Ein Jahr Einwegpfand: Österreich zieht Bilanz 2026

Redaktion

Am 15. Jänner 2026 kündigt Österreich nach einem Jahr Einwegpfand die Bilanz an: Am 28. Jänner folgen Zahlen und die erste Sammelquote. Was bedeutet das für Konsumentinnen und Konsumenten, für den Handel und für die Umwelt? Klar ist: Das Einweg-Pfandsystem ist eines der sichtbarsten Kreislaufwirtschaftsprojekte der letzten Jahre – und es betrifft den Alltag vom Supermarkteinkauf bis zum Spaziergang im Park. Nun lädt die EWP Recycling Pfand Österreich gGmbH gemeinsam mit Bundesminister Norbert Totschnig zur Pressekonferenz, um das erste Jahr einzuordnen und konkrete Daten vorzulegen. Für Österreich ist das ein wichtiger Prüfstein: Wie gut funktioniert die Rückgabe, welche Lerneffekte zeigen sich im Handel, und wie fügt sich das Pfandsystem in die europäischen Ziele ein? Diese Fragen stehen im Fokus, wenn am 28. Jänner 2026 in Wien die Bilanz präsentiert wird.

Ein Jahr Einwegpfand in Österreich: Bilanz und Erwartungen

Mit 1. Jänner 2025 wurde in Österreich das Einweg-Pfandsystem für Getränkeverpackungen aus Kunststoff und Metall eingeführt. Nach zwölf Monaten Praxis rückt nun die erste offizielle Auswertung näher. EWP Recycling Pfand Österreich und Bundesminister Norbert Totschnig haben eine Pressekonferenz für den 28. Jänner 2026 angekündigt. Dabei sollen aktuelle Zahlen und – erstmals – die Sammelquote vorgestellt werden. Bis dahin gilt: Verlässliche Kennzahlen werden offiziell erst an diesem Tag publiziert. Die Redaktion stützt sich daher auf die vorliegende Einladung, rechtliche Rahmenbedingungen sowie europäische Zielsetzungen und ordnet ein, was die Bilanz aus österreichischer Perspektive bedeuten kann.

Wesentlich ist die österreichweite Relevanz. Das Pfandsystem betrifft alle Bundesländer gleichermaßen, von Wien bis Vorarlberg, vom städtischen Umfeld bis in alpine Regionen. Die Bilanz wird Aufschluss darüber geben, wie flächendeckend Rückgabestellen genutzt werden, wie gut Informationskampagnen angekommen sind und welche Stellschrauben für das zweite Jahr von Bedeutung sein werden. Für Bürgerinnen und Bürger steht vor allem eines im Vordergrund: die unkomplizierte Rückgabe und die Sicherheit, dass gesammelte Verpackungen als Sekundärrohstoff wieder in den Kreislauf eingehen.

Fachbegriff erklärt: Einwegpfand

Ein Einwegpfand ist ein befristeter Geldbetrag, der beim Kauf bestimmter Getränkeverpackungen zusätzlich zum Produktpreis bezahlt und bei Rückgabe der leeren Verpackung erstattet wird. Der Zweck ist nicht, den Einkauf teurer zu machen, sondern ein wirksames Rückgabe-Signal zu setzen: Wer die Flasche oder Dose zurückbringt, erhält den Pfandbetrag zurück. Dadurch steigt die Motivation, Verpackungen nicht als Abfall zu behandeln, sondern als Wertstoff zu sammeln. In der Praxis bedeutet das: Konsumentinnen und Konsumenten bringen Einweggebinde zu Rückgabeautomaten im Handel oder zu anderen Annahmestellen, die Verpackungen werden erfasst, sortiert und dem Recycling zugeführt. So schließt sich der Materialkreislauf, und weniger Müll landet in Parks, an Straßenrändern oder in Gewässern.

