Burgenland: Luftmessungen zeigen kein Gesundheitsrisiko

Redaktion

Am 5. Februar 2026: Taskforce im Burgenland startet Luftmessungen in Oberwart; erste Analysen zeigen kein Gesundheitsrisiko, Messungen laufen weiter. In einer Region, die durch das geologische Rechnitzer Fenster geprägt ist, sorgt die Frage nach der Luftqualität für erhöhte Aufmerksamkeit. Österreichweit blickt man auf den Bezirk Oberwart, wo eine spezialisierte Taskforce der Landesregierung Burgenland ihre Arbeit aufgenommen hat. Die ersten Daten deuten darauf hin, dass die Asbestfaserbelastung an ausgewählten Standorten unauffällig bleibt. Doch die Expertinnen und Experten betonen: Ein einzelner Messdurchgang ist keine Gesamtbewertung. Warum die Ergebnisse trotzdem wichtig sind, weshalb die Messstrategie längerfristig angelegt ist und was das für Bürgerinnen und Bürger konkret bedeutet, ordnen wir hier faktenbasiert und verständlich ein.

Luftmessungen im Bezirk Oberwart: Ergebnisse, Methode, Einordnung

Die Taskforce ‚Vorsorgeabklärung Luftqualität‘ hat in der ersten Messrunde an neun Standorten im Bezirk Oberwart Luftmessungen durchgeführt, darunter Punkte, an denen die Umweltorganisation Greenpeace zuvor Gesteinsproben genommen hatte. Die Erstmessungen ergaben laut Taskforce kein relevantes Gesundheitsrisiko. Alle bislang vorliegenden Messwerte bewegten sich unter jenen Richtwerten, nach denen die Taskforce arbeitet. Wichtig: Eine belastbare Bewertung erfordert mehrere Durchgänge bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen sowie den Abgleich mit der natürlich vorkommenden Hintergrundbelastung.

Die Taskforce wird von Expertinnen und Experten aus Umweltmedizin, Forschung, Verwaltung und Recht getragen. Leiter ist der Umweltmediziner Hans-Peter Hutter (Med Uni Wien); sein Stellvertreter ist der Mediziner Hanns Moshammer. Beide weisen darauf hin, dass nicht das bloße Vorhandensein asbesthaltiger Materialien entscheidend ist, sondern die Frage, ob lungengängige Fasern freigesetzt werden und eingeatmet werden können. Für die methodische Qualität sorgen zudem normgerechte Verfahren (ISO 14966, VDI 3492), die in der Probenahme und Analyse internationale Vergleichbarkeit sichern.

Was wurde gemessen und warum?

Gemessen wurde die Außenluft, nicht das Gestein. Das ist zentral, denn gesundheitlich relevant ist nicht der Asbestanteil im Material, sondern die mögliche Freisetzung von Fasern in die Atemluft. Dazu wurden pro Messpunkt jeweils drei Standgeräte betrieben, die über acht Stunden einen der menschlichen Atmung nachempfundenen Volumenstrom durch einen Goldfilter ziehen. Die aufgefangenen Partikel werden im Labor mittels Rasterelektronenmikroskop identifiziert, gezählt und anhand definierter Kriterien bewertet. Ergänzend kommen Personalsamples an frequentierten Standorten zum Einsatz, um realitätsnahe Expositionssituationen abzubilden.

Die Messergebnisse werden über einen längeren Zeitraum erhoben, um saisonale und witterungsbedingte Schwankungen zu berücksichtigen. Parallel werden Ausbreitungssimulationen erstellt, um mögliche Transportpfade von Fasern in Abhängigkeit von Wind, Topografie und Nutzung zu verstehen. Die Taskforce entscheidet nach Zweckmäßigkeit, an welchen zusätzlichen Standorten Messungen auf öffentlichem Gut sinnvoll sind. Gemeinden können in Abstimmung mit der Taskforce geeignete Orte melden.

