Studie: Pellets günstig – Österreich spart viel CO2

Redaktion

Neue Zahlen und eine Studie aus der Steiermark zeigen: Mit Pellets heizen Haushalte in Österreich günstiger und sparen zugleich besonders viel CO2. Am 2026-01-15 rücken die Ergebnisse ins öffentliche Interesse – und sie haben es in sich. Während Öl und Gas 2025 bei den Kosten auf hohem Niveau blieben, positionieren sich Pellets als preisstabile Alternative mit Klimavorteil. Was bedeutet das konkret für das Haushaltsbudget, für die Energiewende im Heizungskeller und für die regionale Wirtschaft? Dieser Überblick ordnet die wichtigsten Fakten ein, erklärt zentrale Fachbegriffe verständlich und zeigt, wo Österreich im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz steht. Außerdem lesen Sie, warum verlässliche Förderungen und ein klarer Fahrplan für den Ausstieg aus Ölheizungen entscheidend sind – und wie der Umstieg für Eigentümerinnen und Eigentümer planbar wird.

Pellets in Österreich: Kosten, CO2 und Förderung im Überblick

Der Branchenverband proPellets Austria fasst das Heizjahr 2025 zusammen und liefert markante Kennzahlen: Der durchschnittliche Preis für Holzpellets lag bei 317 Euro pro Tonne. Laut Erhebung waren Heizöl im Schnitt um 68 Prozent und Erdgas um mehr als 106 Prozent teurer. Ein typischer Haushalt mit Pelletheizung sparte dadurch im Vergleich zu einer Ölheizung mehr als 1.300 Euro, gegenüber Erdgas sogar rund 2.030 Euro. Eine ergänzende Studie im Auftrag der WKO Steiermark bescheinigt der Pelletheizung über den gesamten Lebenszyklus hinweg eine CO2-Einsparung von mehr als 91 Prozent gegenüber einer Ölheizung – das entspricht 197 Tonnen CO2 pro Anlage. Damit führen Pellets die Liga der CO2-Einsparungen an, vor der Wärmepumpe mit 83 Prozent. Die vollständige Aussendung von proPellets Austria finden Sie hier.

Zahlen & Fakten: Was die Erhebung konkret bedeutet

Die preisliche Einordnung ist klar: Wenn Pellets im Mittel 317 Euro pro Tonne kosten und Heizöl 68 Prozent teurer ist, entspräche das rechnerisch etwa 532,56 Euro pro Tonne Öl (317 × 1,68). Für Erdgas mit mehr als 106 Prozent Aufschlag ergibt die proportionale Umrechnung rund 652,02 Euro (317 × 2,06). Diese Proportionsrechnung dient der Veranschaulichung des Preisabstands; sie ersetzt keine Energieäquivalenz-Betrachtung, weil der Heizwert je Energieträger unterschiedlich ist. Dennoch zeigt sie deutlich: Die relative Kostenposition der Pellets war 2025 im österreichischen Vergleich günstig.

Die von proPellets genannten Einsparbeträge für einen typischen Haushalt – über 1.300 Euro gegenüber Öl und etwa 2.030 Euro gegenüber Gas – verdeutlichen den praktischen Effekt auf das jährliche Haushaltsbudget. Sie enthalten die finanzielle Entlastung, die sich aus den unterschiedlichen Brennstoffkosten ergibt. Wie hoch die Einsparung im Einzelfall ausfällt, hängt von Faktoren wie Gebäudezustand, Dämmstandard, Wohnfläche, individuellem Heizverhalten und regionalen Brennstoffpreisen ab. Für die Klimabilanz ist die Studie im Auftrag der WKO Steiermark entscheidend: 91 Prozent weniger CO2 über den Lebenszyklus als bei einer Ölheizung bedeuten, dass nicht nur der Betrieb, sondern auch Herstellung und Entsorgung berücksichtigt wurden. In Summe resultiert daraus eine Einsparung von 197 Tonnen CO2 pro Heizanlage gerechnet auf die gesamte Lebensdauer – ein Klimavorteil, der sich in nationalen Klimabilanzen und bei den europäischen Zielvorgaben auswirkt.

