Greenpeace-Check: Proteinriegel – nur vier empfehlenswert

Redaktion

Greenpeace-Marktcheck vom 27.01.2026: In Österreich steht ein beliebter Snack auf dem Prüfstand – mit Folgen für Geldbörse, Gesundheit und Umwelt. Der Fokus liegt auf dem, was viele Menschen täglich in der Hand haben: einen Proteinriegel nach dem Sport, im Büro oder auf dem Weg zwischen Vorlesung und Kinderbetreuung. Der neue Bericht liefert ein aktuelles Bild der Regale in Supermärkten und Drogerien und stellt drängende Fragen: Woher kommt das Eiweiß? Welche Rolle spielen Bio-Qualität, Fairtrade-Kakao und Palmöl? Und was bedeutet das für Konsumentinnen und Konsumenten in Wien, Graz, Linz, Innsbruck und darüber hinaus? Klar ist: Die Ergebnisse sind relevant für die ganze Republik – und liefern Orientierung in einem Markt, der wächst, sich dynamisch verändert und in dem Transparenz zur entscheidenden Währung wird.

Greenpeace-Marktcheck zu Proteinriegeln in Österreich

Der aktuelle Marktcheck von Greenpeace beleuchtet, was in den Regalen österreichischer Supermärkte und Drogerien als schneller Eiweiß-Snack angeboten wird. Laut der veröffentlichten Aussendung hat die Organisation 293 Proteinriegel geprüft. Das ernüchternde Resultat: Empfohlen werden lediglich vier Produkte – sie sind bio, rein pflanzlich und tragen eine soziale Zertifizierung für fair produzierten Kakao. Verfügbar sind sie von Naturally Pam sowie ein Riegel von Nussy bei Bipa, Spar und Interspar. Die beste Gesamtnote im Marktcheck lautet demnach nur Befriedigend, vergeben an Spar und Bipa.

Die Studie zeigt außerdem: In über 80 Prozent der getesteten Proteinriegel stammt das Hauptprotein aus tierischen Quellen wie Rind. Häufige Zutaten sind Kollagenhydrolysat, Calcium Caseinat oder Molkenproteinisolat. Die Herkunft des tierischen Eiweißes bleibt in den meisten Fällen unklar; nur bei rund 15 Prozent gibt der Handel EU-Ursprung an. Zudem enthält rund die Hälfte der Riegel Palmöl. Fairtrade-Kakao ist kaum präsent – etwa ein Prozent der Produkte trägt dieses Siegel. Weiterführende Details bietet der zusammenfassende Artikel von Greenpeace hier, Rezepte für selbstgemachte Protein-Snacks finden sich hier. Bildmaterial und Audio-O-Töne stellt Greenpeace unter diesem Link zur redaktionellen Nutzung bereit (Credits: © Mitja Kobal / Greenpeace).

Fachbegriffe einfach erklärt: Proteinriegel

Proteinriegel sind kompakte, verzehrfertige Snacks mit erhöhtem Eiweißgehalt. Sie werden häufig nach dem Training, im Berufsalltag oder unterwegs konsumiert, um den Bedarf an Proteinen bequem abzudecken. Neben Eiweiß enthalten sie oft Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Fette, Süßungsmittel und Aromen. Für Laien wichtig: Proteinriegel sind hochgradig verarbeitete Lebensmittel. Das bedeutet, sie werden mit industriellen Verfahren hergestellt, um Konsistenz, Geschmack, Haltbarkeit und Nährstoffprofil zu steuern. Der Eiweißanteil kann sowohl aus pflanzlichen Quellen (z. B. Erbse, Soja, Nuss) als auch aus tierischen Quellen (z. B. Molke, Casein, Gelatine) stammen. Die Qualität hängt nicht nur von der Proteinmenge ab, sondern auch von Herkunft, Verarbeitung und Zusatzstoffen.