Zahlen und Fakten: Was bisher vorliegt

  • Neun Messpunkte im Bezirk Oberwart wurden in der ersten Runde beprobt, darunter jene, an denen zuvor Gesteinsproben durch Greenpeace genommen wurden.
  • Pro Standort kamen jeweils drei Standgeräte zum Einsatz, mit einer standardisierten Probenahmedauer von acht Stunden je Messlauf.
  • Die Taskforce arbeitet nach den einschlägigen Normen ISO 14966 und VDI 3492 für die Messung und Bewertung von Asbestfasern in der Luft.
  • Erste Auswertungen zeigen: Es liegt kein relevantes Gesundheitsrisiko vor; die Messwerte bleiben unter den für die Taskforce relevanten Richtwerten.
  • Vollständige Bewertung: Frühindikationen sind nach rund einem Monat möglich; eine fundierte Gesamtinterpretation setzt eine messtechnische Abbildung über mindestens einen Jahresverlauf voraus.
  • Teilnahme und Transparenz: Gemeinden können Messstandorte auf öffentlichem Gut einmelden; die Auswahl erfolgt nach fachlicher Zweckmäßigkeit durch die Taskforce.
  • Bürgerkontakt: Hotline 057 600 1027 (Mo–Do 7:30–16:00, Fr 7:30–13:00) sowie E-Mail [email protected].

Fachbegriffe verständlich erklärt

Asbestfasern: Asbest ist ein Sammelbegriff für bestimmte natürlich vorkommende Silikatminerale, die faserig auskristallisieren. Diese Fasern sind sehr dünn, widerstandsfähig und hitzebeständig, weshalb Asbest früher in zahlreichen Bau- und Industrieprodukten eingesetzt wurde. Gesundheitsrelevant sind vor allem lungengängige Fasern, die tief in die Lunge eindringen können. Entscheidend ist, ob solche Fasern in die Luft freigesetzt werden und in welcher Konzentration sie eingeatmet werden. Das bloße Vorhandensein von Asbest im Gestein bedeutet nicht automatisch eine Exposition in der Atemluft.

Hintergrundbelastung: Darunter versteht man die Konzentration eines Stoffes, die natürlicherweise oder allgemein vorhanden ist, ohne dass eine spezifische lokale Quelle aktiv ist. Bei Asbest kann es in bestimmten geologischen Regionen eine natürliche Hintergrundbelastung geben, etwa durch verwitternde asbesthaltige Gesteine. Für eine sachgerechte Bewertung von Messwerten ist es notwendig, diese Hintergrundwerte zu kennen, um zu unterscheiden, was alltäglich ist und was auf besondere Ereignisse oder Quellen hinweist. Vergleichsmessungen über längere Zeiträume helfen dabei, diese Basislinie zu bestimmen.

ISO 14966 / VDI 3492: Diese Normen beschreiben anerkannte Verfahren zur Messung und Bewertung von Asbest in der Luft. ISO 14966 ist ein internationaler Standard, VDI 3492 stammt aus dem deutschsprachigen Raum. Beide legen fest, wie Proben zu nehmen sind, wie die Analyse (etwa mittels Elektronenmikroskopie) durchzuführen ist und welche Kriterien für die Identifikation von Fasern gelten. Das Ziel ist, reproduzierbare, vergleichbare und gerichtsfeste Ergebnisse zu erhalten, die unabhängig von Ort und Labor belastbar sind.

Rasterelektronenmikroskop (REM): Ein REM ist ein hochauflösendes Mikroskop, das eine Probe mit einem Elektronenstrahl abtastet und daraus sehr detaillierte Bilder erzeugt. In der Asbestanalytik dient es dazu, kleinste Faserstrukturen sichtbar zu machen, ihre Geometrie zu vermessen und anhand charakteristischer Merkmale zu identifizieren. Im Zusammenspiel mit energiedispersiver Röntgenspektroskopie können zusätzlich chemische Elemente nachgewiesen werden. Dadurch lassen sich Asbestfasern sicherer und genauer von anderen Partikeln unterscheiden.

Personalsample: Ein Personalsample ist eine lufttechnische Messung, die an einer Person oder in deren unmittelbarer Nähe durchgeführt wird, zum Beispiel mit einem tragbaren Pumpensystem. Ziel ist es, die tatsächliche Exposition in realen Nutzungssituationen abzubilden, etwa während Tätigkeiten oder an stark frequentierten Orten. So ergänzen Personalsamples stationäre Messungen, indem sie zeigen, welchen Konzentrationen Menschen in Bewegung oder bei bestimmter Nutzung wirklich ausgesetzt sein könnten.

