Österreichs AK Preismonitor zeigt am 4. Februar 2026 spürbare Anstiege bei Markenpreisen: Lebensmittelpreise und Drogeriewaren legen erneut zu. Wer in Österreich online einkauft, merkt es beim Klicken in den Warenkorb – und an der Endsumme. Doch was steckt hinter diesen Bewegungen, wo gibt es Ausnahmen, und was bedeutet die angekündigte Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel ab Juli? Diese Analyse ordnet die neuen Zahlen ein, erklärt zentrale Fachbegriffe verständlich und zeigt, welche Konsequenzen für Haushalte in allen Bundesländern realistisch sind. Sie bietet auch einen Blick über die Grenze nach Deutschland und in die Schweiz, um Unterschiede im Marktumfeld besser zu verstehen. Klar ist: Der Preisdruck bleibt ein Thema – aber es gibt Stellschrauben, an denen Handel, Politik und Konsumentinnen und Konsumenten ansetzen können.
AK Preismonitor: Preise bewegen sich – was Österreich jetzt wissen muss
Der aktuelle AK Preismonitor basiert auf einer Erhebung in fünf österreichischen Online-Geschäften und vergleicht die Preise von Dezember 2025 mit jenen von Dezember 2024. Untersucht wurden zwei definierte Warenkörbe: 31 Marken-Lebensmittel sowie 100 Marken-Drogerieprodukte. Ergebnis: Der Marken-Lebensmittel-Warenkorb verteuerte sich um 4,4 Prozent, der Marken-Drogerie-Warenkorb um 3,2 Prozent. Hinter diesen Durchschnittswerten stehen deutliche Bewegungen bei einzelnen Produkten – von zweistelligen Anstiegen bis hin zu spürbaren Verbilligungen bei manchen Artikeln.
Die Arbeiterkammer Wien verweist in ihrer Veröffentlichung darauf, dass viele Menschen die Teuerung weiterhin deutlich spüren. Manuela Delapina, Konsumentenschützerin der AK, betont: „Viele Menschen spüren die Teuerung beim Einkaufen nach wie vor deutlich. Im Juli senkt die Bundesregierung die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel. Wir bleiben dran und schauen, ob Einkaufen tatsächlich günstiger wird.“ Die Aussage ist im Kontext der bevorstehenden steuerlichen Entlastung wichtig, denn sie adressiert die zentrale Frage, ob und in welchem Ausmaß Preisnachlässe an Konsumentinnen und Konsumenten weitergegeben werden.
Zahlen und Fakten: Detailblick auf die Preisbewegungen
Die AK nennt exemplarische Durchschnittspreise, die die Bandbreite der Veränderungen sichtbar machen. Ohne die genauen Produktbezeichnungen zu nennen, lassen sich daraus präzise Veränderungsraten ableiten:
- Beispiel A: 1,59 Euro auf 2,21 Euro – das entspricht einem Plus von rund 38,9 Prozent (nahe 39 Prozent).
- Beispiel B: 19,98 Euro auf 25,98 Euro – ein Anstieg um ungefähr 30,0 Prozent.
- Beispiel C: 1,54 Euro auf 1,79 Euro – plus etwa 16,2 Prozent.
- Beispiel D: 0,50 Euro auf 0,56 Euro – plus rund 12,0 Prozent.
- Beispiel E: 5,96 Euro auf 6,58 Euro – plus ungefähr 10,4 Prozent.
- Beispiel F: 2,90 Euro auf 3,73 Euro – plus etwa 28,6 Prozent.
- Beispiel G: 3,74 Euro auf 4,64 Euro – plus rund 24,1 Prozent.
- Beispiel H: 4,81 Euro auf 5,75 Euro – plus ungefähr 19,6 Prozent.
- Beispiel I: 2,05 Euro auf 2,49 Euro – plus etwa 21,5 Prozent.
- Beispiel J: 3,39 Euro auf 3,61 Euro – plus rund 6,5 Prozent.
Diese Beispiele zeigen: Einzelne Artikel zogen stark an, im Extremfall nahe 39 Prozent. Gleichzeitig meldet die AK auch Vergünstigungen und stabile Preise. So wurden etwa Olivenöl (minus rund 13 Prozent) und Orangensaft (minus rund zwölf Prozent) günstiger; ausgewählte Drogerieartikel wie das „Fit me Make up liquid“ von Maybelline verbilligten sich laut Erhebung um rund 19 Prozent. Stabil blieben beispielsweise Reis, Spaghetti sowie ein konkreter Glasreiniger.
