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Hubig kündigt schärferes Vorgehen gegen Deepfakes an

Hamburg (OTS) – Bundesjustizministerin Dr. Stefanie Hubig hat auf dem
BIG BANG KI
FESTIVAL in Berlin gestern ein schärferes Vorgehen gegen Deepfakes
angekündigt. Zugleich forderte Microsoft-Manager Alexander Britz
einen Verhaltenskodex für Künstliche Intelligenz. Festival-Host Jens
de Buhr sprach sich angesichts der rasanten technologischen
Entwicklung für eine zeitweise KI-Pause aus. Das BIG BANG KI FESTIVAL
hat am 16. und 17. September einen neuen Besucherrekord aufgestellt –
11.400 Gäste kamen in die „STATION Berlin“.

Hubig: Gesetzeslage reicht nicht aus

„Derzeit reicht die Gesetzeslage nach unserer Auffassung noch
nicht aus, um sich gut vor Deepfakes schützen zu können“, sagte Hubig
nach ihrem Live-Interview mit der ehemaligen Bundeswirtschafts- und
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries. Ein Gesetzentwurf ihres
Hauses soll zeitnah ins Bundeskabinett und anschließend in den
Bundestag kommen. Vorgesehen sind unter anderem schärfere
Möglichkeiten, gegen die Verbreitung von Deepfakes und die
Herstellung pornografischer Deepfakes vorzugehen. Betroffene sollen
Verantwortliche leichter identifizieren, Inhalte löschen lassen und
unter bestimmten Voraussetzungen Accounts gerichtlich sperren lassen
können.

Microsoft fordert Leitplanken für KI

Auch aus der Technologiebranche kommt der Ruf nach klareren
Grenzen. Alexander Britz von Microsoft Deutschland forderte auf dem
Festival einen übergreifenden KI-Verhaltenskodex. „Wir sehen KI, die
vorgaukelt, ein Bewusstsein zu haben. Wir sehen KI, die vorgaukelt,
menschliche Gefühle zu haben. Das ist der falsche Weg.“ Seine
zentrale Frage: „Was kann KI, was sollte KI und, was noch wichtiger
ist: Was sollte KI nicht?“ Britz forderte: „Jetzt ist die Zeit, vom
Menschen definierte Leitplanken zu setzen.“

De Buhr: „Die Technologie überholt uns“

Festival-Host Jens de Buhr forderte angesichts des
Entwicklungstempos eine zeitweise KI-Pause für besonders
leistungsfähige Systeme. „Was gerade passiert, überfordert uns alle.
Die Technologie entwickelt sich so schnell, dass sie uns durch ihre
eigene Geschwindigkeit überholt. Wir brauchen deshalb für einige
Monate eine KI-Pause – nicht um KI aufzuhalten, sondern um Zeit zu
gewinnen, Risiken besser zu verstehen und Sicherheitsmechanismen zu
entwickeln.“ De Buhr ergänzte: „Ich bin ein großer KI-Optimist. Aber
Optimismus darf nicht Naivität bedeuten. Wir müssen Innovation
ermöglichen und gleichzeitig dafür sorgen, dass der Mensch die
Kontrolle behält.“ Auch Medizinethikerin Prof. Dr. Alena Buyx warnte
auf dem Festival davor, immer mehr menschliche Fähigkeiten an KI
abzugeben: „Man darf der KI nicht alles delegieren.“

Die zentrale Botschaft der Diskussionen in Berlin: Es geht nicht
um weniger KI. Es geht um klare Regeln dafür, was Künstliche
Intelligenz darf – und welche Entscheidungen beim Menschen bleiben
müssen.

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