Neubau 22CC: Universität Klagenfurt wird Zukunftscampus

Redaktion

Am 16. Dezember 2025 erhält der Neubau der Universität Klagenfurt mit dem 22nd Century Center grünes Licht. Das Projekt 22CC verbindet nachhaltigen Holzbau, moderne Infrastruktur und klare Finanzierung. Es stärkt die Alpen-Adria-Region und verbessert das Studien- und Forschungsumfeld für rund 13.500 Studierende. Österreich profitiert von einem zukunftsfähigen Campus, der Kooperation, Innovation und offene Debatten fördert.

Neubau 22CC stärkt Universität Klagenfurt und Bildungsstandort Kärnten

Die Universität Klagenfurt setzt mit dem Neubau 22nd Century Center (22CC) einen politisch und regional bedeutsamen Impuls. Der Campus erhält 7.480 Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche für Seminarräume, Büros, Funktionsräume, ein Student Learning Center und einen Betriebskindergarten. Das Projekt ergänzt die verkehrliche Dynamik der Koralmbahn und unterstützt den wachsenden Ballungsraum im Süden Österreichs. Die in der Presseinformation veröffentlichten Eckdaten sind klar: Bruttoinvestitionskosten von rund 91,2 Millionen Euro, davon 78,7 Millionen Euro für die Errichtung und 12,5 Millionen Euro für Einmalkosten wie Ausstattung und Übersiedlung. Das Vorhaben wird von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) als Bauherr gemeinsam mit der Universität Klagenfurt (AAU), dem Land Kärnten und dem Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung getragen. Als Generalplaner ist das internationale Architekturbüro Snøhetta (Studio Innsbruck) genannt.

Die politische und gesellschaftliche Relevanz des Projekts wurde in den zitierten Stellungnahmen betont: Universitäten als Orte der Demokratie, mehr Raum für Wissenschaft und Ideen, bessere Bedingungen für Studierende, Lehrende sowie Forscherinnen und Forscher. Mit diesem Neubau soll die internationale Sichtbarkeit der Universität Klagenfurt steigen, gleichzeitig werden bislang verstreute Standorte zusammengeführt. Diese Bündelung stärkt den Campusgedanken und schafft effizientere Wegeführung, kurze Distanzen und ein modernes Studienumfeld. Die Maßnahmen zur Nachhaltigkeit – insbesondere Holzbauweise, kompakte Bauform, Photovoltaik und Gründächer – passen zu den aktuellen Zielen öffentlicher Bauvorhaben in Österreich.

Was das 22nd Century Center (22CC) konkret bietet

Das 22CC ist kein reiner Erweiterungsbau, sondern eine strategische Neuausrichtung des Campus. Geplant sind zeitgemäße Seminarflächen mit moderner Technik, flexible Büro- und Funktionsräume, ein zentral gelegenes Student Learning Center als Herzstück für eigenständiges und betreutes Lernen sowie ein Betriebskindergarten, der den Campus als Arbeits- und Lebensort besser integrierbar macht. Das Gebäude wird als Entrée des Campus wahrgenommen werden und zugleich als architektonisches Zeichen dienen. Die Planung durch Snøhetta legt besonderen Wert auf Qualität, Identität und Aufenthaltsqualität. Zugleich sollen die Wege zwischen den derzeit verteilten Standorten deutlich verkürzt und Arbeitsprozesse im Universitätsalltag vereinfacht werden.

Der Campus gewinnt damit an Übersichtlichkeit und an Vernetzung: Studierende finden Lern- und Erholungsbereiche näher beieinander, Lehrende erhalten funktionale Räume für Betreuung und Forschung, und die Verwaltung profitiert von klaren Abläufen. In Summe entsteht ein Ort, der Kooperation und interdisziplinären Austausch erleichtert – Aspekte, die nicht nur die Lehre und Forschung beflügeln, sondern auch die regionale Innovationskraft stärken.