Fachbegriffe einfach erklärt: Kollagenhydrolysat

Kollagenhydrolysat ist ein aus tierischem Bindegewebe gewonnenes Protein, das durch Hydrolyse in kleinere Peptide zerlegt wird. Diese Spaltung macht es besonders leicht löslich und schnell verdaulich. Im Kontext von Proteinriegeln dient es als Eiweißquelle und beeinflusst die Textur. Da Kollagen aus Knochen, Häuten und Bindegewebe von Tieren stammt, ist es weder vegetarisch noch vegan. Für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet das: Produkte mit Kollagenhydrolysat verknüpfen den Eiweiß-Snack mit tierischen Lieferketten, die oft komplex sind und in vielen Fällen auf importierte Futtermittel setzen. Transparente Angaben zur Herkunft sind daher zentral, um informierte Kaufentscheidungen zu treffen.

Fachbegriffe einfach erklärt: Calcium Caseinat

Calcium Caseinat ist ein Milcheiweiß, das durch Fällung von Casein und anschließende Neutralisation mit Calcium gewonnen wird. Es zeichnet sich durch einen hohen Proteingehalt, relativ langsame Verdauung und gute technologische Eigenschaften aus. In Riegeln bindet es Wasser, stabilisiert die Struktur und sorgt für ein cremiges Mundgefühl. Für Menschen mit Laktoseintoleranz ist Caseinat nicht automatisch geeignet, da Spuren von Laktose vorkommen können. Wichtig ist zudem die Herkunft der Milch: In der konventionellen Tierhaltung wird häufig importiertes Soja als Futtermittel eingesetzt, häufig mit Gentechnik-Anbau verknüpft. Bio-Standards setzen hier strengere Regeln, unter anderem gentechnikfreie Fütterung.

Fachbegriffe einfach erklärt: Molkenproteinisolat

Molkenproteinisolat ist ein hochgereinigtes Protein, das aus der Molke – einem Nebenprodukt der Käseherstellung – gewonnen wird. Mit einem Proteingehalt von meist über 85 Prozent liefert es essentielle Aminosäuren, weshalb es in Sporternährung beliebt ist. In Proteinriegeln verbessert es das Aminosäureprofil und trägt zum schnellen Eiweiß-Kick bei. Allerdings ist es tierischen Ursprungs und setzt damit auf Milchproduktion und die damit verbundenen Lieferketten. Auch hier gilt: Ohne klare Herkunftsinformationen bleibt für Konsumentinnen und Konsumenten unklar, unter welchen Bedingungen die Milch erzeugt wurde. Bio-Qualität bietet strengere Vorgaben, etwa beim Futter und bei der Tierhaltung.

Fachbegriffe einfach erklärt: Fairtrade-Zertifizierung

Die Fairtrade-Zertifizierung ist ein unabhängiges Siegel, das soziale und ökonomische Mindeststandards in globalen Lieferketten absichert. Für Kakao bedeutet das unter anderem Mindestpreise, eine Fairtrade-Prämie für Gemeinschaftsprojekte, klare Regeln gegen Kinderarbeit und Schutzmaßnahmen für Arbeiterinnen und Arbeiter. In der Praxis können Konsumentinnen und Konsumenten durch den Kauf von Fairtrade-zertifizierten Produkten helfen, Einkommen zu stabilisieren und nachhaltigere Produktionsweisen zu unterstützen. Dass nur etwa ein Prozent der geprüften Proteinriegel Fairtrade-Kakao enthält, unterstreicht, wie begrenzt das Angebot an sozial zertifizierten Snack-Produkten in diesem Segment derzeit ist.

Fachbegriffe einfach erklärt: Bio-Qualität

Bio-Qualität bedeutet Produktion nach strengen Standards, die in der EU rechtlich definiert sind. Dazu zählen der Verzicht auf Gentechnik, Verbot chemisch-synthetischer Pestizide wie Glyphosat und höhere Tierschutzanforderungen. Bei Bio-Proteinriegeln heißt das: Die Rohstoffe stammen aus biologischer Landwirtschaft, die auf Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität und geschlossene Kreisläufe setzt. Für Konsumentinnen und Konsumenten bietet das mehr Transparenz und nachvollziehbare Produktionsbedingungen. Greenpeace hält fest, dass Bio-Proteinriegel derzeit bei Diskontern nicht erhältlich sind und bei Drogerien nur bei Bipa und dm zu finden sind. Das zeigt, dass das Bio-Segment in dieser Warengruppe noch Nische ist.

