E-Control: Nur leicht steigende Stromnetzentgelte für 2026

Wien (OTS) – Die Netzentgelte für Strom werden sich mit Jänner 2026
leicht
erhöhen, was vor allem auf gestiegene Investitionen sowie reduzierte
Abgabemengen – also ein Rückgang beim Stromverbrauch – zurückzuführen
ist. Im Österreichschnitt ergeben sich ab 2026 um etwa 1,3 % höhere
Stromnetzentgelte für Haushalte. Im vergangenen Jahr noch
verzeichneten die Haushaltskund:innen die höchsten Anstiege, da diese
Kundenkategorie auch die höchsten Rückgänge in den Abgabemengen
realisierte. „Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem
Jahresverbrauch von 3.500 kWh beträgt die Netzkostenerhöhung für 2026
rund 5 Euro pro Jahr bzw. 40 Euro Cent pro Monat. Während im Jahr
2024 bundesweit in Summe noch Gesamtkosten in Höhe von rund 2,5 Mrd.
Euro durch die Systemnutzungsentgelte aufgebracht werden mussten, so
waren es für 2025 bereits 3,0 Mrd. Euro, welche durch die
Netzentgelte zu finanzieren waren. Für 2026 erhöhte sich diese
Tarifierungsbasis geringfügig. „Dringend notwendige Investitionen für
die Transformation der Energiewende in den letzten zwei Jahren, die
eben über die Netzentgelte finanziert werden müssen, bildeten den
Hauptgrund für die Erhöhung der Gesamtkosten.“, erläutert der
Vorstand der E-Control, Alfons Haber.

Zwtl.: Erhöhung der Netzentgelte unter der Inflation

Bereits im Jahr 2023 wurde ein Großteil der Netzbetreiber einer
Kostenprüfung unterzogen. Im Jahr 2024 wurden die Kosten dieser
Netzbetreiber entsprechend dem gültigen Regulierungsmodell
fortgeführt, während die noch verbliebenen Netzbetreiber einer
Kostenprüfung unterzogen wurden. Im aktuellen Verfahren wurden daher
die Kosten sämtlicher Netzbetreiber entsprechend dem gültigen
Regulierungsmodell fortgeführt. „Somit war die Kostenentwicklung
nicht durch eine neue Kostenermittlung, sondern insbesondere durch
individuelle Investitionsstrategien der Stromnetzbetreiber geprägt.
Neben dem gestiegenen Investitionsbedarf waren in manchen
Netzbereichen nach wie vor rückläufige Abgabemengen verantwortlich
für den Kostenanstieg und somit den Anstieg der
Systemnutzungsentgelte. Die aufzubringenden Kosten verteilen sich
durch geringere Strom-Abgabemengen auf eine geringere Mengenbasis,
was einen weiteren wesentlichen Kostentreiber darstellt.“, erläutert
Haber das System. Im Detail sank die Abgabe an Endverbraucher:innen
österreichweit jedoch nur mehr um 0,6% (zum Vergleich: Im Vorjahr
betrug der Absatzrückgang noch -5,6 %).

Und er führt dazu weiter aus: „Diese Rahmenbedingungen führen
dazu, dass es in einigen Netzbereichen zwar zu moderaten Anstiegen
bei den Netznutzungsentgelten kommt, in anderen wiederum die
Netzentgelte sinken werden. Die stärksten Anstiege verzeichnen die
Netzbereiche Burgenland und Tirol. Hintergrund hier waren vor allem
zusätzliche Investitionen. In den Netzbereichen Kärnten, Vorarlberg,
Klagenfurt, Steiermark, Graz, Wien und Vorarlberg kommt es zu
leichten Senkungen. In den Bereichen Salzburg und Kleinwalsertal gibt
es stärkere Reduktionen der Entgelte. Im Netzbereich Kleinwalsertal
ist dies auf geringere vorgelagerte Netzkosten aus Deutschland
zurückzuführen, während die Entwicklung in Salzburg auf die
allgemeine Kosten- und Mengenentwicklung des Landesnetzbetreibers
zurückzuführen ist.“

Zwtl.: Es gibt auch Neuerungen in der Entgeltstruktur – der spezielle
Sommertarif

„Mit den neuen Netzentgelten gehen aber auch Neuerungen einher,
die für die Konsument:innen durchaus positive Effekte haben werden.“,
betont der Vorstand der E-Control, Wolfgang Urbantschitsch. „So
werden deutliche Anreize gesetzt, Strom in Zeiten hoher PV-Erzeugung
vorrangig zu verbrauchen. Netzkund:innen auf der Netzebene 7 haben ab
dem kommenden Jahr dann nämlich die Möglichkeit, im Zeitraum zwischen
April und Oktober in der Zeit von 10 Uhr und 16 Uhr Strom zu einem um
20% verringertem Arbeitspreis aus dem öffentlichen Stromnetz zu
beziehen. Dazu ist jedoch auch ein Antrag des Netzbenutzers an den
Netzbetreiber notwendig, sofern noch kein „Opt-In“ für Smart Meter
gewählt wurde. Für alle weiteren Netzkund:innen der Netzebene 7 ist
eine ergänzende Zustimmung zur Nutzung mehrerer Tageswerte
notwendig.“, erläutert Urbantschitsch die Details zu diesem Tarif.

Zwtl.: Es wird einheitlicher

In der ab 1. Januar 2026 gültigen Systemnutzungsentgelte-
Verordnung kommt es aber noch zu weiteren – strukturellen –
Änderungen. So wurden die bisher verordneten, aber nicht mehr der
Zeit entsprechenden, Sommer- und Winter-Entgelte, aber auch die Hoch-
und Niederentgelte vereinheitlicht und werden nun für jede
Kundengruppe anhand eines einzigen Arbeitsentgelts verrechnet.
Lediglich die Doppeltarife für nicht gemessene Kund:innen auf der
Netzebene 7 in den Netzbereichen Steiermark, Graz, Tirol und
Vorarlberg bleiben in der Novelle 2026 als Übergangslösung bis Ende
März 2026 bestehen. Mit dem neuen ElWG ist davon auszugehen, dass mit
der Novelle 2027 ohnehin eine neue Entgeltstruktur verordnet wird.

Zwtl.: Günstigere Entgelte für Flexible Entnahme für die Industrie

Um die entnahmeseitige Flexibilität nutzen zu können und auch
finanziell zu beanreizen, wird in einem ersten Schritt für Entnehmer
der Netzebenen 3 und 4 die Möglichkeit geschaffen, die Netzkosten zu
reduzieren, sofern entnahmeseitige Flexibilität dem Netzbetreiber zur
Verfügung gestellt wird. „Damit können die Netze besser und
gleichmäßiger ausgelastet werden.“, betont Urbantschitsch. Sofern
sich dieses System bewährt, könnte dies auch auf weitere Netzebenen
ausgeweitet werden, vor allem auch auf die für Gewerbekund:innen
relevante Netzebene 5.

Zwtl.: Netzentgelte für Haushalte steigen um rd. 1,3% im
Österreichschnitt

Für die Netzebene 7 „nicht leistungsgemessen“, auf der in aller
Regel die Haushalte liegen, ist im Österreichschnitt eine Erhöhung
von 1,3% zu verzeichnen. „Das entspricht einer zusätzlichen Belastung
von rund 5 Euro pro Jahr bzw. 40 Euro Cent im Monat. Die Gründe für
die dargestellten Entwicklungen wurden zuvor bereits erläutert.“, so
Urbantschitsch abschließend.