Asbest-Alarm im Burgenland: Greenpeace fordert Sperren

Redaktion

Österreich blickt am 2026-01-23 ins Burgenland: Umweltprüfungen haben an mehreren Orten krebserregende Asbestfasern ans Licht gebracht. Die Funde betreffen Alltagsflächen, die viele Menschen nutzen. Betroffen sind Freizeitbereiche, Zufahrten und Baustellen. Der öffentliche Raum wird zur möglichen Gefahrenzone. Was das für Familien, Beschäftigte und Gemeinden bedeutet, ist enorm. Die Dringlichkeit ist hoch. Doch wie groß ist die Gefahr wirklich, und welche Schritte sind jetzt notwendig? Dieser Überblick ordnet die Lage ein, erklärt Fachbegriffe verständlich und vergleicht, wie andere Regionen damit umgehen. Zudem zeigt er, was Bürgerinnen und Bürger wissen sollten, wo Verantwortliche gefordert sind und welche Weichen für die Zukunft gestellt werden müssen.

Asbest Burgenland: Fakten, Folgen und Forderungen im Überblick

Auslöser der aktuellen Debatte ist eine Untersuchung von Greenpeace. Die Organisation ließ Materialproben aus Oberwart, Rechnitz und Neumarkt im Tauchental analysieren. Laut OTS-Aussendung enthalten manche Proben mehr als 50 Prozent Asbest. Schon ab 0,1 Prozent gilt Material als gefährlicher Abfall. Besonders dort, wo Verkehr, Bauarbeiten oder Sport den Untergrund beanspruchen, können Fasern freigesetzt werden. Greenpeace fordert deshalb rasche Sperren stark genutzter Flächen. Genannt werden die Pumptrack-Anlage beim Skatepark in Rechnitz, die Krankenhausbaustelle in Oberwart sowie eine Schotterstraße in einer Einfamilienhaussiedlung in Neumarkt im Tauchental.

Stefan Stadler vom Investigativ-Team von Greenpeace Österreich wird in der Quelle mit deutlichen Worten zitiert: „Selbst minimale Asbestmengen können in unseren Lungen immensen Schaden anrichten. In Oberwart liegt asbestbelasteter Schotter direkt bei der Klinik, in Rechnitz fahren Kinder mit Fahrrädern, Scootern und Skateboard über asbestverseuchten Asphalt. Das ist Gefahr im Verzug.“ Asbest ist in Österreich seit 1990 verboten und muss unter strengen Sicherheitsauflagen geborgen und in speziellen Asbestdeponien entsorgt werden.

Die Proben stammen laut Greenpeace unter anderem von der Rettungseinfahrt in Rechnitz, dem Rathausplatz in Oberwart, der Klinikzufahrt in Oberwart, dem Straßenbankett bei der Klinik, einer Baustelle im Gewerbepark Oberwart sowie einer Schotterstraße nahe eines Spielplatzes in Neumarkt im Tauchental. Umweltmedizinerin Daniela Haluza von der Medizinischen Universität Wien warnt in der Aussendung vor den gesundheitlichen Folgen: Tremolit, die festgestellte Asbest-Art, bildet langlebige Fasern, die tief in die Lunge eindringen können. Daraus können sich Asbestose, Lungenkrebs oder bösartige Tumoren des Brustfells entwickeln, oft mit jahrzehntelanger Verzögerung.

Die Spur führt zu Serpentinit-Steinbrüchen. Vier davon wurden im Burgenland im Jänner 2026 wegen hoher Asbestbelastung gesperrt. Schon 2008 gab es einen Rückruf von asbestbelastetem Streusplitt aus einem betroffenen Steinbruch. Obwohl das Asbestvorkommen in der Region seit langem dokumentiert ist, wurden Abbau und Erweiterungen genehmigt. Greenpeace fordert nun, betroffene Flächen rasch zu sperren, Verbreitung zu verhindern und systematisch zu erheben, wo asbesthaltiges Gestein eingesetzt wurde. Besonders sensible Orte wie Spielplätze, Freizeitparks, Kindergärten, Schulen und Gesundheitseinrichtungen stehen im Fokus. Ein Factsheet samt Laborbericht und Bildmaterial hat Greenpeace bereitgestellt.

