Österreich realisiert 2025 über 500 Hochwasserschutzprojekte: 338 Mio. Euro für Wasserinfrastruktur, 134,4 Mio. speziell für Schutz – Details. Am 25.01.2026 steht fest: Die Republik setzt auf Vorsorge, Technik und Information, um Gemeinden, Betriebe und Verkehrswege vor zunehmenden klimawandelbedingten Extremereignissen zu sichern. Der Fokus liegt nicht nur auf Dämmen und Mauern, sondern auch auf digitalen Werkzeugen und ökologischen Maßnahmen. Wer in Tirol, Oberösterreich oder Niederösterreich lebt, spürt die Auswirkungen konkret: Neue Retentionsbecken, verbesserte Ufersicherungen und transparente Risiko-Informationen stärken Sicherheit und Planung. Gleichzeitig bleibt die Finanzierung realistisch: Bundesmittel werden mit Beiträgen der Länder und Gemeinden gebündelt. Diese Bilanz des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft zeigt, wie Hochwasserschutz heute funktioniert – integrativ, datenbasiert und auf den Schutz von Menschen, Infrastruktur und Siedlungen ausgerichtet.
Mehr als 500 gesicherte Hochwasserschutzprojekte: Kennzahlen, Kontext, Nutzen
Mit der aktuellen Bilanz des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) werden 2025 österreichweit 514 Projekte im Hochwasserschutz gesichert – vom vorbeugenden Ausbau bis zur Instandhaltung bestehender Anlagen. Für Wasserinfrastruktur insgesamt bewilligte der Bund 338 Millionen Euro, davon 134,4 Millionen speziell für Hochwasserschutz. Die politische Botschaft ist deutlich und sachlich fundiert: Sicherheit der Bevölkerung, Schutz kritischer Infrastruktur und vorausschauende Klimaanpassung sind zentrale Prioritäten der Wasserwirtschaft. Umwelt- und Wasserminister Norbert Totschnig wird in der offiziellen Aussendung wie folgt zitiert: „Mit gezielten Investitionen in den Hochwasserschutz stärken wir die Sicherheit der Bevölkerung, schützen Infrastruktur und setzen gleichzeitig auf Vorsorge und Klimaanpassung. Nachhaltiges Hochwasserrisikomanagement ist eine Investition in die Zukunft unseres Landes.“ Die Bilanz steht im Rahmen des Aktionsprogramms „Zukunft Hochwasserschutz 2024+“, das Technik, Ökologie und Information verbindet und durch die Bewusstseinskampagne „Hochwasser – ich schütze mich!“ flankiert wird. Durch die ergänzende Nutzung der Plattformen HORA und eHYD wird der Informationszugang für Bürgerinnen und Bürger, Gemeinden und Einsatzorganisationen weiter ausgebaut.
Diese Zahlen sind nicht isoliert zu betrachten. Große Vorhaben wie an der Brixentaler Ache (Tirol), im Attergau (Oberösterreich) oder in Zwölfaxing (Niederösterreich) zeigen, wie unterschiedliche Maßnahmen ineinandergreifen: Retentionsbecken, hochwassersichere Brücken, Uferschutz, Dämme und ökologische Aufwertungen. Der Staat setzt dabei auf ein ausgewogenes Verhältnis von technischer Sicherheit und ökologischer Funktionalität der Gewässer. Zugleich dient die flächige Instandhaltung dazu, den Bestand zu sichern, der sich in den vergangenen Jahrzehnten als wirksame Linie gegen Überflutungen bewährt hat.
