Am 3. Februar 2026 zieht das BMLUK gute Bilanz 2025 zur Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung in Österreich; 126 Mio. Euro sind 2026 geplant. Die Zahlen wirken nüchtern, die Wirkung ist greifbar: Geförderte Projekte von Vorarlberg bis ins Burgenland, neue Brunnen, modernisierte Kläranlagen und Maßnahmen gegen Klimafolgen. Was bedeutet das für Gemeinden, für die Versorgungssicherheit, für die Umwelt? Und wie stabil ist das System, wenn Druck auf Netze und Ressourcen steigt? Der Überblick zeigt, warum die Förderstrategie 2025 als positiv gilt, welchen Stellenwert sie in der Daseinsvorsorge hat, und welche Schwerpunkte 2026 folgen. Besonders relevant: die Lehren aus dem Hochwasser 2024, der Ausbau von PV-Anlagen sowie die Blackout-Vorsorge. Diese Bilanz betrifft alle, die auf verlässliches Trinkwasser und saubere Gewässer angewiesen sind – also die gesamte Bevölkerung in Österreich.
Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung: Bilanz 2025 und Perspektiven 2026
Die offizielle Jahresbilanz des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) belegt die Breite der Unterstützung: 2.190 Projekte in der Siedlungswasserwirtschaft wurden 2025 genehmigt, das Fördervolumen betrug 168 Mio. Euro. Damit setzt Österreich auf eine kontinuierliche Stärkung seiner Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung – zwei Grundpfeiler der Daseinsvorsorge. Der Fokus lag sowohl auf Neubauten als auch auf Erhalt und Modernisierung bestehender Anlagen, ergänzt um Klimaanpassung und Krisenvorsorge. Für 2026 sind weitere rund 126 Mio. Euro vorgesehen. Die Quelle dieser Zahlen ist öffentlich zugänglich und in der Aussendung dokumentiert: zur OTS-Aussendung.
Zahlen und Fakten: Was 2025 geleistet und 2026 geplant ist
Mit 168 Mio. Euro Förderung wurden 2.190 Vorhaben genehmigt. Rein rechnerisch entspricht das im Durchschnitt rund 76.700 Euro Förderung pro Projekt. Diese Zahl ist keine Aussage über die tatsächliche Größenordnung einzelner Anlagen, zeigt aber, wie breit die Unterstützung gestreut ist. Einige Projekte verdeutlichen die Bandbreite:
- Unterweißenbach (Oberösterreich): Ein neuer Brunnen zur Sicherung der Trinkwasserversorgung und die Anbindung der Ortschaft Mötlas an die zentrale Wasserversorgung. Gesamtkosten rund 2,3 Mio. Euro, davon rund 500.000 Euro Förderung. Daraus ergibt sich eine Förderquote von etwa 21,7 Prozent.
- Abwasserverband Untere Schranne (Tirol): Erweiterung und Anpassung der Verbandskläranlage an den Stand der Technik sowie Sanierung bestehender Anlagenteile. Kosten 5 Mio. Euro, Förderung 1,1 Mio. Euro – eine Förderquote von rund 22 Prozent.
- Grimmenstein (Niederösterreich): Rückbau versiegelter Flächen, Begrünung und künftige Ableitung des Niederschlagswassers über Versickerungsmulden und Schwammstadtkörper. Kosten 170.000 Euro, Förderung 17.000 Euro – das entspricht etwa 10 Prozent.
Auch die Bewältigung von Schäden nach Naturkatastrophen wurde unterstützt: 2025 erhielten 220 Projekte zur Sanierung der Infrastruktur nach Naturereignissen einen Förderbarwert von 15,2 Mio. Euro. Rechnerisch ergibt das im Mittel rund 69.100 Euro pro Projekt. Diese Maßnahmen stehen in direktem Zusammenhang mit den massiven Schäden durch das Hochwasser im September 2024 und dienen der Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit kommunaler Netze.
Für 2026 kündigt das BMLUK rund 126 Mio. Euro an, um die Versorgung flächendeckend zu sichern, Gemeinden handlungsfähig zu halten und den Umweltschutz zu stärken. Dieser Mittelpfad setzt die Schwerpunkte von 2025 fort: langfristige Sicherstellung, Klimaanpassung und Resilienz.
