Wien setzt nach der Regierungsklausur vom 23. Jänner 2026 auf einen klaren Wachstumspfad, der Arbeitsplätze, Innovation und leistbares Wohnen verbindet. Die Bundeshauptstadt betont ihre Rolle als Wirtschaftsmotor Österreichs und verknüpft Wirtschaftswachstum mit Bildung, Integration und Klimaschutz. Für die österreichische Öffentlichkeit ist das relevant, weil die beschlossenen Vorhaben unmittelbar auf Beschäftigung, Stadtentwicklung und Energiewende wirken. Der konkrete Fokus reicht von neuen Stadtentwicklungsgebieten über die Stärkung der Medienvielfalt bis zum neuen Life Science Center Vienna in Neu Marx. Entscheidend ist: Die Stadtregierung will den Beschäftigungsrekord absichern, die Wirtschaftsleistung der Stadt nachhaltig ausbauen und Wien als Standort für Forschung und Unternehmen international sichtbarer machen. Dieser Überblick ordnet die Maßnahmen ein, erklärt Fachbegriffe verständlich und zeigt, was das für Bürgerinnen und Bürger bedeutet – von Eigentümerinnen und Eigentümern, die von neuen Energiewende-Tools profitieren, bis zu Schülerinnen und Schülern, deren Chancen durch mehr Sprachförderung steigen.
Wirtschaftswachstum Wien: Kursbuch der Stadtregierung
Die Klausur in Wien steht unter dem Leitsatz, die starke Wirtschaft in der Stadt weiter zu beleben und damit Wien Wirtschaft auf Stabilität und Zukunft zu trimmen. Laut Angaben der Stadt liegt das prognostizierte Wachstum für Wien 2025 bei rund 1 Prozent, während österreichweit etwa 0,3 Prozent erwartet werden. Die Wirtschaftsleistung in der Hauptstadt wird mit etwa 130 Milliarden Euro angegeben – das entspricht rund 25,4 Prozent der österreichischen Gesamtleistung. Außerdem hält Wien einen historischen Beschäftigungsrekord mit 933.430 Erwerbstätigen.
Zahlen und Fakten auf einen Blick
- Beschäftigungszuwachs der letzten drei Jahre: absolut plus 35.585, relativ plus 2,1 Prozent; 69,3 Prozent des Zuwachses in Österreich entfielen auf Wien.
- Wirtschaftsleistung der Stadt: rund 130 Milliarden Euro; Anteil an Österreich: 25,4 Prozent.
- Tourismus 2025: über 20 Millionen Nächtigungen, plus 6 Prozent zum Vorjahr.
- Industrie, Life Sciences: industrielle Wertschöpfung in Wien 2025 plus 8,6 Prozent (österreichweit plus 0,7 Prozent), Branchenumsatz rund 22,7 Milliarden Euro, etwa 49.000 Beschäftigte.
- Unternehmensdynamik: mehr als 10.000 Neugründungen, 218 internationale Betriebsansiedlungen.
- Wohnbauoffensive 2024+: rund 22.200 geförderte Wohnungen in der Pipeline, 2026 weitere Bauträgerwettbewerbe.
- Life Science Center Vienna, Neu Marx: Investition rund 170 Millionen Euro, Fläche etwa 14.000 m², Fertigstellung bis 2029, rund 1.000 Arbeitsplätze in der Bauphase; erste Mieterin AITHYRA (etwa 7.000 m², 50 Prozent der Fläche).
- Wiener Medieninitiative: Fortführung und Absicherung mit insgesamt 6 Millionen Euro, zusätzlicher Schwerpunkt 2026 mit 600.000 Euro.
- Wiener Stadtwerke: Investitionen bis 2030 von 9,4 Milliarden Euro; Wertschöpfung 2021–2025 rund 4,8 Milliarden Euro; Sicherung von fast 53.000 Arbeitsplätzen; rund 1 Milliarde Euro Steuerabgaben.
- Supersportjahr 2026: Sport Austria Finals und Special Olympics Österreich als zusätzliche Impulse für Hotellerie und Gastronomie; ORF überträgt 27 Stunden live.