Wichtig für die Einordnung: Die WKO-Steiermark-Studie attestiert der Wärmepumpe 83 Prozent Einsparung. Damit schneiden Wärmepumpen ebenfalls sehr gut ab, liegen aber in der betrachteten Systemgrenze hinter Pellets. Welche Technologie besser passt, ist stets eine Frage des Gebäudes: In einem gut gedämmten Haus mit Flächenheizung spielt die Wärmepumpe ihre Stärken aus; in Bestandsgebäuden mit Heizkörpern und in Regionen mit gut ausgebauter Biomasse-Logistik können Pellets eine zweckmäßige und wirtschaftliche Lösung sein. Die Erhebung zeigt daher weniger ein Entweder-oder als vielmehr die Stärke beider erneuerbarer Optionen gegenüber fossilen Heizsystemen.

Originalzitat und Einordnung

Doris Stiksl, Geschäftsführerin von proPellets, ordnet die Ergebnisse so ein: »Die Studie der Installateure der Wirtschaftskammer bestätigt, dass der Kesseltausch nicht nur ein starker Wirtschaftsmotor, sondern auch der wirkungsvollste Hebel für den Klimaschutz ist. Jeder Pellet- und Holzkessel macht Österreich unabhängig von fossilen Importen und spart gleichzeitig tausende Euro an Heizkosten.« Das Zitat unterstreicht zwei Kernpunkte: Erstens die Kombination aus Kostenvorteil und Klimanutzen, zweitens die Bedeutung der heimischen Wertschöpfungskette – von der Produktion der Pellets über regionale Logistik bis zu Installationsbetrieben in den Gemeinden.

Fachbegriffe verständlich erklärt

Pelletheizung

Eine Pelletheizung ist ein Heizsystem, das genormte Holzpresslinge als Brennstoff nutzt. Pellets werden aus getrockneten, zerkleinerten und unter hohem Druck gepressten Holzresten wie Sägemehl oder Hobelspänen hergestellt. In der Praxis erfolgt die Wärmebereitstellung vollautomatisch: Ein Lagerbehälter oder Lagerraum versorgt die Heizanlage über eine Förderschnecke oder ein Saugsystem, die Verbrennung wird per Regelung optimiert, die Asche fällt in einen Sammelbehälter. Moderne Pelletkessel erreichen hohe Wirkungsgrade und lassen sich mit bestehenden Heizkörpern oder Pufferspeichern kombinieren. Für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer ist wichtig: Der Platzbedarf für Lagerung und die Qualität des Brennstoffs bestimmen Komfort, Effizienz und Emissionen des Systems.

Kesseltausch

Als Kesseltausch bezeichnet man den Austausch eines bestehenden Heizkessels gegen ein neues Gerät, etwa den Ersatz einer alten Ölheizung durch eine Pelletheizung. Der Begriff umfasst technische, rechtliche und wirtschaftliche Aspekte: die Anpassung der Peripherie (Abgasanlage, Hydraulik, Lagerraum), die Einhaltung von Normen und Bewilligungen sowie die Finanzierung. In Österreich ist der Kesseltausch oft mit Förderprogrammen verbunden, die Investitionskosten abfedern. Für Eigentümerinnen und Eigentümer bedeutet ein geplanter Kesseltausch, den Zeitpunkt, die Förderfenster, die Handwerkerkapazitäten und die Gebäudeeignung zusammenzubringen, um Kosten, Bauzeit und Nutzen optimal abzustimmen.

Lebenszyklusanalyse (Ökobilanz)

Die Lebenszyklusanalyse – auch Ökobilanz genannt – bewertet die Umweltwirkungen eines Produkts oder Systems von der Herstellung über die Nutzung bis zur Entsorgung. Bei Heizsystemen umfasst sie die Rohstoffgewinnung, die Produktion der Anlage, den Transport, den Brennstoff über die gesamte Laufzeit, Wartung sowie das End-of-Life. Für CO2-Bilanzen ist diese Ganzheitlichkeit zentral, weil sie vermeidet, dass Emissionen nur in der Nutzungsphase betrachtet werden. Eine Pelletheizung mit 91 Prozent CO2-Einsparung gegenüber Öl in der Ökobilanz schneidet daher auch dann gut ab, wenn vorgelagerte Prozesse mitgerechnet werden. Die Ergebnisse sind methodisch transparent zu dokumentieren, damit Vergleiche belastbar sind.

CO2-Äquivalent

CO2-Äquivalent ist eine Maßeinheit, die unterschiedliche Treibhausgase vergleichbar macht, indem ihre Klimawirkung auf Kohlendioxid bezogen wird. Methan oder Lachgas haben pro Kilogramm eine höhere Erwärmungswirkung als CO2, weshalb sie mit einem Faktor – dem Global Warming Potential – umgerechnet werden. In Studien zur Heiztechnik werden Emissionen oft als CO2-Äquivalente angegeben, um Herstellung, Betrieb und Entsorgung einheitlich zu bewerten. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist relevant: Eine angegebene Einsparung von 197 Tonnen CO2-Äquivalent bedeutet eine bilanzielle Reduktion der gesamten Treibhauswirkung in dieser Größenordnung über die Lebensdauer der Anlage.