Zahlen & Fakten aus der BMLUK-Bilanz
- 338 Mio. Euro Bundesmittel für Wasserinfrastruktur im Jahr 2025
- 134,4 Mio. Euro davon speziell für den Hochwasserschutz
- 514 gesicherte Projekte: vorbeugender Schutz und Instandhaltung
- Projekte in Tirol (Brixentaler Ache), Oberösterreich (Attergau) und Niederösterreich (Zwölfaxing) als prominente Beispiele
Die Relation der Bundesmittel verdeutlicht die Priorität des Themas. Setzt man die 134,4 Mio. Euro in Beziehung zu 514 Projekten, ergibt sich rein rechnerisch ein mittlerer Bundesanteil in sechsstelliger Höhe pro Vorhaben. In der Praxis ist die Streuung groß: Großmaßnahmen mit Retentionsbecken oder neuen Brücken laufen über mehrere Jahre und werden von Ländern, Gemeinden und mitunter EU-Mitteln kofinanziert; kleinere Instandhaltungen erfordern dagegen deutlich geringere Budgets. Aussagekräftig ist daher weniger ein Durchschnittswert, sondern die Kombination aus langfristiger Projektpipeline und abgestufter Finanzierung. Auffällig ist zudem die Mischung aus präventiven Neu- und Ergänzungsbauten sowie die Pflege der bestehenden Schutzwerke. Diese Kombination ist essenziell, weil Hochwasserschutz seine Wirkung nur dann umfassend entfaltet, wenn neue Engpässe behoben und etablierte Anlagen dauerhaft betriebsfähig gehalten werden.
Fachbegriffe verständlich erklärt
100-jährliches Hochwasser (HQ100): Der Begriff beschreibt ein statistisches Hochwasserereignis, das im Durchschnitt einmal in 100 Jahren zu erwarten ist. Wichtig ist: Es bedeutet nicht, dass ein solches Ereignis nur alle 100 Jahre vorkommt, sondern dass die jährliche Eintrittswahrscheinlichkeit bei etwa 1 Prozent liegt. In Zeiten des Klimawandels können hydrologische Muster variabler werden, weshalb die zugrunde liegenden Datensätze und Modelle regelmäßig aktualisiert werden. Für die Planung von Dämmen, Mauern und Brücken ist HQ100 ein gängiger Bemessungswert, der als Mindeststandard gilt, während besonders schutzwürdige Einrichtungen mitunter höheren Sicherheitsniveaus gerechnet werden.
Retentionsbecken: Retentionsbecken sind gezielt angelegte Speicher- oder Rückhalteräume, die bei Starkregen und Hochwasser Wasser aufnehmen und kontrolliert abgeben. Dadurch werden Hochwasserspitzen abgeflacht, und flussabwärts stehende Orte gewinnen Zeit, bevor die Flutwelle ankommt. Moderne Anlagen kombinieren oft technische Bauwerke wie Dämme, Schieber und Überläufe mit ökologischen Elementen, etwa renaturierten Auenbereichen. So entsteht neben dem Schutz vor Überflutung auch ein Mehrwert für Biodiversität, Grundwasserneubildung und Naherholung. Ein effizientes Retentionsbecken ist so dimensioniert, dass es die lokal zu erwartenden Spitzenabflüsse zuverlässig puffert und zugleich in das Gewässersystem integriert bleibt.
Integrales Hochwasserrisikomanagement: Dieser Ansatz vereint Prävention, technischen Schutz, Raumordnung, Krisenmanagement und Wiederherstellung. Er betrachtet den gesamten Zyklus eines Ereignisses: von der Vermeidung neuer Risiken (etwa durch Bebauungsverbote in Gefahrenzonen) über Schutzbauten und Frühwarnsysteme bis hin zum Versicherungswesen und zur raschen Wiederherstellung. Integrales Management bindet Behörden, Gemeinden, Einsatzkräfte, Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger ein. Es basiert auf Daten, Szenarien und Kommunikation und wird in Österreich durch Instrumente wie HORA, eHYD sowie durch Programme wie „Zukunft Hochwasserschutz 2024+“ gestärkt.