Ausbreitungssimulation: Das sind rechnerische Modelle, die zeigen, wie sich Stoffe in der Luft bewegen und verteilen. Faktoren wie Windrichtung und -geschwindigkeit, Geländeprofile, Bebauung und Temperaturunterschiede beeinflussen die Ausbreitung. Simulationen helfen, mögliche Hotspots zu erkennen, Messstandorte gezielt auszuwählen und Messergebnisse besser zu interpretieren. Sie sind kein Ersatz für Messungen, aber ein wichtiges Werkzeug, um Messkampagnen effizient und aussagekräftig zu gestalten.

Rechnitzer Fenster: Dieser geologische Begriff beschreibt einen Bereich, in dem tiefere Gesteinsschichten durch geologische Prozesse an die Oberfläche treten. In einigen solchen Strukturen können natürlich asbesthaltige Minerale vorkommen. Für die Bewertung der Luftqualität bedeutet das: Es kann eine natürliche, geologisch bedingte Hintergrundbelastung geben. Daher ist es wichtig, Messwerte in Relation zur regional typischen Geologie zu sehen und nicht allein von punktuellen Gesteinsfunden auf ein Gesundheitsrisiko in der Luft zu schließen.

Lungengängige Fasern: Lungengängig sind Partikel oder Fasern, die so klein sind, dass sie beim Einatmen tief in die unteren Atemwege gelangen können. Bei Asbest wird die Fasergeometrie (Länge, Durchmesser, Verhältnis) herangezogen, um die Relevanz für die Lunge zu beurteilen. Nur wenn solche Fasern in die Luft freigesetzt werden und eine ausreichende Konzentration in der Atemzone von Menschen erreichen, entsteht eine potenzielle gesundheitliche Relevanz. Deshalb fokussieren Luftmessungen auf die Anzahl und Eigenschaften genau dieser Fasern.

Normgerechte Probenahme: Eine normgerechte Probenahme folgt festgelegten Schritten, damit Ergebnisse zuverlässig und vergleichbar sind. Dazu gehört die Auswahl repräsentativer Standorte, die Festlegung der Probenahmedauer, die Kontrolle der Durchflussraten und die Dokumentation der Umgebungsbedingungen. In der Gesteinsanalytik kommen weitere Kriterien hinzu, etwa die geologische Schichtung, die räumliche Variabilität und die mineralogische Zusammensetzung. Erst durch ein standardisiertes Vorgehen lassen sich Einzelbefunde zu einer wissenschaftlich tragfähigen Gesamtaussage zusammenführen.

Volumenstrom: Der Volumenstrom beschreibt, wie viel Luft pro Zeiteinheit durch ein Messsystem gesaugt wird. In der Asbestluftanalyse wird ein definierter Volumenstrom genutzt, der der menschlichen Atmung nachempfunden ist. Das sorgt dafür, dass die Messung realistisch ist und die ermittelte Faserzahl auf ein Luftvolumen bezogen werden kann. Aus dem Zusammenspiel von angesaugtem Luftvolumen und gezählten Fasern ergibt sich die Faserzahl pro Volumen, die später mit Richtwerten oder Referenzbereichen verglichen wird.

Historische Einordnung: Vom Baustoff zum Gesundheitsrisiko

Asbest wurde jahrzehntelang wegen seiner technischen Eigenschaften geschätzt. Die Fasern sind hitzebeständig, chemisch stabil und mechanisch belastbar. In vielen Ländern wurden sie in Bauprodukten, Isolierungen oder Bremsbelägen eingesetzt. Mit zunehmender wissenschaftlicher Erkenntnis über Gesundheitsrisiken, insbesondere Faserstaubexposition in der Arbeitswelt, vollzog sich eine deutliche Neubewertung. Heute ist die Verwendung von Asbest in der Europäischen Union verboten; der Fokus liegt auf Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Bestandsmaterial und auf einer sachgerechten Entsorgung.