Wichtig für die Einordnung: Der Preismonitor betrachtet definierte Markenwaren in ausgewählten Online-Shops (Billa, Interspar, Bipa, DM, Müller) zu konkreten Erhebungstagen im Dezember 2025 und stellt diese Werte jenen aus Dezember 2024 gegenüber. Daraus ergibt sich eine belastbare Momentaufnahme der Markenpreise in der digital gut sichtbaren Vertriebsschiene. Sie ist repräsentativ für diese Auswahl, ersetzt jedoch nicht die gesamte Marktrealität mit Eigenmarken, Aktionen oder regionalen Spezialitäten im stationären Handel.
Begriffe einfach erklärt: So lesen Sie den Preismonitor
Preismonitor: Ein Preismonitor ist eine systematische Preisbeobachtung über die Zeit. Institutionen wie die Arbeiterkammer dokumentieren für eine definierte Auswahl an Produkten und Shops regelmäßig die jeweils gültigen Preise. Dadurch werden Trends sichtbar, etwa ob Preise saisonal schwanken, nach Rohstoffschocks steigen oder nach Kostensenkungen sinken. Ein seriöser Preismonitor legt Methodik, Erhebungszeitpunkte und den genauen Warenkorb offen. Das erlaubt eine sachliche Diskussion darüber, wie breit die Aussagekraft ist und welche Teile des Marktes erfasst oder nicht erfasst werden. Für Konsumentinnen und Konsumenten dient der Preismonitor als Orientierung im Alltag und als Grundlage für informierte Kaufentscheidungen.
Warenkorb: Ein Warenkorb ist eine definierte Produktliste, die stellvertretend für einen typischen Einkauf steht. Er kann Lebensmittel, Drogeriewaren oder andere Güter enthalten. Der Sinn: Veränderungen der Gesamtausgaben über die Zeit möglichst verlässlich zu messen. Werden die Preise der enthaltenen Produkte zu zwei Zeitpunkten verglichen, entsteht eine Kennzahl, die die Netto-Belastung abbildet. Wichtig ist, dass die Zusammensetzung konstant bleibt, damit man wirklich „Preis“ und nicht „Mischung“ vergleicht. In Preismonitoren sind Warenkörbe daher begründet ausgewählt, dokumentiert und oft nach Gütergruppen strukturiert. So lassen sich Bewegungen einzelner Segmente differenziert analysieren.
Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel: Die Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) ist eine Verbrauchssteuer, die auf den Verkauf von Waren und Dienstleistungen erhoben wird. Bei Grundnahrungsmitteln sind in vielen Ländern reduzierte Sätze üblich, weil Essen zur Grundversorgung zählt. Eine Senkung der Mehrwertsteuer kann theoretisch die Endpreise senken, wenn sie von den Unternehmen an Konsumentinnen und Konsumenten weitergegeben wird. In der Praxis hängt das von Marktwettbewerb, Kostenstruktur, laufenden Verträgen und Preissetzungsspielräumen ab. Österreich plant laut AK-Mitteilung ab Juli eine Senkung auf Grundnahrungsmittel. Ob sich das beim Kassabon niederschlägt, zeigen erst Beobachtungen nach Inkrafttreten – daher kündigt die AK zusätzliche Kontrollen an.
Markenartikel: Markenartikel sind Produkte, die unter einem geschützten Namen mit klarer Wiedererkennung verkauft werden. Sie sind häufig mit Marketing, konstanter Rezeptur und einheitlicher Qualität verbunden. Markenhersteller investieren in Werbung, Verpackung und Distribution, was Kosten treibt. Gleichzeitig erlauben Marken Loyalität und Preissetzungsspielräume, weil Konsumentinnen und Konsumenten bestimmte Eigenschaften erwarten. In angespannten Märkten reagieren Markenpreise oft träge nach unten, selbst wenn Kosten sinken. In Preismonitoren ist es daher spannend, Markenartikel separat zu betrachten, um Preisstrategien der Unternehmen transparenter zu machen.
Preiselastizität der Nachfrage: Die Preiselastizität beschreibt, wie stark die nachgefragte Menge eines Gutes auf Preisänderungen reagiert. Bei Produkten mit starker Markenbindung oder ohne nahe Substitute ist die Nachfrage häufig preisunelastisch: Selbst bei höheren Preisen sinkt die Menge nur wenig. Bei Gütern mit vielen Alternativen (zum Beispiel Eigenmarken) reagieren Käuferinnen und Käufer oft stärker und weichen aus. Für die Praxis heißt das: Ob eine Mehrwertsteuersenkung ankommt, hängt auch davon ab, wie sehr Käufergruppen auf Preisdifferenzen reagieren und ob der Handel Preissenkungen durch Wettbewerb erzwingt.
