St. Pölten (OTS) – Trotz großer Fortschritte in der getrennten
Sammlung landen in
Niederösterreichs Restmüll weiterhin wertvolle Materialien,
gefährliche Batterien und große Mengen genießbarer Lebensmittel. Die
aktuelle Restmüllanalyse 2025, durchgeführt im Auftrag des Landes
Niederösterreich, zeigt deutlich: Pro Person fallen jährlich rund 136
Kilogramm Restmüll an. Ein erheblicher Teil davon wäre vermeidbar
oder könnte durch richtige Trennung wiederverwertet werden.
Im Restmüll finden sich nach wie vor zahlreiche Wertstoffe wie
Kunststoff, Papier, Glas, Metalle sowie Batterien und
Elektroaltgeräte. Die größte Fehlwurfgruppe bleiben biogene Abfälle:
37 Kilogramm pro Person landen jährlich irrtümlich in der
Restmülltonne. Zusätzlich gehen 38 Kilogramm Wertstoffe pro Kopf
verloren. Der Großteil dieser Stoffe wäre bei richtiger Trennung
recycelbar.
„Da Restmüll thermisch verwertet wird, gehen all diese Stoffe
unwiederbringlich verloren. Die korrekte Trennung, von biogenen
Abfällen über Wertstoffe bis hin zu Batterien, bleibt daher ein
zentraler Schlüssel für Ressourcenschutz”, erklärt LH-Stellvertreter
Stephan Pernkopf.
Besonders kritisch bleibt die Entsorgung von Batterien und
Elektrogeräten. 1,2 Kilogramm pro Person werden weiterhin falsch
entsorgt. „Damit befinden sich durchschnittlich rund acht
Lithiumbatterien in jedem Müllfahrzeug. Jede einzelne davon kann
potenziell einen Brand auslösen“, warnt Christian Macho, Präsident
der NÖ Umweltverbände. Lithiumbatterien können überhitzen oder
Kurzschlüsse verursachen und gehören ausschließlich in Sammelstellen
oder Wertstoffzentren entsorgt.
Positiv bewertet wird die Wirkung der vereinheitlichten
Verpackungssammlung, durch die vereinheitlichte Verpackungssammlung (
„Ab ins Gelbe“ Kampagne”) wurden deutlich mehr Plastikverpackungen
getrennt gesammelt und dem Recycling zugeführt. Gleichzeitig ging der
Anteil dieser Verpackungen im Restmüll zurück.
Ein besonders alarmierendes Ergebnis betrifft die
Lebensmittelverschwendung: Jährlich landen in Niederösterreich 35.000
Tonnen genießbare Lebensmittel im Restmüll. Das entspricht etwa 21
Kilogramm pro Person bzw. rund 500 Euro pro Haushalt im Jahr.
Insgesamt werden pro Haushalt jährlich 46 Kilogramm essbare
Lebensmittel im Restmüll entsorgt – oft aufgrund fehlender Planung
oder falscher Lagerung.
„Lebensmittel sind wertvoll und sollten nicht achtlos weggeworfen
werden – sie gehören auf den Teller und nicht in die Tonne. Wer
bewusst einkauft, richtig lagert und Reste verwertet, kann Abfall
bereits im Vorfeld deutlich reduzieren. Und wenn Müll entsteht, dann
bitte richtig trennen – so schonen wir Ressourcen und schützen unsere
Umwelt.“ betont Pernkopf.
Um Bewusstsein zu schärfen und Routinen nachhaltig zu verändern,
starten die NÖ Umweltverbände die Kampagne „Tatort Tonne“. Sie nutzt
eine kriminalistische Bildsprache und ruft dazu auf, im eigenen
Haushalt genauer hinzusehen: „Ziel ist es, sichtbar zu machen, wie
viele Lebensmittel unnötig im Restmüll landen und wie einfach es ist,
diese vor der Tonne zu bewahren. Mit ‚Tatort Tonne‘ wollen wir
wachrütteln und gleichzeitig zeigen, dass jede und jeder mit wenigen
Schritten etwas verändern kann“, erklärt Macho.
LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Präsident der NÖ
Umweltverbände Christian Macho sind sich einig: „Ja, es gibt noch
viel zu tun. Niederösterreich hat bereits wichtige Fortschritte
gemacht – vor allem dank jener Menschen, die seit Jahren konsequent
trennen und Verantwortung übernehmen. Jeder richtige Handgriff zählt
– heute mehr denn je.“





