Totschnig zu EU-Plänen: Sojaproduktion stärken statt einschränken

Wien (OTS) – Die Europäische Kommission legte am 13. April den
Vorschlag vor, Soja
künftig als Rohstoff mit hohem Risiko für indirekte
Landnutzungsänderungen (ILUC) einzustufen. Konkret geht es um die
Einstufung von Nutzpflanzen, die vielseitig genutzt werden können und
deren Effekt auf die Lebensmittelproduktion. Damit würde der
Sojaanbau in der EU pauschal mit Abholzung und Umweltbelastungen in
Verbindung gebracht werden, obwohl es keine Belege für diese
negativen Auswirkungen gibt. Österreich, als drittgrößter
Sojaproduzent in der EU, lehnt diese Einstufung mit Nachdruck ab und
wird sich beim Agrarministerrat am kommenden Dienstag, den 26.05.,
dagegen aussprechen.

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig: „Die Sojaproduktion
spielt für Europa und die EU-Landwirtschaft eine unverzichtbare
Rolle. Sie liefert hochwertige Eiweißfuttermittel, stärkt die
Lebensmittelversorgung und reduziert unsere Abhängigkeit von
Importen. Gleichzeitig verbessert der Sojaanbau die natürliche
Stickstoffanreicherung die Bodenqualität und reduziert den Bedarf an
Düngemitteln. Die beabsichtigte Einstufung der EU-Kommission steht
außerdem im Widerspruch zur angekündigten Eiweißstrategie und passt
nicht mit den EU-Zielen hinsichtlich Ernährungssicherheit,
Klimaschutz und erneuerbaren Energien zusammen.“

Sojaöl ist insbesondere ein wesentliches Nebenprodukt der
Sojaverarbeitung und wird vor allem zur Herstellung von Biodiesel
genutzt Die vorgesehene Einstufung hätte weitreichende Folgen, denn
Sojaöl dürfte durch diese Einstufung nicht mehr für die Herstellung
von Biodiesel genutzt werden und würde als wichtige erneuerbare
Energiequelle wegfallen.

Die wirtschaftliche Verarbeitung von Sojabohnen funktioniert
jedoch nur, wenn sowohl Sojaschrot als Futtermittel als auch Sojaöl
vermarktet werden können.

„Vor dem Hintergrund der strengen EU-Umwelt- und
Nachhaltigkeitsstandards ist dieses faktische Verbot der Nutzung von
Sojaöl als erneuerbare Energiequelle ein völlig inakzeptables
Vorgehen gegen unsere Landwirtschaft. Fällt der Absatzmarkt für
Sojaöl weg, geraten viele europäische Ölmühlen wirtschaftlich unter
Druck. Ich sehe hier einen direkten Angriff auf bestehende
Wertschöpfungsketten und den Wegfall einer soliden Einkommensquelle
für die europäische Landwirtschaft. Wir bringen daher im
Agrarministerrat eine Initiative ein, um die Sojaproduktion ist
Österreich zu stärken statt sie einzuschränken.“, so Totschnig .

Forderungen an die Europäischen Kommission :

1.

Die Einstufung von Soja neu bewerten,

2.

europäisches Soja gemessen an den hohen Standards differenziert
behandeln,

3.

die Auswirkungen auf Landwirtschaft und Versorgungssicherheit
genauer prüfen,

4.

und die Klima-, Umwelt-, Energie- und Agrarpolitik angemessen
aufeinander abstimmen.