Veganuary 2026: Gurkerl zeigt fünf Plant-Based-Trends, die Österreichs Einkauf prägen – mit Zahlen, Kontext und Ausblick für Konsumentinnen und Konsumenten. Am 2026-01-02 verdichtet sich in Österreich ein Bild, das über ein kurzfristiges Neujahrsphänomen hinausgeht. Die Nachfrage nach pflanzlichen Lebensmitteln steigt, der Handel erweitert sein Sortiment, und die Debatte über Bezeichnungen pflanzlicher Alternativen auf EU-Ebene läuft weiter. Aktuelle, veröffentlichte Daten des Online-Händlers Gurkerl untermauern den Trend: Plant-Based wird zum fixen Bestandteil vieler Wocheneinkäufe. Gleichzeitig verändert sich das Verständnis von Qualität, Einfachheit und Genuss. Es geht längst nicht mehr nur um den Ersatz von Fleisch, sondern um neue Kategorien, Geschmackswelten und Herstellungsverfahren. Für Österreich bedeutet das: Der Jahresauftakt wird zur Messlatte einer Entwicklung, die Küche, Handel und Alltagsgewohnheiten gleichermaßen erreicht – und die Frage beantwortet, welche Produkte 2026 wirklich massentauglich werden.
Veganuary 2026: Plant-Based-Trends prägen den Einkauf
Gurkerl meldet ein Plus von rund zehn Prozent bei Bestellungen pflanzlicher Produkte im Jahresvergleich (November 2024 zu November 2025) und eine sogenannte Basket Penetration von zwölf Prozent. Mit anderen Worten: In etwa jedem achten Warenkorb findet sich mindestens ein pflanzliches Produkt. Dazu kommt ein klarer Veganuary-Effekt rund um den Jahreswechsel: Laut den vorliegenden Daten wuchsen die Bestellungen von Dezember auf Jänner 2023/24 um 56 Prozent und von Dezember auf Jänner 2024/25 um elf Prozent. Diese Zahlen sind kein allgemeiner Marktindikator für Österreich, zeigen aber am Beispiel eines großen Online-Supermarkts, wie stark saisonale Impulse und Sortimentserweiterungen wirken.
Inhaltlich kristallisieren sich laut Gurkerl fünf Trends heraus: neue Proteinquellen durch Fermentation, saubere und kurze Zutatenlisten, Premiumisierung bei Süßwaren, ein DIY- und Fermentationsboom rund um Darmgesundheit sowie die Ausweitung über Fleischersatz hinaus – bis hin zu pflanzlichen Seafood-Alternativen, funktionalen Getränken und Botanical Cocktails. Entscheidend ist die Verschiebung vom reinen Ersatzdenken hin zu eigenständigen Produkten mit eigenem kulinarischem Wert.
Trend 1: Next-Generation-Proteine durch Fermentation
2026 rückt die Fermentation als Schlüsseltechnologie in den Mittelpunkt. Neben etablierten Rohstoffen wie Soja oder Erbse treten Mykoproteine, Wasserlinsen (Duckweed) und präzisionsfermentierte Inhaltsstoffe auf den Plan. Die Produktqualität entwickelt sich dabei in Geschmack und Textur erkennbar weiter. Sydney Colombani, Senior Category Managerin Fresh & Plant Based bei Gurkerl, bringt es so auf den Punkt: „Die Zeiten, in denen vegane Proteine auf wenige Sorten begrenzt waren, sind vorbei. Neue Herstellungsverfahren sorgen dafür, dass pflanzliche Alternativen geschmacklich wie auch in der Textur immer überzeugender werden.“
Aus Konsumentinnen- und Konsumentensicht wird damit eine Lücke geschlossen: Produkte sollen alltagstauglich, vielseitig kochbar und zuverlässig verfügbar sein. Fermentationsprozesse können beispielsweise Proteine bekömmlicher machen oder neue Aromen erzeugen, die in klassischen Hülsenfrucht-Produkten nicht oder nur begrenzt vorkommen. Für den Handel sind solche Innovationen Treiber für neue Regalplatzierungen und Aktionsschwerpunkte – insbesondere im Kontext des Veganuary.