Fachbegriff erklärt: Pfandsystem

Ein Pfandsystem ist die organisatorische und technische Infrastruktur, die die Erhebung, Verwaltung und Rückzahlung des Pfandbetrags ermöglicht. Dazu gehören rechtliche Grundlagen, vernetzte Kassensysteme, logistische Abläufe für die Abholung, sowie die Sortierung und Verwertung der Verpackungen. Wesentlich ist die klare Kennzeichnung der pfandpflichtigen Produkte, eine breite Erreichbarkeit von Rückgabestellen und die transparente Abrechnung zwischen Handel, Systembetreiber und Entsorgungs- bzw. Recyclingunternehmen. Ein leistungsfähiges Pfandsystem reduziert Fehlwürfe, erhöht die Sammelqualität und schafft verlässliche Mengenströme für Recyclingbetriebe.

Fachbegriff erklärt: Kreislaufwirtschaft

Der Begriff Kreislaufwirtschaft beschreibt ein Wirtschaftsmodell, das Ressourcen möglichst lange im Nutzungskreislauf hält. Statt Rohstoffe einmalig zu verwenden und anschließend zu entsorgen, werden Materialien nach der Nutzung gesammelt, aufbereitet und wiederverwendet oder recycelt. Für Getränkeverpackungen heißt das: Aus gesammelten Kunststoffflaschen kann wieder hochwertige Rezyklatware entstehen, die im Idealfall erneut zu Flaschen verarbeitet wird. Diese sogenannte Closed-Loop-Nutzung spart Primärrohstoffe, senkt Emissionen und verringert die Abhängigkeit von Neuware. Ein Pfandsystem ist ein zentraler Hebel der Kreislaufwirtschaft, weil es Sammelmengen steigert und die Reinheit der Materialfraktionen verbessert.

Fachbegriff erklärt: Sammelquote

Die Sammelquote gibt an, welcher Anteil der in Verkehr gebrachten pfandpflichtigen Getränkeverpackungen tatsächlich wieder eingesammelt wurde. Sie ist eine zentrale Leistungskennzahl für Pfandsysteme, weil sie Aufschluss über die Akzeptanz bei Konsumentinnen und Konsumenten, die Erreichbarkeit von Rückgabestellen und die Wirksamkeit von Information gibt. Ermittelt wird die Sammelquote üblicherweise auf Basis der in Verkehr gebrachten Einheiten (z. B. Flaschen, Dosen) im Verhältnis zu den zurückgenommenen Einheiten innerhalb eines definierten Zeitraums. Wichtig ist eine robuste Datenbasis, klare Abgrenzungen (welche Gebinde zählen) und eine nachvollziehbare, externe Prüfung. Die nun angekündigte Veröffentlichung der ersten österreichischen Sammelquote hat daher Signalwirkung für das Systemvertrauen.

Fachbegriff erklärt: Rückgabeautomat (Reverse Vending Machine)

Ein Rückgabeautomat – oft als Reverse Vending Machine bezeichnet – ist ein Gerät, das leere Getränkeverpackungen entgegennimmt, ihre Pfandfähigkeit prüft, die Rückgabe registriert und einen Bon für die Pfandrückzahlung ausgibt. Moderne Geräte erkennen Barcodes und Materialarten, pressen Gebinde für die platzsparende Lagerung zusammen und sind mit Kassensystemen verbunden, damit der Pfandbetrag korrekt verrechnet wird. Für Nutzerinnen und Nutzer zählt vor allem, dass die Automaten zuverlässig und barrierearm funktionieren, auch bei höherem Andrang. Für den Handel sind Wartung, Hygiene, Stellfläche und Logistik entscheidend.

Fachbegriff erklärt: Sekundärrohstoff

Sekundärrohstoffe sind Materialien, die durch Recyclingprozesse aus Abfällen gewonnen werden. Bei Getränkeflaschen aus Kunststoff können daraus Rezyklate entstehen, die wiederverwertet werden – im besten Fall in gleichwertigen Anwendungen. Je besser die getrennte Sammlung und je geringer die Verunreinigungen, desto hochwertiger ist der Sekundärrohstoff. Ein Pfandsystem fördert diese Qualität, weil die Verpackungen sortenreiner erfasst werden als in gemischten Sammelsystemen. Das stärkt die heimische Kreislaufwirtschaft, reduziert den Bedarf an Primärmaterial und kann langfristig Wertschöpfung im Inland sichern.

