Wien nutzt Abwärme dreifach: Seit 2026-01-29 steigert die Großwärmepumpe Spittelau die Fernwärme-Effizienz auf über 95 Prozent – klimafreundlich. Was sich wie eine trockene Zahl liest, ist für Wien ein konkreter Schritt zu mehr Versorgungssicherheit und geringeren Emissionen. Denn hinter der Fassade nach Hundertwasser-Design arbeitet nun zusätzliche Technik, die Energieverluste reduziert und bislang ungenutzte Wärme in Heizkraft fürs Grätzl verwandelt. Im Zentrum steht die Abwärme der Rauchgasreinigung: Sie wird mit Ökostrom angehoben und in das Fernwärmenetz eingespeist. Das Ergebnis sind mehr nutzbare Kilowattstunden für Haushalte und Betriebe – ohne zusätzliches Erdgas. Warum das Projekt jetzt wichtig ist, wie die dreifache Nutzung funktioniert, welche Bundesländer und Nachbarländer als Maßstab dienen und was das für Bewohnerinnen und Bewohner ganz konkret heißt, ordnen wir im Folgenden ein – mit Blick auf Chancen, Grenzen und den Fahrplan bis 2040.
Dreifach genutzte Abwärme: Großwärmepumpe Spittelau stärkt Fernwärme Wien
Ausgangspunkt ist die Müllverbrennungsanlage Spittelau im 9. Bezirk. Sie erzeugte bisher Strom für rund 30.000 und Fernwärme für rund 60.000 durchschnittliche Wiener Haushalte. Mit der neu in Betrieb genommenen Großwärmepumpe erhöht sich die gesamte Wärmeerzeugung, sodass die Anlage nun insgesamt 76.000 Haushalte mit Wärme versorgen kann. Wien Energie investierte rund 40 Millionen Euro in diese Modernisierung und steigert am Standort die Gesamteffizienz um 13 Prozentpunkte auf über 95 Prozent. Dies gelingt, indem die ohnehin bei der Verbrennung anfallende Hitze nun in drei Stufen genutzt wird: für Strom, für Fernwärme – und zusätzlich mittels Wärmepumpe über die Abwärme aus der Rauchgasreinigung. Damit zählt die Spittelau zu den effizientesten Anlagen ihrer Art in Mitteleuropa.
Wie die Technik in der Spittelau jetzt dreifach wirkt
Bei der Müllverbrennung entstehen heiße Rauchgase. Diese Wärme wird zunächst auf einen Wasser-Dampf-Kreislauf übertragen, der über eine Turbine einen Generator antreibt – elektrischer Strom entsteht. Danach bringt ein Wärmetauscher Restwärme in den Fernwärmekreislauf. Bis hierhin war die Nutzung bereits etabliert. Neu ist der dritte Schritt: In der mehrstufigen Rauchgasreinigung wird Wasser verwendet, das sich dabei aufheizt. Diese Wärmequelle diente bisher vor allem Reinigungsprozessen. Nun wird sie via Großwärmepumpe effizient auf ein höheres Temperaturniveau gebracht und ins Fernwärmenetz eingespeist. Der Clou: Die Wärmepumpe nutzt Ökostrom, hebt die Temperatur an und macht damit aus ansonsten verloren gehender Wärme verwertbare Energie für Heizung und Warmwasser.
Fachbegriffe einfach erklärt
Fernwärme
Fernwärme ist ein System, bei dem zentral erzeugte Wärme über isolierte Leitungen zu Gebäuden transportiert wird. Anstatt dass viele einzelne Heizkessel in Wohnungen und Häusern arbeiten, entsteht die Wärme in großen, effizient gesteuerten Anlagen. Die Vorteile: bessere Abgasreinigung, Nutzung von Energiequellen, die im Einzelhaus nicht verfügbar wären (zum Beispiel industrielle Abwärme), sowie geringerer Wartungsaufwand für Nutzerinnen und Nutzer. Fernwärme eignet sich besonders in dicht bebauten Städten wie Wien, wo kurze Leitungswege und hohe Anschlussdichten die Effizienz erhöhen. Darüber hinaus lässt sich der Energiemix hinter dem Netz laufend umstellen – von fossilen Quellen hin zu Abwärme, erneuerbaren Anlagen und Großwärmepumpen.