Zahlen, Finanzierung und Zeitplan im Überblick

  • Bruttoinvestitionskosten: rund 91,2 Millionen Euro
  • Errichtungskosten: rund 78,7 Millionen Euro (finanziert durch das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung via Baukostenzuschuss und laufende Mietzahlungen)
  • Einmalkosten: rund 12,5 Millionen Euro (finanziert vom BM für Frauen, Wissenschaft und Forschung, dem Land Kärnten und der Universität Klagenfurt)
  • Finanzierungsbeiträge: Land Kärnten 3,5 Millionen Euro (Infrastrukturkostenzuschuss), Universität Klagenfurt rund 2,2 Millionen Euro, verbleibender Anteil 6,8 Millionen Euro vom Ministerium
  • Nutzfläche: 7.480 Quadratmeter
  • Zeitschiene: vertiefende Planungsphase ab erstem Quartal 2026; Baustart Sommer 2027; Fertigstellung Sommer 2029; Inbetriebnahme Herbst 2029 zum Studienjahr 2029/2030

Aus diesen Angaben lassen sich erste Einordnungen ableiten. Eine einfache Division der gesamten Bruttoinvestition (91,2 Millionen Euro) durch die geplante Nutzfläche (7.480 Quadratmeter) ergibt eine grobe Kenngröße pro Quadratmeter. Diese Überschlagsrechnung dient lediglich der Orientierung, da sie weder Freiraumqualitäten, Planungskosten, Außenanlagen noch Preisentwicklungen über die Projektlaufzeit abbildet. Ebenso kann man die Ausgaben im Verhältnis zu den rund 13.500 Studierenden betrachten: Es handelt sich um eine langfristige, öffentliche Infrastrukturinvestition, die pro Kopf zwar quantifizierbar erscheint, in der Wirkung jedoch vor allem qualitative Verbesserungen schafft – bessere Lernbedingungen, effizientere Abläufe und höhere Standortattraktivität.

