Am 2026-01-12 kündigt Verbund eine Tarifsenkung auf unter 10 Cent je Kilowattstunde ab März 2026 an; Österreichs Haushalte sollen spürbar entlastet werden. Die Ankündigung aus Wien betrifft Haushalte und Gewerbe in allen Bundesländern und setzt noch vor dem Frühlingsbeginn ein deutliches Signal in Richtung sinkender Stromkosten. Damit bekommt die Debatte über die künftige Preisgestaltung im Energiemarkt neue Dynamik. Politisch ist der Schritt relevant, weil die Reduzierung mit früheren Maßnahmen wie der Senkung von Netzabgaben und der Reform des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes zusammenspielt. Wirtschaftlich ist er bemerkenswert, weil ein Anbieter mit starker Marktposition im Inland eine klare Preisuntergrenze für den Arbeitspreis in Aussicht stellt. Für viele Österreicherinnen und Österreicher steht der März nun für die Chance, die eigene Energierechnung nachhaltig zu senken. Zugleich steigt der Druck auf andere Anbieter, vergleichbare Konditionen vorzulegen.
Verbund Tarifsenkung: Was genau kommt, wer profitiert, welche Folgen
Die Kernaussage der Ankündigung: Der teilstaatliche Stromkonzern Verbund will ab März 2026 einen Stromtarif mit einem Arbeitspreis unter 10 Cent je Kilowattstunde anbieten. Adressiert sind Haushalte und Gewerbe. Nach Angaben aus der Politik könnte ein Durchschnittshaushalt rund 200 Euro pro Jahr ohne Steuern sparen. Diese Zahl ist eine politische Einordnung und bezieht sich auf den reinen Energiepreis, nicht auf die gesamte Rechnung inklusive Abgaben und Netzkosten. Ob und in welchem Ausmaß sich diese Entlastung im Einzelfall ergibt, hängt von Verbrauch, Netzgebiet, bestehendem Vertrag und künftigen Entscheidungen anderer Anbieter ab.
Die staatspolitische Einordnung ist klar: Die Energiepolitik setzt weiterhin auf Entlastung und Stabilisierung. Nach früheren Schritten wie der Senkung einzelner Netzabgaben und der Beschlussfassung rund um das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz rückt nun die praktische Umsetzung am Markt in den Vordergrund. Wenn ein großer Anbieter den Arbeitspreis unter 10 Cent je Kilowattstunde positioniert, entsteht eine neue Referenz. Das kann den Wettbewerb beleben und für zusätzliche Preisanpassungen sorgen.
Die Ankündigung folgt auf eine längere Phase hoher Energiepreise. Aus der Regierungskoordinierung kommt die Botschaft, die Strompreise hätten sich zwischenzeitlich deutlich von den Produktionskosten entfernt. Mit der Tarifsenkung wird signalisiert, dass dieser Abstand nun wieder kleiner werden soll. Für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet das zusätzliche Orientierung und die Möglichkeit, Tarife gezielt zu vergleichen. Für Gewerbetreibende, insbesondere mit hohem Stromanteil an den Betriebskosten, sind sinkende Arbeitspreise ein direkter Hebel für bessere Kalkulationen.
Quelle und Einordnung
Die Information geht auf eine Meldung des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport zurück. Der entsprechende Hinweis wurde als Presseinformation verbreitet und kann im Original auf der Plattform OTS nachgelesen werden. Hier der direkte Link zur Aussendung: OTS-Meldung. In der Meldung wird die politische Erwartung formuliert, dass weitere Anbieter nachziehen könnten. Ob und wann das geschieht, entscheidet jedoch jeder Anbieter autonom auf Basis eigener Beschaffung und Strategie.
Fachbegriffe verständlich erklärt
Arbeitspreis je Kilowattstunde
Der Arbeitspreis ist jener variabler Preisbestandteil, der für jede verbrauchte Kilowattstunde Strom in Rechnung gestellt wird. Er bildet den eigentlichen Energiepreis ab, den der Lieferant für die Beschaffung und Bereitstellung des Stroms verrechnet. Der Arbeitspreis ist nicht die gesamte Stromrechnung. Zusätzlich fallen in Österreich Netzentgelte, Abgaben und Steuern an, die vom Netzbetreiber und dem Staat erhoben werden. Wer den Arbeitspreis betrachtet, sollte deshalb immer den Gesamtpreis prüfen. Dennoch ist der Arbeitspreis ein zentraler Vergleichswert, weil er direkt mit dem Verbrauch skaliert und so die Effekte von Effizienzmaßnahmen auf die Kosten sichtbar macht.