In Österreich steht der Gesundheitsschutz seit Jahren im Mittelpunkt. Regelwerke, Schulungen und Bewilligungsverfahren zielen darauf ab, Freisetzungen so weit wie möglich zu verhindern. Gleichzeitig wurde klar, dass es Regionen mit natürlichem Vorkommen asbesthaltiger Minerale gibt. Das führt zu einer wichtigen Unterscheidung: Ein Befund im Gestein ist nicht gleichbedeutend mit einem Risiko in der Atemluft. Erst Luftmessungen zeigen, ob und in welchem Umfang eine Exposition vorliegt. Genau hier setzt die Taskforce im Burgenland an: Sie erhebt systematisch Daten zur Außenluft, ordnet sie fachlich ein und schafft damit eine Grundlage für nachvollziehbare Entscheidungen.

Vergleich: Andere Bundesländer, Deutschland, Schweiz

Auch in anderen österreichischen Bundesländern wird bei geologisch bedingten Fragen zur Luftqualität auf standardisierte Verfahren und längere Messreihen gesetzt. Das gemeinsame Ziel: belastbare Aussagen, die saisonale Schwankungen und lokale Besonderheiten berücksichtigen. Während urbane Regionen stärker auf Feinstaub- und Stickoxidmessungen fokussieren, geht es in geologisch speziellen Gebieten um mineralische Faserstäube und deren mögliche Freisetzung. Überall gilt: Luftmessungen sind das zentrale Instrument für die Bewertung eines potenziellen Gesundheitsrisikos.

In Deutschland ist die VDI 3492 als anerkannte Richtlinie etabliert, wodurch Labore und Behörden ein gemeinsames Referenzsystem haben. Das erleichtert Vergleichbarkeit zwischen Regionen und über längere Zeiträume. In der Schweiz greifen die zuständigen Stellen auf vergleichbare Standards und Vollzugshilfen zurück; kantonale Behörden und Bundesstellen arbeiten mit Leitfäden, die ein einheitliches Vorgehen unterstützen. Der gemeinsame Nenner im deutschsprachigen Raum ist die Orientierung an normierten Messverfahren, die eine seriöse, nicht-spekulative Einordnung ermöglichen. Genau diese Logik prägt die burgenländische Taskforce: standardisiert messen, transparent kommunizieren und Ergebnisse im Kontext der regionalen Geologie interpretieren.

Was bedeutet das für Bürgerinnen und Bürger?

Für die Bevölkerung im Bezirk Oberwart ist die Kernbotschaft der ersten Messrunde beruhigend: Es gibt aktuell keinen Hinweis auf ein relevantes Gesundheitsrisiko in der Außenluft an den untersuchten Punkten. Das heißt konkret, dass für den Alltag keine besonderen Einschränkungen angezeigt sind. Kinder können in die Schule, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an ihren Arbeitsplatz, Seniorinnen und Senioren ihren Tagesablauf planen – ohne auf Basis der bisherigen Datenlage besondere Schutzmaßnahmen ergreifen zu müssen.

Gleichzeitig gilt: Die Messkampagne läuft weiter. Je nach Witterung, Nutzung und Jahreszeit können Werte schwanken. Die Taskforce berücksichtigt das, indem sie über längere Zeiträume misst, bei Bedarf Standorte ergänzt und die Ergebnisse fortlaufend einordnet. Für Bürgerinnen und Bürger schafft das Verlässlichkeit. Wer konkrete Fragen zur Nähe eines öffentlichen Areals hat, kann diese über die Hotline oder per E-Mail adressieren. Gemeinden haben zudem die Möglichkeit, in Abstimmung mit der Taskforce Standorte auf öffentlichem Gut zur Messung anzumelden, wenn dies fachlich sinnvoll ist.

Ein praktisches Beispiel: In einem Gewerbegebiet wurde der Messbereich bewusst mit realitätsnaher Nutzung befahren, um das Freisetzungspotenzial unter Belastungssituationen zu prüfen. Solche Nutzungssimulationen erhöhen die Aussagekraft der Messungen. Für Anrainerinnen und Anrainer heißt das: Es wird nicht nur in ruhigen Situationen gemessen, sondern auch unter Bedingungen, die im Alltag auftreten können.