Die Stadt betont, dass Wachstum nur dann trägt, wenn Bevölkerungsteile, die bisher weniger Chancen hatten, besser eingebunden werden. Deshalb wird der Schwerpunkt auch auf Bildung, Integration und die gezielte Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen gelegt. Das betrifft Sprachförderung, mehr Unterstützungspersonal in Bildungseinrichtungen und Integrationsangebote wie den StartWien Hub.
Fachbegriffe verständlich erklärt
Wirtschaftsleistung (Bruttoregionalprodukt) in Wien: Damit ist der Gesamtwert aller in Wien erzeugten Waren und Dienstleistungen innerhalb eines Jahres gemeint. Häufig wird dafür das Bruttoregionalprodukt (BRP) verwendet, das analog zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf Länderebene funktioniert. Es ist ein Gradmesser für die wirtschaftliche Aktivität und sagt aus, wie viel in einer Region erwirtschaftet wird. Eine steigende Wirtschaftsleistung ist meist mit mehr Beschäftigung und höheren Steuereinnahmen verbunden, wobei Struktur und Qualität des Wachstums entscheidend sind.
Beschäftigungsrekord: Der Begriff beschreibt die höchste Zahl an gemeldeten Erwerbstätigen seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen oder innerhalb eines definierten Bezugszeitraums. Ein Beschäftigungsrekord ist ein Hinweis auf einen robusten Arbeitsmarkt. Allerdings ist relevant, aus welchen Branchen die Beschäftigungszunahmen stammen, ob es sich um Vollzeit- oder Teilzeitstellen handelt und wie sich Produktivität und Löhne entwickeln. Ein Rekord allein sagt noch nichts über Einkommensverteilung oder Arbeitsqualität aus.
Betriebsansiedlung: Darunter versteht man die Neuansiedlung von Unternehmen an einem Standort. Diese kann durch Standortmarketing, Förderungen, gute Infrastruktur oder Fachkräfteverfügbarkeit begünstigt werden. Betriebsansiedlungen sind wichtig, weil sie Investitionen, neue Arbeitsplätze und häufig technologisches Know-how in eine Stadt bringen. Entscheidend ist eine langfristige Einbindung in regionale Netzwerke, damit die lokale Wertschöpfung steigt und die Unternehmen bleiben.
Life Sciences: Life Sciences sind ein Sammelbegriff für Biowissenschaften wie Biologie, Biochemie, Pharmakologie, Medizintechnik oder Biotechnologie. In der Wirtschaft verbindet der Begriff Forschung, Entwicklung und industrielle Produktion, etwa bei Medikamenten, Diagnostik oder Gesundheitsdaten-Software. Ein starker Life-Science-Standort braucht Forschungseinrichtungen, spezialisierte Unternehmen, klinische Partnerschaften und ausreichend qualifizierte Fachkräfte. Das Zusammenspiel erhöht die Innovationsgeschwindigkeit und die Chancen auf marktfähige Produkte.
Stadtentwicklungsgebiet: Ein Stadtentwicklungsgebiet ist ein größeres Areal, das planvoll und über mehrere Jahre oder Jahrzehnte hinweg zu einem gemischten Stadtquartier mit Wohnen, Arbeiten, Bildung, Grün- und Freiflächen umgebaut wird. Kennzeichen sind Bebauungsleitbilder, städtebauliche Wettbewerbe und Infrastrukturplanung. Ziel ist es, Wohnraum, soziale Einrichtungen und Mobilität im Paket zu denken. Das schafft Planungs- und Investitionssicherheit für Bauträgerinnen und Bauträger und erleichtert eine sozial ausgewogene Entwicklung.
Stadterneuerung: Stadterneuerung umfasst Maßnahmen, die bestehende Stadtteile aufwerten, Gebäude sanieren, Energieverbrauch senken, Erdgeschosszonen beleben und Freiräume verbessern. Sie dient der Erhöhung der Lebensqualität im Bestand, oft mit Förderprogrammen für Eigentümerinnen und Eigentümer sowie für lokale Unternehmerinnen und Unternehmer. Erfolgreiche Stadterneuerung stärkt den lokalen Handel, reduziert Emissionen und verhindert Verdrängung, indem soziale Aspekte mitgedacht werden.