Kilowattstunde
Eine Kilowattstunde ist eine Maßeinheit für Energie. Sie beschreibt, wie viel elektrische Arbeit über eine Stunde hinweg umgesetzt wird, wenn die Leistung ein Kilowatt beträgt. Im Alltag hilft die Kilowattstunde, den Stromverbrauch von Geräten einzuordnen. Verbraucht ein Gerät mit 1.000 Watt eine Stunde lang Strom, entspricht das einer Kilowattstunde. Für Haushalte ist die Summe der Kilowattstunden pro Jahr der wichtigste Orientierungswert. Je nach Anzahl der Personen, Wohnfläche, Art der Heizung und Nutzung stromintensiver Geräte variiert dieser Verbrauch deutlich. Die eigene Jahresabrechnung gibt Auskunft über die zuletzt angefallenen Kilowattstunden.
Grundpreis
Viele Stromtarife enthalten einen Grundpreis. Das ist ein fixer Betrag, der unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch pro Monat oder pro Jahr anfällt. Der Grundpreis deckt etwa administrative Kosten des Lieferanten und Teile der Infrastrukturkosten ab. Für Haushalte mit sehr geringem Verbrauch kann ein hoher Grundpreis den Vorteil eines niedrigen Arbeitspreises relativieren. Umgekehrt ist bei höherem Verbrauch der Arbeitspreis oft entscheidender. Ein fairer Tarifvergleich berücksichtigt daher immer beide Komponenten, Grundpreis und Arbeitspreis, und setzt sie ins Verhältnis zum individuellen Verbrauchsprofil.
Netzabgaben und Netzentgelte
Netzabgaben oder Netzentgelte sind Zahlungen an den Netzbetreiber für Transport, Verteilung und Messung des Stroms. Sie spiegeln den Aufwand wider, Strom sicher und stabil in die Haushalte und Betriebe zu bringen. Diese Entgelte sind in Österreich regional unterschiedlich, weil Netzstrukturen und Investitionsbedarfe variieren. Änderungen bei den Netzabgaben haben unmittelbare Effekte auf die Endrechnung, selbst wenn der Energiepreis konstant bleibt. Frühere Senkungen einzelner Netzabgaben entlasteten bereits viele Kundinnen und Kunden. Wichtig ist: Netzentgelte sind reguliert und unterscheiden sich von den frei kalkulierten Preisen der Lieferanten.
Elektrizitätswirtschaftsgesetz
Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz ist der rechtliche Rahmen, der Erzeugung, Übertragung, Verteilung und den Vertrieb von Strom in Österreich regelt. Es enthält Bestimmungen zum Marktdesign, zu Netzthemen, zu Verbraucherschutz und zu Fragen der Versorgungssicherheit. Wenn eine Novelle beschlossen wird, kann sie die Spielregeln im Markt verändern, etwa bei der Transparenz von Preisen, bei Anreizen für erneuerbare Energien oder bei Mechanismen zur Krisenbewältigung. Für Konsumentinnen und Konsumenten sind solche Anpassungen indirekt spürbar: Sie beeinflussen, wie Anbieter kalkulieren und welche Tarifmodelle wirtschaftlich sinnvoll angeboten werden können.
Energiepreis-Krisenmechanismus
Ein Krisenmechanismus im Energiesektor ist ein Instrumentenkasten für Ausnahmesituationen, in denen Preise und Verfügbarkeiten stark schwanken. Ziel ist es, kurzfristig stabilisierend einzugreifen, ohne die Marktgrundsätze dauerhaft außer Kraft zu setzen. Der Mechanismus kann verschiedene Elemente umfassen, etwa temporäre Zuschüsse, Abfederungen für besonders betroffene Gruppen oder Regeln, die exzessive Ausschläge dämpfen. Solche Instrumente sind nur dann sinnvoll, wenn sie klar befristet und transparent kommuniziert werden. Für den Strommarkt bedeutet das, in außergewöhnlichen Phasen Planungssicherheit zu schaffen, ohne notwendige Preissignale für Effizienz völlig zu unterdrücken.