Fachbegriffe verständlich erklärt

  • Bruttoinvestitionskosten: Dieser Begriff umfasst alle Ausgaben, die für ein Bauprojekt bis zur Inbetriebnahme anfallen, bevor etwaige Gegenrechnungen (wie Förderungen außerhalb der genannten Struktur) oder spätere Einnahmen berücksichtigt werden. In der Praxis bedeutet das: Nicht nur die reinen Baukosten fließen ein, sondern auch Planung, Ausstattung, Übersiedlung, Genehmigungen, Honorare sowie bestimmte Nebenkosten. Bruttoinvestitionskosten dienen als realistische Orientierungsgröße für die öffentliche Hand, um Projekte über die gesamte Realisierung hinweg solide zu budgetieren. Der Vorteil liegt in Transparenz und Planbarkeit; der Nachteil besteht darin, dass sie keine Qualität der Ausstattung oder spätere Betriebskosten widerspiegeln, die separat zu betrachten sind.
  • Baukostenzuschuss: Ein Baukostenzuschuss ist eine zweckgebundene finanzielle Beteiligung an den Errichtungskosten eines Bauvorhabens. Im öffentlichen Hochschulbau dient er dazu, die Last der anfänglichen Investition abzufedern und Planbarkeit für Bauherr und Nutzerinstitution zu schaffen. Er wird häufig mit langfristigen Mietzahlungen kombiniert, wie es bei Liegenschaften der Bundesimmobiliengesellschaft üblich ist. Für Laien heißt das: Das zuständige Ministerium unterstützt die Errichtung direkt und sichert parallel über Mieten den nachhaltigen Betrieb, anstatt die Institution mit einmaligen, schwer zu stemmenden Gesamtkosten zu belasten. So bleibt die Liquidität der Hochschule geschont, und der Bund behält Steuerung und Kontrolle der Mittel.
  • Holzbauweise: Die Holzbauweise setzt primär auf Holz als tragendes Material. Für Laien wichtig: Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und bindet während seines Wachstums CO₂. Wird Holz langfristig in Gebäuden verbaut, bleibt ein Teil dieses CO₂ gebunden. Zudem ermöglichen moderne Holzsysteme schnelle Bauzeiten, gute Dämmwerte und ein angenehmes Raumklima. Nachhaltigkeit entsteht aber nicht automatisch: Entscheidend sind Herkunft des Holzes, die konstruktive Ausführung (Feuchteschutz, Brandschutz) und die Kombination mit anderen Materialien. Für den universitären Kontext bedeutet Holzbau eine zukunftsfähige, klimafreundliche Bauoption, die gestalterische Qualität mit technischen Anforderungen vereinen kann.
  • Photovoltaik: Photovoltaik (PV) bezeichnet die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in Strom durch Solarzellen. PV-Anlagen auf Dachflächen oder Fassaden erzeugen elektrische Energie dort, wo sie verbraucht wird. Für Laien: Eine PV-Anlage senkt den Strombezug aus dem Netz und damit Betriebskosten und Emissionen. Ihr Ertrag hängt von Ausrichtung, Verschattung und Technologie ab. Im Hochschulbau können PV-Anlagen Lehr- und Forschungszwecke unterstützen, Lastspitzen abfedern und die Versorgungssicherheit erhöhen. In Kombination mit Gründächern wird die Modultemperatur gesenkt, was die Effizienz steigern kann. PV ist damit ein Kernelement moderner, nachhaltiger Infrastrukturen.
  • Bodenversiegelung: Unter Bodenversiegelung versteht man das Abdecken des Bodens durch dichte Materialien wie Asphalt oder Beton, die verhindern, dass Wasser versickern kann. Das hat Folgen: Regenwasser fließt schneller ab, die Grundwasserneubildung wird erschwert, und bei Starkregen steigen Überflutungsrisiken. Eine kompakte Bauweise, wie im Projekt beschrieben, hilft, versiegelte Flächen zu minimieren. Ergänzend tragen Gründächer, Regenwassermanagement und Freiflächenplanung dazu bei, die Auswirkungen zu mildern. Für Hochschulcampus ist das wichtig, da sie große Flächen einnehmen und bei guter Planung ökologisch wertvolle Inseln im städtischen Raum schaffen können.
  • Generalplaner: Ein Generalplaner verantwortet die übergreifende Planung komplexer Bauvorhaben. Er koordiniert Architektur, Tragwerksplanung, Haustechnik, Bauphysik und weitere Fachdisziplinen und sorgt dafür, dass Termine, Kosten und Qualität im Einklang bleiben. Für Laien: Statt viele Einzelbüros separat zu steuern, übernimmt ein Generalplaner die Schnittstellen. Das reduziert Reibungsverluste, schafft klare Zuständigkeiten und beschleunigt Entscheidungsprozesse. Bei anspruchsvollen, öffentlichen Bauprojekten – wie einem Universitätsneubau – ist diese Rolle zentral, um Anforderungen aus Lehre, Forschung, Verwaltung, Betrieb und Nachhaltigkeit zusammenzuführen.
  • Campusgedanke: Der Campusgedanke steht für räumliche Bündelung, kurze Wege und Orte der Begegnung. Für Laien: Wenn Standorte zusammengeführt werden, müssen Studierende, Lehrende sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht zwischen mehreren Adressen pendeln. Bibliotheken, Labore, Seminar- und Erholungszonen bilden ein zusammenhängendes Gefüge. Das erhöht die Aufenthaltsqualität, spart Zeit und fördert Austausch. Gleichzeitig schafft ein starker Campus Identität – ein wichtiger Faktor, um Talente zu gewinnen, eine lebendige Campuskultur zu fördern und internationale Sichtbarkeit auszubauen.

Historischer Kontext: Hochschulbau in Österreich und Kärnten

Die Entwicklung österreichischer Universitäten war in den vergangenen Jahrzehnten von Aus- und Neubauprogrammen geprägt. Mit wachsenden Studierendenzahlen und neuen Forschungsfeldern entstanden vielerorts Erweiterungen, Modernisierungen und funktionale Neuordnungen. Der Trend ging weg von kleinteiligen, verteilten Standorten hin zu kompakten, leistungsfähigen Campi, die Synergien zwischen Disziplinen ermöglichen. In Kärnten spielte die Universität Klagenfurt eine zentrale Rolle für die regionale Wissensbasis und die Vernetzung in der Alpen-Adria-Region. Dabei wurde der Campus am Wörthersee schrittweise ausgebaut und aufgewertet, um Studierenden attraktive Bedingungen zu bieten und die Universität international sichtbar zu halten.

