Wien (OTS) – Der Österreichische Behindertenrat (ÖBR) feierte mit
einem Festakt im
Veranstaltungszentrum Catamaran des Österreichischen
Gewerkschaftsbundes (ÖGB) in Wien am 21. Mai 2026 sein 50-jähriges
Bestehen als Dachorganisation von Menschen mit Behinderungen. Die
Jubiläumsveranstaltung fand exakt 50 Jahre nach der ersten
Generalversammlung der damaligen Österreichischen Arbeitsgemeinschaft
für Rehabilitation (ÖAR) statt, die seit 2017 den Namen
Österreichischer Behindertenrat trägt.
Zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und den
Mitgliedsorganisationen des Behindertenrats nahmen an der
Veranstaltung teil. Eröffnet wurde die Feier von Sozialministerin
Korinna Schumann, die erklärte, dass eine inklusive Gesellschaft eine
starke, unabhängige und kritische Interessenvertretung wie den
Österreichischen Behindertenrat brauche. Denn Teilhabe sei kein
freiwilliges Entgegenkommen, sondern ein Recht.
Auch Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen und
Sozialminister a. D. Johannes Rauch richteten sich mit
Videobotschaften an die Gäste. Patrick Berger vom Chancen Nutzen Büro
des ÖGB begrüßte die Anwesenden.
ÖBR-Präsident Klaus Widl erinnerte in seiner Rede an die
Entwicklung des Österreichischen Behindertenrats von einer
Koordinationsplattform hin zu einer gesetzlich verankerten
Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen in Österreich. „
Was 1976 mit der Neuausrichtung der damaligen Arbeitsgemeinschaft für
Rehabilitation begann, markierte den Beginn einer bundesweiten
Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen. Heute vereint
der Behindertenrat über 85 Mitgliedsorganisationen und ist zu einer
zentralen Stimme der österreichischen Behindertenpolitik geworden. “,
erklärte Klaus Widl.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde auf zahlreiche politische und
gesellschaftliche Entwicklungen der vergangenen fünf Jahrzehnte
zurückgeblickt. Dabei standen die Entwicklung der organisierten
Behindertenbewegung in Österreich sowie zentrale Meilensteine der
österreichischen Behindertenpolitik im Mittelpunkt.
Einen historischen Überblick über die Behindertenbewegung vor
1950 gab Dr. Stefan Benedik vom Haus der Geschichte Österreich. Im
weiteren Verlauf der Veranstaltung diskutierten ÖBR-Ehrenpräsident
Prof. Dr. Klaus Voget, Sektionschef a. D. Prof. Mag. Manfred
Pallinger vom früheren Sozialministerium, Sozialministerin a. D.
Eleonore Hostasch, Sozialminister a. D. Mag. Herbert Haupt,
Sozialminister a. D. Dr. Erwin Buchinger sowie ÖBR-Präsident Klaus
Widl über die Entstehung des Pflegegelds, die Entwicklung des
Gleichstellungsrechts sowie die zunehmende menschenrechtliche
Ausrichtung der Behindertenpolitik in Österreich.
„ Die Entwicklung des Behindertenrats ist nicht nur
Organisationsgeschichte. Sie ist Teil der österreichischen Sozial-
und Demokratiegeschichte. Sie steht für den Übergang von Fürsorge zu
Rechtsanspruch, von Verwahrung zu Selbstbestimmung und von
vereinzelter Interessenvertretung zu koordinierter politischer
Durchsetzungskraft. “, betonte Widl.
Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung vom inklusiven
Ensemble Ohrenklang sowie von Sängerin Sofia Reyna. Ergänzt wurde das
Programm durch einen Poetry-Slam-Beitrag von Nadine Brunner.
Zwtl.: Festschrift „50 Jahre Österreichischer Behindertenrat“
Im Rahmen der Feier präsentierte der Österreichische
Behindertenrat außerdem die Festschrift „ 50 Jahre Österreichischer
Behindertenrat “. Die Publikation dokumentiert die Entwicklung der
organisierten Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen in
Österreich von den frühen Selbsthilfebewegungen bis zur heutigen
menschenrechtlichen Behindertenpolitik. Die Festschrift steht auf der
Website des Österreichischen Behindertenrats als PDF zur Verfügung
und kann zusätzlich in gedruckter Form in der Geschäftsstelle
angefordert werden.
Der Österreichische Behindertenrat dankt dem Österreichischen
Gewerkschaftsbund für die Unterstützung der Jubiläumsveranstaltung
sowie für die Möglichkeit, den Festakt im Catamaran auszurichten.