Dekarbonisierung: Dekarbonisierung meint die Verringerung von CO₂-Emissionen in allen Sektoren, insbesondere in Energie, Wärme, Verkehr und Industrie. Praktisch bedeutet das den Umstieg von fossilen Energien wie Gas oder Öl auf erneuerbare Quellen und effiziente Technologien. Dazu zählen Wärmepumpen, Fernwärme, Photovoltaik, Windkraft, energetische Sanierung und intelligente Netze. Dekarbonisierung ist ein langfristiger Prozess, der Investitionen, Fachkräfte und verlässliche Rahmenbedingungen erfordert.
Klimaneutrale Energieversorgung: Klimaneutral bedeutet, dass unter dem Strich keine zusätzlichen Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen. In Gebäuden wird das etwa durch den Einsatz von erneuerbarer Fernwärme, Wärmepumpen, guter Dämmung und Ökostrom erreicht. Wichtig ist die Lebenszyklusperspektive: Neben dem Betrieb zählen auch Bau, Materialien und Entsorgung. Eine klimaneutrale Versorgung reduziert laufende Kosten, macht unabhängiger von Energiepreisschocks und verbessert das Stadtklima.
Memorandum of Understanding (MoU): Ein MoU ist eine schriftliche Absichtserklärung zwischen Partnern – hier zwischen Stadtpolitik und Unternehmen. Es legt gemeinsame Ziele, Zuständigkeiten und Zeitpläne fest, ist aber meist rechtlich weniger verbindlich als ein Vertrag. Im Kontext der Klima-Allianzen signalisiert ein MoU, dass Unternehmen aktiv an den städtischen Klimazielen mitarbeiten und Projekte zur Energiewende unterstützen.
waff – Wiener Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmer-Förderungsfonds: Der waff ist eine Einrichtung des Landes Wien, die Menschen beim Jobwechsel, bei Weiterbildung oder beim Wiedereinstieg unterstützt. Er bietet Beratung, finanzielle Förderungen und Programme für unterschiedliche Zielgruppen, etwa Jugendliche, Frauen, Menschen 50plus oder Personen mit Qualifizierungsbedarf. Das Ziel ist, Beschäftigungschancen zu erhöhen und Unternehmen bei der Fachkräftesicherung zu helfen.
ÖGNB Gold-Standard: Die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (ÖGNB) bewertet Gebäude nach ökologischen, ökonomischen und sozialen Kriterien. Der Gold-Standard steht für besonders ambitionierte Nachhaltigkeitsleistungen, etwa energieeffiziente Planung, geringe Emissionen, gute Innenraumqualität und zukunftsfähige Mobilitätsangebote. Eine Zertifizierung schafft Transparenz für Nutzerinnen und Nutzer und setzt Anreize für nachhaltige Bauweisen.
Historische Entwicklung: Von der Krisenresilienz zum Standortprofil
Wien hat in den letzten Jahrzehnten eine mehrschichtige Standortstrategie entwickelt. Historisch prägen der soziale Wohnbau, eine starke öffentliche Infrastruktur und eine diversifizierte Wirtschaft die Stadt. Bereits in den 1920er-Jahren setzte das sogenannte Rote Wien mit kommunalen Wohnbauten und sozialen Einrichtungen Maßstäbe. Dieser Fokus auf leistbares Wohnen und öffentliche Daseinsvorsorge wirkte sich langfristig stabilisierend auf Mieten, Kaufkraft und Lebensqualität aus.