Österreichische Hochschulbauten folgen dabei zunehmend Nachhaltigkeitsprinzipien: energieeffiziente Gebäudehüllen, erneuerbare Energieträger, Holz als Baustoff, Photovoltaik auf geeigneten Flächen und eine sensible Freiraumgestaltung, die Biodiversität fördert. Hinzu kommt die Erkenntnis, dass gute Wegeführung und Aufenthaltsqualität die tägliche Nutzung maßgeblich beeinflussen. Das 22CC fügt sich in diese Entwicklung ein: Es bündelt Standorte, stärkt die Identität des Campus und verknüpft architektonische Qualität mit klimabewussten Lösungen. So entsteht eine langfristige Infrastruktur, die den Bedürfnissen einer modernen Universität entspricht und zugleich zukunftsfähig bleibt.

Vergleich: Andere Bundesländer, Deutschland und Schweiz

Auch in anderen österreichischen Bundesländern setzen Universitäten auf verdichtete, nachhaltige Campusmodelle. In Wien, Graz, Linz, Salzburg oder Innsbruck wurden in den letzten Jahren Projekte realisiert oder angestoßen, die mit ähnlichen Leitprinzipien arbeiten: kurze Wege, flexible Lernräume, energieeffiziente Haustechnik und Freiflächen, die der Erholung dienen. Unterschiede ergeben sich aus Lage, Bestand und Spezialisierung der Standorte. Kärnten profitiert im Fall Klagenfurt zusätzlich von der neuen verkehrlichen Erreichbarkeit innerhalb der Alpen-Adria-Region, was die Studienortwahl für viele Menschen erleichtert.

In Deutschland sind an zahlreichen Hochschulen vergleichbare Tendenzen sichtbar: Modernisierung historischer Ensembles, Ergänzung durch Neubauten mit Holz- oder Hybridbauweise und der flächendeckende Einsatz von Photovoltaik. Besonders diskutiert werden flexible Lernzonen und ‚Third Places‘ – Orte zwischen Seminarraum und Bibliothek, an denen informeller Austausch stattfindet. Die Schweiz setzt im Hochschulbau traditionell auf hohe Qualitätsstandards und präzise Prozessplanung. Große Einrichtungen wie ETH und EPFL dienen international oft als Referenz für die Verzahnung von Raumqualität, Forschungsexzellenz und Effizienz. Der gemeinsame Nenner im DACH-Raum ist klar: Nachhaltigkeit, Funktionalität und Identität werden zur Basis jeder neuen Hochschulinfrastruktur – das 22CC reiht sich in dieses Bild ein.

Bürgerinnen- und Bürger-Impact: Konkrete Auswirkungen im Alltag

Für Studierende bedeutet das 22CC vor allem eines: bessere Bedingungen zum Lernen und Arbeiten. Ein Student Learning Center bietet Zonen für konzentriertes Arbeiten, Gruppenprojekte und Beratung. Wer bisher zwischen mehreren Adressen pendeln musste, hat kürzere Wege. Das spart Zeit und senkt Hürden, etwa bei Sprechstunden oder bei der Nutzung von Services. Für Lehrende und Forscherinnen sowie Forscher entstehen funktionale Räume, die Betreuung, Projektarbeit und Kooperation vereinfachen. Moderne Infrastruktur ist dabei nicht nur Komfort, sondern Voraussetzung, um Talente zu halten und internationale Kooperationen zu fördern.

Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steigt die Effizienz im Arbeitsalltag, weil die Wegeführung klarer wird und die Prozesse aufeinander abgestimmt sind. Der Betriebskindergarten erleichtert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – ein wichtiger Faktor für die Attraktivität des Standorts für qualifizierte Fachkräfte. Auch die Stadt und das Umland profitieren: Ein starker Campus zieht Studierende, Absolventinnen und Absolventen sowie Gastwissenschaftler an. Das stützt lokale Unternehmen, Gastronomie und Wohnungsmarkt, fördert Gründungen und stärkt das regionale Innovationssystem. Mit der Koralmbahn wird die Anbindung im Süden Österreichs komfortabler, was Pendelverkehre zwischen Standorten in der Alpen-Adria-Region vereinfacht.

Für die Bevölkerung sind zudem die Freiräume relevant: Gründächer, erweiterte Grün- und Erholungsflächen und eine kompakte Bauweise mit reduzierter Bodenversiegelung schaffen ein Umfeld, das städtische Wärmeinseln mindern und Aufenthaltsqualität erhöhen kann. Photovoltaik senkt langfristig Betriebskosten und Emissionen – ein Beitrag zum Klimaschutz, der auch im öffentlichen Gebäudebestand sichtbar wird. So entsteht ein Campus, der die Stadt nicht abschottet, sondern sich als offener Ort des Wissensaustauschs versteht.