Kaufkraft: Kaufkraft bezeichnet die Menge an Waren und Dienstleistungen, die mit einem gegebenen Einkommen erworben werden kann. Wenn Preise schneller steigen als Einkommen, sinkt die Kaufkraft. In der Haushaltsrealität zeigt sich das in engeren Budgets und einer stärkeren Priorisierung: Man greift öfter zu Eigenmarken, vergleicht Preise intensiver und kauft in Aktion. Ein Preismonitor liefert Signale, ob sich solche Anpassungen lohnen und wo Preisvorteile dauerhaft sind. Für Politik und Sozialpartnerinnen sowie Sozialpartner ist die Kaufkraftentwicklung ein zentraler Indikator, um Entlastungsmaßnahmen oder Lohnverhandlungen zu beurteilen.
Historischer Kontext: Warum die Preisniveaus so hartnäckig bleiben
Die Jahre 2020 bis 2023 waren von Pandemie, Lieferkettenstörungen und einem Energieschock geprägt. Viele Unternehmen sahen sich mit höheren Kosten konfrontiert: Energie, Transport, Rohstoffe und teilweise auch Löhne. Einmal erhöhte Listenpreise werden in konzentrierten Märkten nur langsam korrigiert, selbst wenn einzelne Kostentreiber später wieder nachlassen. Dieser „Ratchet-Effekt“ – das Verharren auf hohen Preisniveaus – ist in internationalen Märkten beobachtbar. Im Lebensmittel- und Drogeriesektor trifft das auf Produkte, bei denen Qualitätsversprechen und Markenidentität zählen. Preissenkungen sind hier seltener und kommen oft verzögert.
In Österreich waren Preisbewegungen in Supermärkten und Drogerien auch deswegen besonders sichtbar, weil der tägliche Einkauf für viele Haushalte die direkteste Begegnung mit Teuerung ist. Während manche Preise über Aktionen temporär sinken, zeigt ein Jahresvergleich wie im AK Preismonitor, dass strukturelle Faktoren weiter wirken. Gleichzeitig belegen die gemeldeten Verbilligungen, dass es Abwärtsbewegungen gibt – vor allem dort, wo sich Rohstoffpreise entspannten oder der Wettbewerb intensiv blieb.
Der historische Blick hilft bei der Interpretation der neuen Zahlen: Ein Plus von 4,4 Prozent im Marken-Lebensmittelkorb und 3,2 Prozent im Marken-Drogeriekorb über ein Jahr sind moderater als die stärksten Teuerungsschübe vergangener Jahre, aber sie zementieren ein hohes Preisniveau. Genau hier setzt die politische Debatte um die Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel an: Kann ein steuerlicher Hebel die Alltagspreise dämpfen und spürbare Entlastung bringen?
Österreich im Vergleich: Bundesländer, Deutschland, Schweiz
Bundesländer-Perspektive
Der AK Preismonitor basiert auf Online-Shops großer Handelsketten (Billa, Interspar, Bipa, DM, Müller). Diese Vertriebsschiene ist österreichweit verfügbar. Dadurch verringern sich regionale Preisunterschiede – jedenfalls bei den online ausgewiesenen Preisen. Unterschiede können dennoch entstehen: Liefergebiete, temporäre Aktionslogiken, regionale Verfügbarkeiten oder Abholmodelle wirken im Detail. Für Haushalte in ländlichen Regionen kann der stationäre Wettbewerb anders ausfallen als in der Stadt, was die wahrgenommene Preissituation im Alltag prägt. Der Online-Vergleich der AK schafft hier ein gemeinsames Referenzniveau, das über alle Bundesländer hinweg Orientierung gibt.
Deutschland und Schweiz: Rahmenbedingungen und Marktumfeld
Deutschland und die Schweiz sind wichtige Bezugspunkte. Beide Länder kennen – wie Österreich – reduzierte Steuersätze auf Lebensmittel. Gleichzeitig unterscheiden sich Marktkonzentration, Sortimentsstrategien und Logistikstrukturen. In Deutschland ist der Lebensmitteleinzelhandel durch starke Discounter geprägt, die oft mit Eigenmarken aggressive Preissignale setzen. Das kann Preisanpassungen beschleunigen. In der Schweiz wiederum spielen höhere Kostenstrukturen und spezifische Importregelungen eine Rolle, was das allgemeine Preisniveau beeinflusst. Ein direkter Eins-zu-eins-Vergleich einzelner Markenpreise bleibt schwierig, doch die Mechanik ist ähnlich: Steuerliche Rahmenbedingungen, Wettbewerb und Kosten bestimmen, was am Regal oder im Online-Warenkorb ankommt.