Fachbegriff erklärt: Deposit Return Scheme (DRS)

International wird ein Pfandsystem häufig als Deposit Return Scheme (DRS) bezeichnet. Der Begriff umfasst die gesamte Kette von der Erhebung des Pfands, der Rückgabe durch Konsumentinnen und Konsumenten, bis zur Verwertung des Materials. DRS-Modelle existieren in zahlreichen europäischen Ländern mit unterschiedlichen Ausgestaltungen. Gemeinsame Ziele sind hohe Rückgabequoten, saubere Materialströme und ein effizientes Zusammenspiel von Handel, Produzenten und Systembetreibern. Österreich reiht sich seit 2025 in diese Gruppe ein und wird nun, mit der Veröffentlichung der Sammelquote, international vergleichbarer.

Historische Einordnung und europäischer Kontext

Der Weg zum Einwegpfand in Österreich war von Debatten über Abfallvermeidung, Sammelqualität und europäische Zielsetzungen geprägt. Über Jahre hinweg standen zwei Grundfragen im Zentrum: Wie lassen sich Kunststoff- und Metallverpackungen so sammeln, dass möglichst viel Material hochwertig recycelt werden kann? Und wie wird Littering – das achtlose Wegwerfen – wirksam eingedämmt? Entscheidende Impulse kamen aus der europäischen Gesetzgebung. Die EU-Richtlinie über Einwegkunststoffe (EU) 2019/904 sieht vor, die getrennte Sammlung von Kunststoffgetränkeflaschen bis 2025 auf 77 Prozent und bis 2029 auf 90 Prozent zu steigern. Viele Mitgliedstaaten setzen dafür auf Pfandsysteme, weil sie erfahrungsgemäß hohe Sammelquoten ermöglichen. Österreich führte mit 1. Jänner 2025 ein landesweites Einweg-Pfand ein und schuf damit die rechtliche und organisatorische Grundlage, um diese Ziele zu erreichen.

Die Entscheidung für das Pfandsystem ist auch Teil einer breiteren Kreislaufwirtschaftsstrategie. Sie verbindet Umweltschutz mit Ressourceneffizienz und adressiert Herausforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, vom Getränkeabfüller über den Handel bis zur Recyclinganlage. Dass nach einem Jahr nun eine Bilanz gezogen wird, ist folgerichtig: Ein System dieser Größe braucht Transparenz, um Akzeptanz zu sichern und Verbesserungspotenziale zu erkennen. Die für den 28. Jänner 2026 angekündigte Präsentation soll genau das leisten – sie liefert die erste offizielle Sammelquote und aktuelle Zahlen zum Status quo.

Vergleiche: Bundesländer, Deutschland und die Schweiz

In Österreich gilt das Einwegpfand bundesweit. Dennoch lohnt der Blick auf regionale Unterschiede in der Umsetzungspraxis. In urbanen Gebieten wie Wien oder Graz sind die Wege zu Rückgabeautomaten kurz und die Frequenz hoch. Daraus ergeben sich Anforderungen an robuste Geräte, klare Beschilderung und rasche Entleerungszyklen. In ländlichen Regionen – etwa in Kärnten, der Steiermark oder Tirol – sind Fläche und Erreichbarkeit zentral: Supermärkte fungieren als wichtige Ankerpunkte, während kleinere Verkaufsstellen organisatorische Lösungen finden müssen. Diese Unterschiede sind keine Schwäche des Systems, sondern normaler Teil einer flächendeckenden Umsetzung, die auf regionale Gegebenheiten Rücksicht nimmt.