Kontext und historische Entwicklung: Wie Österreichs Wasserinfrastruktur stark wurde
Österreich hat über Jahrzehnte eine leistungsfähige Siedlungswasserwirtschaft aufgebaut. In vielen Gemeinden wurden schrittweise zentrale Netze realisiert, in ländlichen Regionen häufig zunächst als kleine Verbünde, später als größere Verbandslösungen mit professionellem Betrieb. Technischer Fortschritt, wachsende Bevölkerungszahlen und die Erfahrung mit Naturereignissen führten zu kontinuierlichen Investitionen in Quellen, Brunnen, Speicher, Aufbereitungsanlagen und Kläranlagen. Diese Entwicklung läuft nicht in Sprüngen, sondern als langfristiger Erneuerungs- und Verdichtungsprozess: Leitungen werden erneuert, Kapazitäten erweitert, und Standards bei Hygiene, Arbeitssicherheit und Umweltschutz werden laufend angehoben.
Ein wichtiger Treiber war die gemeinsame Finanzierungsverantwortung von Bund, Ländern und Gemeinden. Öffentliche Förderung senkte Eintrittsbarrieren für komplexe Projekte wie Verbandskläranlagen oder großvolumige Trinkwasserspeicher. Auch der Umweltschutzgedanke ist fester Bestandteil: Saubere Gewässer sind ebenso Ziel wie der Schutz des Grundwassers als Trinkwasserressource. Die regelmäßige Auseinandersetzung mit Hochwasser- und Dürreereignissen schärfte den Blick für Vorsorge, Redundanzen und Krisenpläne. Mit der Energiewende kamen neue Prioritäten hinzu: Effizienz, Eigenstrom aus PV-Anlagen und Blackout-Vorsorge.
Das Resultat ist ein System, das auf Stabilität ausgelegt ist, ohne sich dem Wandel zu verschließen. Die Bilanz 2025 steht in dieser Tradition: Sie zeigt Ausbau, Erhalt und Anpassung – also die drei Ebenen, auf denen moderne Wasserinfrastruktur betrieben wird.
Fachbegriffe einfach erklärt
Siedlungswasserwirtschaft
Der Begriff Siedlungswasserwirtschaft umfasst alle technischen, organisatorischen und finanziellen Maßnahmen zur Bereitstellung von Trinkwasser und zur Entsorgung sowie Reinigung von Abwasser in Gemeinden und Städten. Dazu zählen Wassergewinnung (z. B. Quellen, Brunnen), Aufbereitung, Speicherung, Verteilung über Leitungsnetze, sowie Sammlung und Behandlung von Abwasser in Kanalnetzen und Kläranlagen. Weil es um lebenswichtige Infrastruktur geht, sind Planung, Instandhaltung und Finanzierung auf Langfristigkeit ausgelegt. Die Siedlungswasserwirtschaft verbindet Versorgungssicherheit, Umweltziele und Wirtschaftlichkeit zu einem Gesamtsystem.
Daseinsvorsorge
Daseinsvorsorge beschreibt Leistungen, die der Staat oder die Gemeinden bereitstellen, um grundlegende Bedürfnisse der Bevölkerung verlässlich zu erfüllen. Dazu zählen neben Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung etwa Energie, Abfallentsorgung oder öffentlicher Verkehr. In der Wasserwirtschaft bedeutet Daseinsvorsorge, dass Infrastruktur verfügbar, leistbar, sicher und von hoher Qualität ist. Gesicherte Finanzierung, klare Zuständigkeiten und verlässlicher Betrieb sind Kernelemente dieser Aufgabe. Sie ist darauf ausgerichtet, geordneten Alltag und Gesundheitsschutz für Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten.
Blackout-Vorsorge
Blackout-Vorsorge meint vorbereitende Maßnahmen, um den Betrieb der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung auch bei großflächigen Stromausfällen aufrechterhalten zu können. Dazu zählen organisatorische Notfallpläne, Redundanzen bei der Energieversorgung, die Ausrüstung mit Notstromlösungen und der gezielte Verbrauchs- und Prozessumbau auf krisentaugliche Betriebsmodi. Ziel ist, dass Pumpwerke, Steuerungen und kritische Anlagen weiterhin funktionieren oder schnell wieder anlaufen, um gesundheitliche und ökologische Risiken zu minimieren.