Zahlen & Fakten: Einordnung und Analyse der Daten

Die vorliegenden Fakten erlauben eine erste Bewertung. Mit 91,2 Millionen Euro Gesamtvolumen handelt es sich um eine substanzielle, aber zielgerichtete Investition in öffentliche Bildungsinfrastruktur. Der Löwenanteil von 78,7 Millionen Euro entfällt auf die Errichtung, während 12,5 Millionen Euro Einmalkosten für Ausstattung und Übersiedlung abdecken. Die Finanzierung verteilt sich auf mehrere Schultern: Das zuständige Bundesministerium trägt die Bruttoerrichtungskosten über Baukostenzuschuss und Mieten und übernimmt darüber hinaus 6,8 Millionen Euro der Einmalkosten. Das Land Kärnten beteiligt sich mit 3,5 Millionen Euro an den Infrastrukturkosten, die Universität selbst steuert rund 2,2 Millionen Euro bei. Diese Struktur zeigt zwei Dinge: Erstens sind die langfristigen Lasten im öffentlichen Sektor verankert, zweitens sorgt die Mitfinanzierung vor Ort für Verbindlichkeit und regionale Verankerung.

Auf 7.480 Quadratmeter Nutzfläche verteilt, verspricht das 22CC eine klare Schwerpunktsetzung: lernfreundliche Räume, funktionale Büros, zentrale Services und Vereinbarkeitsangebote durch den Betriebskindergarten. In Relation zu rund 13.500 Studierenden ist der Neubau kein Überbau, sondern ein gezieltes Instrument zur Qualitätssteigerung. Die enge Verzahnung mit Mobilität – Stichwort Koralmbahn – sorgt zugleich für eine Perspektive, in der Campusentwicklung und Verkehrsplanung zusammenwirken. So erhöht sich die internationale Sichtbarkeit der Universität Klagenfurt nicht nur durch die Gebäudequalität, sondern auch durch bessere Erreichbarkeit in der Alpen-Adria-Region.

Architektur, Nachhaltigkeit und Funktion

Das Gebäude ist als Landmark am Campus konzipiert und wird die Eingangssituation aufwerten. Die Holzbauweise dient als CO₂-Senke und unterstützt eine positive Energiebilanz über den Lebenszyklus. Photovoltaik auf geeigneten Dachflächen, Gründächer und eine kompakte Bauweise ergänzen einander: Die kompakten Volumina reduzieren den Flächenverbrauch, Gründächer verbessern das Mikroklima, PV liefert erneuerbaren Strom. Zusammengeführt ergibt sich ein robustes Nachhaltigkeitskonzept, das Betriebskosten senken und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Hitzewellen erhöhen kann. Innenräumlich sorgen flexible Grundrisse dafür, dass Lern- und Arbeitsformen mit der Zeit angepasst werden können. Das ist entscheidend, weil sich Hochschuldidaktik weiterentwickelt und universitäre Einrichtungen unterschiedlich schnell wachsen.

Gestalterisch setzt Snøhetta auf Klarheit und Identität. Für den Campus bedeutet das Wiedererkennbarkeit, für den Stadtraum ein neues, qualitätsvolles Erscheinungsbild. Indem die Planung Funktion, Atmosphäre und Nachhaltigkeit verbindet, entsteht die Basis für eine langlebige öffentliche Infrastruktur, die universitäre Aufgaben unterstützt und die Region stärkt.

Expertenstimmen aus der Quelle

Die in der Presseaussendung wiedergegebenen Stimmen unterstreichen die Rolle des Projekts. Die Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung betont Universitäten als zentrale Orte der Demokratie und die Verantwortung, gute Bildung und öffentliche Infrastruktur gemeinsam zu tragen. Der Landeshauptmann hebt die Kombination mit der Koralmbahn und die Signalwirkung für die Alpen-Adria-Region hervor. Die Rektorin der Universität verweist auf die Planungsfreigabe als starkes Zeichen für exzellente Forschung, innovative Lehre und eine internationale Campuskultur. Die Geschäftsführung der Bundesimmobiliengesellschaft spricht vom Campus als attraktiven Ort, der mit dem Neubau modernsten Raum zur Entfaltung der Wissenschaft erhält und ein unverwechselbares Landmark gewinnt. Diese Perspektiven zeigen Konsens über Ziel und Nutzen: Mehr Qualität, bessere Sichtbarkeit, nachhaltige Ausrichtung.