Fachbegriffe verständlich erklärt

Asbest: Asbest ist ein Sammelbegriff für natürlich vorkommende, faserige Silikatminerale. Diese Fasern sind sehr hitzebeständig, reißfest und chemisch stabil. Deshalb wurde Asbest jahrzehntelang in Baustoffen, Dichtungen, Bremsbelägen oder als Dämmmaterial verwendet. Das Problem ist die Faserform: Gelangen feine, respirable Fasern in die Lunge, können sie dort vom Körper kaum abgebaut werden. Wiederholte oder längere Exposition kann chronische Entzündungen, Vernarbungen des Lungengewebes und Krebs auslösen. Wegen dieser gravierenden Gesundheitsgefahren ist die Verwendung in Österreich seit 1990 verboten. Altlasten und natürlich asbesthaltige Gesteine bleiben jedoch ein Thema.

Tremolit: Tremolit ist eine Asbest-Varietät aus der Gruppe der Amphibole. Charakteristisch sind sehr dünne, nadelförmige Fasern mit hoher biopersistenter Stabilität. Das bedeutet, die Fasern verbleiben lange im Körper. Gerade diese Langlebigkeit erhöht das Risiko, dass sich entzündliche Prozesse entwickeln und im Zeitverlauf schwere Krankheiten entstehen. In der aktuellen Untersuchung wird Tremolit als jene Art genannt, die im Burgenland festgestellt wurde. Tremolit kann in bestimmten magmatischen oder metamorphen Gesteinen vorkommen, etwa in Serpentinit. In der Praxis ist relevant, dass Faserfreisetzung oft durch mechanische Belastung wie Schleifen, Fräsen, Verkehr oder Abrieb steigt.

Serpentinit: Serpentinit ist ein metamorphes Gestein, das aus der Umwandlung ultrabasischer Gesteine entsteht. Es kann natürlich Asbestminerale enthalten. Nicht jeder Serpentinit ist asbesthaltig, jedoch ist das Risiko erhöht, dass beim Abbau und bei der Zerkleinerung fasrige Komponenten freigesetzt werden. Wird Serpentinit als Schotter, Splitt oder Zuschlagstoff in Straßenbau und Landschaftsbau eingesetzt, kommt es zu ständiger mechanischer Beanspruchung. Dadurch werden Fasern in die Umgebung abgegeben. Deshalb sind geologische Vorerkundung, Laboranalysen und ein konsequentes Qualitätsmanagement entscheidend, bevor Material in den Verkehr gelangt.

Gefährlicher Abfall: In Österreich gilt Material bereits ab einem Asbestgehalt von 0,1 Prozent als gefährlicher Abfall. Diese Einstufung hat weitreichende Folgen für Transport, Lagerung, Behandlung und Entsorgung. Gefährlicher Abfall unterliegt strengen Nachweis- und Sicherheitsregeln. Verantwortlich sind Betreiberinnen und Betreiber sowie die zuständigen Behörden. Der strenge Grenzwert soll sicherstellen, dass selbst geringe Konzentrationen nicht unkontrolliert in den Kreislauf gelangen. Praktisch bedeutet dies, dass Probenahme, Analyse und Dokumentation besonders sorgfältig erfolgen müssen, bevor betroffene Materialien auf Baustellen, Straßen oder Freizeitflächen verwendet werden.

Abrieb: Abrieb beschreibt das Abtragen kleiner Partikel von einer Oberfläche durch mechanische Beanspruchung. Im Kontext Asbest sind Abriebquellen vielfältig. Von Reifen auf Asphalt über Skateboards auf Pumptracks bis zu Baustellenverkehr und Schneeräumung. Jede Beanspruchung kann faserhaltige Partikel aus dem Material lösen. Kritisch ist, dass diese Partikel sehr klein sein können und bei trockenen Bedingungen in die Luft gelangen. Je feiner und je länger die Faser, desto problematischer für die Atemwege. Darum sind Staubbindung, Bewässerung und Abschirmung wichtige Maßnahmen, um Abriebwirkungen zu mindern.