Fachbegriffe einfach erklärt: Gentechnik-Futter

Gentechnik-Futter bezeichnet Futtermittel, die aus gentechnisch veränderten Pflanzen stammen, etwa Soja aus Übersee. In der konventionellen Tierhaltung in der EU wird solches Futter vielfach eingesetzt. Für tierische Eiweißquellen in industriell gefertigten Produkten heißt das: Indirekt kann gentechnisch verändertes Futter Teil der Lieferkette sein, ohne dass dies auf dem Endprodukt sichtbar wird. Bio-Lebensmittel hingegen sind garantiert gentechnikfrei. Wer Wert auf gentechnikfreie Herstellung legt, findet in pflanzlichen Bio-Proteinriegeln eine Alternative, bei der der Einsatz solcher Futtermittel ausgeschlossen ist.

Fachbegriffe einfach erklärt: Palmöl

Palmöl ist ein pflanzliches Fett aus der Ölpalme und in der Lebensmittelindustrie wegen seiner technologischen Eigenschaften verbreitet. Es sorgt für cremige Texturen, stabile Konsistenzen und lange Haltbarkeit. Problematisch ist jedoch oft der Anbau: Wenn für neue Plantagen wertvolle Regenwälder gerodet werden, entstehen erhebliche Umwelt- und Klimaschäden sowie soziale Konflikte. Laut Greenpeace enthält etwa die Hälfte der untersuchten Proteinriegel Palmöl. Für Konsumentinnen und Konsumenten, die entwaldungsfreie Lieferketten bevorzugen, sind palmölfreie oder streng zertifizierte Alternativen eine wichtige Orientierung.

Fachbegriffe einfach erklärt: Erbsenprotein

Erbsenprotein wird aus gelben Erbsen gewonnen und ist eine pflanzliche Eiweißquelle mit günstigem Umweltprofil. Die von Greenpeace zitierte Analyse zeigt: Unter 25 betrachteten eiweißreichen Lebensmitteln weist Erbsenprotein die geringsten Umweltauswirkungen auf, gefolgt von Tofu, Sojamilch und einigen biologischen Milchprodukten. Pflanzliche Eiweißquellen belasten die Umwelt im Schnitt nur etwa ein Drittel so stark wie tierische Produkte. Für den Alltag bedeutet das: Wer Proteinbedarf mit Erbsenprotein, Tofu, Hülsenfrüchten und Nüssen deckt, kann den persönlichen Fußabdruck senken, ohne auf Eiweißqualität zu verzichten.

Zahlen, Fakten und Kontext: Was der Marktcheck zeigt

Der Marktcheck hat 293 Proteinriegel analysiert und vier als empfehlenswert eingestuft. Das entspricht rund 1,4 Prozent der Auswahl. Empfehlungskriterien sind hier bio, rein pflanzlich und Fairtrade-zertifizierter Kakao. In Relation zur Gesamtzahl der Produkte wird deutlich, wie begrenzt das Angebot im oberen Nachhaltigkeitssegment derzeit noch ist. Die beste Gesamtnote Befriedigend ging an Spar und Bipa, was zeigt: Selbst die vorderen Plätze sind noch weit entfernt von sehr gut.

Über 80 Prozent der Riegel setzen auf tierisches Eiweiß, beispielsweise Kollagenhydrolysat, Calcium Caseinat oder Molkenproteinisolat. Für die Herkunft des tierischen Proteins fehlen in vielen Fällen klare Angaben. Nur etwa 15 Prozent werden laut Handel der EU zugeschrieben. Wenn man diese 15 Prozent auf die 293 getesteten Produkte umlegt, entspricht das grob rund 44 Riegeln – eine Beispielrechnung, die verdeutlicht, wie klein der Anteil transparenter EU-Ursprünge ist. Die tatsächliche Zahl pro Marke kann je nach Sortiment variieren; ausschlaggebend ist, dass Greenpeace die generelle Intransparenz kritisiert.