PV-Anlagen (Photovoltaikanlagen)
PV-Anlagen wandeln Sonnenlicht in elektrische Energie um. In der Siedlungswasserwirtschaft werden sie genutzt, um den Eigenstromanteil zu erhöhen, Betriebskosten zu stabilisieren und die Versorgung im Krisenfall zu stützen. Insbesondere tagsüber können Wasserwerke, Speicher- und Kläranlagen damit Teile ihres Strombedarfs decken. Die Kombination mit Speichertechnologien oder Notstromlösungen kann die Resilienz verbessern. PV ist damit ein Baustein, der sowohl Klimaziele als auch Betriebssicherheit unterstützt.
Schwammstadt
Die Schwammstadt ist ein städtebauliches Konzept, das Regenwasser möglichst vor Ort aufnimmt, speichert, versickert oder verdunstet. Ziel ist, die Kanalisation zu entlasten, Überflutungen zu reduzieren und das urbane Mikroklima zu verbessern. Technische und naturnahe Elemente – etwa entsiegelte Flächen, Baumrigolen, Retentionsräume und durchlässige Beläge – wirken wie ein Schwamm, der Niederschläge temporär aufnimmt. In Österreich wird das Konzept etwa bei Ortskerngestaltungen eingesetzt, um Klimaanpassung und Wassermanagement zu verbinden.
Versickerungsmulden
Versickerungsmulden sind Geländemulden oder gestaltete Becken, in denen Regenwasser gesammelt und kontrolliert in den Untergrund geleitet wird. Sie reduzieren Oberflächenabfluss, senken den Druck auf Kanäle und fördern eine ortsnahe Grundwasserneubildung. Im Gegensatz zu rein technischer Ableitung über Rohre nutzt man das natürliche Speicher- und Filtervermögen des Bodens. Richtig geplant, tragen Versickerungsmulden zur Klimaanpassung bei, indem sie Hitzeinseln abmildern und bei Starkregenereignissen Rückhalt schaffen.
Verbandskläranlage
Eine Verbandskläranlage ist eine gemeinsame Abwasserreinigungsanlage, die von mehreren Gemeinden oder einem Abwasserverband betrieben wird. Durch Bündelung entstehen Skalenvorteile: höhere Reinigungsleistung, effiziente Betriebskosten und spezialisierte Instandhaltung. Verbandslösungen ermöglichen, technologische Standards anzuheben und Investitionen auf mehrere Träger zu verteilen. Die Anpassung an den Stand der Technik umfasst häufig energieeffiziente Belüftung, optimierte Steuerungen und verbesserte Schlammbehandlung.
Abwasserreinigung
Abwasserreinigung bezeichnet die mechanische, biologische und gegebenenfalls chemische Behandlung von Schmutzwasser, bevor es in Gewässer eingeleitet wird. Mechanische Stufen entfernen Grobstoffe und Sedimente. Biologische Verfahren bauen mit Hilfe von Mikroorganismen gelöste organische Stoffe ab. Chemische Verfahren können beispielsweise Phosphat binden. Ziel ist der Schutz von Flüssen, Seen und Grundwasser, die Sicherung der Gewässerökologie sowie die Einhaltung gesetzlicher Grenzwerte. Moderne Anlagen setzen zunehmend auf Energieeffizienz und Prozesssteuerung.
Förderbarwert
Der Förderbarwert ist ein finanztechnischer Begriff aus der Förderpraxis. Er bezeichnet jenen Wert oder Betrag, der im Rahmen eines Projekts für eine Förderung anerkannt und angesetzt wird. Er unterscheidet sich von den Gesamtkosten: Nicht jede Position eines Projekts ist förderfähig, es gibt Richtlinien und Grenzen. Der Förderbarwert dient als Grundlage zur Berechnung der Förderungshöhe und macht die Mittelvergabe transparent und nachvollziehbar.