Streusplitt: Streusplitt ist gebrochenes Gestein kleiner Korngrößen, das im Winterdienst zur Erhöhung der Griffigkeit eingesetzt wird. In Regionen mit asbesthaltigem Ausgangsmaterial kann Splitt selbst ein Risiko tragen, wenn er Tremolit oder andere Asbestfasern enthält. Im Winterdienst wird Splitt massenhaft verteilt und durch Verkehr stark beansprucht. Dabei entstehen feine Partikel. Nach der Tauperiode wird Splitt oft aufgekehrt, wobei erneut Staub aufwirbeln kann. Deshalb sind Materialprüfung und alternative Produkte dort notwendig, wo naturbedingt ein Asbestrisiko nicht ausgeschlossen werden kann.

Asbestdeponie: Asbesthaltige Materialien dürfen nicht in normale Deponien gelangen. Spezielle Asbestdeponien sind so ausgelegt, dass sie Fasern dauerhaft einschließen. Das umfasst dichte Abdichtungen, gesicherte Einbauweisen und strikte Annahmekontrollen. Die Logistik ist ebenfalls streng geregelt. Verpackung in staubdichten Big Bags, Kennzeichnung, geschlossene Transporte und geschultes Personal sind Standard. Ziel ist, jedes Emissionsrisiko entlang der Kette von der Bergung bis zur Endlagerung zu minimieren. Das verursacht höhere Kosten, schützt jedoch Gesundheit und Umwelt zuverlässig.

Asbestose und Mesotheliom: Asbestose ist eine staubbedingte Lungenfibrose. Durch langfristige Exposition entwickelt sich eine Vernarbung des Lungengewebes. Das führt zu Atemnot, eingeschränkter Belastbarkeit und erhöhtem Risiko weiterer Erkrankungen. Mesotheliom ist ein bösartiger Tumor des Brust- oder Bauchfells. Er wird stark mit Asbestexposition in Verbindung gebracht. Beide Erkrankungen haben oft lange Latenzzeiten. Symptome können Jahrzehnte nach der Exposition auftreten. Genau das macht Prävention so wichtig. Schon geringe, wiederholte Expositionen sollten vermieden werden. Informationen zu Gesundheitsaspekten stellt in Österreich unter anderem die AGES bereit.

Historische Entwicklung: Von der Alltagsfaser zum Verbot

Asbest war im 20. Jahrhundert ein Erfolgsrohstoff. Seine Eigenschaften passten perfekt zu den Bau- und Industriebedürfnissen. Es fand sich in Dachplatten, Fassaden, Fliesenklebern, Rohrisolierungen, Nachtspeicheröfen oder Bremsbelägen. In Österreich änderte sich das Bild grundlegend, als gesundheitliche Risiken immer klarer belegt wurden. Forschung und Fallregister dokumentierten die Gefahren der feinen Fasern. In der Folge wurde Asbest Schritt für Schritt reguliert. Österreich untersagte die Verwendung 1990. Seither gilt ein strenges Regime für Sanierung, Arbeitsschutz und Entsorgung. Die EU verschärfte in den 2000er-Jahren die Regeln. Bestimmte Produkte wurden unionsweit verboten, Arbeits- und Schutzstandards angehoben.

Parallel rückten Altlasten in den Fokus. Viele Gebäude aus den 1960er bis 1980er Jahren enthalten noch asbesthaltige Materialien. Für Sanierungen gibt es normierte Verfahren, Schulungen und Schutzvorschriften. Was im Burgenland nun sichtbar wird, ist ein anderer Aspekt: Asbest kann auch natürlich in Gesteinen vorkommen, die vermeintlich harmlos erscheinen. Wenn solches Gestein abgebaut, zerkleinert und als Zuschlagstoff verteilt wird, gelangt potenziell ein Gefahrenstoff in den Alltag. Der Rückruf von asbestbelastetem Streusplitt im Jahr 2008 war ein Warnsignal. Die nunmehrigen Sperren von vier Serpentinit-Steinbrüchen im Jänner 2026 zeigen, dass das Problem nicht nur historisch ist, sondern sehr aktuell.