Börsenpreis, Verkaufspreis und Produktionskosten
Der Börsenpreis ist der Großhandelswert, zu dem Strom an Energiebörsen gehandelt wird. Der Verkaufspreis ist der Endkundenpreis, den Lieferanten den Kundinnen und Kunden verrechnen. Die Produktionskosten ergeben sich aus der Erzeugung, etwa aus Wasserkraft, Wind, Photovoltaik oder konventionellen Anlagen. In angespannten Marktphasen können Börsenpreise aufgrund internationaler Knappheiten stark steigen, während Produktionskosten einzelner Erzeuger stabil bleiben. Dann öffnet sich eine Lücke zwischen Kostenbasis und erzielbaren Erlösen. In ruhigeren Marktphasen nähert sich der Endkundenpreis eher der langfristigen Kostenstruktur an. Die aktuelle Tarifsenkung verweist auf eine solche Normalisierungstendenz.
Tarifsenkung
Eine Tarifsenkung ist die Anpassung bestehender oder die Einführung neuer Verträge mit günstigeren Konditionen. Sie kann auf gesunkene Beschaffungspreise, auf Wettbewerbsdruck, auf Effizienzgewinne oder auf politische Rahmenbedingungen zurückgehen. Für Kundinnen und Kunden bedeutet eine Tarifsenkung nicht automatisch, dass die bestehende Rechnung sofort sinkt. Entscheidend ist, ob der eigene Vertrag von der Senkung erfasst wird oder ob ein aktiver Wechsel in das neue Tarifmodell nötig ist. Daher lohnt es sich, Mitteilungen des Anbieters zu prüfen, die Vertragsdetails zu lesen und Vergleichsportale beziehungsweise amtliche Informationsseiten zu konsultieren.
Historische Entwicklung: Von der Preisspitze zur Entspannung
Die vergangenen Jahre waren von außergewöhnlichen Bewegungen auf den Energiemärkten geprägt. Lieferketten wurden unterbrochen, Gas- und Strommärkte standen zeitweise unter erheblichem Druck, und die Großhandelspreise erreichten in Spitzenzeiten ungewohnte Niveaus. In vielen Ländern Europas trug dies dazu bei, dass die Verbraucherpreise spürbar stiegen. Österreich war davon, wie alle offenen Volkswirtschaften, nicht isoliert. Haushalte, Gewerbe und Industrie sahen sich mit steigenden Rechnungen konfrontiert. In der Folge wurden in kurzer Abfolge Unterstützungsmaßnahmen, Informationskampagnen und regulatorische Anpassungen diskutiert und teilweise umgesetzt.
Parallel zur akuten Krisenbewältigung setzte eine Debatte über strukturelle Fragen ein. Dazu gehörte, wie stark Endkundenpreise kurzfristige Börsenbewegungen abbilden sollten, wie gezielt besonders betroffene Gruppen entlastet werden können und welche Rolle die Beschleunigung erneuerbarer Energien für stabile Preise spielt. Österreichs Strommix mit einem hohen Anteil an Wasserkraft gilt langfristig als Vorteil, ist aber nicht gänzlich von internationalen Entwicklungen abgekoppelt. Wenn große europäische Märkte Preisschübe erleben, betrifft das auch heimische Beschaffung und Kalkulationen.
In den letzten Monaten hat sich die Lage spürbar beruhigt. Die politische Botschaft aus der aktuellen Ankündigung ist, dass die Preisniveaus nun wieder näher an eine faire Größenordnung heranrücken sollen. Der Arbeitspreis unter 10 Cent je Kilowattstunde, wie ihn Verbund ab März 2026 in Aussicht stellt, steht für diesen Trend. Dass die Regierungskoordinierung darin eine Bestätigung ihrer Entlastungslinie sieht, passt in die Folge früherer Entscheidungen zu Netzabgaben und Marktregeln. Zugleich bleibt klar: Die nachhaltige Stabilisierung erfordert weiterhin Umsicht, etwa bei der Versorgungssicherheit, bei Netzausbau und bei Investitionen in erneuerbare Erzeugung.