Fördermittel

Fördermittel sind finanzielle Unterstützungen der öffentlichen Hand, die Investitionen in klimafreundliche Technologien erleichtern. Sie können als nicht rückzahlbare Zuschüsse, zinsgünstige Kredite oder Steueranreize ausgestaltet sein. In Österreich existieren Programme auf Bundes- und Landesebene, häufig mit zusätzlichen kommunalen Beiträgen. Wichtig ist die Planbarkeit: Verlässliche, langfristig garantierte Förderkulissen erhöhen die Investitionssicherheit, verhindern Stop-and-go-Effekte und stabilisieren die Auftragslage im Handwerk. Für Interessierte empfiehlt sich eine frühzeitige Information über Fristen, Kombinationsmöglichkeiten und technische Mindestanforderungen, damit der Antrag vollständig und fristgerecht eingebracht werden kann.

Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe nutzt Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und hebt deren Temperaturniveau mithilfe von Strom an, um Gebäude zu beheizen. Sie arbeitet nach dem Prinzip eines umgekehrten Kühlschranks. Effizient ist sie vor allem in gut gedämmten Häusern mit niedrigen Vorlauftemperaturen, etwa bei Fußbodenheizungen. Die CO2-Bilanz hängt stark vom Strommix ab: Je höher der Anteil erneuerbarer Stromerzeugung, desto klimafreundlicher der Betrieb. Laut der erwähnten Studie erreicht die Wärmepumpe 83 Prozent CO2-Einsparung gegenüber Öl über den Lebenszyklus und ist damit ebenfalls eine zentrale Säule der Wärmewende. Die Systementscheidung sollte die Gebäudeeigenschaften und verfügbare Infrastruktur berücksichtigen.

Regionale Wertschöpfung

Regionale Wertschöpfung beschreibt den Anteil wirtschaftlicher Leistung, der in einer Region entsteht und dort Einkommen, Beschäftigung und Steuereinnahmen generiert. Bei Pellets umfasst sie unter anderem die Holzverarbeitung, die Produktion der Pellets, Transport und Logistik, den Anlagenbau sowie die Installations- und Servicebetriebe. Im Gegensatz zu importierten fossilen Brennstoffen verbleibt ein größerer Teil der Ausgaben im Inland und in den Gemeinden. Für die Bevölkerung bedeutet das: Investitionen in erneuerbare Heizsysteme können lokale Betriebe stärken, Lehr- und Arbeitsplätze sichern und damit die wirtschaftliche Resilienz der Regionen erhöhen.

Primärenergie

Primärenergie ist die in der Natur vorkommende Energieform, bevor sie in nutzbare Endenergie umgewandelt wird. Rohöl, Erdgas, Kohle, Biomasse, Wind, Sonne und Wasser gelten als Primärenergiequellen. In der Heiztechnik ist es relevant, wie viel Primärenergie eingesetzt werden muss, um die gewünschte Wärme zu erzeugen, und welche Umwandlungsverluste entlang der Kette auftreten. Erneuerbare Systeme punkten oft durch geringere Emissionen je genutzter Wärmeeinheit und durch die Möglichkeit der regionalen Bereitstellung. In Systemvergleichen ist es wichtig, die gesamte Kette – von der Quelle bis zur Wärmeabgabe im Haus – transparent zu betrachten.

Historische Entwicklung: Vom Ölkessel zur erneuerbaren Wärme

Die österreichische Heizlandschaft hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert. Nach der starken Verbreitung von Ölheizungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewannen ab den 1990er Jahren Biomasse-Heizsysteme an Bedeutung. Gründe dafür waren technologische Fortschritte bei Kesseln und Brennstoffen, strengere Emissionsvorgaben und wachsende Sensibilität für Klimaschutz sowie Versorgungssicherheit. Mit der Industrialisierung der Pelletproduktion wurde der Brennstoff normiert, lagerfähig und komfortabel nutzbar. Die Umstellung vom manuell beschickten Holzofen zum automatisierten Pelletkessel markierte einen Komfortsprung, der den Zugang für breite Nutzergruppen öffnete.