Vergleich: Österreichs Bundesländer, Deutschland und Schweiz

Österreich ist geologisch vielfältig. Wo natürliche Asbestvorkommen vorkommen, müssen Materialströme besonders streng geprüft werden. Die aktuelle Debatte im Burgenland wirft daher auch Fragen an andere Bundesländer auf. In Regionen mit umfangreichen Straßenbauprojekten und hohem Einsatz von Schotter und Splitt braucht es klare Prüfprozesse. Einheitliche Prüfstandards, nachvollziehbare Lieferketten und transparente Prüfberichte helfen, Vertrauen zu schaffen. Wenn Laboranalysen Anteile im Promillebereich erfassen, sollten Behörden Schwellenwerte, Monitoring und Folgemaßnahmen klar kommunizieren. So lassen sich Verunsicherung und unangemessene Reaktionen vermeiden.

Deutschland verfügt über detaillierte Arbeitsschutzvorgaben bei Asbest. Maßgeblich sind die Gefahrstoffverordnung und technische Regeln wie TRGS für Tätigkeiten an asbesthaltigen Materialien. Für Sanierungen bestehen Pflichtschulungen, Anzeigeverfahren und staubarme Arbeitsweisen. Auch für mineralische Rohstoffe, die Asbest enthalten können, ist die Prüfung ein Thema. Die Schweiz hat Asbest seit 1990 verboten. Die Durchsetzung stützt sich auf klare Vorgaben und die Praxisleitfäden der Unfallversicherung SUVA. Beide Länder betonen den Grundsatz: Erst prüfen, dann einsetzen. Für Österreich bedeutet das, Erfahrungen zu bündeln, Prüfpflichten lückenlos zu verankern und Ergebnisse offen zu legen. Das schützt Menschen und senkt Haftungsrisiken.

Konkreter Bürger-Impact: Was bedeutet das für den Alltag?

Die in der Quelle genannten Orte sind Teil des öffentlichen Lebens: ein Skatepark, Zufahrten zu einer Klinik, Straßenabschnitte in Siedlungsnähe und Baustellen. Das Risiko steigt mit der mechanischen Belastung der Flächen. Wo Räder, Schuhe, Maschinen und Fahrzeuge über Material mit potenziell asbesthaltigen Anteilen rollen, können Fasern in die Umwelt gelangen. Bei Trockenheit steigt die Staubbelastung. Für Familien in den betroffenen Gemeinden bedeutet das Unsicherheit. Kinder spielen in der Nähe, Jugendliche nutzen Pumptracks, Erwachsene pendeln über die Strecken oder arbeiten auf Baustellen.

Konkrete Beispiele verdeutlichen die Lage:

  • Familien, deren Kinder den Skatepark in Rechnitz nutzen, erwarten klare und schnelle Information, Sperren falls notwendig und sichtbare Absicherung.
  • Beschäftigte auf der Krankenhausbaustelle in Oberwart benötigen arbeitsmedizinische Unterweisung, geeignete Schutzausrüstung und staubarme Arbeitsverfahren.
  • Anrainerinnen und Anrainer an der Schotterstraße in Neumarkt im Tauchental brauchen verlässliche Mess- und Sanierungspläne, inklusive Staubbindung und Ersatzmaterialien.
  • Gemeinden und Bauhöfe müssen Lieferketten prüfen, Zwischenlager sichern und Entsorgungswege rechtssicher organisieren.

Für die Bevölkerung gilt: Keine Panik, aber Vorsicht. Staubentwicklung vermeiden, Kinder von auffälligen Bereichen fernhalten, Hinweise der Behörden beachten. Wenn Sperren ausgesprochen werden, sind sie ernst zu nehmen. Verdachtsmomente sollten dokumentiert und den zuständigen Stellen gemeldet werden. Gesundheitsfragen gehören in medizinische Hände. Allgemeine Informationen bieten etwa die AGES und das Umweltbundesamt. Eine ärztliche Beratung ist sinnvoll, wenn Sorge über eine mögliche Exposition besteht. Für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind Arbeitsschutzvorschriften verbindlich. Dazu zählen staubarme Verfahren, Schulungen, Baustellenhygiene und geeignete persönliche Schutzausrüstung.