Nach der Finanzkrise 2008/09 beschleunigte Wien den Ausbau wissensintensiver Sektoren. Universitäten, außeruniversitäre Forschung und Unternehmensansiedlungen legten den Grundstein für Cluster in Life Sciences, IKT und Kreativwirtschaft. Im Tourismus verlagerte sich die Stadt vom reinen Städtetrip zu einer Mischung aus Kongress-, Kultur- und Ganzjahrestourismus, was die Auslastung breiter über das Jahr verteilt. Die jüngste Rezession stellte dennoch eine Bewährungsprobe dar. Laut Stadt war Wien als einziges Bundesland durchgehend im Plus und konnte Beschäftigung ausbauen. Dieses Profil – stabile Grundversorgung, aktive Arbeitsmarktförderung, innovationsstarke Branchen – erklärt die Krisenresilienz.
Gleichzeitig wuchs das Bewusstsein, dass soziales und ökologisches Gleichgewicht die Basis für nachhaltige Wertschöpfung bildet. Deshalb rücken Bildung, Integration, Stadterneuerung und Energiewende stärker in den Mittelpunkt. Der aktuelle Kurs verbindet diese Linien: Wachstum ja, aber mit Fokus auf Qualität, Chancenfairness und Klimaneutralität.
Vergleich: Wien im österreichischen und deutschsprachigen Kontext
Innerhalb Österreichs hebt sich Wien laut der vorliegenden Daten mit durchgehendem Wachstum und einem Beschäftigungsrekord ab. Im Vergleich zu anderen Bundesländern spielt die Hauptstadt ihre Vorteile als dicht vernetzter Metropolraum aus: kurzer Zugang zu Arbeitsplätzen, große Hochschuldichte, internationale Erreichbarkeit und ein breites Kulturangebot. Während starke Industrieschwerpunkte in einigen Ländern außerhalb Wiens sitzen, punktet Wien mit Dienstleistungen, Forschung, Verwaltung und Tourismus – ergänzt durch eine wachsende Life-Science-Industrie.
Im deutschsprachigen Raum zeigen deutsche Großstädte wie München und Berlin sowie Schweizer Zentren wie Zürich und Basel ähnliche Muster: Innovationszentren mit hoher Lebensqualität und internationaler Anziehungskraft. Basel profitiert von der Nähe großer Pharmakonzerne, München von einem ausgeprägten Hightech- und Start-up-Ökosystem. Wien positioniert sich mit einer Kombination aus sozialem Wohnbau, dichter kultureller Infrastruktur und wachsender Wissensökonomie. Anders als in vielen deutschen und Schweizer Städten nimmt die öffentliche Hand in Wien beim leistbaren Wohnen eine besonders aktive Rolle ein. Das stabilisiert den Wohnungsmarkt, stärkt Kaufkraft und kann Unternehmen die Standortentscheidung erleichtern.
Maßnahmen und ihre Wirkung für Bürgerinnen und Bürger
Die Klausur-Maßnahmen lassen sich an konkreten Effekten ablesen:
- Arbeitsplätze: Durch Investitionen in Bau, Forschung, Energienetze und Öffis entstehen Beschäftigungschancen für qualifizierte Fachkräfte, Lehrlinge und Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger. Der waff unterstützt beim Upskilling.
- Leistbares Wohnen: Geförderte Neubauten und Sanierungen dämpfen Mietanstiege, verbessern die Energieeffizienz und senken Betriebskosten. Das entlastet Haushaltsbudgets.
- Energiewende: Das Raus-aus-Gas-Navi zeigt Eigentümerinnen und Eigentümern in wenigen Klicks den Umstiegsweg. Das spart Emissionen, steigert den Gebäudewert und macht unabhängiger von fossilen Energiepreisen.
- Integration und Bildung: Mehr Sprachförderung und Unterstützungspersonal verbessern Lernchancen und erleichtern den Einstieg in Ausbildung und Beruf. Das stärkt langfristig die Produktivität.
- Medienvielfalt: Die Wiener Medieninitiative unterstützt Projekte, die Arbeitsplätze sichern und digitale Transformation vorantreiben. Das dient einer informierten Öffentlichkeit und einer resilienten Medienbranche.
- Mobilität und Lebensqualität: Investitionen der Wiener Stadtwerke in Öffis, Netze und erneuerbare Energie verbessern Alltagsmobilität, Versorgungssicherheit und Klimabilanz.