Rückhaltevolumen: Als Rückhaltevolumen bezeichnet man die Wassermenge, die in einem Retentionsraum oder -becken temporär gespeichert werden kann. Dieses Volumen ist maßgeblich dafür, wie stark ein Hochwasserscheitel reduziert wird. Sind Retentionsräume zu klein, verpufft der Effekt; sind sie zu groß, steigen Kosten und Flächennutzungskonflikte. Die Auslegung erfolgt anhand hydrologischer Modelle, historischen Datenreihen und Szenarien für Starkregen. Im Attergau ist ein Rückhaltevolumen von rund 700.000 m³ vorgesehen – das erlaubt eine spürbare Dämpfung der Abflussspitzen und schützt mehrere Gemeinden vor einem HQ100-Ereignis.
Hydrographische Daten: Hydrographische Daten sind Mess- und Auswertedaten über Wasserstände, Abflüsse, Niederschläge und weitere Parameter in Gewässern. In Österreich werden sie über ein dichtes Messnetz erhoben, qualitätsgesichert und über Plattformen wie eHYD zur Verfügung gestellt. Solche Daten sind Grundlage für Warnsysteme, Einsatzplanung und langfristige Investitionsentscheidungen. Sie ermöglichen Trends zu erkennen, etwa geänderte Abflussregime oder häufigere Starkniederschläge, und sind damit auch ein Schlüssel für Anpassungsstrategien an den Klimawandel.
Gefahrenzonenplan: Ein Gefahrenzonenplan stellt dar, welche Flächen bei bestimmten Hochwasserereignissen überflutet werden könnten und wie groß die erwarteten Gefahren sind. Üblich sind farbliche Markierungen für unterschiedliche Szenarien, etwa HQ30, HQ100 oder extremere Ereignisse. In Österreich werden diese Karten unter anderem über HORA öffentlich zugänglich gemacht. Sie helfen Bauwerberinnen und Bauwerbern, Hausbesitzerinnen und Hausbesitzern sowie Gemeinden, risikoarme Entscheidungen zu treffen: Wo soll gebaut werden? Welche Schutzmaßnahmen sind notwendig? Welche Versicherungen sind sinnvoll? Damit leisten Gefahrenzonenpläne einen Beitrag zur Vermeidung neuer Risikoschwerpunkte.
Eigenvorsorge: Eigenvorsorge umfasst alle Maßnahmen, die Privatpersonen oder Betriebe selbst ergreifen können, um Schäden zu reduzieren. Dazu zählen bauliche Anpassungen wie Rückstauklappen, mobile Schutzsysteme, höhergelegte Technikräume oder wasserdichte Kellerfenster, aber auch organisatorische Schritte wie Notfallpläne, das Sichern von Wertgegenständen oder die regelmäßige Kontrolle von Entwässerungen. Eigenvorsorge ergänzt öffentliche Schutzinfrastruktur. Sie ist besonders wichtig, weil absolute Sicherheit nicht existiert und extreme Ereignisse Schutzlinien überschreiten können. Behördenkampagnen wie „Hochwasser – ich schütze mich!“ vermitteln praxisnahe Hinweise und Checklisten.
Historische Entwicklung: Von Katastrophen lernen, Wissen systematisieren
Der Hochwasserschutz in Österreich hat seit den großen Ereignissen der letzten Jahrzehnte wesentliche Fortschritte gemacht. Die Donauhochwasser 2002, Starkniederschläge und Hochwässer 2005 in Westösterreich sowie 2013 an Donau und Nebenflüssen stehen sinnbildlich für die Herausforderung. Auf diese Erfahrungen folgte ein deutlicher Ausbau der technischen Schutzanlagen, die Verbesserung der Einsatzkoordination und eine Professionalisierung von Risikoanalysen. Besonders prägend war die Umsetzung der EU-Hochwasserrichtlinie, die eine systematische Risikoabschätzung, die Erstellung vorläufiger Risikobewertungen, die Ausweisung von Risikogebieten und die Aufstellung von Hochwasserrisikomanagementplänen vorsieht. Österreich hat diese Vorgaben auf Bundes- und Länderebene verankert, mit regelmäßigen Aktualisierungen. Gleichzeitig rückte die Raumordnung stärker in den Fokus: Wo neues Bauland ausgewiesen wird, sollen Gefahrenzonen berücksichtigt werden. Renaturierungen von Auen, die Schaffung von Retentionsräumen und die bessere Vernetzung von Flussräumen dienten dazu, dem Wasser wieder Platz zu geben und die Abflussdynamik zu beruhigen. In Summe entstand ein integraler Ansatz, in dem Technik, Ökologie, Prävention und Risiko-Information ineinandergreifen.