Großwärmepumpe
Eine Großwärmepumpe funktioniert nach demselben Prinzip wie ein Haushaltskühlschrank – nur in groß und umgekehrt. Sie entzieht einer Quelle auf niedriger Temperatur (zum Beispiel Abwärme aus Rauchgasreinigung oder Abwasser) Wärmeenergie und hebt sie mithilfe von elektrischer Energie auf ein höheres Temperaturniveau. So wird diese Wärme für Heizen und Warmwasser nutzbar. Die Effizienz drückt man mit der Leistungszahl (Coefficient of Performance, COP) aus: Aus einer Kilowattstunde Strom können mehrere Kilowattstunden Wärme entstehen. In der Spittelau übernehmen zwei Einheiten mit je 8 Megawatt thermischer Leistung diese Aufgabe – gewaltige Anlagen, die viele Wohnhäuser in einem Schlag versorgen.
Abwärme
Abwärme ist Energie, die bei industriellen Prozessen, in Kraftwerken, Rechenzentren oder Kläranlagen anfällt und oft ungenutzt in die Umwelt abgegeben wird. In einer Stadt wie Wien existieren viele solcher Wärmequellen im Nahbereich von Wohngebieten. Durch intelligente Erfassung und Verwertung über Wärmetauscher und Wärmepumpen lässt sich Abwärme in das Fernwärmenetz einspeisen. Der Vorteil: Es wird keine zusätzliche Primärenergie verbrannt, die Klimabilanz verbessert sich, und die lokale Wertschöpfung steigt. Beispiele in Wien sind Backöfen der Manner-Fabrik, das Badewasser der Therme Wien oder die Abwärme eines großen Rechenzentrums in Floridsdorf.
Rauchgasreinigung
Rauchgasreinigung ist ein mehrstufiger Prozess, der Schadstoffe aus Abgasen entfernt, bevor sie über den Schornstein in die Atmosphäre gelangen. Dazu zählen Partikel, saure Gase und weitere Verbindungen. In der Nasswäsche wird Rauchgas mit Wasser in Kontakt gebracht; Wärme und Stoffe gehen in das Wasser über. Diese Prozesswässer nehmen also Energie auf, die bisher kaum genutzt wurde. Mit einem geeigneten Wärmetauscher und einer Großwärmepumpe lässt sich diese moderate Temperaturquelle auf ein Niveau bringen, das für Fernwärme ausreichend ist. So wird aus einem Reinigungsschritt eine zusätzliche Energiequelle – ein Paradebeispiel für Kreislaufdenken in der Energieversorgung.
Tiefengeothermie
Tiefengeothermie bezeichnet die Nutzung von Wärme aus großen Tiefen der Erdkruste. In Wien planen Wien Energie und OMV eine Anlage in der Seestadt Aspern, die ab 2028 Wärme aus mehreren Kilometern Tiefe fördern soll. Heißes Wasser wird nach oben gepumpt, gibt seine Wärme über Wärmetauscher an das Fernwärmenetz ab und fließt wieder in die Tiefe zurück. Der Vorteil: Geothermie liefert erneuerbare, wetterunabhängige Grundlastwärme. Bis 2040 sollen bis zu sieben Anlagen bis zu 200.000 Haushalte versorgen. Die Technologie ergänzt Abwärme und Wärmepumpen zu einem stabilen, diversifizierten Erzeugungsmix.
Kraft-Wärme-Kopplung
Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist die gleichzeitige Erzeugung von elektrischem Strom und nutzbarer Wärme in einer Anlage. Während ein reines Kraftwerk viel Abwärme ungenutzt abgeben würde, nutzt eine KWK-Anlage diese Wärme gezielt, etwa über ein Fernwärmenetz. So steigt der Gesamtwirkungsgrad erheblich. In einer klimaneutralen Perspektive kommen erneuerbare KWK-Anlagen zum Einsatz, etwa mit grünem Gas, biogenen Brennstoffen oder künftig Wasserstoff, um Spitzenlasten oder besondere Bedarfe abzudecken. KWK bleibt ein wichtiger Baustein, wenn sie in einen erneuerbaren Gesamtrahmen eingebettet ist.
