ElWG schafft neue Spielräume für Photovoltaik und Stromspeicher in Österreich: Am 28. Januar 2026 wird klar, warum der PV-Kongress 2026 in Wien am 25. März für Unternehmen, Politik, Netzbetreiberinnen und Netzbetreiber sowie die Öffentlichkeit wichtig ist. Die Veranstaltung des Bundesverbands Photovoltaic Austria verspricht Orientierung in einem Markt, der durch neue Vermarktungswege, gemeinschaftliche Nutzung und mehr Transparenz beim Netzanschluss geprägt wird. Ohne die Pointe vorwegzunehmen: Wer die Chancen dieses Gesetzes erkennt und qualifiziert nutzt, kann 2026 die Weichen für Planung, Betrieb und Investitionen stellen – mit Blick auf österreichische Besonderheiten und den europäischen Kontext. Dabei zählt jetzt Aktualität: Das im Dezember beschlossene Elektrizitätswirtschaftsgesetz liefert den Rahmen, der ab sofort Entscheidungen beschleunigen und Geschäftsmodelle professionalisieren kann – vorausgesetzt, Akteurinnen und Akteure packen die Umsetzung entschlossen an und trennen Fakten von Mythen.
PV-Kongress 2026: Orientierung im neuen ElWG-Rahmen für Photovoltaik
Der Bundesverband Photovoltaic Austria lädt für den 25. März 2026 in das Austria Center Vienna ein. Im Mittelpunkt steht, welche praktischen Folgen das neu beschlossene Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) für Photovoltaik und Stromspeicherung hat. Die Presseinformation des Verbands betont: Das ElWG eröffnet neue Vermarktungsmöglichkeiten, erweitert Modelle der gemeinschaftlichen Nutzung und sorgt für mehr Transparenz bei Netzanschlüssen. Vereinheitlichte Abrechnungs- und Messkonzepte erleichtern den kombinierten Einsatz von Photovoltaik und Batteriespeichern. Damit rücken Planungssicherheit, effizienter Betrieb und skalierbare Geschäftsmodelle in den Vordergrund.
Ausdrücklich geht es nicht um einen Automatismus. Vera Immitzer, Geschäftsführerin von PV Austria, formuliert es prägnant: „Das neue Gesetz bietet keinen Aufschwung frei Haus, aber die Chance, neu anzupacken“. Diese Haltung prägt den Kongress: Fachliche Einordnung, Best-Practice, Austausch mit Politik und Branche sowie Einblicke des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus zur Ausrichtung beim Ausbau von Photovoltaik und Stromspeichern. Landesnetzbetreiberinnen und Landesnetzbetreiber diskutieren im Ländertalk Strategien für Netzbetrieb und Umsetzung. Zusätzlich stehen Systemsicherheit, Desinformation im Energiebereich, der systemdienliche Betrieb von Batterien, neue Aufgaben der Regulierungsbehörde E-Control und ein Innovationsaward für bauwerkintegrierte Photovoltaik (BIPV) auf der Agenda.
Was der PV-Kongress 2026 konkret bietet
- Praxis-Update zu Vermarktung, Netzanschluss und Messkonzepten im Lichte des ElWG
- Politische Einordnung durch das zuständige Bundesministerium
- Ländertalk der Landesnetzbetreiberinnen und Landesnetzbetreiber zur Umsetzung
- Schwerpunkt Systemsicherheit und sachliche Gegenargumente zu Desinformation
- Beiträge zum systemdienlichen Einsatz von Batteriespeichern
- Überblick zu neuen Aufgaben der Regulierungsbehörde E-Control
- Start des Innovationsawards für bauwerkintegrierte Photovoltaik 2026
Alle offiziellen Informationen und die Anmeldung sind über PV Austria zugänglich: www.pvaustria.at/pv-kongress. Die hier wiedergegebenen Eckpunkte stützen sich auf die Presseaussendung des Bundesverbands: OTS-Meldung. Der Veranstaltungsort ist das Austria Center Vienna in Wien; als Regulierungsinstanz ist die E-Control relevant.