Versorgungssicherheit und Krisensicherheit
Versorgungssicherheit bedeutet, dass Trinkwasser in ausreichender Menge, Qualität und mit stabilem Druck zur Verfügung steht – jeden Tag. Krisensicherheit erweitert das um die Fähigkeit, auch bei Störungen wie Naturkatastrophen, technischen Ausfällen oder Strommangellagen funktionsfähig zu bleiben. Dazu zählen Redundanzen in der Infrastruktur, vorausschauende Wartung, Notfallpläne und Schulungen. Beide Ziele bedingen einander: Ein robustes System ist im Alltag effizient und im Ereignisfall belastbar.
Vergleich: Bundesländer, Deutschland, Schweiz
In Österreich unterscheiden sich die Ansätze je nach Topografie und Siedlungsstruktur. Alpine Regionen setzen traditionell stark auf Quellfassungen und Speicher, weil das Relief kurze, leistungsfähige Leitungswege ermöglicht und Quellwasser häufig eine hohe Rohwasserqualität aufweist. In den östlichen, flacheren Landesteilen spielen Grundwasserbrunnen eine größere Rolle, verbunden mit großräumigen Verteilnetzen. Kleinere Gemeinden arbeiten oft in Verbandsstrukturen zusammen, um technische Anforderungen effizient zu erfüllen.
Deutschland setzt ebenfalls auf eine Mischung aus zentralen und regionalen Lösungen, wobei große Ballungsräume mit weitverzweigten Netzen und leistungsfähigen Kläranlagen arbeiten. Der Fokus liegt – ähnlich wie in Österreich – auf Ersatzinvestitionen, Modernisierung, Regenwasserbewirtschaftung und Klimaanpassung. In der Schweiz ist der Anteil von Quellen traditionell hoch, gleichzeitig sind alpine Schutz- und Speicherstrategien etabliert. In allen drei Ländern ist der Trend eindeutig: weniger Versiegelung, mehr naturnahe Maßnahmen, stärkere Resilienz gegen Extremwetter und Integration von Eigenstrom aus PV, wo technisch und wirtschaftlich sinnvoll.
Für die österreichischen Bundesländer bedeutet das: Während der Tiroler Ausbau einer Verbandskläranlage die technische Qualität und Kapazität erhöht, zeigen Projekte wie in Grimmenstein im niederösterreichischen Raum, wie Ortskerne durch Schwammstadt-Elemente und Versickerungsflächen klimaresilienter gestaltet werden können. Oberösterreich veranschaulicht mit einem neuen Brunnen und Netzanschluss, wie Versorgungssicherheit praktisch gestärkt wird. Das ist Vielfalt mit einem Ziel: sichere Trinkwasserversorgung und leistungsfähige Abwasserentsorgung.
Was die Bilanz 2025 für Bürgerinnen und Bürger bedeutet
Die Folgen der Förderpolitik sind für den Alltag spürbar. Ein neuer Brunnen in Unterweißenbach stabilisiert die Trinkwasserversorgung der Region. Ein Anschluss wie jener der Ortschaft Mötlas an die zentrale Wasserversorgung bringt verlässlichen Druck, geprüfte Wasserqualität und weniger Wartungsaufwand für private Einzelanlagen. Für Familien bedeutet das: weniger Risiko für Versorgungsunterbrechungen, planbare Qualität am Wasserhahn, transparente Zuständigkeiten im Störungsfall.
In Tirol sorgt die verbesserte Verbandskläranlage dafür, dass Abwässer effizienter und umweltfreundlicher gereinigt werden. Das wirkt direkt auf Gewässerqualität und Ökologie. Gemeinden profitieren von robusten Anlagen, die künftige Belastungsspitzen besser abfangen. Bürgerinnen und Bürger erleben das als saubere Bäche und Flüsse, verlässliche Abnahme des Abwassers auch bei Starkregen, und langfristig stabile Umweltstandards.
In Grimmenstein zeigt sich, wie Ortskerne an das Klima angepasst werden können: Entsiegelte Flächen, Grünstrukturen und Versickerungsmulden reduzieren Hitze, verschönern das Ortsbild und entlasten bei Starkregen die Kanäle. Wer dort wohnt, spürt mehr Aufenthaltsqualität, weniger Pfützen und Überläufe, und im Sommer oft angenehmere Temperaturen. Die Investitionskosten sind überschaubar, die Wirkung vielfältig.