Parallel entstand eine dichte Infrastruktur an Produzenten, Händlern und Installationsbetrieben. Europäische und nationale Klimaziele, steigende CO2-Preise im Emissionshandel und internationale Krisen, die fossile Energieimporte verteuerten oder verknappten, beschleunigten die Diskussion um die Wärmewende. Förderprogramme setzten in Österreich zusätzliche Anreize, veraltete Ölkessel zu ersetzen. Der Begriff Kesseltausch etablierte sich als Synonym für den Einstieg in erneuerbare Wärme – entweder durch Pellets oder durch Wärmepumpen, je nach Gebäudetyp und örtlichen Gegebenheiten. Die aktuelle Datenlage, wie sie proPellets Austria und die im Auftrag der WKO Steiermark erstellte Studie vorlegen, fügt dieser Entwicklung ein weiteres Kapitel hinzu: Erneuerbare Heizsysteme können gleichzeitig Kosten senken und die CO2-Emissionen deutlich reduzieren.

Vergleich: Bundesländer, Deutschland, Schweiz

In Österreich unterscheiden sich die Rahmenbedingungen je nach Bundesland vor allem bei Fördersätzen, Beratungsangeboten und Umsetzungslogistik. Während städtische Regionen zusätzliche Anforderungen an Platz, Lärmschutz und Emissionen stellen, profitieren ländliche Gebiete häufig von kurzen Wegen und bestehender Biomasse-Infrastruktur. Wesentlich ist überall, dass Eigentümerinnen und Eigentümer frühzeitig planen: Ein gut abgestimmter Zeitplan mit Energieberatung, Förderantrag, Angebotseinholung und Installation reduziert Kosten- und Terminrisiken. Im Zusammenspiel von Landesprogrammen und Bundesmitteln entsteht für viele Haushalte ein attraktives Gesamtpaket, das den Kesseltausch finanzierbar macht.

Ein Blick über die Grenze zeigt Ähnlichkeiten und Unterschiede: In Deutschland prägen Bundesprogramme und landesspezifische Ergänzungen die Förderung, die Wärmewende wird politisch breit diskutiert. Biomasse und Wärmepumpen sind auch dort zentrale Optionen, die Wahl hängt stark vom Gebäudebestand ab. In der Schweiz organisieren die Kantone einen großen Teil der Förderkulisse; die traditionell starke Rolle der Gemeinden und kantonalen Energieberatungen führt zu regional maßgeschneiderten Lösungen. Für österreichische Haushalte ist der Vergleich vor allem erhellend: Der Trend zu erneuerbaren Heizsystemen ist im gesamten DACH-Raum sichtbar, die konkrete Ausgestaltung erfolgt jedoch regional angepasst. Das schafft Spielraum, bewährte Modelle zu übernehmen und gleichzeitig lokale Besonderheiten zu berücksichtigen.

Bürger-Impact: Was Haushalte konkret erwartet

Die in der Erhebung genannten Einsparungen liefern einen klaren Impuls für die private Finanzplanung. Ein Beispiel: Wer bislang mit Öl heizt und auf Pellets wechselt, kann laut den Durchschnittswerten 2025 mit einer jährlichen Entlastung von mehr als 1.300 Euro rechnen. Gegenüber Erdgas steigt der rechnerische Vorteil auf etwa 2.030 Euro. Diese Beträge sind als Richtwerte zu verstehen. Sie variieren je nach Verbrauch, Gebäudestandard und lokaler Preisentwicklung. Dennoch geben sie Orientierung für die Frage: Wann rechnet sich der Kesseltausch? Ergänzend kommen mögliche Förderungen hinzu, die die Anfangsinvestition reduzieren und den Amortisationszeitraum verkürzen.

Zur Veranschaulichung einige Szenarien als Annahmen, nicht als allgemeingültige Prognosen: Angenommen, ein Einfamilienhaus im Bestand plant innerhalb der nächsten Heizperiode den Umstieg. Bei gleichbleibenden Preisrelationen und einem moderaten Verbrauch summieren sich Brennstoffkostenvorteile über mehrere Jahre zu einem fünfstelligen Betrag. Ein Reihenhaus mit geringerem Bedarf würde ebenfalls profitieren, jedoch mit kleinerem absoluten Effekt. Ein größerer Mehrfamilienhaushalt mit höherem Wärmebedarf sieht den Vorteil beschleunigt, weil sich der relative Preisabstand stärker in der Jahresrechnung niederschlägt. Diese Beispiele illustrieren das Prinzip, ersetzen jedoch nicht die individuelle Kalkulation mit realen Angeboten und einer Energieberatung.