Vergleiche: Bundesländer, Deutschland und die Schweiz
Innerhalb Österreichs unterscheiden sich Stromrechnungen primär durch Netzentgelte und teilweise durch regionale Tarifangebote. Ballungsräume mit dichter Infrastruktur haben andere Kostenstrukturen als Regionen mit langen Leitungswegen und geringerer Bevölkerungsdichte. Für Endkundinnen und Endkunden bedeutet das, dass ein identischer Arbeitspreis je Kilowattstunde nicht automatisch zu identischen Endrechnungen führt. Der angekündigte Arbeitspreis unter 10 Cent je Kilowattstunde ist jedoch ein landesweit verständlicher Bezugspunkt. Er erleichtert die Orientierung, selbst wenn regionale Netzkosten die endgültige Summe weiterhin prägen.
Ein Blick nach Deutschland zeigt, dass dort Steuern, Abgaben und Umlagen traditionell einen großen Teil der Stromrechnung ausmachen. Die Zusammensetzung hat sich mehrfach geändert, etwa durch temporäre Entlastungen und Verschiebungen im Zuge energiepolitischer Entscheidungen. Vergleiche über die Grenze sind deshalb nur sinnvoll, wenn man die Systemlogik und die jeweiligen Zusatzkosten mitdenkt. Für Konsumentinnen und Konsumenten ist vor allem relevant, wie hoch der tatsächlich zahlbare Endpreis pro Kilowattstunde inklusive fixer Bestandteile ausfällt und wie transparent Anbieter darüber informieren.
In der Schweiz ist der Markt anders organisiert, der Wettbewerb ist je nach Versorgungsgebiet unterschiedlich ausgeprägt, und viele Endkunden werden durch lokale Unternehmen beliefert. Auch dort haben die Jahre mit angespannten Großhandelsmärkten zu Debatten über faire Preisweitergabe geführt. Österreich liegt mit seinem kombinierten Ansatz aus Markt, Regulierung und sozialpolitischen Zielsetzungen in der Mitte dieser Modelle. Der neue Referenzpunkt beim Arbeitspreis schafft hierzulande eine klare Orientierung, ohne dass damit automatisch alle weiteren Preisbestandteile vereinheitlicht wären.
Zahlen und Fakten: Einordnung und Rechenbeispiele
Die politisch genannte Orientierung von 200 Euro jährlicher Entlastung für einen Durchschnittshaushalt bezieht sich auf den reinen Energiepreis und ist ohne Steuern und Abgaben zu verstehen. Entscheidend ist, wie hoch der bisherige Arbeitspreis war und wie groß der individuelle Jahresverbrauch ist. Wer in den kommenden Wochen die eigenen Unterlagen prüft, sollte die letzte Jahresabrechnung und den bisher gültigen Arbeitspreis bereithalten. Daraus lässt sich ableiten, ob ein potenzieller Wechsel in den neuen Tarif einen spürbaren Effekt hat.
Rechenbeispiele (illustrativ)
- Beispiel A: Ein Jahresverbrauch von 2.500 Kilowattstunden. Sinkt der Arbeitspreis auf unter 10 Cent, ergibt sich beim Arbeitspreisanteil eine jährliche Energierechnung von unter 250 Euro für den variablen Stromanteil. Zuvor bei einem fiktiven Arbeitspreis von 15 Cent wären es 375 Euro gewesen. Die Differenz läge bei 125 Euro im Jahr. Steuern, Abgaben und der Grundpreis sind in diesem Beispiel nicht berücksichtigt.
- Beispiel B: Ein Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden. Bei einem Arbeitspreis unter 10 Cent läge der variable Anteil unter 350 Euro. Im Vergleich zu 18 Cent in einem hypothetischen Alttarif ergäbe sich eine variable Belastung von 630 Euro, die Differenz betrüge 280 Euro. Diese Beispiele zeigen, wie stark der Effekt vom eigenen Verbrauch abhängt.
Diese Szenarien sind beispielhaft und ersetzen keine individuelle Beratung. Sie verdeutlichen jedoch, weshalb das im März erwartete Angebot für viele Haushalte attraktiv sein kann. Wer zusätzlich auf Effizienz achtet, senkt nicht nur den Verbrauch, sondern profitiert doppelt, weil der Arbeitspreis direkt mit jeder eingesparten Kilowattstunde wirkt.
