Wien: Holzbauquartier Weichseltalweg nimmt Fahrt auf

Redaktion

Am 19.01.2026 rückt Wiens Holzbauquartier Weichseltalweg in Simmering mit Park, leistbarem Wohnen und Bürgerbeteiligung einen Schritt näher. Die Stadt bekräftigt damit ihren Kurs Richtung klimabewusster Stadtentwicklung. Was heute als Planungsfortschritt vermeldet wird, könnte morgen zur Blaupause für urbane Lebensqualität werden. Noch sind nicht alle Details öffentlich, doch die Richtung ist klar: ein großer öffentlicher Park, zahlreiche geförderte Wohnungen und eine Bauweise, die den CO2-Fußabdruck reduziert. Für Wien ist das mehr als ein Bauprojekt. Es ist ein Stück Zukunftspolitik, das die Bedürfnisse von Bewohnerinnen und Bewohnern, von Familien und Seniorinnen und Senioren, Berufspendlerinnen und Berufspendlern sowie Studierenden berücksichtigt. Und es ist ein Projekt, das – so viel steht fest – ab sofort intensiv diskutiert werden kann: mit Ausstellungen vor Ort, einer Online-Veranstaltung und der Möglichkeit, den Planentwurf im Rahmen der öffentlichen Auflage einzusehen und dazu Stellung zu nehmen. Der Weichseltalweg im 11. Bezirk wird damit zum Kristallisationspunkt dafür, wie Wien im 21. Jahrhundert wachsen möchte: dicht, grün, leistbar und gut angebunden.

Weichseltalweg: Holzbauquartier setzt auf Nachhaltigkeit und leistbares Wohnen

Laut der Mitteilung der Stadt Wien entsteht am Weichseltalweg in Simmering ein zukunftsweisendes Stadtquartier, in dem ökologische Qualität, nachhaltige Bauweise und Leistbarkeit zusammengedacht werden. Von rund 750 geplanten Wohnungen sind mindestens zwei Drittel als geförderte Wohnungen vorgesehen. Das entspricht zumindest 500 Einheiten, die nach sozialen und leistbaren Kriterien vergeben werden sollen. Ein mehr als 2 Hektar großer öffentlicher Park bildet das grüne Herzstück des Quartiers. Als Treffpunkt und Freiraum für Erholung, Bewegung und Begegnung wird er wesentlich zur Lebensqualität im neuen Viertel und im umliegenden Stadtgebiet beitragen. Der bestehende Baumbestand bleibt – wo möglich – erhalten, was der Biodiversität, dem Stadtklima und dem Ortsbild nützt.

Ein Kindergarten und ein Nahversorger sind als lokale Infrastruktur vorgesehen. Beides erhöht die Alltagsqualität und reduziert Wege, die sonst mit dem Auto zurückgelegt würden. Ergänzt wird das Konzept durch eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr, die die Erreichbarkeit des neuen Quartiers stärkt. Entscheidend ist auch die Wahl der Bauweise: Die Holzhybridbauweise, also die Kombination aus Holz und weiteren Baustoffen, reduziert CO2-Emissionen in der Errichtung und ermöglicht schnellere Bauzeiten sowie hochwertige Architektur. Damit verknüpft das Projekt zeitgemäße Klimaschutzziele mit stadtplanerischer Qualität und sozialer Verantwortung.

Transparenz und Mitgestaltung sind eingeplant: Die Stadt kündigt Informationsangebote für Bürgerinnen und Bürger an. Neben einer Info-Ausstellung vor Ort sind zwei Termine mit Expertinnen und Experten geplant. Außerdem wird es am 19.02.2026 eine Online-Veranstaltung geben. Alle Informationen zur öffentlichen Auflage des Planentwurfs werden ab 22.01.2026 auf der offiziellen Projektseite bereitgestellt. Diese Mischung aus analoger und digitaler Bürgerbeteiligung soll eine möglichst breite Einbindung der interessierten Öffentlichkeit gewährleisten.

Weitere Schritte sind ebenfalls skizziert: Der Beschluss des neuen Flächenwidmungs- und Bebauungsplans soll noch 2026 im Wiener Gemeinderat erfolgen. Im Anschluss sind Wettbewerbe für Architektur und Freiraumplanung vorgesehen. Ein möglicher Baustart wird ab Ende 2028 in Aussicht gestellt. Das lässt genügend Zeit für einen sorgfältigen Diskurs, für qualitätssichernde Verfahren und für eine Planung, die ökologische, soziale und ökonomische Anforderungen in Einklang bringt.