Zahlen, Fakten und Einordnung
Die neuen Eckdaten sprechen für sich: Zwei Wärmepumpen mit je 8 Megawatt thermischer Leistung liefern Wärme für rund 16.000 Haushalte. Laut Wien Energie spart die Erweiterung jährlich rund 22.000 Tonnen CO2 ein. Die Investitionssumme beträgt rund 40 Millionen Euro. Pro Jahr werden in der Spittelau etwa 250.000 Tonnen Restmüll verbrannt – eine stoffliche Realität urbaner Kreisläufe, die zugleich Energiequelle ist. Mit der zusätzlichen Abwärmenutzung steigt die Standorteffizienz um 13 Prozentpunkte auf mehr als 95 Prozent. Wien Energie versorgt insgesamt 479.000 Haushalte und über 8.000 Betriebe mit Fernwärme.
- Thermische Leistung: 16 MW (2 × 8 MW)
- Zusätzliche Wärme für ca. 16.000 Haushalte
- CO2-Einsparung: rund 22.000 Tonnen pro Jahr
- Investition: ca. 40 Mio. Euro
- Effizienz am Standort: über 95 Prozent (+13 Prozentpunkte)
- Jahresmüllmenge in der Spittelau: ca. 250.000 Tonnen
In Summe ergibt sich ein konsistentes Bild: Die Großwärmepumpe Spittelau erweitert nicht nur die Kapazität, sondern verbessert vor allem die Ausbeute aus bereits eingesetzter Primärenergie. Dazu passt, dass Wien Energie bis 2030 rund 57 Prozent der Fernwärme aus erneuerbarer Wärme und Abwärme erzeugen will. Und bis 2040 ist ein klar strukturierter Erzeugungsmix geplant: 31 Prozent Großwärmepumpen und Abwärme, 26 Prozent Tiefengeothermie, 22 Prozent erneuerbare KWK und Heizkessel sowie 21 Prozent aus der Müllverbrennung.
Historische Entwicklung: Von der zentralen Wärme zur urbanen Energiewende
Fernwärme ist historisch als Antwort auf urbane Verdichtung und den Wunsch nach sauberer Luft entstanden. Anstelle vieler kleiner Feuerstätten setzen Städte auf zentralisierte, effiziente Technik. Während zunächst fossile Kesselhäuser dominierten, etablierten sich im Laufe der Jahrzehnte Kraft-Wärme-Kopplung, Müllverbrennung und industrielle Abwärme als tragende Säulen. Diese Entwicklung hat in Wien besondere Dynamik, weil dichte Bebauung und ein wachsendes Netz kurze Leitungswege ermöglichen. Spätestens seit den Debatten um Luftqualität und Versorgungssicherheit in den 1970er-Jahren gewann die Idee an Fahrt, Energie möglichst effizient und emissionsarm in Ballungsräumen bereitzustellen.
Die jüngste Phase der Entwicklung steht ganz im Zeichen der Dekarbonisierung. Der Umstieg auf erneuerbare Wärmeerzeugung, die systematische Erschließung von Abwärme und der Einsatz großer Wärmepumpen schaffen die Voraussetzungen dafür, fossile Energieträger schrittweise zu ersetzen. Projekte wie die Großwärmepumpe im Kraftwerk Simmering (seit 2019), die Anlage bei der Kläranlage ebswien (seit Dezember 2023) und nun die Erweiterung in der Spittelau bilden eine Linie: vorhandene Wärmequellen heben, Sektoren koppeln und das Verteilnetz als Rückgrat der Transformation nutzen. Das Zielbild bis 2040 ist ein Erzeugungsmix, der möglichst unabhängig von fossilem Erdgas ist und erneuerbare Grundlast mit flexiblen Technologien verbindet.
Vergleich: Andere Bundesländer Österreichs, Deutschland, Schweiz
Ein Blick über den Tellerrand zeigt: Auch in anderen österreichischen Städten ist Fernwärme zentraler Bestandteil der Wärmeversorgung. In Linz, Graz, Salzburg oder Innsbruck sind Netze etabliert, die ebenfalls zunehmend auf Abwärmequellen und Effizienzsteigerungen setzen. Die lokale Ausgangslage variiert: Industrieabwärme steht je nach Standort unterschiedlich zur Verfügung, topografische Gegebenheiten beeinflussen Netzplanung und Verteilverluste. Wien profitiert hier besonders von der Größe des Netzes, was Skaleneffekte ermöglicht.