Trend 2: Clean Label und kurze Zutatenlisten
Parallel zum technologischen Fortschritt wächst das Bedürfnis nach Übersichtlichkeit. Kundinnen und Kunden wollen Produkte, deren Zusammensetzungen sie auf Anhieb verstehen. Hafer- und Nussdrinks, klassischer Tofu, Seidentofu und Nussmuse zählen daher zu den Gewinnern. Das reine Vegan-Label reicht vielen nicht mehr aus. Erwartet werden transparente Herkunftsangaben, klare Kommunikation und, wo möglich, weniger Verarbeitungsschritte. Diese Entwicklung ist nicht als Widerspruch zur Innovationsfreude zu sehen, sondern als Qualitätsfilter: Nicht alles, was technisch möglich ist, überzeugt am Ende im Alltag – aber vieles, was einfach gehalten ist, schafft Vertrauen und Regelmäßigkeit im Einkauf.
Trend 3: Plant-Based Sweets werden Premium
Vegane Süßwaren verlassen die Nische. Schokoladen auf Hafer-, Mandel- oder Cashewbasis, pektinbasierte Fruchtgummis, pflanzliche Nougatcremes und moderne Snack-Riegel besetzen inzwischen eigenständige Genusssegmente. Der Verzichtsgedanke weicht dem Premiumanspruch. Colombani betont: „Viele Menschen wollen nicht verzichten – sie wollen genießen. Aber eben bewusster, moderner, pflanzlich. Und die neuen Produkte liefern genau das.“ Für Herstellerinnen und Hersteller eröffnet diese Entwicklung Spielräume in Rezeptur, Verpackungsdesign und Preispositionierung. Für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet sie mehr Auswahl in Geschenk- und Genussmomenten, ohne die persönlichen Ernährungsziele zu kompromittieren.
Trend 4: DIY-Food, Fermentation und Gut Health
Durch soziale Medien erhalten Themen wie Darmgesundheit, Fermentation und ein ganzheitliches Ernährungsverständnis („Food as Wellness“) neue Aufmerksamkeit. Kombucha, Tempeh, Kimchi, Sauerkraut und eingelegtes Gemüse wandern vom Trend-Hashtag in den Kühlschrank. Colombani beschreibt den Reiz so: „Fermentation ist einer der spannendsten Bereiche der modernen Ernährung. Kundinnen und Kunden greifen zunehmend zu Kimchi, Miso oder Kombucha, weil sie spürbare Vorteile für Verdauung, Energie und Haut wahrnehmen.“ Wichtig bleibt die klare Einordnung: Wahrnehmungen und individuelle Erfahrungen ersetzen keine medizinische Beratung. Für den Handel sind DIY-Sets, Starterkulturen und begleitende Inhalte – etwa Rezepte oder Lagerungstipps – geeignete Angebote, um den Trend alltagstauglich zu begleiten.
Trend 5: Beyond Meat – Seafood, funktionale Drinks und Botanical Cocktails
Plant-Based 2026 ist breiter als Fleischersatz. Neue Linien entstehen bei pflanzlichen Seafood-Alternativen, funktionalen Getränken mit natürlichen Pflanzenstoffen und alkoholfreien Botanical Cocktails. Die Aussage dahinter: Es geht um Lifestyle, nicht um Ersatzdenken. Für Österreichs Barszene, den Handel und die Gastronomie ergeben sich damit Kooperationen rund um Menükarten, Verkostungen und Pop-up-Formate. Wer im Zusammenhang mit dem Veganuary neue Geschmackserlebnisse ausprobiert, bleibt häufig auch danach offen für weitere pflanzliche Innovationen – ob zu Hause oder im Lokal um die Ecke.
Fachbegriffe verständlich erklärt
Fermentation
Fermentation ist ein natürlicher Umwandlungsprozess, bei dem Mikroorganismen wie Hefen, Bakterien oder Pilze Nährstoffe abbauen und dabei neue Verbindungen entstehen lassen. Aus Rohstoffen werden so Lebensmittel mit verändertem Geschmack, verbesserter Textur und oft höherer Haltbarkeit. Sauerkraut, Joghurt und Brot beruhen auf Fermentationsschritten. In der modernen pflanzlichen Ernährung hilft Fermentation, Proteine bekömmlicher zu machen, Bitterstoffe zu reduzieren und umami-betonte Aromen zu erzeugen, die an herzhafte, vollmundige Noten erinnern.