Für österreichische Konsumentinnen und Konsumenten ist zentral, dass die angekündigte Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel ab Juli nur dann spürbar ist, wenn der Wettbewerb funktioniert und die Senkung an der Kasse ankommt. In Deutschland zeigen Erfahrungen mit niedrigeren Steuersätzen bei Lebensmitteln, dass der Durchschlag vom Marktumfeld abhängt. In der Schweiz wiederum verdeutlichen Kosten- und Strukturunterschiede, warum Preisniveaus national unterschiedlich stabil sein können. Österreich liegt mit seiner Mischung aus Vollsortimentern, Drogerien und einem gewachsenen Eigenmarkenanteil im europäischen Mittelfeld – ein Umfeld, in dem Preismonitoring besonders wertvoll ist.
Was bedeutet das für Bürgerinnen und Bürger? Konkrete Auswirkungen
Die unmittelbare Folge steigender Markenpreise ist eine Verschiebung im Einkaufsverhalten. Viele Haushalte planen bewusster, vergleichen öfter und wechseln zwischen Eigenmarken und Markenprodukten. Aktionen werden gezielt genutzt, etwa um lagerfähige Güter wie Drogerieartikel oder haltbare Lebensmittel in größeren Einheiten zu kaufen. Für Familien bedeuten zweistellige Anstiege bei einzelnen Artikeln spürbare Mehrkosten im Monatsverlauf, besonders wenn exakt diese Produkte zur bevorzugten Marke gehören.
Seniorinnen und Senioren, Studierende oder Alleinerziehende sind in besonderem Maß von der Preissensibilität betroffen. Wer einen fixen Betrag für den Wocheneinkauf reserviert, muss bei höheren Markenpreisen stärker priorisieren: Welche Produkte sind unverzichtbar, wo ist ein Wechsel zur günstigeren Alternative zumutbar? Drogeriewaren wie Duschgels oder Deos sind Alltagsartikel mit regelmäßiger Wiederbeschaffung. Wenn hier die Preise anziehen, bleibt weniger Spielraum für frische Lebensmittel in derselben Woche – eine alltägliche Abwägung, die vielen vertraut ist.
Der Online-Handel eröffnet Transparenz, weil Preise schnell vergleichbar sind. Gleichzeitig bleibt der stationäre Einkauf wichtig – etwa für frische Ware. Die AK-Zahlen liefern hier einen nützlichen Referenzpunkt, an dem sich Haushalte orientieren können: Liegt der eigene Warenkorb im Trend der 4,4 Prozent (Lebensmittel-Marken) und 3,2 Prozent (Drogerie-Marken), oder wirken individuelle Einkaufsgewohnheiten stärker? Wer schon bisher viele Eigenmarken nutzt, spürt die Markenanstiege weniger stark, während markentreue Käuferinnen und Käufer die Dynamik stärker merken.
Entscheidend ist, dass Entlastungen – etwa durch die angekündigte Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel – tatsächlich den Kassabon senken. Hier setzt die Rolle von Konsumentenschutz und Wettbewerb an: Transparente Preisauszeichnung, nachvollziehbare Vergleichbarkeit und aktive Information schaffen Druck in Richtung Weitergabe. Die AK kündigt an, dranzubleiben und die Entwicklung zu beobachten. Konsumentinnen und Konsumenten können mit smartem Verhalten – Preisvergleiche, flexible Markenwahl, Aktionsplanung – die eigene Position stärken.
Methodik und Einordnung: Was der Preismonitor kann und was nicht
Der AK Preismonitor erhob die Preise der 31 Marken-Lebensmittel am 9. Dezember 2025 in den Online-Shops von Billa und Interspar. Die 100 Marken-Drogeriewaren wurden am 10. und 11. Dezember 2025 in den Online-Shops von Billa, Interspar, Bipa, DM und Müller erfasst. Der Vergleich bezieht sich auf die Vorjahreswerte von Dezember 2024. Methodisch ist das eine klare, auf definierte Körbe fokussierte Zeitreihenbeobachtung. Sie bietet hohe Vergleichbarkeit über genau ein Jahr und beleuchtet die digitale Preislage der führenden Anbieter.