- Tourismus und Sport: Großevents füllen Hotels, beleben Gastronomie und erzeugen Medienaufmerksamkeit. Das schafft saisonunabhängige Nachfrage und stärkt Wien Wirtschaft.
Bildung und Integration: Basis für nachhaltiges Wachstum
Die Stadt verweist auf zusätzliche Sprachförderung, mehr Unterstützungspersonal und eine Reform des Kindergartens. Das Ziel: bessere Startchancen für alle Kinder, modernere Verwaltung und gute Rahmenbedingungen für Pädagoginnen und Pädagogen. Integration beginnt laut Stadt mit dem StartWien Hub ab Tag 1. Ein One-Stop-Shop bündelt Informationen, Beratung und Kurse für Neuzugewanderte. Ergänzend entstehen neue Formate für den Erwerb der deutschen Sprache. Wirtschaftlich betrachtet erhöht das die Erwerbsquote, verringert Fehlqualifikationen und erleichtert Betrieben, offene Stellen zu besetzen.
Stadtentwicklung und Wohnen: Fünf Gebiete, viele Chancen
Wien beginnt heuer mit der Entwicklung von fünf Stadtgebieten mit insgesamt rund 4.530 geförderten Wohnungen im Endausbau. Dazu zählen die Erzherzog-Karl-Straße in der Donaustadt (circa 1.920 Wohnungen), die Weichseltalgasse in Simmering (etwa 660), die Phase B am Nordwestbahnhof in der Brigittenau (rund 1.300) sowie zwei neue Gebiete in Simmering (Gasometer-Vorfeld) und in der Donaustadt (Wagramer Straße), die allein dort 650 zusätzliche geförderte Wohnungen bringen. Der Ansatz: thematische Schwerpunkte wie Wohnen für Generationen oder Wohnmodelle für Alleinerziehende, gemeinsam geplante Gemeinschaftsflächen und eine integrierte Quartiersentwicklung.
Stadterneuerung bekommt mit dem Programm WieNEU+ zusätzlichen Schub. Es fokussiert auf die Sanierung ganzer Grätzl, belebt Erdgeschosszonen durch die Grätzlinitiative und unterstützt Gebäudesanierungen via Grätzlförderung. Nach Innerfavoriten und dem Grätzl 20+2 startete Ende 2025 das Zielgebiet Hernals; in dieser Legislaturperiode folgt Floridsdorf rund um den Schlingermarkt. Ergebnis: mehr lokale Wertschöpfung, bessere Wohnqualität und weniger Emissionen.
Klima-Allianzen und Raus-aus-Gas-Navi
Mit den Klima-Allianzen – einem im Wiener Klimagesetz verankerten Modell – verabredet die Stadt mit Unternehmen gemeinsame Schritte zur Zielerreichung. Ein Memorandum of Understanding dient als verbindlicher Rahmen für Kooperationen in Bereichen wie Gebäudesanierung, Energieeffizienz und erneuerbare Wärme. Besonders praxisnah ist das Online-Tool Raus-aus-Gas-Navi: Eigentümerinnen und Eigentümer erhalten in Sekunden Vorschläge, wie ihr Gebäude von Gas auf klimafreundliche Wärme umstellen kann, inklusive passender Technologien und Ansprechstellen. Das spart Suchaufwand, beschleunigt Projekte und vergrößert den Kreis an Partnerinnen und Partnern in der Bau- und Haustechnikbranche.
Life Science Center Vienna: KI und Biomedizin als Wachstumstreiber
In Neu Marx entsteht bis 2029 ein energieeffizientes, nach ÖGNB-Gold-Standard ausgerichtetes Labor- und Bürogebäude für Forschung und Unternehmen. Die Investition in Höhe von rund 170 Millionen Euro verbindet Spitzenforschung, unternehmerische Innovation und klimaneutrale Infrastruktur. Die erste Mieterin AITHYRA – ein von der Boehringer Ingelheim Stiftung finanziertes Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften – bezieht etwa 7.000 Quadratmeter. Der Standort ergänzt das Umfeld des Vienna BioCenters mit Forschungseinrichtungen, Start-ups und Unternehmen. Für Wien Wirtschaft bedeutet das: mehr Attraktivität im internationalen Wettbewerb um Talente, schnellere Transferwege von der Forschung in die Anwendung und qualifizierte Arbeitsplätze von der Bauphase bis zur Laborbank.