Ein weiteres zentrales Ergebnis: Rund die Hälfte der Riegel enthält Palmöl. Angesichts der bekannten Entwaldungsrisiken in Ländern wie Indonesien bleibt das ein kritischer Punkt. Außerdem trägt nur etwa ein Prozent der Produkte ein Fairtrade-Siegel für Kakao – bei 293 getesteten Riegeln wären das rein rechnerisch ungefähr drei. Diese Überschlagsrechnung dient der Einordnung, das konkrete Angebot kann filial- und zeitabhängig variieren. Insgesamt ist der Befund eindeutig: Soziale und ökologische Standards sind in der Breite noch nicht die Norm.

Historische Entwicklung: Vom Fitnesshype zum Massenprodukt

Proteinreiche Nahrungsergänzungsmittel begannen ihren Siegeszug in der Fitness- und Bodybuilding-Szene. Während die Produkte anfangs vor allem als Pulver und Shakes im Sportfachhandel zu finden waren, hat sich der Markt in den vergangenen Jahren stark verbreitert. Proteinriegel sind heute im Mainstream angekommen – ob in der Kantine, im Spind am Arbeitsplatz oder in der Schul- und Unitasche. Diese Normalisierung ging mit einer Ausweitung der Rezepturen einher: Neben klassischen Milchproteinen rückten Schweine- und Rinderkollagen, Soja-, Erbsen- und Nussproteine ins Sortiment. Parallel entwickelte sich eine Debatte über Zuckerersatzstoffe, Aromen, Palmöl und Lieferketten-Transparenz. Umweltorganisationen, Konsumentenschutz und Handel reagierten mit Checks, Gütesiegeln und Produktumstellungen. Der neue Bericht reiht sich in diese Entwicklung ein und zeigt, dass die Nachfrage nach pflanzlichen, bio-zertifizierten und sozial abgesicherten Produkten steigt, das Angebot aber noch nicht in derselben Geschwindigkeit nachzieht.

Auch regulatorisch wuchs der Druck: In der EU rückten Aspekte wie Rückverfolgbarkeit, korrekte Kennzeichnung und Nachhaltigkeit stärker in den Fokus. Für Rohstoffe mit Entwaldungsrisiko gelten inzwischen strengere Sorgfaltspflichten entlang der Lieferkette. Zudem gewinnen freiwillige Siegel an Bedeutung, weil sie Verbraucherinnen und Verbrauchern ein niedrigschwelliges Orientierungssystem bieten, gerade bei komplexen, verarbeiteten Produkten wie Proteinriegeln.

Vergleich: Österreich im DACH-Raum und zwischen den Bundesländern

Im österreichischen Handel ist das Angebot an Proteinriegeln breit verfügbar – von städtischen Filial-Netzen wie Wien bis zu regionalen Märkten in Vorarlberg oder Kärnten. Unterschiede zeigen sich vor allem in der Tiefe des Sortiments: Größere Standorte und Einkaufszentren führen typischerweise mehr Marken und Spezialprodukte, darunter auch vegane Alternativen. In kleineren Gemeinden ist die Auswahl oft überschaubarer, wodurch der Zugang zu Bio- oder Fairtrade-Varianten eingeschränkt sein kann. Das spiegelt den üblichen Stadt-Land-Gegensatz bei Nischenkategorien wider.

Deutschland bietet durch seine Marktdichte und Discounter-Präsenz ein sehr breites Proteinriegel-Spektrum. Dort sind pflanzliche Optionen stark gewachsen, aber auch hier bleibt die Transparenz tierischer Lieferketten ein Thema. Die Schweiz wiederum setzt traditionell auf hochwertige, oft teurere Marken; strengere Selbstverpflichtungen des Handels bei Tierwohl und Rohstoffbeschaffung sind verbreitet, was jedoch nicht automatisch flächendeckend palmölfreie oder Fairtrade-zertifizierte Proteinriegel garantiert. Österreich liegt im Mittelfeld: Die Nachfrage nach nachhaltigen Optionen steigt, doch die Auswahl an bio, vegan und fair zugleich zertifizierten Riegeln ist noch klein. Die im Bericht genannten Handelsketten Bipa, Spar und Interspar führen die derzeit empfehlenswerten Produkte; bei Diskontern fehlen Bio-Proteinriegel laut Greenpeace.

Was bedeutet das für Bürgerinnen und Bürger?