Deutschland und die Schweiz liefern zusätzliche Referenzen. In Basel, Kopenhagen und Hamburg gibt es – wie in der Quelle erwähnt – vergleichbare Anlagen, die Abwärme aus Rauchgasen mittels Wärmepumpen nutzbar machen. Diese Städte gelten als Vorreiter für die intelligente Kopplung von Abfallwirtschaft, Strom- und Wärmeproduktion. Der Kerntrend ist derselbe: Wärme, die früher als Verlust galt, wird zur Ressource. Der Unterschied liegt weniger in der Technik als in der Netzgröße und im Tempo des Ausbaus. Wien reiht sich mit der Großwärmepumpe Spittelau in diese europäische Spitzengruppe ein und zeigt, wie der Transfer in eine Millionenstadt gelingt.
Bürgerinnen und Bürger: Konkrete Auswirkungen im Alltag
Für Haushalte und Betriebe ist die wichtigste Botschaft: Mehr erneuerbare Wärme im Netz kann die Abhängigkeit von importierten fossilen Energieträgern verringern und so die Versorgung stabilisieren. Die zusätzliche Großwärmepumpe in der Spittelau erschließt Energie, die bereits im System vorhanden ist – Abwärme – und macht sie direkt nutzbar. Das erhöht die Ausfallsicherheit, weil die Wärmequelle lokal ist, und es reduziert Emissionen. Nutzerinnen und Nutzer spüren das nicht als einzelne Maßnahme im Heizkörper, aber als Teil einer größeren Entwicklung: Das Fernwärmenetz wird resilienter gegen Preisschocks auf internationalen Gasmärkten und flexibler in der Erzeugung.
Konkrete Beispiele verdeutlichen das: Wenn Abwärme aus der Rauchgasreinigung, aus Rechenzentren oder aus der Lebensmittelproduktion ins Netz fließt, stehen diese Quellen unabhängig von Wind und Wetter zur Verfügung. Kombiniert mit Tiefengeothermie entsteht eine erneuerbare Basis, die sich über das Jahr verteilt gut planbar einsetzen lässt. Für Hausverwaltungen, Bauträgerinnen und Bauträger sowie Gewerbebetriebe bedeutet dies planbarere Rahmenbedingungen und eine hohe Anschlussfähigkeit für Neubauten wie Sanierungen. Für die Stadtplanung eröffnet sich Spielraum, Quartiere so zu entwickeln, dass Wärmequellen und -senken räumlich zusammenfinden – kurze Wege, geringe Verluste, hohe Effizienz.
Stimmen aus der Stadt: Einordnung und Verantwortung
Die politische und unternehmerische Einordnung findet sich in der Quelle. Stadträtin Ulli Sima betont: „Die Hitze der Müllverbrennung wird jetzt dreifach genutzt.“ Wien Energie-Geschäftsführer Karl Gruber unterstreicht die Effizienz: „Mit der neuen Großwärmepumpe steigern wir die Effizienz am Standort auf 95 Prozent.“ Der NEOS-Energiesprecher Stefan Gara sieht Großwärmepumpen als „Schlüsseltechnologie, um die Fernwärme nachhaltig zu defossilisieren“. Und Joe Taucher (SPÖ) verbindet das Projekt mit dem Klimaziel der Stadt: „Wien soll bis 2040 klimaneutral sein.“ Diese Zitate zeigen ein geschlossenes Bild: Die Maßnahme ist zugleich Technikprojekt, Klimaschutzbaustein und Teil der Daseinsvorsorge für Wien.
Blick nach vorn: 2030 und 2040 im Fokus
Die strategische Linie ist klar umrissen. Bereits bis 2030 soll rund 57 Prozent der Fernwärme in Wien aus erneuerbarer Wärme und Abwärme stammen. Bis 2040 setzt der Erzeugungsmix auf vier Bausteine: Müllverbrennung (21 Prozent), Großwärmepumpen und Abwärme (31 Prozent), Tiefengeothermie (26 Prozent) sowie erneuerbare KWK-Anlagen und Heizkessel (22 Prozent). Parallel bauen Wien Energie und OMV Tiefengeothermie aus: Ab 2028 soll die erste Anlage in der Seestadt Aspern Wärme für rund 20.000 Haushalte liefern, perspektivisch sind bis zu sieben Anlagen geplant, die bis zu 200.000 Haushalte versorgen können.