Nach Naturereignissen, wie dem Hochwasser im September 2024, ermöglichen geförderte Sanierungsprojekte, dass beschädigte Leitungen, Pumpwerke oder Kanalabschnitte rasch wieder funktionieren. Das reduziert Folgeschäden, schützt Gesundheit und Umwelt und erleichtert den Gemeinden die schnelle Rückkehr zum Regelbetrieb. Für die Bevölkerung zählen im Ereignisfall Minuten und Stunden – funktionierende Strukturen machen den Unterschied.
Die Rolle der Klimaanpassung und Energieversorgung
2025 wurde gezielt in Klimaanpassung investiert. Naturnahe Niederschlagswasserbewirtschaftung, wie Versickerungsmulden oder Schwammstadtkörper, ergänzt technische Lösungen. Diese Maßnahmen mindern Überflutungsspitzen, stützen die Grundwasserneubildung und verbessern das Stadtklima. Bei der Versorgungssicherheit spielt zudem die Energie eine wachsende Rolle. Mit dem Ausbau von PV-Anlagen wird Eigenstrom verfügbar, was den Betrieb stabilisiert und zur Blackout-Vorsorge beiträgt. So entsteht ein Dreiklang: Wassersicherheit, Umweltschutz und Energie-Resilienz.
Rolle des Bundes und die Aussage des Ministers
Umwelt- und Wasserminister Norbert Totschnig betonte: “Mit der gezielten Förderung der Siedlungswasserwirtschaft investieren wir nachhaltig in die Lebensqualität der Bevölkerung und in den Schutz unserer Umwelt. Die Jahresbilanz mit mehr als 2.000 geförderten Projekten zeigt deutlich, dass wir gemeinsam mit den Gemeinden wichtige Zukunftsprojekte umsetzen und die Versorgungssicherheit mit Trinkwasser für kommende Generationen stärken.” Diese Aussage ordnet die Zahlen ein und unterstreicht, dass Förderungen nicht Selbstzweck sind, sondern Hebel für Umwelt- und Qualitätsziele.
Detaillierte Analyse der verfügbaren Zahlen
Die 168 Mio. Euro des Jahres 2025 verteilen sich auf sehr unterschiedliche Maßnahmen: von Trinkwasserspeichern über Quellfassungen bis zu Kanalbau und Kläranlagensanierung. Der Durchschnitt von etwa 76.700 Euro pro Projekt zeigt, dass viele Vorhaben in überschaubarer Größenordnung angesiedelt sind, während einzelne große Projekte höhere Summen binden. Anhand der bekannten Beispiele lassen sich Förderquoten zwischen rund 10 Prozent (Grimmenstein) und gut 22 Prozent (Tirol, Unterweißenbach) erkennen, wobei die tatsächliche Förderquote jeweils von Projektart, Richtlinien und anerkannten Kosten abhängt.
Die 15,2 Mio. Euro für 220 Sanierungsprojekte nach Naturkatastrophen belegen, wie stark Resilienz- und Wiederherstellungsmaßnahmen inzwischen Teil der Siedlungswasserwirtschaft sind. Die Kombination aus Akut-Sanierung und vorausschauender Klimaanpassung ist strukturbildend: Schäden werden behoben, und zugleich wird das System so ausgerichtet, dass es künftige Ereignisse besser verkraftet. Für 2026 signalisieren die 126 Mio. Euro Kontinuität – also weder Stillstand noch abrupten Kurswechsel, sondern planbare Unterstützung für Gemeinden.
Praktische Beispiele und was Gemeinden daraus lernen
- Redundanz schaffen: Ein zusätzlicher Brunnen oder Speicher steigert Versorgungssicherheit, besonders in Trockenphasen oder bei technischen Störungen.
- Naturnahe Systeme integrieren: Schwammstadt-Elemente und Versickerungsmulden entlasten Kanäle, senken Überflutungsrisiken und werten Ortskerne auf.
- Modernisieren statt nur reparieren: Sanierungen auf Stand der Technik verbessern Reinigungseffizienz, Energieverbrauch und Prozessstabilität.
- Energie mitdenken: PV-Anlagen erhöhen Eigenstromanteile und unterstützen die Blackout-Vorsorge.
- Katastrophenvorsorge institutionalisieren: Standardisierte Abläufe erleichtern rasche Sanierungen und sichern die Rückkehr zum Normalbetrieb.