Die Auswirkungen betreffen Alltag und Geldbeutel. Wer nach dem Training zu einem Proteinriegel greift, erwartet ein kompaktes Nährstoffpaket. Der Bericht macht klar: Nicht alle Riegel sind gleich – weder in der ökologischen Bilanz noch in der sozialen Verantwortung. Konkretes Beispiel: Eine Pendlerin, die täglich im Supermarkt am Bahnhof einkauft, wird ohne genaue Etikettenprüfung leicht zu tierischen Eiweißquellen greifen, die womöglich mit gentechnisch gefütterter Tierhaltung zusammenhängen. Ein Student, der auf günstige Angebote achtet, findet zwar viele Aktionspreise, aber selten bio, vegan und fair zugleich. Familien, die Wert auf palmölfreie Produkte legen, müssen gezielt suchen oder auf selbstgemachte Snacks ausweichen.

Der Bericht bietet Handlungsempfehlungen: Wer einen nachhaltigen Protein-Snack möchte, sollte bio, pflanzlich und fair bevorzugen. Das reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass Gentechnik-Futter, problematisches Palmöl oder intransparente Tierketten Teil des Produkts sind. Pflanzliche Alternativen wie Tofu, Linsen, Bohnen oder Erbsenprotein liefern hochwertiges Eiweiß – auch ohne Riegel. Eine praktische Brücke bildet das Selbermachen: Greenpeace stellt drei einfache Rezepte für Protein-Snacks to go bereit, zu finden hier. So behalten Konsumentinnen und Konsumenten Zutaten und Qualität in der eigenen Hand.

  • Für schnelle Orientierung: auf Bio-Logo, vegane Kennzeichnung und Fairtrade-Siegel achten.
  • Bei tierischem Eiweiß gezielt nach Herkunft und Fütterung fragen.
  • Palmölfreie Varianten bevorzugen oder auf zertifizierte Quellen achten.
  • Im Zweifel zu unverarbeiteten Eiweißquellen greifen: Tofu, Linsen, Nüsse, Bohnen.

Stimme aus dem Marktcheck

Gundi Schachl, Leiterin des Greenpeace-Marktchecks, betont: Proteine sind im Trend. Bei Eiweiß nur an Fleisch, Milch und Eier zu denken, ist überholt. Pflanzliche Proteine wie Hülsenfrüchte, Soja und Nüsse sind nicht nur Top-Eiweißlieferanten, sie sind auch gesund und gut für die Umwelt. Sie verweist auf die Analyse, nach der pflanzliche Quellen die Umwelt im Schnitt nur etwa ein Drittel so stark belasten wie tierische Produkte und hebt Erbsenprotein, Tofu und Sojamilch als besonders relevant hervor.

Analyse der Lieferketten: Transparenz als Schlüssel

Die Ergebnisse zeigen, wie stark Proteinriegel mit globalen Lieferketten verknüpft sind. Tierische Proteine setzen häufig auf Futtermittel aus Importen, bei denen gentechnisch verändertes Soja verbreitet ist. Kakao und Palmöl stammen oft aus Regionen mit erhöhten sozialen und ökologischen Risiken. Bio-Qualität, Fairtrade und klare Herkunftsangaben sind deshalb mehr als Zierde: Sie sind konkrete Instrumente, um Risiken zu reduzieren und Verantwortung über die gesamte Wertschöpfungskette zu übernehmen. Für den österreichischen Handel bedeutet das, Beschaffung und Produktentwicklung stärker an Nachhaltigkeitszielen auszurichten.

Die geringe Zahl empfehlenswerter Produkte – vier von 293 – macht deutlich, wie groß der Spielraum nach oben ist. Gleichzeitig zeigt die beste Note Befriedigend, dass Verbesserungen möglich und marktrelevant sind. Wenn Nachfrage nach pflanzlichen, bio und fair zertifizierten Optionen wächst, können Herstellerinnen und Hersteller Rezepturen anpassen, und Händlerinnen und Händler Sortiment und Platzierung strategisch ausrichten.