Was bedeutet netto beim Arbeitspreis
Die Formulierung, der angestrebte Preis gelte netto, weist darauf hin, dass Steuern und Abgaben noch hinzukommen. Dazu zählen in Österreich typischerweise Netzentgelte, staatliche Abgaben und die Umsatzsteuer. Die genaue Höhe variiert und ist abhängig von gesetzlichen Rahmenbedingungen und Netzgebiet. Für eine belastbare Gesamtkalkulation ist daher der Endpreis inklusive aller Bestandteile ausschlaggebend. Dennoch setzt ein niedriger Netto-Arbeitspreis einen wichtigen Anker, weil er den größten variablen Teil der Stromrechnung adressiert.
Auswirkungen auf Bürgerinnen und Bürger sowie auf das Gewerbe
Für Haushalte mit knappem Budget bedeutet ein niedrigerer Arbeitspreis sofort mehr Spielraum. Wer bisher aufgrund hoher Abschläge sparen musste, kann mit einer Senkung im Laufe des Jahres eine spürbare Entlastung erfahren. Familienhaushalte mit mehreren Personen, die viele stromintensive Geräte betreiben, profitieren besonders, wenn gleichzeitig auf bewusste Nutzung geachtet wird. In Mietverhältnissen lohnt ein Blick auf Sammelverträge oder Weiterverrechnung über Hausverwaltungen, um sicherzugehen, dass die Entlastung ankommt.
Für Gewerbetreibende wie Bäckereien, Friseursalons, Gastronomie oder kleine Werkstätten ist der Stromkostenanteil je nach Geschäftsmodell unterschiedlich. Ein niedrigerer Arbeitspreis verbessert die Kalkulation, ermöglicht wettbewerbsfähigere Preise oder Investitionen in effizientere Geräte. Wer seine Öffnungszeiten an Lastspitzen orientiert oder energieintensive Prozesse bündelt, kann zusätzliche Vorteile herausholen. Wichtig ist, Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen zu beachten, um einen reibungslosen Wechsel zu einem neuen Tarif vorzubereiten.
Für Regionen mit höheren Netzentgelten bleibt die Botschaft gemischt: Der variable Anteil wird günstiger, doch die fixen Bestandteile bleiben maßgeblich. Gerade deshalb ist Transparenz zentral. Anbieterinformationen, amtliche Faktenblätter und Vergleichsdienste helfen, die individuelle Situation realistisch einzuschätzen. Nützlich ist es, den Jahresverbrauch der letzten zwei bis drei Jahre zu vergleichen, um Sondereffekte zu erkennen, etwa einen besonders kalten Winter oder neu angeschaffte Geräte.
Politischer Rahmen, Marktmechanismen und Verantwortung
Die Tarifsenkung ist ein Marktsignal. Politisch eingebettet ist sie in das Ziel, Haushalte zu entlasten und die Inflationsdynamik zu dämpfen. Maßnahmen wie die Reduktion einzelner Netzabgaben und die Anpassungen im Elektrizitätswirtschaftsgesetz sollten den Boden bereiten, damit Entlastungen auch tatsächlich bei den Menschen ankommen. Gleichzeitig bleibt die Verantwortung der Unternehmen bestehen, Preise verständlich darzustellen und faire Vertragsbedingungen zu bieten. Transparente Kommunikation ist hier ein Teil der Lösung.
Die Erwartung, dass andere Anbieter nachziehen, ist nachvollziehbar. Wettbewerb lebt von Vergleichbarkeit. Ob und wie schnell sich weitere Unternehmen zu ähnlichen Arbeitspreisen positionieren, hängt von ihrer Beschaffung, ihrer Risikostrategie und ihren Portfolios ab. Für Konsumentinnen und Konsumenten heißt das, den Markt in den kommenden Wochen aufmerksam zu beobachten und etwaige Ankündigungen anderer Anbieter zu prüfen. Der März wird damit zu einem Schlüsselmoment für Tarifvergleiche.
Zukunftsperspektive: Was bis und nach März 2026 wichtig bleibt
Mit der Ankündigung ist eine wichtige Weiche gestellt. Entscheidend wird nun die konkrete Ausgestaltung der Tarife, etwa Fragen zu Grundpreis, Laufzeit, Preisgarantie, Indexierung und möglichen Boni. Kundinnen und Kunden sollten Angebote nicht nur am Arbeitspreis messen, sondern die Gesamtheit der Vertragskonditionen prüfen. Eine zeitlich befristete Aktion kann attraktiv sein, verliert aber an Wert, wenn danach automatische Anpassungen greifen, die den Vorteil wieder aufzehren. Klarheit über Kündigungsfristen und automatische Verlängerungen ist daher essenziell.