Mykoproteine
Mykoproteine sind Eiweißquellen, die aus Pilzmyzel gewonnen werden. Das Myzel ist das feine, fadenförmige Wurzelgeflecht eines Pilzes. Durch kontrollierte Kultivierung in Nährlösungen entsteht eine proteinreiche Biomasse, die zu Lebensmitteln verarbeitet werden kann. Vorteilhaft sind die faserige Struktur, der milde Eigengeschmack und die effiziente Produktion, die unabhängig von Ackerflächen funktionieren kann. Mykoproteine ermöglichen proteinhaltige Produkte, deren Textur an fleischige Fasern erinnert, ohne dass tierische Rohstoffe nötig sind.
Präzisionsfermentation
Präzisionsfermentation bezeichnet Verfahren, bei denen Mikroorganismen so eingesetzt werden, dass sie sehr gezielt bestimmte Inhaltsstoffe herstellen, etwa Proteine, Enzyme oder Aromabausteine. Im Unterschied zu klassischer Fermentation geht es nicht primär um die Veredelung eines gesamten Lebensmittels, sondern um die Produktion definierter Komponenten. Diese können anschließend in Rezepturen verwendet werden, um Geschmack, Textur oder Nährwert zu verbessern. Das ermöglicht neue pflanzliche Produkte, die sensorisch näher an bekannte Konsumerwartungen heranrücken.
Clean Label
Clean Label ist kein gesetzlich geschützter Begriff, sondern eine Verbraucherinnen- und Verbraucher-Erwartung an einfache, verständliche Zutatenlisten. Gemeint sind Produkte mit wenigen, vertrauten Zutaten, möglichst ohne künstlich wirkende Zusatzstoffe und ohne schwer nachvollziehbare E-Nummern. Clean-Label-Strategien setzen auf Transparenz, Herkunftsnachweise und klare Sprache. Sie sprechen Menschen an, die bewusst einkaufen und unnötige Komplexität vermeiden wollen. Clean Label kann so Vertrauen schaffen, ist aber kein Garant für Nährwert- oder Gesundheitsvorteile per se.
Basket Penetration
Die Kennzahl Basket Penetration beschreibt, in wie vielen Einkaufswagen innerhalb eines Zeitraums mindestens ein Produkt einer bestimmten Kategorie liegt. Zwölf Prozent Basket Penetration heißt: In etwa jedem achten Warenkorb ist mindestens ein entsprechendes Produkt. Die Kennzahl misst Verbreitung im Alltag und ergänzt klassische Umsatz- oder Absatzdaten. Sie sagt nicht automatisch etwas über die Menge pro Einkauf aus, zeigt aber, wie fest eine Kategorie in Routinen verankert ist.
Gut Health
Gut Health ist ein Trendbegriff, der das wachsende Interesse an der Darmgesundheit beschreibt. Gemeint ist die Idee, dass eine vielfältige, ausgewogene Ernährung, inklusive fermentierter Lebensmittel, das Wohlbefinden unterstützen kann. Viele Menschen berichten subjektiv von Vorteilen wie besserem Bauchgefühl oder mehr Energie. Diese Wahrnehmungen ersetzen keine medizinische Diagnose. Gut Health ist kein medizinischer Fachbegriff, sondern ein Lifestyle-Thema, das Ernährung, Bewegung und Stressmanagement verbindet.
Botanical Cocktails
Botanical Cocktails sind Getränke, die auf pflanzlichen Zutaten wie Kräutern, Blüten, Rinden oder Gewürzen aufbauen. Im alkoholfreien Bereich werden Extrakte, Hydrolate oder Destillate genutzt, um komplexe Aromen zu erzeugen, die klassische Cocktail-Profile nachzeichnen. Im Kontext von Plant-Based geht es weniger um Ersatz für Alkohol, sondern um neue Geschmackserlebnisse, die mit Kulinarik-Trends harmonieren. Für Bars und den Handel entstehen so Premium-Optionen jenseits von Softdrinks.