Medienvielfalt sichern: Wiener Medieninitiative
Die Stadt Wien führt die Wiener Medieninitiative fort und stattet sie mit insgesamt 6 Millionen Euro für die kommenden Jahre aus. Zusätzlich werden im März 2026 600.000 Euro bereitgestellt. Schwerpunkt sind Projekte bestehender Medienunternehmen aus Wien, die Arbeitsplätze erhalten oder schaffen, etwa durch neue Produktionsformen, Digitalisierung oder Restrukturierung. Beschäftigungseffekte werden zum KO-Kriterium. Damit will die Stadt Qualitätsjournalismus stärken, die digitale Transformation begleiten und Wien als Zentrum für Medieninnovation positionieren. Ein Frauenbonus soll den Anteil von Frauen in leitenden Positionen erhöhen.
Wiener Stadtwerke: Infrastruktur als Beschäftigungsgarant
Die Wiener Stadtwerke investieren bis 2030 rund 9,4 Milliarden Euro in Energie, Öffis und Netze. Allein 2021 bis 2025 entstanden laut Stadt im Inland 4,8 Milliarden Euro Wertschöpfung, fast 53.000 Arbeitsplätze wurden geschaffen oder gesichert und rund 1 Milliarde Euro Steuern abgeführt. Für Bürgerinnen und Bürger bringt das verlässlichere Netze, mehr erneuerbare Energie, dichtere Intervalle im öffentlichen Verkehr und modernisierte Infrastruktur – wichtige Eckpfeiler für Standortqualität, Klimaschutz und Alltagskomfort.
Tourismus, Kultur, Wissenschaft und Sport als Standortfaktoren
Wien verzeichnete 2025 über 20 Millionen Nächtigungen und damit ein Plus von 6 Prozent. Der Tourismus profitiert von Kultur, Kongressen und Events, während umgekehrt Kulturförderungen und Filmprojekte wirtschaftliche Hebeleffekte entfalten. Forschung und Wissenschaft generieren Innovationen und attraktive Jobs. 2026 wird mit den Sport Austria Finals und den Special Olympics Österreich ein sportliches Schwerpunktjahr, das Hotellerie und Gastronomie zusätzliche Nachfrage bringt und Wien international sichtbar macht.
Einordnung der Zahlen
Die Kennzahlen deuten auf einen breiten Wachstumspfad: Beschäftigungsplus, starke Life-Science-Industrie, Rekorde im Tourismus, hohe Bautätigkeit und kräftige Infrastrukturinvestitionen. Gleichzeitig zeigen sie die Abhängigkeit von gut funktionierenden Schnittstellen: Ohne qualifizierte Fachkräfte, effiziente Genehmigungsprozesse, leistbare Flächen und verlässliche Energienetze lässt sich die Dynamik nicht verstetigen. Die Balance zwischen Wachstum, Leistbarkeit und Klimazielen bleibt der Prüfstein, an dem sich die Maßnahmen messen lassen.
Stimmen aus der Stadtregierung
Die Stadtspitze betont sinngemäß: Wien habe sich in Rezessionsjahren als Wirtschaftsmotor bewährt und setze auf Tourismus, Zukunftsbranchen und Medienvielfalt, um das Wachstum zu befeuern. Der gesellschaftliche Aufschwung werde durch beste Bildungslaufbahnen unterstützt, damit möglichst viele Menschen selbstbestimmt arbeiten und leben können. Für den Wohnbau verweist die Stadtführung darauf, dass das Wiener Modell international Maßstäbe setze und zugleich die Bauwirtschaft belebe. Bei Forschung und KI unterstreicht die Wirtschaftsverantwortung, dass Neu Marx mit dem Life Science Center nachhaltige Wertschöpfung und hochwertige Jobs sichert.