Fachbegriffe erklärt: Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG)
Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz, kurz ElWG, ist der rechtliche Rahmen für Erzeugung, Transport, Verteilung und Vermarktung von Strom. Es regelt Zuständigkeiten, Marktrollen, Netzanschlüsse, Messwesen sowie Transparenz- und Informationspflichten. Für Photovoltaik-Betreiberinnen und -Betreiber ist das ElWG zentral, weil es vorgibt, wie Strom aus PV-Anlagen ins Netz eingespeist oder vor Ort genutzt werden darf, wie Abrechnung und Messung organisiert werden und welche Vermarktungsmodelle zulässig sind. Das im Dezember beschlossene Update schafft, so die Quelle, neue Spielräume für die Praxis – etwa bei gemeinschaftlicher Nutzung, Markttransparenz und standardisierten Messkonzepten.
Fachbegriffe erklärt: Vermarktungsmöglichkeiten (z. B. Direktvermarktung und PPAs)
Vermarktungsmöglichkeiten beschreiben Wege, wie erzeugter PV-Strom wirtschaftlich verwertet wird. Neben Eigenverbrauch und Einspeisetarifen umfasst dies Direktvermarktung an Abnehmerinnen und Abnehmer, langfristige Stromlieferverträge (Power Purchase Agreements, PPAs) oder dynamische Produkte, die sich an Marktpreisen orientieren. Der praktische Vorteil: Unternehmen können Risiken und Erlöspotenziale besser steuern. Standardisierte Mess- und Abrechnungsmodelle erleichtern die Abbildung solcher Verträge, während mehr Transparenz beim Netzanschluss den Start neuer Projekte planbarer macht. Das ElWG öffnet hier den Rahmen, innerhalb dessen Anbieterinnen, Anbieter und Kundinnen, Kunden passende Modelle vertraglich ausformen.
Fachbegriffe erklärt: Gemeinschaftliche Nutzung von PV-Strom
Gemeinschaftliche Nutzung bedeutet, dass mehrere Parteien Strom aus einer Photovoltaikanlage teilen. Das kann in einem Gebäude, in einer Siedlung oder in einer energiewirtschaftlich definierten Zone stattfinden. In Österreich zählen dazu unter anderem gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen und Energiegemeinschaften. Die Vorteile sind eine bessere Auslastung der Anlage, geringere Strombezugskosten und lokalere Wertschöpfung. Das ElWG-Update zielt laut Quelle darauf ab, diese Modelle praktikabler zu machen, etwa durch klarere Regeln, Abrechnungslogiken und Messkonzepte. Für Bürgerinnen, Bürger, Hausverwaltungen und Betriebe entsteht damit ein zusätzlicher Anreiz, gemeinschaftliche Projekte professionell umzusetzen.
Fachbegriffe erklärt: Netzanschluss und Netztransparenz
Der Netzanschluss ist der technische und rechtliche Prozess, über den eine Anlage an das Verteil- oder Übertragungsnetz angebunden wird. Er umfasst Antragstellung, Netzverträglichkeitsprüfung, technische Auslegung, Zählersetzen und Inbetriebnahme. Netztransparenz meint nachvollziehbare Zuständigkeiten, transparente Fristen und klare Informationen über verfügbare Kapazitäten und Kosten. Laut Presseinformation sorgt das ElWG für mehr Transparenz beim Netzanschluss. Für die Praxis heißt das: weniger Unsicherheit bei Terminen und Anforderungen, bessere Planbarkeit von Investitionen sowie eine verlässlichere Kommunikation zwischen Anlagenbetreiberinnen und -betreibern und Netzunternehmen.
Fachbegriffe erklärt: Abrechnungs- und Messkonzepte (Smart Metering)
Abrechnungs- und Messkonzepte definieren, wie Stromflüsse gemessen, zugeordnet und abgerechnet werden. Moderne Messsysteme, oft als Smart Meter bezeichnet, erfassen zeitaufgelöste Daten und ermöglichen differenzierte Tarife, Bilanzierungen und Lastprofile. Einheitlichere Konzepte bedeuten, dass Rollen, Verantwortlichkeiten und Datenformate klarer geregelt sind. Für die Kombination aus Photovoltaik und Speicher ist das essenziell: Nur mit sauberem Messkonzept können Eigenverbrauch, Einspeisung, gemeinschaftliche Nutzung und netzdienliche Funktionen korrekt bilanziert und vergütet werden. Das ElWG-Update verspricht in diesem Bereich Vereinfachungen, die die Projektabwicklung beschleunigen können.