Vergleich: Bundesländer, Deutschland, Schweiz
Innerhalb Österreichs unterscheiden sich die Bundesländer in Topografie, hydrologischen Verhältnissen und Siedlungsstruktur: Tirol und Vorarlberg sind stärker von alpinen Sturzfluten und Muren bedroht, während entlang der Donau großräumige Flusshochwässer von Bedeutung sind. Die Instrumente – etwa Gefahrenzonenpläne, HORA und eHYD – werden bundesweit genutzt, aber Umsetzung, Priorisierung und Flächenverfügbarkeit variieren regional. In Deutschland bilden die Hochwasserrisikomanagementpläne der Länder und zentrale Leitlinien (u. a. der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser) den Rahmen; zusätzlich existieren Versicherungsinstrumente und Informationssysteme, die – ähnlich wie in Österreich – auf offene Daten und Karten setzen. In der Schweiz sind die kantonalen Gefahrenkarten etabliert und international anerkannt; dort wird die Raumplanung besonders konsequent mit dem Hochwasserschutz verzahnt, und Gewässerräume werden systematisch freigehalten. Im deutschsprachigen Vergleich ist Österreich mit HORA und eHYD gut aufgestellt, während die Schweiz bei der Flächenvorsorge Maßstäbe setzt und Deutschland im föderalen Ausgleich zwischen großflächigen Flusssystemen und Länderzuständigkeiten stark ist. Die Unterschiede zeigen: Erfolgreicher Hochwasserschutz braucht technische Maßnahmen, zweckmäßige Raumordnung und verständliche Risiko-Kommunikation.
Konkreter Bürger-Impact: Was die Projekte bewirken
Für Bürgerinnen und Bürger zählen letztlich spürbare Verbesserungen. Neue Dämme und Mauern senken die Wahrscheinlichkeit, dass Wasser in Wohnräume eindringt. Retentionsräume dämpfen Abflussspitzen, wodurch Straßen, Krankenhäuser, Schulen und Betriebe länger funktionsfähig bleiben oder schneller wieder anlaufen können. Im Attergau profitieren laut Ministerium rund 850 Menschen und 286 Objekte vom neuen Rückhaltekonzept; das bedeutet weniger Überflutungsschäden und kürzere Wiederaufbauzeiten. Im Tiroler Unterland schützt das gemeindeübergreifende Projekt an der Brixentaler Ache künftig sieben Gemeinden vor HQ100-Ereignissen – mit neuen Ufersicherungen, einer hochwassersicheren Brücke und einem Retentionsbecken. In Zwölfaxing wurde eine lang vorbereitete Maßnahme abgeschlossen, die die Gemeinde an der Schwechat nachhaltig entlastet und gleichzeitig Naherholungs- und Naturschutzaspekte integriert.
Auch wirtschaftlich sind die Effekte relevant: Jeder vermiedene Schadensfall bedeutet niedrigere Wiederherstellungskosten, geringere Betriebsunterbrechungen und stabilere Lieferketten. Für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer erleichtern transparente Gefahrenzonen und Frühwarn-Informationen Entscheidungen zu Sanierungen, Versicherungen und Vorsorge. Kommunen gewinnen Planbarkeit bei Bebauungsplänen, Genehmigungen und Einsatzdisposition. Die digitale Unterstützung – etwa durch HORA-Karten und aktuelle Pegeldaten – sorgt dafür, dass Maßnahmen nicht im Blindflug passieren, sondern datenbasiert. All das stützt das Vertrauen in die öffentliche Hand, ohne den Eigenbeitrag zu ersetzen: Private Vorsorge bleibt wichtig, denn absolute Sicherheit gibt es nicht.