Für Mieterinnen und Mieter in zentral beheizten Objekten hängt der Vorteil vom Verhalten der Eigentümergemeinschaft und der Verteilung der Investitionskosten ab. Bei zentraler Umstellung auf erneuerbare Wärme können Betriebskosten stabilisiert und CO2-Kosten vermieden werden. Eigentümerinnen und Eigentümer gewinnen durch erneuerbare Systeme zusätzliche Planungssicherheit, weil Preissprünge bei fossilen Importen weniger durchschlagen. Ein häufig unterschätzter Faktor ist der Komfort: Moderne Pelletanlagen arbeiten automatisiert, bieten Fernzugriff und Wartungsintervalle, die sich in den Alltag integrieren lassen. Gleichzeitig sollte die Brennstofflogistik – Lieferzeiten, Lagerung, Qualitätssicherung – frühzeitig geplant werden, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Politische Forderungen und Rahmenbedingungen

proPellets Austria verbindet die präsentierten Zahlen mit zwei politischen Forderungen: einem verbindlichen Ausstieg aus Ölheizungen und langfristig garantierten Fördermitteln für den Kesseltausch. Dahinter steht die Idee, Haushalte bei den Heizkosten zu entlasten, die Abhängigkeit von fossilen Importen zu verringern, regionale Wertschöpfung zu stärken und Strafzahlungen bei verfehlten Klimazielen zu vermeiden. Für die öffentliche Hand bedeuten stabile Programme eine bessergesteuerte Nachfrage, für Betriebe planbare Auftragslagen und für Haushalte weniger Unsicherheit in der Investitionsentscheidung. Transparenz ist wichtig: Die zitierte Studie zur CO2-Bilanz wurde im Auftrag der WKO Steiermark erstellt. Der Auftraggeberkontext sollte in der öffentlichen Debatte mitbedacht werden, ohne den fachlichen Gehalt der Ergebnisse zu relativieren.

Geforderte Maßnahmen im Überblick

  • Verbindlicher Ausstieg aus Ölheizungen mit klarer, sozial ausgewogener Staffelung.
  • Langfristig garantierte Fördermittel, damit der Kesseltausch planbar und finanzierbar bleibt.
  • Ausbau von Information und Energieberatung, um passende Technologien zielsicher auszuwählen.
  • Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten von der Brennstoffproduktion bis zum Handwerk.

Vertiefte Analyse der Statistiken

Die Preisdifferenzen zwischen Pellets, Heizöl und Erdgas prägten das Jahr 2025 aus Sicht der Haushalte. Die Relation 317 Euro pro Tonne Pellets zu rund 533 Euro pro Tonne Heizöl (proportional umgerechnet) und etwa 652 Euro pro Tonne Erdgas (ebenfalls proportional umgerechnet) zeigt ein klares Bild: Pellets positionieren sich preislich wettbewerbsfähig. Die genannten Einsparungen von mehr als 1.300 Euro gegenüber Öl und 2.030 Euro gegenüber Gas für einen typischen Haushalt sind konsistent mit dieser Relation. Sie setzen jedoch voraus, dass der jeweilige Verbrauch und die Systemeffizienz vergleichbar sind. Für die Budgetplanung empfiehlt sich daher eine individuelle Jahreskostenrechnung mit den lokalen Angeboten für Brennstoffe, Wartung und etwaigen Finanzierungskosten.

Die CO2-Komponente ist in doppelter Hinsicht relevant: Erstens ersparen Haushalte über die Lebensdauer einer Anlage laut Studie 197 Tonnen CO2 gegenüber einer Ölheizung. Zweitens reduzieren Systeme mit hoher Einsparquote das Risiko künftiger CO2-Kosten oder Abgaben, die fossile Heizsysteme verteuern könnten. Auch wenn die tatsächliche Lebensdauer je nach Nutzung und Wartung variiert, verdeutlicht die angegebene Gesamteinsparung die Größenordnung des Klimanutzens. Für die Wärmepumpe weist die Studie 83 Prozent Einsparung gegenüber Öl aus – ein ebenfalls sehr guter Wert. In der Praxis entsteht damit kein Konkurrenzverhältnis, sondern ein Instrumentenkasten: Gebäude, die für Wärmepumpen optimiert sind, können diese Stärke nutzen; Häuser, in denen Pellets technisch und logistisch gut passen, profitieren von einem kosteneffizienten und klimafreundlichen Brennstoff.