Mittelfristig bleibt die Versorgungssicherheit ein Kernthema. Investitionen in Netze, Speicher und erneuerbare Erzeugung sind notwendig, um Preisschwankungen zu glätten und auf Wetter- und Marktereignisse robust reagieren zu können. Österreichs starker Anteil an Wasserkraft ist eine gute Basis. Dennoch braucht es Diversifizierung und Flexibilität, damit Beschaffung und Preisstellung weniger vulnerabel sind. Auch die Digitalisierung des Netzes, smarte Messsysteme und Lastverschiebungen im Gewerbe können helfen, die Gesamtkosten des Systems zu senken.
Für den Wettbewerb ist Transparenz ein Erfolgsfaktor. Je besser Endkundinnen und Endkunden verstehen, wie sich ihre Rechnung zusammensetzt, desto eher können sie Entscheidungen treffen, die echte Kosten senken. Informationsangebote offizieller Stellen und seriöser Vergleichsdienste leisten dabei einen wichtigen Beitrag. Ein praktischer Einstiegspunkt für unabhängige Informationen ist die Webseite der Regulierungsbehörden und einschlägiger Beratungsstellen. Für Österreich bietet sich etwa der Blick auf e-control.at an, um Grundsatzinformationen zum Markt zu erhalten.
Praktische Schritte: So bereiten sich Haushalte und Betriebe vor
- Verbrauch prüfen: Die letzte Jahresabrechnung heranziehen und den Jahresverbrauch in Kilowattstunden notieren.
- Tarifdetails lesen: Arbeitspreis, Grundpreis, Laufzeit, Preisgarantie, Indexierung und Rabatte vergleichen.
- Ankündigungen beobachten: Ab März 2026 verfügbare Verbund Angebote und mögliche Reaktionen anderer Anbieter prüfen.
- Wechsel organisieren: Kündigungsfristen und Umstellungsprozesse klären, damit keine Doppelbelastungen entstehen.
- Effizienz nutzen: Einsparpotenziale identifizieren, etwa durch zeitliche Steuerung stromintensiver Geräte.
Transparenz und Rechtssicherheit
Für die Berichterstattung gilt der Grundsatz der Sorgfalt. Die hier genannten Angaben beziehen sich auf die offizielle Quelle sowie auf allgemein zugängliche Marktprinzipien. Konkrete Vertragsdetails ergeben sich erst mit der Veröffentlichung der vollständigen Tarifkonditionen. Leserinnen und Leser sollten daher die Anbieterinformationen im März sorgfältig prüfen. Für die Einordnung der politischen Aussagen werden die Positionen dem jeweiligen Urheber zugeordnet. Eine Wertung über das tatsächliche Ausmaß künftiger Einsparungen erfolgt nicht, da diese individuell verschieden sind.
Fazit und Ausblick
Die angekündigte Verbund Tarifsenkung auf einen Arbeitspreis unter 10 Cent je Kilowattstunde ab März 2026 setzt einen klaren Marker im österreichischen Strommarkt. Haushalte und Gewerbe erhalten eine greifbare Perspektive auf niedrigere variable Stromkosten. Politisch stützt die Maßnahme das Ziel, die Teuerung zu bremsen und die Kaufkraft zu stabilisieren. Historisch betrachtet passt die Ankündigung zur Bewegung weg von den Preisspitzen der vergangenen Jahre hin zu einer normalisierten Marktlage.
Wer profitieren will, sollte den eigenen Verbrauch kennen, Angebote vergleichen und Vertragskonditionen aufmerksam lesen. Die nächsten Wochen sind ideal, um Unterlagen zu ordnen und Entscheidungen vorzubereiten. Weitere Informationen und die Originalaussendung finden sich auf OTS sowie auf unabhängigen Informationsseiten wie e-control.at. Welche Anbieter nachziehen, wird der Markt zeigen. Fest steht: Der März wird zum Prüfstein dafür, wie stark sich die angekündigte Entlastung im Alltag der Österreicherinnen und Österreicher bemerkbar macht.