Fachbegriffe erklärt: Systemdienlicher Betrieb von Batterien
Systemdienlichkeit beschreibt, wie Anlagen zur Stabilität und Effizienz des Stromsystems beitragen. Beim Batteriespeicher bedeutet das etwa: Lastspitzen kappen, Frequenzschwankungen dämpfen, lokale Netze entlasten oder flexible Einspeisung ermöglichen. Systemdienlicher Betrieb ist nicht nur ein technisches, sondern auch ein regulatorisches Thema: Welche Dienste sind erlaubt? Wie werden sie vergütet? Welche Mess- und Nachweisanforderungen gelten? Der Kongress adressiert diese Fragen ausdrücklich. Ziel ist, dass Speicher nicht isoliert betrieben werden, sondern so in die Photovoltaik- und Netzinfrastruktur eingebunden sind, dass sowohl Betreiberinnen und Betreiber als auch das Gesamtsystem profitieren.
Fachbegriffe erklärt: Regulierungsbehörde E-Control
E-Control ist die österreichische Regulierungsbehörde für Strom und Gas. Sie überwacht Marktregeln, genehmigt Netzentgelte, schafft Transparenz und stellt Informationen für Konsumentinnen und Konsumenten bereit. Die im Programm skizzierten neuen Aufgaben der E-Control im Zuge des ElWG weisen darauf hin, dass Regulierungsprozesse, Datenflüsse oder Informationspflichten neu geordnet werden. Für Photovoltaik- und Speicherprojekte ist das relevant, weil Gutachten, Anträge, Meldungen und Marktkommunikation stark von regulatorischen Vorgaben abhängen. Klarere Zuständigkeiten und digitale Verfahren können die Abwicklung vereinfachen.
Fachbegriffe erklärt: Bauwerkintegrierte Photovoltaik (BIPV)
Bauwerkintegrierte Photovoltaik, kurz BIPV, bezeichnet PV-Module, die Teil der Gebäudehülle sind, etwa als Fassade, Dachhaut, Sonnenschutz oder Balustrade. BIPV verbindet Architektur, Energieerzeugung und Materialästhetik. Anders als aufgesetzte Module übernehmen BIPV-Elemente oft zusätzlich bauphysikalische Funktionen, zum Beispiel Witterungsschutz. Der beim Kongress gestartete Innovationsaward für BIPV 2026 lenkt den Blick darauf, wie Planung, Normen, Statik, Brandschutz und Elektrik zusammenspielen. Für Städte wie Wien mit dichter Bebauung kann BIPV eine Chance sein, den Photovoltaik-Anteil ohne zusätzliche Flächenkonkurrenz auszubauen.
Fachbegriffe erklärt: Systemsicherheit und Sicherheitsmechanismen
Systemsicherheit umfasst Maßnahmen, die einen stabilen Netzbetrieb gewährleisten: Frequenzhaltung, Spannungshaltung, Reservekraftwerke, Redispatch, Schutzsysteme und Wiederaufbaupläne. Sicherheitsmechanismen sind die technischen und organisatorischen Werkzeuge, mit denen Netzbetreiberinnen und Netzbetreiber Störungen vorbeugen und beheben. Laut Kongressprogramm wird am Beispiel Spaniens erläutert, welche Rolle diese Mechanismen im Stromsystem tatsächlich spielen. Für die Debatte rund um Photovoltaik und Speicher ist wichtig: Erneuerbare brauchen klare Regeln und passende Systemdienstleistungen, damit hohe Anteile sicher integriert werden können.
Fachbegriffe erklärt: Desinformation im Energiebereich
Desinformation bezeichnet die gezielte oder fahrlässige Verbreitung falscher oder irreführender Informationen. Im Energiebereich kann das von vereinfachten Mythen bis hin zu nachweislich falschen Behauptungen reichen, etwa zur Netzstabilität oder zu Kosten. Die Journalistin Ingrid Brodnig zeigt beim Kongress, wie solche Narrative wirken und wie man ihnen mit nachvollziehbaren Belegen, Quellen und transparenten Annahmen begegnet. Für die öffentliche Diskussion in Österreich ist das zentral, damit Investitionsentscheidungen, politische Weichenstellungen und private Anschaffungen auf belastbaren Informationen beruhen.