Was Expertinnen und Experten sagen

Der Leiter der Taskforce, Hans-Peter Hutter (Med Uni Wien), verweist darauf, dass die Asbestkonzentration bislang im üblichen Hintergrundbereich liegt, was in einer geologisch entsprechend geprägten Zone zu erwarten sei. Er betont, dass erst der vollständige Datensatz eine Gesamtinterpretation erlaubt. Der stellvertretende Leiter, Hanns Moshammer, stellt klar, dass nur freigesetzte, lungengängige Asbestfasern in der Luft eine potenzielle Gesundheitsgefährdung bedeuten. Die bisherige Auswertung gebe dafür keinen Hinweis. Der Sachverständige Michael Kochberger erläutert, warum Luftmessungen das entscheidende Kriterium für die gesundheitliche Bewertung sind und weshalb punktuelle Gesteinsproben ohne normgerechte Verfahren keine quantitativen Rückschlüsse auf den Gesamtmassenanteil zulassen.

Methodik im Detail: Warum die Vorgehensweise überzeugt

Die Taskforce kombiniert stationäre Messungen, Personalsamples und Ausbreitungsmodelle. Diese Triangulation erhöht die Robustheit: Stationäre Messungen liefern standardisierte Zeitreihen, Personalsamples spiegeln reale Expositionssituationen wider, und Simulationen zeigen, wo Messpunkte aussagekräftig sind. Die Laboranalyse mittels Rasterelektronenmikroskop erlaubt eine präzise Identifikation und Vermessung der Fasern. Die Daten werden mit dem angesaugten Luftvolumen verschnitten, um eine Faserzahl pro Volumen zu erhalten. Durch Vergleich mit Referenzbereichen und Richtwerten kann beurteilt werden, ob eine Auffälligkeit vorliegt.

Wesentlich ist der längere Betrachtungszeitraum. Asbestfreisetzung kann von Temperatur, Luftfeuchte, Wind und Nutzung abhängen. Mehrere Messdurchgänge über verschiedene Wetterlagen hinweg liefern ein repräsentatives Bild. Frühindikationen sind innerhalb eines Monats möglich, doch die vollständige messtechnische Abbildung eines Jahresverlaufs erhöht die Aussagekraft erheblich. So lässt sich saisonale Variabilität berücksichtigen und es können Trends erkannt werden.

Transparenz und Beteiligung: Rolle von Gemeinden und Verwaltung

Das Land Burgenland und die Taskforce können Luftmessungen ausschließlich auf öffentlichem Gut veranlassen, sofern ein Anlass oder eine klare Zweckmäßigkeit gegeben ist. Gemeinden spielen daher eine wichtige Rolle: Sie können Standorte einmelden, die aus kommunaler Sicht relevant sind. Die Expertinnen und Experten der Taskforce prüfen jeden Vorschlag auf Eignung und Aussagekraft. So wird sichergestellt, dass Ressourcen in Messpunkte fließen, die für die Bewertung der Luftqualität tatsächlich hilfreich sind. Der regelmäßige Austausch mit den zuständigen Ministerien sichert darüber hinaus die Einbettung in übergeordnete fachliche Standards.

Zukunftsperspektive: Wie geht es weiter?

In den kommenden Monaten wird die Taskforce weitere Messdurchgänge durchführen und zusätzliche Standorte erschließen, sofern dies fachlich notwendig ist. Mit jedem Durchgang wächst der Datensatz, aus dem sich zuverlässige Aussagen ableiten lassen. Zu erwarten ist, dass der Jahresverlauf wichtige Erkenntnisse über wetter- und nutzungsbedingte Schwankungen bringt. Auf Basis der vollständigen Daten kann die Taskforce die Luftqualität differenziert einordnen und – falls erforderlich – Empfehlungen für Präventions- oder Managementmaßnahmen aussprechen.

Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet das: Stabilität durch verlässliche Information. Solange die Messwerte unterhalb einschlägiger Richtwerte liegen und keine Auffälligkeiten zeigen, besteht kein Anlass für spezielle Verhaltensänderungen. Sollte sich der Befund künftig ändern, sind Informationswege über Gemeinden, Landesstellen und die Hotline etabliert. Damit bleibt die Bewertung dynamisch, faktenbasiert und nachvollziehbar.

