UNOS zu Causa Ruck: Selbst die ÖVP zieht Konsequenzen – jetzt muss auch der Wirtschaftsbund Wien endlich handeln

Wien (OTS) – Der Ausschluss Walter Rucks aus der ÖVP ist ein
unmissverständliches
Signal: Selbst seine eigene Partei zieht Konsequenzen. Für den Wiener
Wirtschaftsbund gibt es damit keine glaubwürdige Begründung mehr, ihn
weiterhin als Präsident der Wirtschaftskammer Wien zu stützen.

„Wenn selbst die ÖVP zu dem Schluss kommt, dass Walter Ruck nicht
länger tragbar ist, ist es völlig unverständlich, wenn der
Wirtschaftsbund weiterhin an ihm festhält. Jeder weitere Tag, den er
Präsident der Wirtschaftskammer Wien bleibt, vergrößert den Schaden
für die Kammer und ihre Mitglieder“, kritisiert UNOS Bundessprecher
Michael Bernhard.

Für UNOS geht die Causa längst weit über eine einzelne Person
hinaus. Die bekannt gewordenen Aussagen zu Postenschacher,
Machtmissbrauch, frauenfeindlichen Äußerungen und dem respektlosen
Umgang mit Teilen der Unternehmerschaft zeichnen das Bild eines
Führungsverständnisses, das mit einer modernen Interessenvertretung
unvereinbar ist. „Das Problem ist nicht nur, was Walter Ruck gesagt
haben soll. Das eigentliche Problem ist, dass jemand mit einem
derartigen Führungsverständnis an der Spitze der Wirtschaftskammer
Wien steht. Damit verliert die Institution jeden Tag weiter an
Glaubwürdigkeit“, so Bernhard.

Die Wirtschaftskammer Wien ist die gesetzliche
Interessenvertretung hunderttausender Unternehmerinnen und
Unternehmer. Gerade deshalb muss an ihre Führung ein besonders hoher
Maßstab angelegt werden: „Die Wirtschaftskammer braucht jetzt keine
Durchhalteparolen, sondern Konsequenz. Wer die Glaubwürdigkeit der
eigenen Institution beschädigt, kann sie nicht gleichzeitig nach
außen vertreten. Walter Ruck muss den Weg für einen Neuanfang
freimachen.“

Ein Rücktritt allein reicht allerdings nicht. UNOS fordern
strukturelle Reformen: transparente Besetzungsverfahren, einen
verbindlichen Code of Conduct, klare Compliance-Regeln und eine
Führungskultur, die Integrität nicht nur nach außen vermittelt,
sondern auch intern lebt. Darüber hinaus braucht es eine Neuzuteilung
der Mandate entsprechend dem Wählerwillen bei der
Wirtschaftskammerwahl 2025. Die Stimmen müssen wieder jenen
Wählergruppen zugerechnet werden, für die sie ursprünglich abgegeben
wurden. Dadurch würden auch die derzeitigen Machtverhältnisse in der
Wirtschaftskammer Wien wieder dem tatsächlichen Wählerwillen
entsprechen und die Dominanz des Wirtschaftsbundes beendet werden.

„Es geht uns nicht darum, eine Personaldebatte zu führen. Es geht
darum, dass sich die Wirtschaftskammer endlich wieder mit den
Anliegen ihrer Mitglieder beschäftigt – und nicht mit sich selbst“,
so Bernhard.

UNOS – Unternehmerisches Österreich vertreten seit 2014 die
Interessen liberal denkender Unternehmerinnen und Unternehmer und
sind in acht Wirtschaftsparlamenten präsent.