Ein Blick nach Deutschland zeigt, dass Pfandsysteme seit Jahren etabliert sind und in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem mit Verlässlichkeit verbunden werden. Der Vergleich ist nicht eins zu eins übertragbar, macht aber deutlich: Klare Kennzeichnung, einfache Rückgabeprozesse und breit verfügbare Annahmestellen stärken das Vertrauen. In der Schweiz wiederum steht eine lange Tradition freiwilliger Branchenlösungen für PET im Vordergrund. Dort zeigt sich, dass hohe Sammelqualität auch ohne verpflichtendes Pfand erreichbar sein kann – vorausgesetzt, Informationsarbeit, Infrastruktur und Anreizsysteme greifen. Für Österreich bedeutet das: Der eigene Ansatz wird sich an europäischer Praxis messen lassen, muss aber landesspezifisch weiterentwickelt werden.

Konkreter Bürger-Impact: Was ändert sich im Alltag?

Für Bürgerinnen und Bürger ist das Pfandsystem vor allem dann erfolgreich, wenn es intuitiv funktioniert. Der Einkaufsbon zeigt den verrechneten Pfandbetrag, die leere Flasche oder Dose wird beim nächsten Einkauf am Automaten zurückgegeben, der Pfandbon eingelöst. Ein Beispiel: Eine Familie in Graz sammelt ihre Einweg-Getränkeverpackungen in einem separaten Beutel. Beim Wocheneinkauf werden sie gesammelt retourniert, der Pfandbon wird an der Kassa abgezogen. So wird aus vermeintlichem Abfall ein Wertstoff, der sichtbar in den Kreislauf zurückkehrt.

Für Studierende in Innsbruck ist eine gute Erreichbarkeit von Automaten am Campus und in nahegelegenen Supermärkten entscheidend. Für Seniorinnen und Senioren in ländlichen Gemeinden zählt Barrierefreiheit – vom gut zugänglichen Automaten bis zur verständlichen Anleitung. Für Veranstalterinnen und Veranstalter von regionalen Festen bringt das Pfandsystem klare Prozesse: Pfandfähige Einweggebinde werden getrennt gesammelt, und Rückgabewege sind im Vorfeld definiert. In Summe entsteht eine Routine, die das Littering reduziert. Weniger Dosen im Grünstreifen, weniger Flaschen in Flussufern – das ist der sichtbare Effekt im öffentlichen Raum.

Auch der Handel spürt Veränderungen. Neben der Kundenkommunikation sind Logistik und Flächenmanagement wichtige Themen. Rückgabeautomaten benötigen Platz, Stromanschlüsse und eine sinnvolle Wegeführung, damit Staus vermieden werden. Mitarbeitende werden geschult, um bei Fragen zu helfen und Abläufe zu optimieren. Für Produzentinnen und Produzenten ist die korrekte Kennzeichnung pfandpflichtiger Produkte wesentlich, damit Rückgabeautomaten die Gebinde eindeutig erkennen.

Zahlen und Fakten: Was jetzt schon klar ist – und was folgt

Offizielle Zahlen zum ersten Jahr des österreichischen Einwegpfandsystems, einschließlich der Sammelquote, werden am 28. Jänner 2026 von EWP Recycling Pfand Österreich gemeinsam mit Bundesminister Norbert Totschnig präsentiert. Bis dahin liegen keine verifizierten, veröffentlichten Kennzahlen aus offizieller Hand vor. Klar ist jedoch der regulatorische Rahmen: Die EU-Richtlinie über Einwegkunststoffe (EU) 2019/904 sieht als Zielwerte für Kunststoffgetränkeflaschen 77 Prozent getrennte Sammlung bis 2025 und 90 Prozent bis 2029 vor. Das österreichische Pfandsystem ist ein zentrales Instrument, um diese Ziele zu erreichen, weil es die Rückgabequote erfahrungsgemäß deutlich steigert und die Materialreinheit erhöht.

