Wien (OTS) – Für UNOS – Unternehmerisches Österreich hat die Causa
Ruck einen
Punkt erreicht, an dem die Wirtschaftskammer Wien Handlungsfähigkeit
und Glaubwürdigkeit gleichzeitig verliert.
„Die anhaltende Debatte lähmt die Wirtschaftskammer Wien in einer
Zeit, in der die Unternehmerinnen und Unternehmer eine
handlungsfähige Interessenvertretung dringend brauchen. Statt über
Standort, Bürokratie und die weitere Senkung der Kammerumlage 2 zu
sprechen, dominieren Postenschacher und ein Führungsstil, der offen
despektierlich über die eigenen Mitglieder – von der Industrie
abwärts – redet. Das beschädigt das Vertrauen der Pflichtmitglieder,
konterkariert den Reformkurs von WKÖ-Präsidentin Martha Schultz und
schadet der Kammer als Institution“, stellt UNOS Wien Landessprecher
Conrad Bauer fest.
Für Bauer geht es daher nicht nur um die Aufarbeitung eines
Einzelfalls, sondern um die Frage, wie sich die Wirtschaftskammer
Wien insgesamt neu aufstellt. „So sind wir nicht. Die
Wirtschaftskammer Wien muss sich ändern – strukturell, personell und
kulturell. Die Mitglieder zahlen verpflichtend Beiträge und haben ein
Recht auf eine Kammer, die handlungsfähig ist, ihre Interessen ernst
nimmt und integer geführt wird. Wer immer künftig an der Spitze
steht, wird an konkreten Schritten gemessen werden“, so Bauer.
UNOS Wien legen dazu drei konkrete Reformschritte für die
Wirtschaftskammer Wien vor:
– Verbindlicher Code of Conduct mit klaren Regeln und Sanktionen.
Schluss mit Frauenfeindlichkeit und respektlosem Umgang – nach außen
wie hinter verschlossenen Türen.
– Verpflichtende, öffentliche Ausschreibungen für Funktions- und
Führungsposten nach transparenten Kriterien, auch für Nominierungen
durch die Kammer. Schluss mit Postenschacher in der Kammer und in
kammernahen Einrichtungen.
– Echte Ur-Wahlen: Direktwahl der WKW-Präsidentin / des WKW-
Präsidenten und der Mitglieder des Wirtschaftsparlaments. „Vor der
Wahl 87 Mandate, nach der Wahl 92, aktuell 93 – ohne nachvollziehbare
Begründung. Dieser Umgang mit der eigenen Struktur ist Teil des
Problems und kann nur durch eine Wahlrechtsreform gelöst werden“, so
Bauer.
Für UNOS Bundessprecher Michael Bernhard sind personelle
Konsequenzen die Voraussetzung dafür, dass diese Reformen überhaupt
gelingen können: „Es ist Walter Ruck, der als Präsident für den
derzeitigen Zustand die Verantwortung trägt. Solange er im Amt
bleibt, wird die Debatte weiterlaufen – zulasten der Mitglieder,
zulasten der Handlungsfähigkeit der Kammer und zulasten des
Reformkurses in der WKÖ. Ein rascher Schlussstrich liegt im Interesse
der Wirtschaftskammer selbst. Walter Ruck sollte sein Amt zur
Verfügung stellen“, fordert Bernhard.
„Es geht nicht um eine Personaldebatte um ihrer selbst willen. Es
geht darum, dass die Wirtschaftskammer endlich wieder über die
Anliegen ihrer Mitglieder spricht und nicht über sich selbst. Der
Rücktritt ist der notwendige erste Schritt, um die Debatte zu beenden
und der Kammer Handlungsfähigkeit zurückzugeben. Er ersetzt aber
keine strukturelle Erneuerung. Ohne echte Reformen bleibt jedes
Bekenntnis zur Veränderung Fassade und der Schaden für die Wiener
Wirtschaft wächst weiter“, so Bernhard abschließend.
UNOS – Unternehmerisches Österreich vertreten seit 2014 die
Interessen liberal denkender Unternehmerinnen und Unternehmer und
sind in acht Wirtschaftsparlamenten präsent.
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