Digitale Werkzeuge: HORA und eHYD
Der Minister betont ausdrücklich die Bedeutung moderner Information: „Moderner Hochwasserschutz bedeutet heute mehr als bauliche Maßnahmen allein. Mit Plattformen wie HORA und eHYD stellen wir der Bevölkerung, den Gemeinden und Einsatzorganisationen verlässliche, frei zugängliche Informationen zur Verfügung von Gefahrenzonen bis hin zu aktuellen Wasserständen. Diese digitalen Werkzeuge verbessern die Planungssicherheit und helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen. Information und Prävention sind damit ein zentraler Bestandteil unseres integralen Ansatzes des Hochwasserrisikomanagements.“ Wer sein Risiko einschätzen will, beginnt sinnvollerweise bei den offiziellen Angeboten: Die Plattform HORA zeigt Gefahrenzonen und unterstützt die Risikoabschätzung; die Anwendung eHYD stellt hydrographische Daten wie Wasserstände und Abflüsse bereit. Beide Tools sind frei zugänglich und werden laufend aktualisiert. Für Gemeinden und Einsatzorganisationen sind sie heute Standard in der Planungs- und Einsatzvorbereitung.
Projektbeispiele: Brixentaler Ache, Attergau, Zwölfaxing
Tirol: An der Brixentaler Ache startet ein gemeindeübergreifendes Vorhaben, das sieben Gemeinden vor einem HQ100 schützen soll. Für den ersten Bauabschnitt stellt das BMLUK rund 10,5 Mio. Euro bereit. Geplant sind Dämme, Mauern, Uferschutz, eine hochwassersichere Brücke sowie ein Retentionsbecken. Der Nutzen: Mehr als 180 Gebäude und zentrale öffentliche Einrichtungen werden abgesichert. Das Projekt zeigt, dass technischer Hochwasserschutz am besten wirkt, wenn er regional koordiniert wird.
Oberösterreich: Im Attergau entsteht ein groß dimensioniertes System mit Retentionsbecken und einem Rückhaltevolumen von rund 700.000 m³. Dadurch werden mehrere Gemeinden vor einem HQ100 geschützt; rund 850 Menschen und 286 Objekte profitieren. Das Gesamtvolumen beträgt etwa 22 Mio. Euro, der Bundesanteil liegt bei rund 11 Mio. Euro. Bemerkenswert ist die Verbindung aus technischem Schutz und ökologischer Aufwertung – ein Leitbild für Projekte, die Sicherheit und Naturnutzen zusammenbringen.
Niederösterreich: In Zwölfaxing wurde 2025 ein lang vorbereitetes Projekt eröffnet. Es schützt die Gemeinde an der Schwechat vor HQ100 und integriert Naherholung sowie Naturschutz. Von den Gesamtkosten von 18 Mio. Euro übernahm das BMLUK rund 15,1 Mio. Euro. Der Abschluss belegt, dass sorgfältige Planung und konsequente Umsetzung zu dauerhaftem Schutz und höherer Lebensqualität führen.
Finanzierung, Programme, Governance
Die Finanzierung des Hochwasserschutzes in Österreich erfolgt in der Regel als Verbundaufgabe: Der Bund setzt wesentliche Impulse, Länder und Gemeinden kofinanzieren und übernehmen lokale Verantwortung. Diese Struktur erlaubt es, große Vorhaben mehrjährig zu stemmen und zugleich kleinere Maßnahmen rasch zu realisieren. Das Aktionsprogramm „Zukunft Hochwasserschutz 2024+“ bildet strategisch die Klammer: Es verbindet technische Planung, ökologische Aspekte und Informationspolitik. Ergänzend stärkt die Kampagne „Hochwasser – ich schütze mich!“ die Eigenvorsorge. Übergeordnete Leitplanken ergeben sich aus EU-Vorgaben zum Hochwasserrisikomanagement, die in nationalen und regionalen Plänen konkretisiert werden. Entscheidender Faktor bleibt die Verlässlichkeit der Budgets und die kontinuierliche Instandhaltung: Schutzbauwerke wirken nur, wenn sie gepflegt, überprüft und bei Bedarf ertüchtigt werden.
