Wien (OTS) – Adventkalender versüßen die Wartezeit bis Weihnachten –
doch wie fair
und umweltverträglich ist die Schokolade dahinter? Die
Menschenrechtsorganisation Südwind und die größte österreichische
Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 präsentieren heuer erstmals
einen Nachhaltigkeitscheck von 12 Schoko-Adventkalendern, die bis 5.
November 2025 im österreichischen Handel erhältlich waren. Dieser
bietet einen praktischen Service für Konsument:innen, die nachhaltig
naschen wollen. Gleichzeitig appellieren Südwind und GLOBAL 2000 an
die Politik, Unternehmen zu ökologischer und sozialer Verantwortung
entlang der gesamten Lieferkette zu verpflichten.
„Politik und Unternehmen müssen nachhaltigen Schoko-Genuss zur
Regel machen. Dafür braucht es einen gesetzlichen Rahmen mit
verbindlichen Nachhaltigkeitskriterien. Bewusster Konsum alleine
reicht nicht aus“, appellieren GLOBAL 200 und Südwind unisono.
Neben den sozialen und ökologischen Gütesiegeln auf den einzelnen
Produkten wurde auch die Bewertung der Unternehmen durch die
Chocolate Scorecard, hinter der eine Koalition aus Universitäten und
zivilgesellschaftlichen Organisationen sowohl aus Produktions- als
auch Konsumländern steht, hinzugezogen. Hier werden die Schokoladen-
Hersteller:innen hinsichtlich zusätzlicher Nachhaltigkeitskriterien
wie Transparenz und xxx benotet und bewertet.
Testsieger-Duo und altbekannte Nachzügler
Testsieger sind der faire Adventkalender von EZA sowie der
Labooko Adventkalender von Zotter. Beide erfüllen höchste soziale und
ökologische Kriterien. Der Countdown-Kalender von Tony’s Chocolonely
ist FAIRTRADE-zertifiziert und in der Chocolate Scorecard wird das
Unternehmen im sozialen Bereich mit „Grün“ bewertet. Die Eigenmarken
von Billa, Hofer und Lidl sowie der Manner-Kalender sind immerhin
Teil des FAIRTRADE-Kakaoprogramms. Bei großen Marken wie Ferrero,
Milka, Nestlé und Lindt zeigen die geprüften Kalender keine oder nur
begrenzte unabhängige Gütesiegel. Auch in mehreren Scorecard-
Bewertungen lassen die Schokolade-Riesen Ambition vermissen.
Anna Leitner, Sprecherin für Ressourcen und Lieferketten bei
GLOBAL 2000: „Im konventionellen Kakaoanbau werden nach wie vor
Pestizide eingesetzt, die extrem gefährlich für Mensch und Natur
sind. Dabei zeigen Bio-Produkte, dass genussvolle Schokolade auch
ohne Umweltgifte und Naturzerstörung möglich ist. Damit Schoko-
Adventkalender uns allen noch lange eine Freude machen, ist ein
Umdenken notwendig.“
„Existenzsichernde Einkommen und die Einhaltung von strengen
Pestizidregeln sollten ein verpflichtender Standard sein – und keine
Frage des guten Willens. Solange große Marken auf intransparente
Lieferketten setzen, bleibt der Kakaoanbau ein Risikobereich in
Sachen Kinderarbeit und Entwaldung“, betont Gudrun Glocker, Südwind-
Sprecherin für nachhaltige Ernährung.
Risiko-Sektor Kakaoanbau
Kakao steht vielerorts weiterhin für Kinder- und Zwangsarbeit,
Pestizidbelastung, Entwaldung, Preisdruck und mangelnde Transparenz.
Allein in Ghana und der Elfenbeinküsten, den Hauptanbauländern von
Kakao, arbeiten etwa 1,5 Millionen Kinder unter ausbeuterischen
Verhältnissen auf Kakaofarmen.
Südwind und GLOBAL 2000 fordern die rasche, lückenlose Umsetzung
eines wirksamen Lieferkettengesetzes in Österreich, Transparenz bis
zur Kooperative, existenzsichernde Einkommen, den Stopp von
Entwaldung, die Reduktion hochgefährlicher Pestizide und die
Förderung von Agroforstsystemen.
Hintergrund: So funktioniert der Check
Bewertet wurden 12 Adventkalender – je ein laut Idealo am
5.11.2025 beliebtester Kalender pro Unternehmen. Analysiert wurden
Produktsiegel (u. a. FAIRTRADE, Bio) sowie unternehmensweite
Praktiken gemäß der Chocolate Scorecard (Koalition von Universitäten
und zivilgesellschaftlichen Organisationen aus Produktions- und
Konsumländern). Die Bewertung umfasst über 80 Fragen in 7 Bereichen
Transparenz & Nachverfolgbarkeit, existenzsichernde Einkommen, Kinder
– & Zwangsarbeit, Entwaldung & Klima, Agroforstsysteme, Pestizide,
Geschlechtergerechtigkeit. Die Ergebnisse werden als Prozentwerte
dargestellt. Österreichische Hersteller (Zotter, EZA und Manner) sind
in der Chocolate Scorecard nicht bewertet und im Überblick rot-weiß-
rot gekennzeichnet.
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Adventkalender-Check zum Download
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Stellungnahmen der Unternehmen
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Nikolo-Check von 2024
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Fotos zum Download