Die zentrale Projektseite der Stadt findet sich unter wien.gv.at/stadtplanung/weichseltalweg. Die ursprüngliche Aussendung stammt von Stadt Wien – Kommunikation und Medien (KOM) und ist über die APA-OTS abrufbar: APA-OTS Projektmeldung. Bildmaterial stellt der rk-Fotoservice bereit: presse.wien.gv.at.

Fachbegriffe verständlich erklärt

Holzhybridbauweise

Die Holzhybridbauweise bezeichnet die Kombination von Holz mit anderen Materialien wie Beton oder Stahl in einem Bauwerk. Holz übernimmt tragende oder raumbildende Funktionen, während punktuell andere Baustoffe dort eingesetzt werden, wo sie ihre Stärken ausspielen, etwa bei Stiegenhäusern, Fundamenten oder Brandabschnitten. Der Vorteil liegt in der Ressourcenschonung und in der Reduktion grauer Emissionen, also der CO2-Emissionen, die bei Herstellung und Transport von Baustoffen entstehen. Zugleich ermöglicht die Holzhybridbauweise eine hohe Präzision durch Vorfertigung, was Bauzeiten verkürzen und die Beeinträchtigung der Umgebung reduzieren kann. Wichtig ist das richtige Zusammenspiel der Materialien, damit Schall-, Brand- und Feuchteschutz gewährleistet sind.

Flächenwidmungs- und Bebauungsplan

Der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan ist das zentrale städtebauliche Instrument der Gemeinde. Er legt fest, welche Nutzungen auf bestimmten Grundstücken zulässig sind, etwa Wohnen, Gewerbe oder öffentliche Grünflächen, und definiert Parameter wie Bauhöhe, Bauweise und Bebauungsdichte. Für Bewohnerinnen und Bewohner ist das der rechtliche Rahmen, der bestimmt, wie sich ein Stadtteil entwickeln darf. Jede größere Entwicklung durchläuft Verfahrensschritte mit Auflage, Begutachtung und Gremienbeschlüssen. Das schafft Transparenz, Planbarkeit und Rechtssicherheit für Projektträgerinnen und Projektträger sowie für die Nachbarschaft. In Wien beschließt der Gemeinderat den Plan, womit die demokratische Kontrolle gesichert ist.

Öffentliche Auflage

Unter öffentlicher Auflage versteht man die Phase, in der ein Planentwurf für alle einsehbar ist. In dieser Zeit können Bürgerinnen und Bürger, Institutionen und Interessensvertretungen Stellungnahmen abgeben. Das dient der Qualitätssicherung: Hinweise aus der Praxis, lokale Erfahrungen und fachliche Einwände fließen so in die Abwägung ein. In Wien werden Entwürfe online zugänglich gemacht und oft durch Ausstellungen vor Ort begleitet, damit die Informationen barrierearm und niederschwellig bereitstehen. Die Stellungnahmen werden von der zuständigen Dienststelle ausgewertet und dem politischen Gremium für die Entscheidung vorgelegt. Die öffentliche Auflage ist damit ein Schlüsselbaustein der Beteiligungskultur.

Geförderte Wohnungen

Geförderte Wohnungen sind Einheiten, deren Errichtung oder Sanierung mit öffentlichen Mitteln unterstützt wird. Im Gegenzug gelten Mietobergrenzen, Belegungs- und Qualitätskriterien. Ziel ist es, für Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen leistbaren Wohnraum bereitzustellen und soziale Durchmischung zu fördern. In Wien ist die Wohnbauförderung traditionell stark ausgebaut und an Qualitätssicherungsinstrumente gebunden. Geförderte Projekte müssen Energieeffizienz, Freiraumqualität und gute Grundrisse nachweisen. Das Modell stabilisiert den Wohnungsmarkt, wirkt preisdämpfend und schafft Planbarkeit für Haushalte, die sonst durch steigende Mieten verdrängt würden.