Duckweed (Wasserlinsen)
Duckweed, auf Deutsch Wasserlinsen, sind kleine Wasserpflanzen, die schnell wachsen und einen bemerkenswerten Proteingehalt aufweisen können. In kontrollierter Kultivierung liefern sie Rohstoff für pflanzliche Produkte, ohne klassische Ackerflächen zu beanspruchen. Ihre Zusammensetzung ermöglicht milde, grüne Geschmacksprofile und funktionale Einsatzmöglichkeiten, etwa in Drinks oder Proteinmischungen. Für die Massentauglichkeit sind Verarbeitung, Geschmackskonsistenz und Akzeptanz entscheidend – Felder, in denen 2026 viel experimentiert wird.
Historischer Kontext: Von Nische zu Normal
Die pflanzliche Ernährung in Österreich hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen grundlegenden Wandel erlebt. Was in den 2000er-Jahren vorwiegend als Nische für engagierte Pionierinnen und Pioniere galt, gewann in den 2010er-Jahren sichtbar an Fahrt: größere Sortimente im LEH, erste vegane Produktlinien, wachsende Präsenz in Gastronomie und Lieferservices. Parallel dazu entfalteten sich europäische Debatten über Produktbezeichnungen – etwa, wie pflanzliche Alternativen benannt und präsentiert werden dürfen. Diese Diskussionen sind komplex, berühren Kennzeichnungsrecht, Verbrauchererwartungen und Wettbewerbsfragen, und sie sind auch 2026 nicht abschließend geklärt.
Mit der Verbreitung von Social-Media-Rezepten, Food-Blogs und Influencer-Formaten wurde die Küche zu Hause zum Experimentierfeld. Tofu, Haferdrink und Nussmus wurden vom Ausnahmeprodukt zur Vorratskammer-Basics. Der Veganuary avancierte dabei zum jährlichen Katalysator: Der Jahreswechsel motiviert viele Menschen, Routinen zu überprüfen, Neues zu testen und gutes Gelingen mit Freundinnen und Freunden zu teilen. Händlerinnen und Händler reagieren mit Aktionswochen, Rezeptideen und Neuheiten. So entstand über Jahre ein Kreislauf aus Neugier, Verfügbarkeit und Qualität, der 2026 in die breite Mitte der Gesellschaft reicht.
Vergleiche: Österreich, Deutschland, Schweiz – und die Bundesländer
Österreichs Plant-Based-Landschaft zeigt urbane und ländliche Unterschiede. In Wien, Graz, Linz und Salzburg ist die Auswahl an spezialisierten Gastronomiebetrieben, Feinkostläden und Lieferdiensten besonders groß. Online-Angebote wie Gurkerl sprechen Haushalte an, die Wert auf zeitsparenden Einkauf und breite Sortimentsvielfalt legen. In ländlichen Regionen wächst das Angebot stetig mit, auch durch Eigenmarken großer Handelsketten. Dabei helfen modulare Regalflächen, die saisonal – etwa im Jänner – stärker auf pflanzliche Highlights ausgerichtet werden.
Im Vergleich zu Deutschland fällt auf: Die Marktdichte ist dort wegen der Bevölkerungsgröße insgesamt größer, die Innovationszyklen sind oft schnell, und die Sortimentsbreite variiert je nach Region stark. In der Schweiz spielt Premium-Positionierung traditionell eine wichtige Rolle; Konsumentinnen und Konsumenten erwarten hohe Qualität und klare Herkunftsangaben. Österreich liegt in der Mitte: preisbewusst, aber qualitätsorientiert, mit hoher Affinität zu regionalen Rohstoffen. Der Veganuary als Aktionszeitraum wurde in allen drei Ländern zum Schaufenster neuer Produkte. Unterschiede zeigen sich vor allem in Preisniveaus, Verfügbarkeit abseits der Städte und der Rolle von Discountern, wobei die Tendenz zur Ausweitung pflanzlicher Optionen überall sichtbar ist.
Bürger-Impact: Was sich im Alltag konkret ändert
Für Konsumentinnen und Konsumenten ist die wichtigste Veränderung die Verlässlichkeit im Sortiment. Wer in der Jännerwoche ein neues Produkt entdeckt, kann mit zunehmender Wahrscheinlichkeit darauf zählen, es auch im Februar wiederzufinden. Das erleichtert die Umstellung auf neue Frühstücks-, Mittag- und Abendessenroutinen. Beispiele: Haferdrink im Kaffee, Tofu-Bowl zum Mittagessen, pektinbasierte Fruchtgummis als Snack. Wer gerne kocht, greift zu Fermentationsklassikern wie Kimchi oder zu DIY-Hilfen für Kombucha. Wer es praktisch mag, orientiert sich an Clean-Label-Produkten mit kurzen Zutatenlisten.