Zeitplan und Meilensteine

Die Projektabfolge ist klar definiert: Ab dem ersten Quartal 2026 startet die vertiefende Planungsphase. Der Baustart ist für Sommer 2027 avisiert, die Fertigstellung für Sommer 2029. Die Inbetriebnahme soll im Herbst 2029 pünktlich zum Beginn des Studienjahrs 2029/2030 erfolgen. Für Universitätsbetrieb und Studierendenfluss ist diese Taktung sinnvoll, weil sie Semesterwechsel und Übersiedlungen planbar macht. Gleichzeitig erlaubt die zweistufige Herangehensweise – vertiefte Planung gefolgt von Bau – eine präzise Abstimmung zwischen Nutzeranforderungen, Kostenrahmen und Terminplänen.

Zukunftsperspektive: Was das 22CC für Österreich bedeutet

Über den Standort hinaus hat das Projekt Signalwirkung. Österreich investiert sichtbar in zukunftsfähige Hochschulen und setzt dabei auf Nachhaltigkeit, Funktion und Identität. Für die Universität Klagenfurt bedeutet das: höhere internationale Sichtbarkeit, einfachere Zusammenarbeit über Disziplinen hinweg und bessere Rahmenbedingungen, um Talente zu gewinnen. In der Alpen-Adria-Region entsteht damit ein Knotenpunkt, der mit moderner Mobilität verknüpft ist und Austausch erleichtert. Diese Verzahnung von Campusentwicklung und Verkehr stärkt zugleich die Wettbewerbsfähigkeit des Südens Österreichs.

Langfristig kann das 22CC als Referenz dienen, wie kompakte Bauweise, Holz als Baustoff, Photovoltaik und qualitätsvolle Freiräume zu einem stimmigen Ganzen werden. Für Politik und Verwaltung liefert der Finanzierungsaufbau ein Beispiel, wie Bundesmittel, Landesbeiträge und universitärer Eigenanteil überlegt kombiniert werden, ohne die Nutzerinstitution zu überlasten. Für Bürgerinnen und Bürger ist das Ergebnis sichtbar: Ein Campus, der offen ist, Aufenthaltsqualität bietet und die Region belebt. Und für Österreichs Hochschulsystem zeigt das Projekt, dass Investitionen in Wissenschaft nicht nur die Universitäten stärken, sondern Wertschöpfung, Innovation und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern.

Weiterführende Informationen und Quellen

Die hier dargestellten Informationen beruhen auf der offiziellen Pressemitteilung des Bundesministeriums für Frauen, Wissenschaft und Forschung. Detaillierte Angaben, Zitate und Zahlen sind dort nachlesbar. Weitere Hintergründe zum Campus und zu den Projektpartnern finden sich auf den verlinkten Seiten. Für regionale Aspekte und Mobilität bieten die Seiten des Landes Kärnten und der ÖBB zusätzliche Einordnung.

Fazit

Das 22nd Century Center an der Universität Klagenfurt ist ein strategisch wichtiges Bauvorhaben für Kärnten und Österreich. Es vereint nachhaltige Holzbauweise, Photovoltaik, kompakte Planung und qualitätsvolle Freiräume mit funktionalen Lern- und Arbeitsbereichen. Die Finanzierung ist transparent und auf mehrere Schultern verteilt, der Zeitplan ist realistisch. Entscheidend ist der Mehrwert im Alltag: kürzere Wege, bessere Betreuung, mehr Vereinbarkeit und ein Campus, der als offener Ort wirkt. Wer die weitere Entwicklung verfolgen will, findet auf der OTS-Seite und bei den Projektpartnern laufend aktualisierte Informationen. Wie wird sich die Kombination aus neuem Campus, regionaler Vernetzung und internationaler Sichtbarkeit in den kommenden Jahren auf Forschung, Lehre und Gründungen auswirken? Diese Frage lohnt es, gemeinsam mit der Region aufmerksam zu begleiten.