Worin besteht die Relevanz der Sammelquote? Erstens dient sie als Gradmesser für die Akzeptanz. Zweitens ist sie Grundlage für Investitionsentscheidungen entlang der Recyclingkette – etwa für Sortier- und Aufbereitungsanlagen. Drittens wirkt sie auf die Glaubwürdigkeit der Kreislaufwirtschaft: Je klarer die Datenlage, desto präziser lassen sich ökologische und ökonomische Effekte bewerten. Neben der Sammelquote sind weitere Kennzahlen interessant, etwa die Anzahl der Rückgabestellen, die Auslastung von Automaten, die Qualität der gesammelten Fraktionen oder die Anteile an closed-loop-Recycling. Diese Detaildaten werden üblicherweise im Zuge von Jahresbilanzen oder Tätigkeitsberichten aufbereitet und – idealerweise – extern geprüft.

Für die Bewertung sind auch methodische Fragen wichtig. Wie werden in Verkehr gebrachte Mengen abgegrenzt? Welche Gebinde fallen ins System, und wie werden Exporte oder Sonderfälle berücksichtigt? Wird die Sammelquote nach Einheiten oder Gewicht ausgewiesen? Solche Fragen entscheiden darüber, wie gut die Zahlen mit anderen Ländern vergleichbar sind. Die angekündigte österreichische Bilanz ist daher mehr als eine Momentaufnahme: Sie setzt den Standard für künftige Berichte, schafft Planbarkeit für Akteurinnen und Akteure und ermöglicht eine sachliche öffentliche Debatte.

Die Pressekonferenz im Überblick: Termin, Ort, Inhalte

EWP Recycling Pfand Österreich gGmbH lädt gemeinsam mit Bundesminister Norbert Totschnig zur Bilanzpressekonferenz in Wien. Vorgestellt werden der aktuelle Stand des Einweg-Pfandsystems, neue Zahlen und erstmals die Sammelquote. Als Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner sind Monika Fiala (Geschäftsführerin EWP Recycling Pfand Österreich) und Bundesminister Norbert Totschnig angekündigt.

  • Datum: Mittwoch, 28. Jänner 2026
  • Ort: APA Pressezentrum, Laimgrubengasse 10, 1060 Wien
  • Beginn: 11:30 Uhr
  • Rückmeldung: bis Dienstag, 27. Jänner 2026 an [email protected] oder +43 664 354 23 77
  • Quelle der Einladung: EWP Recycling Pfand Österreich gGmbH

Für Medienvertreterinnen und Medienvertreter ist die Veranstaltung eine Gelegenheit, die Zahlen mit Fragen zu Hintergründen, Methodik und weiteren Maßnahmen zu verknüpfen. Für die Öffentlichkeit ist sie ein Fixpunkt, um zu verstehen, wie gut die Umsetzung im ersten Jahr tatsächlich funktioniert hat.

Österreich im europäischen Vergleich: Chancen und Lernkurve

Mit dem Schritt zum Einwegpfand positioniert sich Österreich in einer Reihe europäischer Staaten, die auf ein Pfandsystem setzen, um Sammelquoten und Materialqualität zu erhöhen. Die Chancen liegen auf der Hand: Ein höherer Rücklauf schafft stabile Stoffströme, die in heimischen Anlagen aufbereitet werden können. Davon profitieren die Kreislaufwirtschaft, die Umwelt und – mittel- bis langfristig – auch die Wertschöpfung im Land. Gleichzeitig gibt es eine Lernkurve. Informationsarbeit muss zielgruppengerecht erfolgen, Rückgabeautomaten müssen zuverlässig laufen, und dort, wo der Alltag komplex ist – etwa an Verkehrsknotenpunkten oder in Tourismusgemeinden – braucht es praktische Lösungen, die saisonale Spitzen berücksichtigen.

Entscheidend ist die Koordination. Ein Pfandsystem ist nur so stark wie sein Zusammenspiel aus Produzentinnen und Produzenten, Handel, Systembetreiber und Recyclingwirtschaft. Transparente Prozesse und ein regelmäßiges Monitoring helfen, Engpässe zu identifizieren und Verbesserungen umzusetzen. Die erste Bilanz liefert hierfür das Ausgangsniveau. An ihr wird sich zeigen, welche Maßnahmen priorisiert werden sollten – von zusätzlicher Beschilderung bis zu erweiterten Rückgabemöglichkeiten.