Für Familienhaushalte zählt Planbarkeit: Der Online-Wocheneinkauf bündelt Produkte, die vorher mehrere Wege erfordert haben. Für Studentinnen und Studenten sowie Berufstätige mit wenig Zeit sind Ready-to-Cook-Lösungen und einfache Rezepturen willkommen. Menschen mit spezifischen Ernährungszielen – etwa weniger gesättigte Fette oder mehr Hülsenfrüchte – finden leichter passende Produkte. Für Seniorinnen und Senioren wird die Lesbarkeit und Verständlichkeit der Etiketten wichtiger, was dem Clean-Label-Trend entgegenkommt.
Auch Produzentinnen und Produzenten profitieren: Kleinere Manufakturen mit fermentierten Spezialitäten finden über Online-Marktplätze Zugang zu einer größeren Kundschaft. Gastronomiebetriebe können mit pflanzlichen Specials saisonale Aufmerksamkeit erzeugen, ohne eine komplette Karte umzustellen. Und nicht zuletzt entsteht ein Lernfeld: Wer einmal eine pflanzliche Seafood-Alternative probiert, bewertet Textur, Zubereitung und Preis-Leistung bewusster – Feedback, das die nächste Produktgeneration verbessern hilft.
Zahlen und Fakten: Einordnung der Gurkerl-Daten
Die gemeldeten Kennzahlen von Gurkerl geben Einblick in die Dynamik eines relevanten Online-Kanals in Österreich: plus zehn Prozent Bestellwachstum bei Plant-Based im Jahresvergleich (Nov 2024 zu Nov 2025), zwölf Prozent Basket Penetration und ein klarer Jänner-Schub im Rahmen des Veganuary. Die Interpretation: Ein zweistelliger prozentualer Zuwachs signalisiert robuste Nachfrage. Zwölf Prozent Penetration bedeuten, dass sich Plant-Based vom Spezialregal ins Einkaufssignal vieler Haushalte bewegt hat. Der Jänner-Effekt – plus 56 Prozent 2023/24 und plus elf Prozent 2024/25 – deutet auf verstetigte Basiseffekte hin: Der starke Sprung im ersten beobachteten Zeitraum wurde im zweiten Jahr durch ein moderateres, aber weiterhin positives Wachstum ergänzt.
Wichtig für die Lesart: Diese Daten sind ein aussagekräftiger Ausschnitt, aber keine Vollerhebung des gesamten österreichischen Lebensmittelhandels. Sie zeigen Verhalten jener Kundinnen und Kunden, die online bei Gurkerl einkaufen. Dennoch sind die Trends plausibel konsistent mit dem, was der Markt seit Jahren sieht: eine Kombination aus Neugier (Jänner), Sortimentserweiterung (neue Proteine, neue Süßwarenlinien) und Verlässlichkeit (Clean Label, Tofu, Haferdrinks). Für die Sortimentsplanung bedeuten solche Werte, dass die Kategorie nicht nur saisonal, sondern ganzjährig Relevanz hat – mit saisonalen Peaks, die sich gezielt bespielen lassen.
Top-Seller im Überblick
- Oatly Haferdrink Barista Edition
- Alnatura BIO Kokosmilch
- Alpro Skyr Natur ungesüßt (pflanzliche Alternative)
- Sojarei BIO Tofu Geräuchert
- YUTTO Bio Haferdrink (1 l)
Diese Produkte stehen exemplarisch für die Säulen des Trends: alltagstaugliche Drinks für Kaffee und Küche, proteinhaltige Basics und milde Geschmacksprofile. Sie sind damit Indikatoren für Routineeinkäufe und nicht nur für gelegentliche Experimente.