Stadtquartier

Ein Stadtquartier ist mehr als eine Summe von Gebäuden. Es ist ein städtebaulich definierter Bereich, in dem Wohnen, Arbeiten, Nahversorgung, Mobilität und Freiraum aufeinander abgestimmt werden. Gute Quartiere bieten kurze Wege, gemischte Nutzungen und identitätsstiftende öffentliche Räume. Sie sind so dimensioniert, dass soziale Netzwerke und Nachbarschaften entstehen können, aber groß genug, um Infrastruktur wie Schulen, Kinderbetreuung und Nahversorgung zu tragen. Moderne Quartiersentwicklung integriert Klimaschutz und Klimawandelanpassung: viel Grün, Entsiegelung, Regenwassermanagement und Gebäude, die mit wenig Energie auskommen.

CO2-Emissionen

CO2-Emissionen entstehen im Bausektor nicht nur im Betrieb eines Gebäudes, sondern auch in der Herstellung der Materialien, beim Transport und auf der Baustelle. Man spricht hier von grauen Emissionen. Holz als nachwachsender Baustoff bindet während des Wachstums CO2 und kann in der Bilanz helfen, Emissionen zu reduzieren. Entscheidend ist der gesamte Lebenszyklus: Herkunft des Holzes, Verarbeitung, Wiederverwendbarkeit und Recycling am Ende der Nutzung. Die Holzhybridbauweise kann die CO2-Bilanz verbessern, wenn Planung, Materialwahl und Ausführung konsequent auf Kreislaufwirtschaft, Langlebigkeit und Reparierbarkeit ausgerichtet werden.

Historische Entwicklung: Von sozialem Wohnbau zu klimafitten Quartieren

Wien blickt auf eine lange Tradition der gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung zurück. Seit den 1920er-Jahren steht die Stadt für sozialen Wohnbau, leistbare Mieten und eine aktive Bodenpolitik. Diese Grundhaltung prägte über Jahrzehnte die Entwicklung neuer Siedlungen und die Erneuerung bestehender Grätzel. Mit dem Weichseltalweg knüpft Wien an diese Linie an und übersetzt sie in die Gegenwart: Leistbarkeit bleibt Kernziel, aber ökologische und klimarelevante Aspekte rücken stärker in den Vordergrund.

In den letzten beiden Jahrzehnten ist die Rolle der Klimapolitik im Städtebau kontinuierlich gewachsen. Hitzesommer, Starkregenereignisse und die Notwendigkeit, Emissionen zu senken, haben Grünraum, Entsiegelung und nachhaltige Baustoffe in den Mittelpunkt gerückt. Während früher die energetische Sanierung und Wärmeversorgung dominierten, verlagert sich der Fokus zunehmend auf Materialwahl und Bauprozesse. Hier kommt die Holzhybridbauweise ins Spiel: Sie verbindet das Beste aus zwei Welten – die ökologische Bilanz von Holz mit der Robustheit und den Normanforderungen, die andere Materialien leisten.

Auch die Beteiligungskultur hat sich weiterentwickelt. Öffentlichkeitsbeteiligung war zwar stets Teil der Planungsverfahren, doch digitale Werkzeuge haben den Zugang erleichtert. Ausstellungen, Online-Informationen und hybride Formate sorgen dafür, dass sich mehr Menschen informieren und ihre Perspektiven einbringen können. Der Weichseltalweg setzt genau hier an: Der Planentwurf wird öffentlich aufgelegt, es gibt eine Ausstellung am Vorplatz Tor 1 des Zentralfriedhofs in der Simmeringer Hauptstraße 230B sowie eine Online-Veranstaltung. Damit wird eine breite, zeitgemäße Beteiligung möglich, bevor politische Beschlüsse fallen und Wettbewerbe die konkrete Ausgestaltung klären.

Vergleiche: Österreichische Bundesländer, Deutschland und die Schweiz

Österreichweit zeichnet sich eine wachsende Offenheit für Holz- und Hybridbau ab. Vorarlberg gilt traditionell als Region mit starker Holzbaukultur, getragen von Handwerk, Architektur und einer lebendigen Baukultur. Tirol und die Steiermark profitieren von regionalen Rohstoffen und Know-how in der Wertschöpfungskette, was die Verbreitung von Holzbauweisen begünstigt. Wien wiederum entwickelt Metropolmaßstäbe: größere Quartiere, gemischte Nutzungen und integrierte Mobilität. Der Weichseltalweg zeigt, wie die Bundeshauptstadt nachhaltiges Bauen in ein leistbares, urbanes Umfeld überführt, ohne auf qualitative Freiräume zu verzichten.