Vom Nischenthema zum Systembaustein: Historischer Kontext in Österreich
Die Entwicklung der Photovoltaik in Österreich verlief über Jahre dynamisch, aber nicht linear. Frühere Förderregime, technische Normung und der Ausbau des Messwesens haben den Weg bereitet. Mit dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) wurden Leitplanken für den Zubau erneuerbarer Energien geschaffen, insbesondere zur Marktintegration und zur Förderung über Ausschreibungen und Investitionszuschüsse. In den Städten wuchs parallel das Interesse an gemeinschaftlichen Modellen, um Mehrparteienhäuser, Gewerbeobjekte und kommunale Liegenschaften zu integrieren. Gleichzeitig professionalisierten sich Planung, Installation und Betrieb von PV-Anlagen, weil Projekte zunehmend komplexere Anforderungen an Statik, Brandschutz, Netzverträglichkeit und Abrechnung erfüllen mussten.
Vor diesem Hintergrund markiert das nun beschlossene Elektrizitätswirtschaftsgesetz einen nächsten Schritt: Es bündelt und präzisiert Marktrollen, erleichtert Abrechnung und Messung und verspricht mehr Transparenz beim Netzanschluss. Im Ergebnis entsteht eine Brücke zwischen technischen Möglichkeiten und rechtlichen Prozessen. Historisch betrachtet verschiebt sich der Fokus: weg von primär fördergetriebenen Einzelprojekten hin zu vernetzten Lösungen, die Photovoltaik, Speicher, Lastmanagement und intelligente Tarife zusammenführen. Damit rücken Fragen der Systemdienlichkeit, der sektorübergreifenden Koordination (Strom, Wärme, Mobilität) und der Datenqualität stärker in den Vordergrund. Der PV-Kongress 2026 ist im besten Sinne eine Momentaufnahme dieser Entwicklung – mit der Chance, Begriffe und Aufgaben klarer zu fassen.
Vergleich: Bundesländer, Deutschland und Schweiz
Innerhalb Österreichs unterscheiden sich Prozesse beim Netzanschluss, die Ausgestaltung kommunaler Vorgaben und die Praxis gemeinschaftlicher Nutzung. Während Ballungsräume wie Wien oder Graz häufig mit dichter Bebauung und komplexen Eigentumsverhältnissen konfrontiert sind, spielen in ländlichen Regionen verfügbare Dachflächen, landwirtschaftliche Betriebe und ortsnahe Energiegemeinschaften eine größere Rolle. Der Ländertalk der Netzbetreiberinnen und Netzbetreiber soll genau diese Unterschiede sichtbar machen und Wege aufzeigen, wie das ElWG bundeslandübergreifend konsistent umgesetzt werden kann, ohne regionale Besonderheiten zu ignorieren.
Ein Blick nach Deutschland zeigt, dass dort mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eigene Mechanismen für Vermarktung und Netzintegration entwickelt wurden, inklusive Direktvermarktung und zunehmend digitaler Messkonzepte. Erfahrungen aus Deutschland unterstreichen, wie wichtig klare Rollen für Messstellenbetreiberinnen und Messstellenbetreiber sowie transparente Prozesse für Netzzutritt und Datenflüsse sind. In der Schweiz wiederum wird seit Jahren intensiv über die Stärkung dezentraler Erzeugung, Eigenverbrauchsgemeinschaften und Investitionsanreize diskutiert. Unterschiede im Marktdesign und in der Netzregulierung zeigen, dass es nicht die eine Lösung gibt, aber es gibt gemeinsame Leitmotive: Planbarkeit, Transparenz, einfache Abrechnung und systemdienlicher Betrieb. Österreich kann von Vergleichsfällen profitieren, wenn Regelwerke praxistauglich bleiben und bürokratische Hürden konsequent abgebaut werden.
Was das ElWG für Bürgerinnen, Bürger und Betriebe bedeutet
Für private Haushalte eröffnet die Kombination aus Photovoltaik und Speicher neue Optionen, ihren Stromverbrauch zu flexibilisieren und die Stromrechnung zu stabilisieren. Einheitlichere Mess- und Abrechnungsmodelle helfen, Eigenverbrauch, Einspeisung und gemeinschaftliche Nutzung korrekt zu erfassen. Ein Beispiel: In einem Mehrparteienhaus in Wien können Hausverwaltungen gemeinsam mit Planerinnen und Planern eine Anlage samt Speicher errichten, den Strom nach transparenten Schlüsseln aufteilen und die Abrechnung digital vereinfachen. Das verringert Unsicherheit und steigert die Akzeptanz, weil jede Partei ihre Daten und Kosten nachvollziehen kann.