Zukunftsperspektiven: Was 2026 und darüber hinaus wichtig wird
Die angekündigten 126 Mio. Euro für 2026 werden vor allem dort Wirkung entfalten, wo Gemeinden langfristig planen und Projekte bündeln. Erwartbar ist eine Fortsetzung der Linie aus 2025: Trinkwasser langfristig sichern, Abwasserbehandlung verbessern, naturnahe Regenwasserlösungen verstärken und Energiefragen in jeder Planung mitdenken. Das bedeutet in der Praxis: mehr Quell- und Brunnenerschließung, Speichermanagement, Netzwerkoptimierung, sowie Kläranlagen, die mit effizienter Belüftung, intelligenter Steuerung und robusten Bauteilen betrieben werden.
Im Bereich Klimaanpassung ist damit zu rechnen, dass Ortskerne, Gewerbegebiete und Neubauquartiere verstärkt entsiegelt oder multifunktional gestaltet werden. Schwammstadt-Prinzipien, die in Grimmenstein exemplarisch sichtbar werden, können in weiteren Gemeinden modellhaft angewandt werden. Zudem wird die Digitalisierung – etwa bei der Netzüberwachung oder der Betriebsführung – helfen, Leckagen schneller zu finden, Spitzenlasten zu moderieren und Energie zu sparen. Die Blackout-Vorsorge bleibt Querschnittsthema: Anlagen, die bei Energieknappheit weiterlaufen oder rasch starten können, erhöhen die Krisensicherheit.
Strategisch steht hinter all dem die Daseinsvorsorge. Mit planbaren Mitteln, wie sie 2026 vorgesehen sind, lassen sich Investitionen staffeln, Risiken verteilen und technische wie organisatorische Standards weiterentwickeln. So wird die hohe Qualität der österreichischen Trinkwasserversorgung gesichert, während die Abwasserentsorgung kontinuierlich auf künftige Anforderungen ausgerichtet wird.
Transparenz und Rechtssicherheit
Die hier dargestellten Angaben basieren auf der offiziellen Presseaussendung des BMLUK. Der Bericht ist öffentlich abrufbar: OTS-Meldung. Zitate, Zahlen und Projektbeispiele wurden der Quelle entnommen. Wo Berechnungen vorgenommen wurden (z. B. durchschnittliche Förderung pro Projekt oder Förderquoten), handelt es sich um nachvollziehbare Rechenbeispiele auf Basis der in der Quelle genannten Beträge. Darüber hinausgehende Behauptungen werden vermieden; der Bericht verfolgt eine sachliche und neutrale Darstellung im Sinne der journalistischen Sorgfalt und der Richtlinien des Österreichischen Presserats.
Fazit: Warum die Wasserbilanz 2025 trägt – und 2026 wichtig bleibt
Die Bilanz 2025 zeigt Vielseitigkeit und Zielklarheit: 2.190 Projekte mit 168 Mio. Euro Förderung, breit verteilt von Trinkwassergewinnung über Speicherung und Netze bis zu Kanal- und Kläranlagenprojekten. Klimaanpassung und Blackout-Vorsorge wurden gestärkt, Naturkatastrophenschäden gezielt saniert. Für 2026 stehen 126 Mio. Euro in Aussicht – ein Signal für Kontinuität und planbare Daseinsvorsorge. Für Bürgerinnen und Bürger bedeuten diese Investitionen verlässliches Trinkwasser, saubere Gewässer und robustere Gemeinden, insbesondere angesichts von Extremwetterereignissen.
Wie weiter? Gemeinden können jetzt Projekte priorisieren, Synergien zwischen Wasser-, Grün- und Energiethemen nutzen und Förderfenster strategisch einsetzen. Wer einen Überblick über die aktuellen Schwerpunkte und Zahlen sucht, findet diese transparent aufbereitet in der offiziellen Meldung des BMLUK. Offene Frage an die Leserinnen und Leser: Wo sehen Sie in Ihrer Gemeinde den größten Hebel – zusätzliche Speicher, naturnahe Regenwasserbewirtschaftung oder die Modernisierung bestehender Anlagen? Weiterführende Details entnehmen Sie der Quelle.