Nicht enthalten sind Eigenmarken, Spezialaktionen außerhalb der Erhebungstage, regionale Angebote kleiner Händlerinnen und Händler oder spezifische stationäre Preisstrategien. Für eine Gesamtschau auf die Teuerung ergänzen daher andere Datenquellen – etwa amtliche Statistiken – das Bild. Für die Frage, wie sich Markenpreise im Online-Kanal der großen Ketten entwickeln, liefert der Preismonitor jedoch relevante Evidenz. Die transparenzstiftende Veröffentlichung stärkt zudem die Debatte über Weitergabe von Kostensenkungen.
Praktische Tipps für den Einkauf
- Preisradar nutzen: Der AK-Preisradar bietet Einblicke in Entwicklungen und Beispiele. Ein Blick hilft, Trends zu erkennen und Alternativen zu prüfen. Link: wien.arbeiterkammer.at/preisradar.
- Aktionen planen: Haltbare Produkte bei echten Rabatten bevorraten und den Einkauf zeitlich bündeln, um Versand- oder Fahrkosten zu reduzieren.
- Substitute testen: Eigenmarken oder weniger beworbene Marken probieren – oft sind Qualität und Preis-Leistung stimmig.
- Transparenz einfordern: Preise beobachten und auffällige Nicht-Weitergaben nach Steuersenkungen dokumentieren. Konsumentenschutzstellen sind Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner.
Zukunftsperspektive: Was bringt die Mehrwertsteuersenkung ab Juli?
Die Bundesregierung plant laut AK, ab Juli die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel zu senken. Was bedeutet das? Ökonomisch hängt der Effekt am Kassabon vom Pass-Through, also der Weitergabe vom Handel an die Kundschaft, ab. In wettbewerbsintensiven Märkten mit hoher Preistransparenz ist die Chance auf vollständige Weitergabe höher. Bei konzentrierten Märkten oder Produkten mit starker Markenbindung bleibt die Gefahr, dass Teile der Entlastung in den Margen verbleiben.
Die AK will genau beobachten, ob Einkaufen tatsächlich günstiger wird. Für die Praxis ist zu erwarten, dass Grundnahrungsmittel im besten Fall spürbar günstiger werden, während Markenprodukte, die nicht als Grundnahrungsmittel gelten, kaum direkt betroffen sind. Allerdings kann Wettbewerb indirekt wirken: Wenn wichtige Basiselemente im Warenkorb günstiger werden, entsteht Preisdruck auf ergänzende Artikel. Zudem könnten Ketten in ihrer Preiskommunikation den Fokus stärker auf gesenkte Preise legen und so zusätzliche Rabatte ausspielen.
Transparente Dokumentation – etwa über Preismonitoring vor und nach der Senkung – wird wesentlich sein. Hier können Medien, Konsumentenschutz und informierte Kundinnen und Kunden gemeinsam beitragen. Klar ist: Die Steuersenkung ist ein Baustein. Für nachhaltige Entlastungen braucht es auch funktionsfähigen Wettbewerb, faire Lieferketten und langfristig stabile Kostenstrukturen.
Fazit: Orientierung schaffen, Chancen nutzen
Der AK Preismonitor vom Dezember zeigt für Österreich ein differenziertes Bild: Marken-Lebensmittel plus 4,4 Prozent, Marken-Drogeriewaren plus 3,2 Prozent gegenüber Dezember 2024. Einzelne Produkte verteuerten sich deutlich, im Extremfall nahe 39 Prozent; zugleich gibt es spürbare Vergünstigungen und stabile Preise. Für Haushalte heißt das: Preise vergleichen, flexibel bleiben, Aktionen nutzen – und die angekündigte Mehrwertsteuersenkung ab Juli genau beobachten.
Die AK kündigt an, dranzubleiben. Das ist wesentlich, denn nur mit kontinuierlicher Transparenz lässt sich beurteilen, ob Entlastungen ankommen. Unsere offene Frage an die Leserinnen und Leser: Wo sehen Sie bereits faire Preisanpassungen, und wo besteht Nachholbedarf? Teilen Sie Beobachtungen mit Konsumentenschutzstellen und nutzen Sie verfügbare Informationsangebote wie den AK-Preisradar sowie die ursprüngliche OTS-Aussendung der Arbeiterkammer Wien. So entsteht ein Marktumfeld, in dem Wettbewerb und Information gemeinsam für leistbarere Preise wirken.