In Deutschland ist die Diskussion ähnlich, doch die Rahmenbedingungen unterscheiden sich je nach Bundesland. Viele Städte erproben serielle Holzmodulbauten etwa für Bildungsbauten und Wohnprojekte, um schnell und ressourcenschonend zu errichten. Gleichzeitig wird die Materialwahl zunehmend in Vergabekriterien verankert. Quartiersentwicklungen mit großen öffentlichen Grünflächen sind auch dort ein Mittel, um Stadtklima und Aufenthaltsqualität zu verbessern. Österreichische Erfahrungen mit gefördertem Wohnbau werden dabei aufmerksam beobachtet, weil sie bezahlbaren Wohnraum und Qualitätsziele systematisch verbinden.

Die Schweiz setzt traditionell auf hohe Planungs- und Ausführungsqualität. Holz- und Hybridkonstruktionen haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, getragen von strengen Normen und einer starken Architekturszene. Was Wien mit dem Weichseltalweg adressiert – Kombination aus Leistbarkeit, Grünraum und nachhaltiger Bauweise – spiegelt damit eine breitere europäische Entwicklung. Der Unterschied liegt in den Instrumenten: Wien verfügt mit dem Flächenwidmungs- und Bebauungsplan, den Wettbewerben und der Wohnbauförderung über ein eingespieltes Set an Werkzeugen, um ökologische und soziale Ziele gemeinsam zu erreichen.

Bürger-Impact: Was bedeutet das Projekt konkret für Wien?

Für Familien schafft das Holzbauquartier Weichseltalweg kurze Wege und verlässliche Alltagsinfrastruktur. Ein Kindergarten vor Ort reduziert die Wegzeiten, erleichtert die Vereinbarkeit von Beruf und Betreuung und stärkt das Grätzel als Lebensraum. Ein Nahversorger deckt tägliche Bedürfnisse ab und belebt das Quartier, ohne zusätzliche Fahrten erforderlich zu machen. Die gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr ermöglicht es, Alltagswege mit Öffis, Rad oder zu Fuß zurückzulegen. Das senkt Kosten und Emissionen, erhöht aber auch die Selbstständigkeit von Kindern und älteren Menschen, die nicht immer auf das Auto angewiesen sein sollen.

Für Seniorinnen und Senioren sind barrierefreie Wege, Bänke im Schatten und sichere Querungen des öffentlichen Raums entscheidend. Ein über 2 Hektar großer Park bietet Platz für Bewegung, soziale Kontakte und Erholung. In heißen Sommern wirkt mehr Grün wie eine natürliche Klimaanlage, indem es die Umgebung kühlt und für bessere Luft sorgt. Der Erhalt des Baumbestands stärkt zudem die Biodiversität und die Identität des Orts.

Für Studierende, Auszubildende und junge Erwerbstätige zählt leistbarer Wohnraum in vernünftiger Lage. Mindestens zwei Drittel der rund 750 Wohnungen sind gefördert, also zu sozial verträglichen Konditionen. Das stabilisiert den Wohnungsmarkt und wirkt Verdrängung entgegen. Gleichzeitig fördert eine Mischung aus geförderten und frei finanzierten Einheiten die soziale Durchmischung: Unterschiedliche Einkommensgruppen leben Tür an Tür, was Nachbarschaften resilient macht.

Für lokale Unternehmen und Dienstleisterinnen und Dienstleister entstehen Perspektiven: Bau, Handwerk und Planung profitieren vom Projektumfang, während der spätere Betrieb des Quartiers Nachfrage nach Nahversorgung, Pflege, Reinigung oder Gastronomie schafft. Die Holzhybridbauweise eröffnet zudem Chancen für heimische Betriebe in der Holzverarbeitung, Planung und Vorfertigung. Das stärkt regionale Wertschöpfung und Know-how.

Zahlen und Fakten zum Weichseltalweg

Die verfügbaren Eckdaten erlauben eine erste Einordnung. Auch wenn noch nicht alle Details öffentlich sind, lassen sich zentrale Größenordnungen benennen und einordnen.