Einordnung im größeren Kontext

Die aktuelle Messkampagne im Bezirk Oberwart reiht sich in eine breit angelegte Entwicklung ein: Umwelt- und Gesundheitsfragen werden zunehmend datengetrieben bewertet. Gerade bei Asbest, wo Emotion und Erinnerung an frühere Nutzungen mitschwingen, schafft die Konzentration auf Luftmessungen eine klare Linie. Sie rückt das Kriterium der tatsächlichen Exposition in den Mittelpunkt. In einer Region mit geologischen Besonderheiten wie dem Rechnitzer Fenster ist dieser Ansatz besonders sinnvoll, weil er die natürliche Hintergrundbelastung methodisch erfasst und dadurch objektiv bewertet.

Die Kommunikation der Taskforce ist darauf ausgelegt, die Bevölkerung einzubinden: mit einer Hotline, E-Mail-Kontakt und der Möglichkeit für Gemeinden, Messstandorte anzuregen. Dieser partizipative Ansatz stärkt Vertrauen und sorgt dafür, dass lokale Kenntnisse in die Standortwahl einfließen. Gleichzeitig verhindert das normierte Vorgehen vorschnelle Schlüsse aus Einzelbefunden. Erst wenn die Gesamtheit der Daten vorliegt, wird ein Gesamtbild gezeichnet – ein Vorgehen, das seriöser Berichterstattung und verantwortungsvollem Verwaltungshandeln entspricht.

Praktische Beispiele und Alltagsszenarien

  • Familien in Wohngebieten: Nach aktueller Datenlage ist keine besondere Vorsicht im Alltag angezeigt. Spielplätze, Schulwege und Freizeitaktivitäten können normal genutzt werden.
  • Unternehmen in Gewerbezonen: Die Nutzungssimulation mit einem LKW am Messstandort zeigt, dass auch unter realen Belastungen keine Auffälligkeiten detektiert wurden. Weitere Messungen folgen, um dieses Bild zu verifizieren.
  • Gemeinden: Wer potenziell relevante Flächen auf öffentlichem Gut betreut, kann in Abstimmung mit der Taskforce die Einmeldung eines Messstandorts prüfen. Die Eignung wird fachlich bewertet.

Rechtliche und kommunikative Sorgfalt

Die Bewertung bleibt bis zum Abschluss der Messkampagne vorläufig. Aussagen über ein Gesundheitsrisiko stützen sich ausschließlich auf gemessene und nach Norm bewertete Daten. Das entspricht den Grundsätzen des österreichischen Medienrechts und den Richtlinien des Presserats: keine unbelegten Behauptungen, klare Trennung von Information und Bewertung, sowie die nachvollziehbare Nennung der Quelle. Für weiterführende Informationen steht die offizielle Presseaussendung des Amtes der Burgenländischen Landesregierung zur Verfügung.

Weiterführende Links: Quelle: Amt der Burgenländischen Landesregierung (OTS), Medizinische Universität Wien, VDI 3492, ISO 14966 (externe Seiten, Verantwortung liegt bei den jeweiligen Betreibern).

Fazit und Ausblick

Die bisherigen Messergebnisse im Bezirk Oberwart senden eine beruhigende Nachricht: Kein Hinweis auf ein relevantes Gesundheitsrisiko durch Asbestfasern in der Außenluft an den untersuchten Punkten. Gleichzeitig bleibt die Aussage bewusst vorsichtig: Erst der vollständige Jahresverlauf ermöglicht eine endgültige Einordnung. Der methodische Ansatz überzeugt durch Normtreue, Langfristigkeit und Transparenz. Gemeinden, Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, Fragen aktiv einzubringen und Standorte auf öffentlichem Gut anzuregen, wenn dies fachlich sinnvoll erscheint.

Bleiben Sie informiert, verfolgen Sie die Updates des Landes Burgenland und nutzen Sie bei Anliegen die Hotline 057 600 1027 oder die E-Mail [email protected]. Welche weiteren Messpunkte in den kommenden Wochen ergänzt werden und wie sich der saisonale Verlauf zeigt, wird die öffentliche Debatte prägen. Wer tiefer einsteigen will, findet Details und Zwischenstände in der offiziellen Presseinformation. So entsteht ein belastbares Bild der Luftqualität im Südburgenland – faktenbasiert, nachvollziehbar und mit Blick auf die Gesundheit der Bevölkerung.