer sein kann, weil Preisschocks und Emissionen Folgekosten verursachen.

Rechtlicher Rahmen und föderale Zusammenarbeit

Österreichs Energiepolitik ist föderal organisiert. Bauordnungen und Raumordnung liegen bei den Ländern, viele Förderungen werden gemeinsam mit dem Bund umgesetzt. Daraus folgt: Beschleunigung gelingt nur, wenn Zuständigkeiten klar sind und Verfahren digital, transparent und ressourcenschonend laufen. Ein EABG, das Planungs- und Genehmigungsabläufe strafft, kann hier den Unterschied machen. Ein EGG, das Investitionen in erneuerbare Gase absichert, kann Sektoren entlasten, die schwer zu elektrifizieren sind. In Kombination mit einem starken Netzausbau und regionalen Wärmeplänen entsteht ein Gesamtbild, das Projekte von der Idee zur Inbetriebnahme bringt.

Wie sich Österreich im Länder- und Branchenvergleich positionieren kann

Für den Strombereich ist Österreich gut aufgestellt, weil Wasserkraft eine starke Basis liefert. Der zusätzliche Zubau aus Photovoltaik auf Dächern, an Fassaden und auf geeigneten Flächen sowie aus Windkraft an geeigneten Standorten erhöht die Versorgungssicherheit. Für die Wärme ist die Aufgabe anspruchsvoller, weil Millionen Quadratmeter Gebäudehülle und zahlreiche Heizsysteme modernisiert werden müssen. Der internationale Vergleich zeigt: Länder mit klaren Regeln, stabilen Förderungen und intensiver Beratung erhöhen ihre Sanierungsraten und senken den Endenergieverbrauch spürbar. Österreich kann hier auf bestehende Beratungsstrukturen zurückgreifen, sollte sie aber ausbauen und digitalisieren. Einheitliche Datenräume für Energie, Bau und Raumplanung helfen, Projekte schneller zu prüfen und Anträge zu beschleunigen.

Zukunftsperspektive: Was bis 2030 und darüber hinaus realistisch ist

Bis 2030 entscheidet sich, ob Österreich die Weichen richtig gestellt hat. Realistisch ist, dass Photovoltaik weiter stark wächst, getrieben durch private Dächer, gewerbliche Flächen und Eigenverbrauchsmodelle. Windkraft wird dort zulegen, wo klare Raumplanung und Akzeptanz bestehen. Stromnetze werden durch Verstärkung und Digitalisierung flexibler, Speicher und Lastmanagement gleichen Schwankungen aus. In der Wärme werden Wärmepumpen, Fernwärme und Sanierungen den größten Hebel bilden. Für die Industrie gewinnen Effizienz, Elektrifizierung, erneuerbare Gase und Kreislaufwirtschaft an Bedeutung. Entscheidend wird sein, dass Genehmigungen planbar sind, Handwerkskapazitäten skaliert werden und Förderprogramme überjährig und verlässlich gestaltet sind.

Über 2030 hinaus rücken saisonale Speicher, grüner Wasserstoff für ausgewählte Anwendungen und ein stärker integriertes europäisches Energiesystem in den Mittelpunkt. Österreich kann seine Stärken in Wasserkraft und Speicherlösungen ausspielen und damit auch Nachbarregionen stützen. Gleichzeitig bleibt die soziale Dimension zentral: Energie muss leistbar sein, Wohnkomfort steigen und Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben. Wenn die öffentliche Hand Verlässlichkeit bei Zielen und Instrumenten zeigt, können private Investitionen den Großteil der Transformation tragen. So entsteht ein Pfad, der Versorgungssicherheit erhöht, klimapolitische Ziele erreichbar macht und Preisschocks abfedert.

Praxisbeispiele und Handlungspfade

Kommunen können mit Wärmeplänen den Ausbau koordinieren: Welche Viertel bekommen Fernwärme, wo passt Nahwärme, wo sind Wärmepumpen sinnvoll. Wohnbauträgerinnen und -träger profitieren von Bündelungen bei Ausschreibungen und standardisierten Sanierungsfahrplänen. Gewerbegebiete lassen sich mit Photovoltaik, Speichern und gemeinsamer Netznutzung resilienzstärker gestalten. Betriebe optimieren Prozesse und nutzen Abwärme, während Contracting-Modelle Vorfinanzierung erleichtern. Haushalte profitieren von One-Stop-Shops: Energieberatung, Fördercheck, Handwerkerkoordination und Qualitätssicherung aus einer Hand. All das erfordert rechtliche Klarheit, digitale Verfahren und ausreichend Budget, um Hürden zu senken und Geschwindigkeit zu gewinnen.

Transparenz und Quellen

Die aktuelle politische Kritik und Kernpunkte stammen aus der Presseaussendung des Grünen Klubs im Parlament, abrufbar über OTS: Link zur Quelle. Hintergrundinformationen zu Zielen und Rechtsrahmen bietet das Bundesministerium für Klimaschutz: bmk.gv.at. Markt- und Netzthemen werden von E-Control erläutert: e-control.at. Statistische Grundlagen stellt Statistik Austria bereit: statistik.at. EU-Politik zum Green Deal erläutert die Europäische Kommission: commission.europa.eu. Diese Verweise dienen der Einordnung und ermöglichen Leserinnen und Lesern vertiefte Recherchen.

Schluss: Was jetzt zählt

Die Debatte vom 3. März 2026 führt vor Augen, dass Österreich bei der Energiewende zwischen Anspruch und Umsetzung vermitteln muss. Sicher ist: Je mehr heimische, erneuerbare Energie erzeugt und je effizienter sie genutzt wird, desto geringer fallen Importabhängigkeit, Preisschwankungen und Krisenrisiken aus. Strittig ist der Weg dorthin: Braucht es stärker befristete Preiseingriffe oder vor allem strukturelle Lösungen. Die vorliegenden Ziele bis 2030 und 2040 sind klar. Was fehlt, ist mancherorts Tempo bei Genehmigungen, Investitionen und beim Ausbau von Kompetenz und Kapazitäten. Genau hier können EABG und EGG, stabile Förderkulissen und klare Wärmepläne Wirkung entfalten.

Für Leserinnen und Leser bleibt die Kernfrage: Wie lässt sich die eigene Energiezukunft konkret gestalten. Wer plant, zu sanieren oder die Heizung zu tauschen, sollte Beratung in Anspruch nehmen, Fördermöglichkeiten prüfen und mit Fachbetrieben realistische Zeitpläne abstimmen. Gemeinden und Betriebe profitieren von Kooperationen und standardisierten Prozessen. Mehr Informationen und vertiefende Hintergründe finden sich bei der genannten Quelle, beim BMK, bei E-Control und bei Statistik Austria. Gemeinsam lässt sich die Energiewende so gestalten, dass sie sicher, leistbar und verlässlich wird.