Gewerkschaft GPA begrüßt Paket zur Medienförderung

Wien (OTS) – „Die Einigung der Koalition auf ein Paket für die
Medienförderung ist
sehr zu begrüßen, vor allem die schon lange avisierte Ausschüttung
der Zustellförderung ab dem nächsten Jahr“, sagt Ute Groß,
Vorsitzende der Journalist:innengewerkschaft in der GPA. Dies sei
eine bedeutende Investition für die Absicherung des Medienstandortes.
Im Bereich der neuen Digitaltransformationsförderung sowie der
Förderung von Angeboten zur Stärkung der Medienkompetenz und die
Hinführung junger Menschen zu Qualitätsjournalismus seien die Details
zwar noch offen, die Signale „stimmen uns jedenfalls hoffnungsfroh.
In Summe fließen 55 Millionen Euro, das ist ein deutliches Bekenntnis
zum Wert des Journalismus für unsere Demokratie“.

Insgesamt sei die Entwicklung der österreichischen Medienlandschaft
mit großer Sorge zu betrachten: „Wir sehen eine inhaltliche
Angebotsverknappung“, so Groß. Mit der Übernahme der Moser Holding
durch die Russmedia gehe Vielfalt verloren und schreite die
Medienkonzentration voran. In Verbindung mit redaktionellen
Kooperationen, die bereits jetzt zwischen diversen Medienhäusern
bestehen und weiter ausgebaut werden sollen, sieht die Gewerkschaft
eine zunehmende Gefahr einer Marktbeherrschung durch zwei, drei große
Player. „Wenn immer weniger Redaktionen eigenständige Inhalte
produzieren, gerät die journalistische Pluralität unter Druck. Gerade
in einem kleinen Medienmarkt wie Österreich ist es daher auch
demokratiepolitisch gefährlich, wenn eine Art von Themenführerschaft
entsteht“, betont die Gewerkschafterin.

Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA, verweist zudem auf
die Folgen für die Beschäftigten: „Es ist zu befürchten, dass sich
der Verlust journalistischer Arbeitsplätze weiter beschleunigt.
Gleichzeitig erfordert Journalismus aber Zeit und Ressourcen für
eigenständige Recherchen. Wenn Redaktionen laufend Personal
verlieren, der Arbeitsdruck steigt und immer weniger Beschäftigte
immer mehr leisten sollen, leidet schlussendlich auch die Qualität
und Unabhängigkeit.“

„Wenn wenige Konzerne immer mehr Reichweite und redaktionelle Inhalte
bündeln, geht es nicht nur um Eigentumsverhältnisse am Medienmarkt.
Es geht darum, wer recherchiert, wer Themen setzt, kommentiert, und
wie viele unabhängige Stimmen in Österreich noch gehört werden“,
betont Teiber abschließend.