Zahlen und Fakten: Einordnung der Befunde

Neun Probenorte wurden laut Quelle untersucht. Einige Proben enthielten mehr als 50 Prozent Asbest. Zum Vergleich: Schon ab 0,1 Prozent wird Material als gefährlicher Abfall eingestuft. Das ist ein Unterschied um mehrere Größenordnungen. Dieser Abstand erklärt, warum Greenpeace sofortige Sperren an stark beanspruchten Flächen verlangt. Die Orte sind hoch frequentiert. Es geht um Sport, Gesundheitsversorgung, Baustellenverkehr und Wohnumfeld. In solchen Settings ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Fasern durch Abrieb in die Luft gelangen.

Die Funde betreffen Tremolit-Asbest, ein langlebiges, amphibolisches Fasermineral. Der Nachweis erfolgte laut Greenpeace im Labor. Details zu Probenahme, Analytik und Messergebnissen sind im bereitgestellten Factsheet abrufbar. Ergänzende Bilddokumentation bietet der verlinkte Fotopool. Für die Einordnung sind mehrere Punkte relevant:

  • Je höher der Asbestanteil, desto strenger müssen Absicherung, Bergung und Entsorgung organisiert werden.
  • Das Gesundheitsrisiko hängt nicht nur vom Anteil im Material ab, sondern entscheidend von der Faserfreisetzung und Expositionsdauer.
  • Freie Fasern in der Atemluft sind kritischer als fest gebundene Fasern im ungestörten Material.
  • Baustellen, Sportflächen und stark befahrene Zufahrten erhöhen mechanische Belastung und damit potenzielle Faserfreisetzung.

Laut Quelle wurden im Jänner 2026 vier Serpentinit-Steinbrüche im Burgenland gesperrt. Bereits 2008 gab es eine Rückrufaktion für asbestbelasteten Streusplitt aus einem der betroffenen Betriebe. Diese Chronologie zeigt, dass das Thema wiederkehrend ist. Der aktuelle Befund legt nahe, Lieferketten rückwärts zu tracen. So lässt sich klären, wo asbesthaltiges Material verbaut wurde. Gleichzeitig ist das Augenmerk auf sensible Orte wichtig: Spielplätze, Freizeitanlagen, Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser. Genau darauf verweist die Forderung von Greenpeace.

Hintergründe und Verantwortlichkeiten

Die Verantwortung für sichere Materialien beginnt beim Abbau. Geologische Erkundungen und systematische Laboranalysen sind Pflicht. Betreiberinnen und Betreiber dokumentieren Qualitäten und Grenzwerte. Auftraggeberinnen und Auftraggeber im öffentlichen und privaten Bereich müssen die Eignung des Materials prüfen und vertraglich absichern. Bauaufsicht, Gemeinde und Land spielen eine zentrale Rolle bei Kontrolle, Aufsicht und Kommunikation. Tritt ein Verdacht auf, sind schnelle Sperren, Staubbindung, Probenahme und transparente Berichte sinnvoll. Wenn sich der Verdacht bestätigt, folgen Bergung, Verpackung, Transport und Entsorgung in Asbestdeponien. In Österreich gelten dabei strenge Schutz- und Dokumentationspflichten.

Eine offene Kommunikation ist für das Vertrauen der Bevölkerung entscheidend. Behörden sollten Messergebnisse in verständlicher Form bereitstellen. Dazu gehören Lagepläne, Probenorte, Grenzwerte, Methodik und nächste Schritte. Wo Unsicherheiten bestehen, müssen sie benannt werden. So können Gerüchte vermieden werden. Auch Schulen, Kindergärten, Kliniken und Vereine sollten frühzeitig informiert werden, wenn ihr Umfeld betroffen ist. Prävention, Aufklärung und klare Zuständigkeiten schützen am Ende am besten.