Auch im Wärmepumpen-Portfolio ist Wien Energie breit aufgestellt: Seit 2019 liefert die Großwärmepumpe beim Kraftwerk Simmering Wärme für etwa 25.000 Haushalte, seit Dezember 2023 eine weitere bei der Kläranlage ebswien für rund 56.000. Mit der neuen Großwärmepumpe in der Spittelau erreichen die drei Anlagen zusammen eine Produktion, die dem Bedarf von etwa 97.000 durchschnittlichen Haushalten (8.000 kWh pro Jahr) entspricht. Zusätzlich fließen Investitionen in Kreislaufwirtschaft und Netzausbau – bis 2030 sind 660 Millionen Euro für erneuerbare Wärmeerzeugung und Kreislaufwirtschaft vorgesehen. Dieses Paket zeigt, wie Wien seine Fernwärme schrittweise defossilisiert und resilienter aufstellt.
Zahlen im städtischen Kontext: Analyse der Wirkung
Die Angabe von 22.000 Tonnen CO2-Einsparung pro Jahr illustriert die Klimawirkung. Auf das gesamte Fernwärmenetz übertragen, das fast eine halbe Million Haushalte versorgt, sind solche Projekte Hebel mit Skaleneffekt: Jede neue Abwärmequelle und jede zusätzliche Großwärmepumpe reduziert den Bedarf an fossiler Spitzenlast. Die Effizienzsteigerung um 13 Prozentpunkte am Standort Spittelau ist besonders relevant, weil sie aus einer bestehenden Anlage herausgeholt wird. Das bedeutet: keine zusätzlichen Flächen, keine neuen Brennstoffe – stattdessen die Veredelung von bereits im Prozess enthaltener Energie.
Finanziell ist die Investitionssumme von rund 40 Millionen Euro in Relation zur Wirkung zu betrachten. Eine thermische Leistung von 16 MW, die direkt in ein großes Bestandsnetz einspeist, ist ein massiver Beitrag zur Winterlast. In Verbindung mit der Förderkulisse – das Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen der FTI-Initiative ‚Vorzeigeregion Energie‘ durchgeführt – zeigt sich, dass öffentliche Unterstützung gezielt Lücken schließt, in denen die Betriebswirtschaft und die Klimaökonomie zusammenfinden.
Weitere Bausteine der Wärmewende im Stadtgebiet
Neben der Abwärme aus der Rauchgasreinigung erschließt Wien Energie bereits vielfältige Quellen: Backöfen, Thermalbäder, Rechenzentren. Solche Projekte sind modular: Eine Quelle für ein Quartier, mehrere Quellen für einen Bezirk, verbunden über ein intelligentes Netz. Damit kann das System flexibel reagieren – wenn eine Quelle temporär weniger liefert, springen andere ein. Für Neubauquartiere entstehen daraus Planungsgrundlagen: Wärmespeicher, Übergabestationen und die Kombination aus Grundlast (zum Beispiel Geothermie) und variabler Einspeisung (zum Beispiel Abwärme) sichern Komfort und Effizienz.
Quellen und weiterführende Informationen
Quelle: Wien Energie GmbH. Originalmeldung auf der Austria Presse Agentur OTS: ots.at: Kein Mist: Wien Energie nutzt Wärme in der Spittelau jetzt dreifach. Bildmaterial laut Wien Energie: wienenergie.at/media-20.
Fazit und Ausblick
Die Großwärmepumpe Spittelau steht für einen einfachen, aber wirksamen Grundsatz: Erst Energie sparen, dann Verluste minimieren und schließlich erneuerbar erzeugen. Wien nutzt vorhandene Abwärme nun dreifach und erhöht damit die Effizienz einer bestehenden Anlage auf über 95 Prozent. Für Bewohnerinnen und Bewohner heißt das: mehr heimische Wärmequellen, mehr Resilienz und ein klarer Pfad in Richtung Klimaneutralität 2040. Die Kombination aus Müllverbrennung, Großwärmepumpen, Tiefengeothermie und erneuerbarer KWK formt einen Erzeugungsmix, der Schritt für Schritt unabhängiger von fossilem Erdgas macht.
Wer mehr wissen möchte, findet Details und Originalzitate in der verlinkten Quelle. Haben Sie bereits Erfahrungen mit Fernwärme in Ihrem Grätzl gemacht oder planen Sie einen Anschluss für Ihr Haus oder Ihren Betrieb? Schreiben Sie uns, welche Fragen zur Fernwärme in Wien Sie besonders interessieren – wir recherchieren weiter und liefern Antworten mit Praxisbezug.