Zukunftsperspektive: Wohin sich der Markt bewegen kann

Mehr Transparenz und Nachhaltigkeit dürften die Proteinriegel-Kategorie in den kommenden Jahren prägen. Mit zunehmender Verfügbarkeit von pflanzlichen Proteinen wie Erbse, Ackerbohne oder Lupine ist zu erwarten, dass mehr vegane Rezepturen entstehen. Gleichzeitig steigt der Druck, Palmöl zu vermeiden oder auf streng kontrollierte Lieferketten umzusteigen. Für Kakao spricht vieles für eine Ausweitung glaubwürdiger Zertifizierungen wie Fairtrade, um soziale Mindeststandards abzusichern. In Österreich könnte der Handel die Nische bio, vegan und fair schneller ausbauen, vor allem, wenn Konsumentinnen und Konsumenten diese Kriterien aktiv nachfragen.

Technologisch sind Reformulierungen wahrscheinlich: Weniger Zusatzstoffe, klarere Zutatenlisten, mehr regionale Rohstoffe, wo verfügbar. Für den Preis bedeutet das nicht zwangsläufig einen Aufschlag: Mit größerer Nachfrage sinken Skaleneffekte, und nachhaltige Optionen werden wettbewerbsfähiger. Entscheidend bleibt Kommunikation am Regal: einfache Siegel, klare Herkunft, verständliche Nährwertangaben. Die hier vorgestellten Ergebnisse liefern einen Startpunkt, der Handel und Herstellerinnen wie Hersteller zur Verbesserung motivieren kann.

Praktische Orientierung für den Einkauf

Wer gezielt nachhaltigere Proteinriegel sucht, kann sich an drei Punkten orientieren: bio, pflanzlich, fair. In Österreich sind laut Bericht die derzeit empfehlenswerten Riegel bei Bipa, Spar und Interspar erhältlich, Bio-Proteinriegel bei Drogerien konkret bei Bipa und dm. Das zeigt, dass es lohnt, gezielt nachzusehen und die Regale bewusst zu vergleichen. Für alle anderen Fälle gilt: Unverarbeitete Alternativen sind eine starke Option, besonders wenn sie regional verfügbar sind.

  • Kurz-Check am Regal: Bio-Siegel, veganes Label, Fairtrade-Zeichen.
  • Bei tierischem Protein: Zutatenliste auf Kollagen, Casein, Molkenisolat prüfen.
  • Palmöl: palmölfrei bevorzugen oder auf strenge Zertifizierung achten.
  • Alternativen: Tofu, Linsen, Bohnen, Nüsse; Rezepte zum Mitnehmen nutzen.

Rechtliche Hinweise und Quellen

Dieser Beitrag basiert auf der Presseinformation von Greenpeace und wurde redaktionell aufbereitet. Primärquelle: OTS-Aussendung. Weiterführende Informationen, Rezepte und Materialien: Greenpeace Marktcheck-Artikel, Protein-Rezepte, Bild- und Audio-Material (Credits: © Mitja Kobal / Greenpeace). Alle Angaben beziehen sich auf den Veröffentlichungsstand vom 27.01.2026.

Fazit und Ausblick

Der österreichische Markt für Proteinriegel wächst – aber die Spitze ist schmal. Vier von 293 getesteten Produkten erfüllen die Kombination aus bio, pflanzlich und fair. Das Gesamtbild ist damit klar: Es gibt positive Beispiele, doch die breite Masse hat bei Transparenz, Rohstoffwahl und sozialer Verantwortung Aufholbedarf. Für Konsumentinnen und Konsumenten ist die Orientierung leicht merkbar: bio, vegan und Fairtrade – am besten in Kombination. Wer mehr Kontrolle wünscht, greift zu unverarbeiteten Eiweißquellen oder bereitet Snacks selbst zu.

Die offene Frage an Handel und Herstellerinnen sowie Hersteller lautet: Wie schnell wird das Angebot an nachhaltigeren Proteinriegeln wachsen? Wer heute konsequent umstellt, kann morgen Marktanteile gewinnen. Leserinnen und Leser finden weiterführende Informationen und praktische Rezepte direkt bei Greenpeace. Der nächste Einkauf ist eine Entscheidung mit Wirkung – für die eigene Gesundheit, für faire Arbeitsbedingungen und für den Schutz wertvoller Ökosysteme.