Was jetzt zu tun ist: Maßnahmenpaket für Gemeinden und Land

  • Sofortmaßnahmen: Absperren, Beschildern, Staubbindung, Verkehrslenkung, Zugangskontrollen an Verdachtsflächen.
  • Analytik: Standardisierte Probenahmen, akkreditierte Labore, Doppelanalysen an Hotspots, Veröffentlichung der Ergebnisse.
  • Rückverfolgung: Lieferkettenanalyse von Steinbruch bis Baustelle, stichprobenartige Kontrollen weiterer Projekte.
  • Sanierung: Staubarmer Ausbau, dichte Verpackung, gesicherter Transport, Entsorgung in geeigneten Asbestdeponien.
  • Arbeitsschutz: Unterweisung, geeignete PSA, Verfahren nach Stand der Technik, Baustellenhygiene mit Reinigung und Abschirmung.
  • Kommunikation: Regelmäßige Updates, Hotlines, Infoabende, verständliche FAQs für Betroffene.
  • Vorsorge: Anpassung von Ausschreibungen, Pflichtprüfungen für Zuschlagstoffe, Qualitätsmanagement entlang der Lieferkette.

Zukunftsperspektive: Wie Österreich langfristig sicherer wird

Die aktuelle Situation ist eine Chance, den Umgang mit natürlich asbesthaltigen Gesteinen nachhaltig zu verbessern. Nötig ist ein klarer Standard für geologische Vorerkundung, Probenahme, Analyse und Freigabe. Digitale Register können Materialchargen mit Laborzertifikaten verknüpfen. Öffentliche Auftraggeberinnen und Auftraggeber könnten verpflichtend nur Materialien mit nachvollziehbarem Prüfpfad zulassen. Für Gemeinden empfiehlt sich ein Ampelmodell: grüne Freigabe für unkritische Materialien, gelb für eng überwachte Einsätze, rot für Sperre und Substitution.

Im Bildungsbereich sind praxisnahe Schulungen für Bauhöfe, Planungsbüros, Bauunternehmen sowie Arbeiterinnen und Arbeiter sinnvoll. So wird Wissen in die Fläche getragen. Für die Entsorgungskapazitäten sollten Länder und Deponiebetreiberinnen mittelfristig Vorsorge treffen. Die Mengen sind schwer planbar, doch eine strategische Reserve vermeidet Engpässe. Forschung kann helfen, analytische Verfahren weiter zu standardisieren und die Freisetzungsneigung unter realen Belastungen besser zu quantifizieren. Internationaler Austausch mit Deutschland und der Schweiz bietet Praxiswissen, insbesondere aus Sanierungsprojekten und Winterdienst.

Finanziell lohnt Prävention. Fehlerhafte Materialeinsätze verursachen spätere Sanierungskosten, Verzögerungen und Rechtsstreitigkeiten. Wer früh prüft, spart später. Transparenz schützt alle Beteiligten. Für die Bevölkerung zählt am Ende, dass Spielplätze, Kliniken, Schulen, Sportanlagen und Straßen sicher sind. Dieses Ziel ist erreichbar, wenn Proben, Prüfberichte und Maßnahmenpläne konsequent umgesetzt und öffentlich gemacht werden.

Weiterführende Informationen und Quellen

Die hier beschriebenen Angaben basieren auf der veröffentlichten Presseaussendung von Greenpeace. Fachinformationen zu Asbest und Gesundheit:

Schluss: Klarheit schaffen, Gesundheit schützen

Die Befunde aus dem Burgenland sind ein Weckruf. Sie zeigen, wie wichtig Prüfungen von mineralischen Rohstoffen sind, bevor sie in Spielplätzen, Straßen oder Baustellen landen. Asbest, insbesondere Tremolit, bleibt ein ernstes Gesundheitsrisiko, das man nur mit Transparenz, Sorgfalt und klaren Regeln beherrscht. Jetzt sind rasche, nachvollziehbare Schritte entscheidend: Absicherung betroffener Flächen, lückenlose Analytik, saubere Entsorgung und offene Behördenkommunikation. Gemeinden, Betriebe und Bevölkerung ziehen im Idealfall an einem Strang.

Was denken Sie: Welche Maßnahmen sind in Ihrer Gemeinde am dringendsten nötig, um Asbestrisiken auszuschließen? Teilen Sie seriöse Informationen, bleiben Sie aufmerksam und nutzen Sie offizielle Kanäle für Hinweise. Weiterführende Fakten finden Sie in den verlinkten Unterlagen und bei den zuständigen Stellen im Land Burgenland. So wird aus einem Alarm eine konstruktive Lösung, die Gesundheit und Vertrauen langfristig stärkt.