Zukunftsperspektive: Was 2026 und darüber hinaus realistisch ist
Für 2026 ist mit weiterer Sortimentstiefe zu rechnen. Im Proteinbereich werden Mykoprotein- und präzisionsfermentationsbasierte Produkte häufiger im Standard-Regal auftauchen. Clean Label dürfte sich als Qualitätsmerkmal konsolidieren, unterstützt durch klare Herkunftskommunikation. Bei Süßwaren ist eine feinere Segmentierung denkbar: Alltagsprodukte versus Premium-Genuss mit erkennbaren Mehrwerten in Textur und Aroma. Die DIY- und Fermentationswelle wird pragmatischer: Starterkits, einfache Rezepte und kurze Reifezeiten sprechen Menschen an, die ohne großen Aufwand Erfolge sehen wollen. Bei Botanical Cocktails werden Verkostungsaktionen und Kooperationen mit heimischen Kräuterbetrieben glaubwürdige Geschichten liefern.
Regulatorisch bleibt die EU-Debatte um Benennungen pflanzlicher Alternativen relevant. Für Herstellerinnen und Hersteller bedeutet das sorgfältige Etikettierung und konsistente Kommunikation. Für Händlerinnen und Händler steht Transparenz im Vordergrund: klare Regalbeschilderungen und Online-Filter, die Orientierung bieten. Insgesamt ist zu erwarten, dass sich Plant-Based als normales Modul in der Ernährungsplanung etabliert: nicht als Entweder-oder, sondern als Sowohl-als-auch – je nach Anlass, Preis und Geschmack.
Praxisnah: Einkaufstipps für den Veganuary in Österreich
- Auf Clean-Label-Produkte setzen: kurze Zutatenliste, nachvollziehbare Herkunft.
- Proteinquellen vergleichen: Tofu für Alltagsgerichte, Mykoprotein für faserige Textur, Hülsenfrüchte für Eintöpfe.
- Süßwaren bewusst wählen: Premium für besondere Anlässe, Basisprodukte für den Alltag.
- Fermentiertes ausprobieren: Kimchi, Miso, Kombucha – in kleinen Mengen starten und Geschmack finden.
- Neue Kategorien testen: pflanzliche Seafood-Alternativen, funktionale Drinks, alkoholfreie Botanical Cocktails.
Rechtliche Einordnung und Transparenz
Die genannten Daten stammen aus einer veröffentlichten Presseinformation von Gurkerl. Sie spiegeln das Verhalten eines Online-Supermarktes und sind nicht ohne Weiteres auf den gesamten österreichischen Lebensmittelhandel übertragbar. Bezeichnungen und Kennzeichnungen pflanzlicher Alternativen unterliegen in der EU laufenden Diskussionen. Für Konsumentinnen und Konsumenten gilt: Etiketten sorgfältig lesen, Zutaten und Allergene prüfen und bei gesundheitlichen Fragen ärztlichen Rat einholen. Dieser Artikel stellt keine medizinische Empfehlung dar, sondern ordnet Markttrends ein.
Quellen und weiterführende Links
- Originalmeldung bei OTS: Veganuary 2026: Gurkerl identifiziert fünf Plant-Based-Trends (Quelle: gurkerl.at, veröffentlicht am 2026-01-02)
- Allgemeine Informationen zum Veganuary: veganuary.com
Schluss: Österreichs Plant-Based-Jänner als Gradmesser
Der Veganuary 2026 ist in Österreich mehr als ein Experimentierfeld. Die von Gurkerl gemeldeten Zuwächse, die zwölf Prozent Warenkorbdurchdringung und die fünf identifizierten Trends zeigen: Pflanzliche Produkte sind im Alltag angekommen – vom Frühstück bis zum Abenddrink. Entscheidend ist die Kombination aus Innovation und Einfachheit: Fermentation eröffnet neue Proteine, Clean Label schafft Vertrauen, Premium-Süßwaren liefern Genuss, DIY-Fermentiertes bringt Abwechslung, und neue Kategorien jenseits von Fleischersatz erweitern den Horizont.
Wer jetzt einsteigen will, beginnt am besten mit kleinen, wiederholbaren Schritten: eine pflanzliche Milchalternative fürs Frühstück, ein Tofu-Gericht pro Woche, ein fermentiertes Beilageglas im Kühlschrank. Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit Freundinnen und Freunden – und geben Sie Feedback an Herstellerinnen, Hersteller und Händlerinnen und Händler. So wächst das Angebot weiter in die Breite. Weitere Details und die vollständige Quelle finden Sie in der verlinkten OTS-Meldung. Österreichs Küchen sind bereit für 2026.