Zukunftsperspektive: Was bis 2030 und darüber hinaus zu erwarten ist

Die Wärmewende im Gebäudesektor wird in den kommenden Jahren von drei Faktoren bestimmt: verlässlichen Förderbedingungen, planbaren Ausstiegsregeln für fossile Heizsysteme und einer stabilen Versorgung mit erneuerbarer Wärme. In Österreich sprechen die aktuellen Zahlen dafür, dass Pellets weiterhin eine wirtschaftliche Option bleiben können, insbesondere im Bestand und in Regionen mit starker Holz- und Biomassewirtschaft. Gleichzeitig wird der Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung die Klimabilanz von Wärmepumpen weiter verbessern. Beides zusammen eröffnet Spielräume für eine technologieoffene Strategie, die die Eignung des jeweiligen Gebäudes in den Mittelpunkt stellt.

Für Haushalte wird die Entscheidung dadurch strukturierter: Wer in den nächsten Heizperioden investiert, profitiert von bestehenden Förderfenstern und kann Preisvorteile bei erneuerbaren Brennstoffen nutzen. Kommunen und Länder können über Beratungsangebote, Standardisierungen bei Ausschreibungen und unbürokratische Verfahren zusätzliche Hürden abbauen. Die regionale Wertschöpfung dürfte sich verstetigen, wenn Installationsbetriebe, Produzenten und Logistiker mit verlässlicher Nachfrage planen können. Wichtig bleibt die Qualitätssicherung: Normierte Brennstoffe, sachgerechte Auslegung der Anlagen und professionelle Installation sind die Basis dafür, dass die versprochenen Einsparungen bei Kosten und CO2 auch im Alltag ankommen.

Praxis: So gehen Haushalte den Umstieg an

Erste Schritte

  • Energieberatung in Anspruch nehmen und Gebäudeeignung prüfen.
  • Lokale Angebote und Lieferlogistik für Pellets oder Wärmepumpen vergleichen.
  • Fördermöglichkeiten auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene recherchieren.
  • Finanzierung, Zeitplan und Ausführung mit einem Fachbetrieb abstimmen.

Worauf es ankommt

  • Transparente Gesamtkostenrechnung inklusive Betrieb, Wartung und etwaiger Finanzierungskosten.
  • Qualität des Brennstoffs und geeigneter Lagerraum bei Pellets.
  • Hydraulischer Abgleich und passende Vorlauftemperaturen für effizienten Betrieb.
  • Klare Verantwortlichkeiten und Terminpläne, um Bauzeiten zu minimieren.

Transparenz und Quelle

Diese Einordnung basiert auf der Presseinformation von proPellets Austria sowie der Angabe zu einer im Auftrag der WKO Steiermark erstellten Studie. Transparenzhinweis: Die Studie wurde von der Wirtschaftskammer beauftragt; die Ergebnisse sind in diesem Kontext zu interpretieren. Die zentrale Botschaft bleibt gleichwohl klar: Erneuerbare Heizsysteme senken Kosten und Emissionen, Pellets belegen in der zitierten Bewertung den Spitzenplatz bei der CO2-Einsparung gegenüber Ölheizungen. Details und Originalaussendung finden Sie bei proPellets Austria auf OTS. Informationen zur WKO Steiermark finden Sie auf wko.at/stmk.

Fazit: Was jetzt zählt

Pellets waren 2025 laut proPellets Austria im österreichischen Vergleich günstig und zugleich klimaschonend. Der Preisabstand zu Öl und Gas, die laut Studie ausgewiesenen 91 Prozent CO2-Einsparung gegenüber einer Ölheizung und die Lebenszyklusreduktion von 197 Tonnen CO2 zeigen: Der Kesseltausch ist ein starker Hebel für Klimaschutz und Haushaltsbudget. Wer jetzt plant, sollte Beratung, Förderung, Technik und Logistik zusammenbringen und die Eignung des Gebäudes genau prüfen. Unsere Empfehlung: Informieren Sie sich über regionale Förderungen, holen Sie mehrere Angebote ein und entscheiden Sie technologieoffen je nach Gebäudestandard. Haben Sie bereits umgestellt – wie fällt Ihre Erfahrung mit Betriebskosten und Komfort aus? Schreiben Sie uns, welche Faktoren für Ihre Entscheidung ausschlaggebend waren, und finden Sie weiterführende Informationen über den verlinkten Quellennachweis.