Für kleine und mittlere Unternehmen zählt Planbarkeit. Neue Vermarktungsmodelle erlauben es, langfristige Verträge mit verlässlichen Rahmenbedingungen zu schließen oder flexible Lösungen zu wählen, die tagesaktuelle Preise berücksichtigen. Gastronomiebetriebe, Handwerksunternehmen und produzierende Betriebe können Lastprofile auf die PV-Erzeugung und den Speicherbetrieb abstimmen, um Lastspitzen zu reduzieren. Wenn Netzanschlussprozesse transparenter werden, schrumpft die Zeit zwischen Projektidee und Inbetriebnahme. Das ist wichtig für Investitionsentscheidungen und die Liquiditätsplanung.
Für Gemeinden und Städte eröffnet die gemeinschaftliche Nutzung die Chance, Quartiere mit geteilter Erzeugung auszurüsten. Öffentliche Gebäude, Schulen oder Sporthallen können tagsüber erzeugten Solarstrom teilen, während Batteriespeicher abends Lastspitzen abfedern. Die E-Control wird als Regulierungsbehörde eine wichtige Rolle spielen, um verständliche Informationen bereitzustellen, Marktprozesse zu standardisieren und Verbraucherinnen und Verbraucher zu schützen. Für alle gilt: Desinformation kann Entscheidungen verzerren. Umso relevanter ist der Kongress-Schwerpunkt auf faktenbasierter Kommunikation über Systemsicherheit und Wirtschaftlichkeit.
Zahlen und Fakten zum PV-Kongress 2026
- Datum der Veranstaltung: 25. März 2026
- Ort: Austria Center Vienna, Wien
- Veranstalter: Bundesverband Photovoltaic Austria (PV Austria)
- Anmeldefrist: bis 11. März 2026
- Rechtsrahmen: Neues Elektrizitätswirtschaftsgesetz (im Dezember beschlossen)
- Schwerpunkte: Vermarktung, gemeinschaftliche Nutzung, Netzanschluss-Transparenz, Abrechnung und Messung, Systemsicherheit, Desinformation
- Programm-Highlights: Beiträge des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus; Ländertalk der Landesnetzbetreiberinnen und Landesnetzbetreiber; neue Aufgaben der E-Control; Start des Innovationsawards für BIPV
- Quelle der Informationen: OTS-Presseaussendung und PV Austria
Hinweis zur Systemsicherheit: Der Kongress greift das Beispiel Spanien auf, um Sicherheitsmechanismen im Stromsystem faktenbasiert zu beleuchten. Das unterstützt eine sachliche Einordnung von Risiken und Gegenmaßnahmen, ohne Einzelfälle zu verallgemeinern.
Faktencheck und Kommunikation: Gegen Desinformation ankommen
Die Diskussion um Erneuerbare ist anfällig für vereinfachende Narrative. Der Programmpunkt zu Desinformation, gestaltet von der Journalistin Ingrid Brodnig, setzt hier an: Wie lassen sich Fehleinschätzungen erkennen? Welche Quellen sind belastbar? Und wie gelingt es, technische und regulatorische Themen verständlich zu erklären, ohne den fachlichen Gehalt zu verlieren? Für Photovoltaik und Speicher ist das kein Nebenschauplatz. Denn Irrtümer über Netzstabilität oder Kosten beeinflussen Debatten in Gemeinden, Unternehmensentscheidungen und politische Prioritäten. Wer Projekte plant, sollte sachliche Leitlinien nutzen, Quellen offenlegen und Annahmen transparent machen.