Risiken und Chancen: Was jetzt entscheidend wird
- Fachkräfte: Die Nachfrage steigt in Bau, Forschung, Gesundheit, IT und Medien. Weiterbildung, duale Ausbildung und Zuwanderungspolitik gewinnen an Bedeutung.
- Genehmigungen und Planungsprozesse: Beschleunigung und digitale Prozesse sind zentral, damit Investitionen rasch wirksam werden.
- Energiepreise und Versorgung: Der Ausbau erneuerbarer Erzeugung und Netze schafft Planungssicherheit und reduziert Volatilität.
- Leistbarkeit: Sozialer Wohnbau, geförderte Sanierungen und stabile Mieten schützen Kaufkraft und halten Wien im Wettbewerb attraktiv.
- Medienwandel: Digitale Geschäftsmodelle und Ausbildung in Daten- und Produktkompetenz sind für Medienhäuser überlebenswichtig.
Zukunftsperspektive bis 2029
Bis zur Fertigstellung des Life Science Center Vienna 2029 dürfte sich der Life-Science-Schwerpunkt weiter verdichten. Gelingt der Ausbau klimaneutraler Infrastruktur, können Unternehmen ihre Produktions- und Entwicklungsprozesse nachhaltiger aufstellen und damit international punkten. Der Wohnbau bleibt die zweite Säule: Neue geförderte Quartiere, kombiniert mit Stadterneuerung, stabilisieren Mieten und entlasten Haushalte – ein wichtiger Standortvorteil gegenüber Metropolen mit angespannten Wohnungsmärkten. Mit den Klima-Allianzen könnte ein kooperatives Modell entstehen, in dem Unternehmen Projekte zur Dekarbonisierung umsetzen und sichtbar machen, was die Bereitschaft weiterer Betriebe erhöhen kann. Die Medieninitiative kann digitale Innovation in Redaktionen fördern und Arbeitsplätze sichern. Sport- und Kulturevents gehen Hand in Hand mit Ganzjahrestourismus und Kongressen, was die Auslastung breiter verteilt. Entscheidend bleibt, dass Wien Wirtschaft und Klimaziele verzahnt, die Bevölkerung mitnimmt und soziale Sicherheit bewahrt. Dann kann die Stadt ihre Rolle als Wachstumslokomotive halten und zugleich Lebensqualität ausbauen.
Weiterführende Informationen und Quellen
Transparenzhinweis: Alle Zahlen und Ankündigungen in diesem Beitrag basieren auf der Presseaussendung der Stadt Wien – Kommunikation und Medien, veröffentlicht am 23. Jänner 2026.
- Originalquelle: OTS: Klausur der Wiener Stadtregierung
- Life Science Center Vienna: www.lifesciencecentervienna.at
- waff – Förderungen und Beratung: www.waff.at
- StartWien Hub – Integration ab Tag 1: start.wien.gv.at
- Raus-aus-Gas – Informationen der Stadt Wien: wien.gv.at/umwelt/energie
- Wiener Stadtwerke: www.wienerstadtwerke.at
Schluss: Was bleibt – und was jede und jeder tun kann
Wien geht mit einem ambitionierten Paket in die nächsten Jahre: Wachstum in wissensintensiven Sektoren, leistbares Wohnen, klimaneutrale Infrastruktur, starke Medien und ein vielfältiger Kultur- und Sportkalender. Für Einwohnerinnen und Einwohner heißt das: bessere Jobchancen, stabilere Wohnkosten und eine Stadt, die in Lebensqualität investiert. Für Unternehmen bedeutet es Verlässlichkeit bei Infrastruktur, Talenten und Innovationsumfeld. Die große Aufgabe ist, dieses Momentum zu nutzen und alle mitzunehmen. Wie erleben Sie die Veränderungen im Grätzl, im Betrieb oder in der Schule? Teilen Sie Erfahrungen und holen Sie Beratung, wenn Sie eine Heizung tauschen, ein Unternehmen gründen oder eine Weiterbildung planen. Mehr Details und laufende Updates finden Sie in den verlinkten Informationsangeboten der Stadt Wien und der Projektpartner.






