Tiny House auf der Straße – was ist zu beachten?

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Der Tiny House Trend setzt sich weiter fort. Immer mehr Menschen entscheiden sich dazu, auf die kompakte Wohnalternative umzusteigen. Ein Grund dafür ist auch die Mobilität der Tiny Häuser, denn diese können in der Regel bewegt werden. Aber was gilt es zu beachten, wenn man mit einem Tiny House unterwegs ist?

Tiny House mit dem Auto bewegen

Beim Transport von Tiny Häusern verhält es sich wie bei allen anderen Zuglasten auch. Ausschlaggebend ist, ob das Fahrzeug für die Anhängelast zugelassen ist. Gleichzeitig muss der Fahrer oder die Fahrerin des Autos einen entsprechenden Führerschein vorlegen können, der sie zum Führen der Zuglast berechtigt.

Im Fahrzeugschein wird angegeben, welches Gesamtgewicht über eine verbaute Anhängerkupplung getragen werden darf.

Die entsprechenden Angaben sind unter Position 28 im Fahrzeugschein zu finden. Bei einem Eintrag von 1300 kg kann also theoretisch ein Tiny-House samt Zuladung genau dieses Gewicht haben. Dabei muss es sich jedoch um einen gebremsten Tiny-House-Trailer handeln. Der Trailer selbst darf dabei ein Eigengewicht von 620 kg nicht überschreiten.

Ein kompletter Tiny-House-Aufbau hat schnell inklusive Anhänger ein Gewicht von 3,5 Tonnen. Die meisten Pkws sind nicht für diese Zuglast zugelassen. Gleichzeitig muss auch eine hochwertige Anhängerkupplung verbaut sein, die für eine sehr hohe Trag- und Zuglast optimiert ist.

Abmessungen beachten

Selbst wenn die Zuglast des Fahrzeugs für das Tiny-House ausreichend ist, gilt es, weitere Faktoren zu beachten. Das Gebäude ist hoch und breit. Damit kann es unter Umständen zu Problemen an Brücken oder bei Unterführungen kommen. Aufgrund der hohen Windanfälligkeit lässt sich die Last nur schwer kontrollieren. Unerfahrene Fahrer und Fahrerinnen können schnell überfordert sein. Selbst einfache Manöver wie das Überholen können dazu führen, dass der Anhänger ins Schleudern gerät.

Achtung: Es muss unbedingt geprüft werden, ob die Autoversicherung bei einem Unfall greift. Es kann sein, dass sich die Versicherungsbedingungen beim Transport von schweren Lasten ändern. Ein kurzer Anruf ist in der Regel ausreichend, um alle Informationen zu erhalten.

Welche Fahrzeuge eignen sich zum Bewegen von Tiny-Häusern?

Ein klassischer Pkw ist nicht für das Ziehen von einem Tiny House geeignet. Große Fahrzeuge wie SUVs hingegen schon.

  • Jeep Grand Cherokee
  • VW Touareg
  • Mitsubishi Pajero

Kraftvolle Offroad-Fahrzeuge mit Allradantrieb sind zumeist der Aufgabe gewachsen. Es bietet sich oft an, für den Transport eine Fachfirma zu beauftragen. Die Kosten für diesen Service sind zwar hoch, aber immer noch geringer als die Anschaffung eines SUVs. Darüber hinaus sind Schäden am Haus durch die Transportfirma abgesichert.

Wer darf ein Tiny House mit dem Auto bewegen?

Tiny Häuser werden zumeist bis zu einer Gewichtsgrenze von 3500 kg geplant. Bis zu diesem Gesamtgewicht dürfen Sie von Privatpersonen mit einem klassischen Führerschein im Straßenverkehr bewegt werden.

Wer einen Führerschein vor dem 31.12.1998 erworben hat (Klasse 3), darf die Fahrzeugklassen B, BE, C1, C1E  und CE 79 fahren. CE 79 kann bis zur Vollendung des 50. Lebensjahres ohne Gesundheitsprüfung gefahren werden.

Wurde der Führerschein später erworben, ist zusätzlich eine Fahrerlaubnis der Klasse BE notwendig, um ein Tiny-House zu transportierten. Dann kann die Zugkombination aus einem Klasse B-Fahrzeug und der Anhängelast 3500 kg betragen. Ist der Anhänger allein schwerer als 3500 kg, wird ein Führerschein der Klasse C1E benötigt.

Wer einen Führerschein der Klasse B96 besitzt, kann ein Gesamtgewicht von 4,25 Tonnen lenken. Natürlich muss auch das Fahrzeug selbst für diese hohe Anhängelast zugelassen sein.