Zukunftsperspektive: Daten, Natur, Vorsorge
Der Blick nach vorne zeigt drei Entwicklungsstränge. Erstens: Daten und Digitalisierung. Mit dichterer Sensorik, verbesserten Modellen und offenen Schnittstellen lassen sich Warnzeiten verlängern und Maßnahmen feiner justieren. HORA und eHYD sind hier Grundpfeiler, die weiter ausgebaut werden können. Zweitens: Naturbasierte Lösungen. Auenrenaturierung, Gewässerraum-Management und zusätzliche Retentionsflächen unterstützen den Abfluss, fördern Biodiversität und erhöhen die Resilienz. Drittens: Vorsorge und Raumordnung. Neubauten in ausgewiesenen Gefahrenzonen gilt es zu vermeiden; bestehende Siedlungsbereiche brauchen kluge Anpassungen, vom Rückstauschutz bis zum hochgesetzten Technikraum. Kommunikativ bleibt es zentral, Risiken verständlich zu machen, ohne zu dramatisieren: Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Gemeinden müssen wissen, welche Risiken bestehen und wie sie diese reduzieren können.
Die langfristige Herausforderung liegt darin, Unsicherheiten des Klimawandels in robuste Entscheidungen zu übersetzen. Flexible Planungen, modulare Bauweisen und regelmäßige Aktualisierungen der Risikokarten helfen, auf neue Erkenntnisse zu reagieren. Ebenso wichtig ist die Finanzierungssicherheit über Konjunkturzyklen hinweg. Der Mehrwert zeigt sich nicht nur in gesparten Schadenskosten, sondern in höheren Standortqualitäten, verlässlicheren Lieferketten und einem Plus an Lebensqualität. Österreichs Ansatz, Technik, Ökologie und Information zu verbinden, ist dafür eine tragfähige Basis.
Fazit: Bilanz 2025 und was jetzt zählt
Österreich setzt 2025 ein klares Zeichen: 514 gesicherte Hochwasserschutzprojekte, 338 Mio. Euro für Wasserinfrastruktur und 134,4 Mio. Euro speziell für den Schutz vor Überflutungen. Mit Brixentaler Ache, Attergau und Zwölfaxing stehen exemplarische Vorhaben für den Mix aus technischer Sicherheit, Ökologie und regionaler Zusammenarbeit. Digitale Werkzeuge wie HORA und eHYD machen Risiken sichtbar und Entscheidungen nachvollziehbar. Damit untermauert die Republik das Ziel, Menschen, Infrastruktur und Siedlungen nachhaltig zu schützen. Jetzt kommt es darauf an, Projekte verlässlich zu finanzieren, Anlagen zu erhalten und Eigenvorsorge zu stärken.
Interessieren Sie sich für das Risiko an Ihrem Standort? Prüfen Sie Gefahrenzonen über HORA, beobachten Sie Wasserstände mit eHYD und informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde über lokale Maßnahmen. Die offizielle Aussendung des Ministeriums finden Sie hier: OTS-Presseaussendung des BMLUK vom 25.01.2026. Weitere Informationen zum Ressort bietet die Website des Ministeriums: bml.gv.at. Bleiben Sie informiert, treffen Sie kluge Vorsorgeentscheidungen – und nutzen Sie die verfügbaren Werkzeuge, um Risiken frühzeitig zu erkennen.