Blick nach vorn: Welche Dynamik 2026 zu erwarten ist
Mit dem ElWG rückt die Umsetzung in den Vordergrund. Photovoltaik-Anbieterinnen und -Anbieter, Speicherunternehmen, Energieberaterinnen und -berater und Netzbetreiberinnen und Netzbetreiber werden Prozesse anpassen: Standardisierte Messkonzepte in Angeboten, klarere Darstellung von Vermarktungsoptionen, definierte Schnittstellen zur Netzkommunikation. Auf politischer Ebene ist zu erwarten, dass Erfahrungen aus der Praxis in weiteren Verordnungen und Leitfäden präzisiert werden. Für Bauherrinnen und Bauherren, Eigentümergemeinschaften und Unternehmen bedeutet das: jetzt Know-how aufbauen, Verträge prüfen, Datenqualität sichern und interne Abläufe harmonisieren.
Technologisch dürfte der Trend zu integrierten Lösungen anhalten: PV plus Speicher, kombiniert mit Lastmanagement, E-Mobilität in Betrieben oder Wohnanlagen und dynamischen Tarifen. Im Gebäudebestand gewinnt BIPV an Sichtbarkeit, nicht zuletzt durch den Innovationsaward. Parallel bleibt Systemsicherheit ein Leitmotiv: Speicher und steuerbare Lasten können dazu beitragen, die Integration der Photovoltaik zu stützen. Entscheidend wird sein, dass Regelwerke und Förderlogiken die tatsächliche Systemwirkung abbilden und Doppelanforderungen vermeiden. Wenn Kommunikation, Messwesen und Marktprozesse ineinandergreifen, können Investitionen schneller Wirkung entfalten.
Praxisleitfaden: Erste Schritte für Projekte unter dem ElWG
- Projektstruktur klären: Ziele, Eigenverbrauchsanteil, gemeinschaftliche Nutzung, Speichergröße definieren
- Netzanschluss frühzeitig anstoßen: Anforderungen, Fristen und Zuständigkeiten mit dem Netzunternehmen abstimmen
- Mess- und Abrechnungsmodell wählen: Datenbedarf, Rollen und Schnittstellen vertraglich festhalten
- Vermarktungsstrategie prüfen: Eigenverbrauch, Direktvermarktung oder Verträge mit Abnehmerinnen und Abnehmern abwägen
- Regulatorische Updates beobachten: Informationen der E-Control und des Bundesministeriums nutzen
- Kommunikation planen: Nachvollziehbare Information für Mieterinnen und Mieter, Kundinnen und Kunden, Gemeinde
Seriöse Einordnung statt Übertreibung
Die Presseaussendung betont ausdrücklich: Das ElWG liefert Chancen, aber keinen garantierten Aufschwung. Diese Differenzierung ist wichtig, um falschen Erwartungen vorzubeugen. Wer jetzt investiert, sollte Geschäftsmodelle robust rechnen, Szenarien bilden und Verträge sauber strukturieren. Der PV-Kongress 2026 stellt hierfür Materialien und den Austausch mit zentralen Akteurinnen und Akteuren in Aussicht. Für die österreichische Öffentlichkeit heißt das: Ein informierter Diskurs über Photovoltaik, Speicher, Netz und Marktmechanismen hilft, sachgerechte Entscheidungen zu treffen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Offizielle Einladung und Programm: PV-Kongress 2026
- Presseinformation: OTS-Meldung von PV Austria
- Regulierungsbehörde: E-Control Österreich
Fazit und nächste Schritte
Das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz schafft den Rahmen, in dem Photovoltaik und Batteriespeicher 2026 in Österreich professioneller geplant, abgerechnet und vermarktet werden können. Der PV-Kongress 2026 in Wien bündelt dazu Praxiswissen und politische Einordnung. Für Haushalte, Unternehmen und Gemeinden bedeutet das: Chancen erkennen, Desinformation vermeiden, Prozesse strukturieren, Verträge und Messkonzepte präzise wählen. Wer jetzt die richtigen Fragen stellt, legt die Basis für Projekte, die wirtschaftlich tragfähig und systemdienlich sind.
Konkreter Handlungsimpuls: Informieren Sie sich über das Programm, prüfen Sie das passende Mess- und Abrechnungsmodell für Ihr Vorhaben und nutzen Sie die Anmeldung bis 11. März 2026. Offene Frage an die Leserschaft: Welche Hürden sehen Sie aktuell bei Netzanschluss, Datenmanagement und gemeinschaftlicher Nutzung – und welche Erfahrungswerte möchten Sie beim Kongress teilen? Weitere Informationen finden Sie bei PV Austria und in der Presseaussendung.