  • Wohnungen: Rund 750 Einheiten sind geplant. Mindestens zwei Drittel werden gefördert. Das bedeutet mindestens 500 geförderte Wohnungen und bis zu rund 250 frei finanzierte Einheiten.
  • Grünraum: Der Park wird über 2 Hektar groß sein. Das entspricht mindestens 20.000 Quadratmetern öffentlich zugänglicher Fläche für Erholung, Begegnung und Bewegung.
  • Bestand: Der vorhandene Baumbestand soll weitgehend erhalten bleiben. Das reduziert Eingriffe, schützt Lebensräume und stützt das Mikroklima.
  • Bauweise: Holzhybridbauweise ist als Schwerpunkt vorgesehen. Dadurch sollen CO2-Emissionen gesenkt und Bauzeiten verkürzt werden, bei gleichzeitig hoher Planungs- und Ausführungsqualität.
  • Infrastruktur: Ein Kindergarten und ein Nahversorger sind eingeplant. Das stärkt die Alltagsversorgung im Quartier und in der Nachbarschaft.
  • Mobilität: Eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist Teil des Konzepts. Das verbessert Erreichbarkeit und entlastet Straßenraum und Umwelt.
  • Verfahren: Der neue Flächenwidmungs- und Bebauungsplan soll 2026 im Gemeinderat beschlossen werden. Architektur- und Freiraumwettbewerbe folgen danach.
  • Baustart: Ab Ende 2028 ist ein Baustart möglich. Davor stehen Wettbewerbe, Detailplanung und Vergaben an.

Diese Kennzahlen zeigen, dass der Weichseltalweg als Stadtquartier in einer Größenordnung geplant wird, die Freiraum, leistbares Wohnen und urbane Dichte in ein Gleichgewicht bringen kann. Der große Park ist nicht Beiwerk, sondern zentraler Baustein, während die Holzhybridbauweise als Leitprinzip der Nachhaltigkeit dient.

Informationsveranstaltungen und Beteiligung: Termine im Überblick

Transparenz und Beteiligung sind im Verfahren fest verankert. Ergänzend zur öffentlichen Auflage wird eine Info-Ausstellung am Vorplatz Tor 1 des Zentralfriedhofs, 1110 Wien, Simmeringer Hauptstraße 230B, stattfinden. Für den Zeitraum von 18.02. bis 29.03.2026 ist sie angesetzt. Interessierte können sich dort ein Bild vom Projektstand machen und mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt ins Gespräch kommen.

Am 18.02.2026 und am 26.02.2026 stehen jeweils von 16 bis 18 Uhr Expertinnen und Experten vor Ort für Fragen bereit. Zusätzlich findet am 19.02.2026 von 18 bis 19:30 Uhr eine Online-Veranstaltung statt, bei der das Projekt vorgestellt wird. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung unter der E-Mail-Adresse [email protected] erforderlich; der Link wird rechtzeitig zugesandt. Alle Informationen zur öffentlichen Auflage des Planentwurfs sind ab 22.01.2026 auf der Projektseite verfügbar: Projektseite Weichseltalweg. Dort ist ab 22.01.2026 auch die Möglichkeit verlinkt, online eine Stellungnahme zum Planentwurf abzugeben.

Zukunftsperspektive: Was ist bis 2028 und darüber hinaus zu erwarten?

Für das Jahr 2026 ist der politische Beschluss des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans im Gemeinderat vorgesehen. Diese Weichenstellung rückt die Projektumsetzung näher und schafft Rechtsverbindlichkeit. Daran schließen Wettbewerbe für Architektur und Freiraumplanung an. Wettbewerbe sind in Wien bewährte Instrumente, um unter mehreren qualitätsvollen Entwürfen die beste Lösung auszuwählen. Kriterien sind hier städtebauliche Einbindung, architektonische Qualität, soziale und ökologische Standards sowie Wirtschaftlichkeit und Realisierbarkeit.

Bis Ende 2028 könnte nach heutigem Stand der Baustart erfolgen. Die Zeit bis dahin ist nicht Leerlauf: Es werden Bebauungskonzepte verfeinert, Erschließungen geplant, Ausschreibungen durchgeführt und die Schnittstellen zwischen Gebäude, Freiraum und Mobilität abgestimmt. Gerade der Park als identitätsstiftender Ort verlangt sorgfältige Planung: Schatten, Sitzgelegenheiten, Spiel- und Sportflächen, Wegebeziehungen und Biodiversität müssen als Gesamtsystem funktionieren. Für die Holzhybridbauweise gilt, dass Brandschutz, Schallschutz und die baulogistische Planung besonders präzise abgestimmt werden.