Zukunftsperspektive: Was das zweite Jahr bringen kann

Die Erfahrung aus anderen Ländern zeigt: Nach der Startphase stabilisieren sich Abläufe, und die Nutzung wird zur Routine. Für Österreich ist im zweiten Jahr zu erwarten, dass Optimierungen im Detail den Unterschied machen. Dazu zählen verbesserte Nutzerführung an Rückgabeautomaten, klare Produktkennzeichnung und zielgerichtete Informationen für Gruppen, die bislang seltener zurückgeben. Im Handel können Prozessanpassungen – etwa bei Stoßzeiten – Wartezeiten reduzieren. Für die Recyclingwirtschaft eröffnen verlässlichere Mengenströme Planungssicherheit für Investitionen in Sortierung und Aufbereitung.

Auf regulatorischer Ebene bleibt die europäische Zielkulisse handlungsleitend. Die 77-Prozent-Marke für 2025 und die 90-Prozent-Marke für 2029 bei Kunststoffgetränkeflaschen setzen ambitionierte Leitplanken. Österreichs Pfandsystem ist ein Kernbaustein, um dorthin zu kommen. Je näher die Sammelquote an diese Zielwerte heranrückt, desto stärker kann auch die qualitative Seite in den Fokus rücken: der Anteil des Materials, das in einem geschlossenen Kreislauf wieder zu Flaschen wird, die Minimierung von Störstoffen und die Stärkung regionaler Wertschöpfung.

Wesentlich wird bleiben, was am Anfang steht: die Akzeptanz bei Bürgerinnen und Bürgern. Ein System, das einfach, fair und verlässlich ist, schafft Vertrauen. Die Bilanz am 28. Jänner 2026 ist daher nicht nur ein Zahlenwerk, sondern ein Stimmungsbarometer. Sie zeigt, ob die Weichen richtig gestellt wurden – und wo die Reise hingehen sollte.

Transparenz, Rechtssicherheit und Quellen

Diese Einordnung basiert auf der Einladung zur Pressekonferenz und öffentlich bekannten regulatorischen Rahmenbedingungen. Offizielle Zahlen und die erste österreichische Sammelquote werden am 28. Jänner 2026 präsentiert. Bis dahin sind Detailwerte nicht veröffentlicht. Für eine rechtssichere und transparente Berichterstattung verweist dieser Artikel auf die Originalquelle und den europäischen Rechtsrahmen.

  • Einladung und AVISO der EWP Recycling Pfand Österreich gGmbH: ots.at
  • EU-Richtlinie (EU) 2019/904 über die Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt: EUR-Lex

Schluss: Was jetzt zählt

Nach einem Jahr Einwegpfand wartet Österreich auf die erste offizielle Sammelquote – und damit auf den Faktencheck, wie gut das System startet. Die Bilanz wird zeigen, wo die Stärken liegen und wo nachgeschärft werden muss. Für Bürgerinnen und Bürger bleibt die Devise einfach: Pfandfähige Einweggebinde getrennt sammeln und verlässlich zurückgeben. Für Handel und Systembetreiber gilt: Abläufe weiter optimieren, transparent informieren und die Erreichbarkeit ausbauen. Und für die öffentliche Debatte ist wichtig: Zahlen nüchtern bewerten, Erfolge anerkennen und Herausforderungen lösungsorientiert adressieren.

Wer die Details erfahren will, sollte die Pressekonferenz am 28. Jänner 2026 im APA Pressezentrum aufmerksam verfolgen. Danach sind die Ergebnisse Grundlage für die nächsten Schritte – auf dem Weg zu einer starken Kreislaufwirtschaft in Österreich. Weitere Informationen finden Sie in der Einladung der EWP Recycling Pfand Österreich gGmbH und im europäischen Rechtsrahmen, verlinkt in diesem Artikel.