Über 2028 hinaus prägt die Frage, wie das Quartier betrieben und gepflegt wird, die Qualität im Alltag. Ein gutes Quartiersmanagement, kluges Regenwassermanagement, pflegeleichte Grünräume und soziale Infrastruktur, die mitwächst, sind entscheidend. Wenn der Weichseltalweg die Ziele leistbares Wohnen, Klimaschutz und hohe Lebensqualität zusammenführt, könnte er als Referenz für weitere Quartiere in Wien und darüber hinaus dienen. Damit entsteht ein Lernprozess, der die Stadt resilienter, inklusiver und klimafitter macht.

Hintergründe und Einordnung für Wien

Die Kombination aus geförderten Wohnungen, großzügigem Grünraum und nachhaltiger Bauweise entspricht den strategischen Zielen der Stadtentwicklung in Wien. Leistbares Wohnen bleibt ein zentrales Thema: Mit mindestens 500 geförderten Einheiten wird ein starkes Signal gesetzt, sozial verträgliche Mieten auch in neuen Lagen zu sichern. Gleichzeitig ist der Park als öffentlich zugänglicher Raum ein Angebot an das gesamte Umfeld. Er wird die Lebensqualität verbessern, Aufenthaltsqualität schaffen und den Bezirk Simmering als Wohnstandort aufwerten, ohne exklusive Barrieren aufzubauen.

Die Entscheidung für eine Holzhybridbauweise zeigt, dass klimarelevante Aspekte in der Projektkonzeption früh mitgedacht werden. Holz als nachwachsender Baustoff kann im Lebenszyklus eines Gebäudes CO2-Emissionen reduzieren; Hybridlösungen kombinieren dies mit den bauordnungsrechtlichen Anforderungen an Sicherheit und Dauerhaftigkeit. Für Wien ist es zudem eine Chance, lokale Wertschöpfung im Holz- und Baubereich zu stärken und die Kreislaufwirtschaft voranzubringen.

Quellen, Links und Transparenz

Quelle: Stadt Wien – Kommunikation und Medien (KOM), Presseaussendung vom 19.01.2026 via APA-OTS: OTS-Meldung zum Holzbauquartier Weichseltalweg.

Offizielle Projektseite der Stadt Wien mit Informationen zur öffentlichen Auflage, ab 22.01.2026: wien.gv.at/stadtplanung/weichseltalweg. Bildmaterial: rk-Fotoservice.

Hinweis zur Redaktion: Dieser Beitrag basiert auf den genannten Quellen, verzichtet auf Spekulationen und folgt den Richtlinien des Österreichischen Presserats. Angaben zu Terminen, Flächen und Wohnungszahlen stammen aus der städtischen Aussendung. Bei späteren Änderungen aktualisieren wir die Informationen nach offizieller Bestätigung.

Schluss: Was jetzt zählt

Der Weichseltalweg im 11. Bezirk ist mehr als ein Plan: Er ist ein Versprechen für leistbares Wohnen, klimabewusstes Bauen und hochwertige Freiräume. Mit mindestens 500 geförderten Wohnungen, einem über 2 Hektar großen Park und einer nachhaltigen Holzhybridbauweise setzt Wien ein klares Zeichen. Entscheidend ist nun, dass Beteiligung ernst genommen, Qualität gesichert und Zeitpläne transparent kommuniziert werden. So wird aus einem Plan ein Quartier, das trägt.

Informieren Sie sich, bilden Sie sich eine Meinung und bringen Sie Ihre Perspektive ein: Besuchen Sie die Ausstellung in Simmering, nutzen Sie die Online-Veranstaltung am 19.02.2026 und geben Sie Ihre Stellungnahme ab, sobald die öffentliche Auflage startet. Weiterführende Informationen finden Sie auf der Projektseite der Stadt: Projektseite Weichseltalweg. Bleiben Sie dran – die Entscheidungen des Jahres 2026 prägen das Wien von morgen.