Pflege-Lernzentrum Krems: Praxiswissen für Angehörige

Redaktion

Das Pflege-Lernzentrum in Krems eröffnet pflegenden Angehörigen praxisnahe Perspektiven und stärkt die Versorgung zu Hause. (Stand: 16. Dezember 2025)

Pflege-Lernzentrum Krems – Praxisorientierte Kurse für den Alltag

St. Pölten (OTS) – Das Hilfswerk Niederösterreich hat in Krems ein neues Bildungsangebot etabliert: das Pflege-Lernzentrum. Ziel der Einrichtung ist es, praktisches Pflegewissen für zuhause zugänglich zu machen. Das Hilfswerk stellt ein Jahresprogramm 2026 vor, das monatliche Schwerpunkte wie Pflegetechniken, Mobilisation, Ernährung im Alter, Demenz, Wundmanagement und palliative Begleitung umfasst. Die Kurse sind sowohl vor Ort in der barrierefreien Lernwohnung als auch online verfügbar. Mehr Informationen und das Anmeldeformular finden Interessierte unter www.pflege-lernzentrum.at und in der Originalmeldung des Hilfswerks: Quelle: OTS / Hilfswerk NÖ.

Warum das Thema jetzt wichtig ist

Die Bedeutung lokaler Bildungsangebote für pflegende Angehörige in Österreich wächst. Viele Familien übernehmen Betreuung und Pflege zu Hause. Das Pflege-Lernzentrum setzt an dieser Stelle an: Es vermittelt praxisorientierte Fertigkeiten und Sicherheit im Alltag. Besonders in Niederösterreich, mit seiner Mischung aus städtischen Zentren und ländlichen Regionen, entstehen spezifische Bedürfnisse nach niedrigschwelliger, praxisnaher Weiterbildung. Die Lernwohnung in der Karl-Eybl-Gasse 3a ist mit 40 m² barrierefreier Fläche, einem Pflegebett, einer rollstuhlgerechten Küche sowie einem demenzsensiblen Bad als realitätsnahe Übungsumgebung konzipiert.

Fachbegriffe einfach erklärt

Mobilisation

Mobilisation bezeichnet Maßnahmen, die Beweglichkeit und Selbstständigkeit gefördern. Für Laien: Es geht um sichere Techniken beim Aufstehen, Umlagern im Bett, Gehen mit Hilfsmitteln und Übungen zur Vermeidung von Muskelabbau. Praktische Mobilisation reduziert Sturzrisiken, beugt Druckstellen vor und fördert Atmung sowie Kreislauf. In Kursen werden Handgriffe, Körperhaltung der Hilfeleistenden und Hilfsmittel wie Gehstützen oder Rutschbretter geübt, um Belastung und Verletzungsrisiken zu minimieren.

Palliative Begleitung

Palliative Begleitung bedeutet, schwerkranke Menschen ganzheitlich zu unterstützen, wenn Heilung nicht mehr möglich ist. Für Nicht-Fachleute: Es geht um Schmerzlinderung, Symptomkontrolle, psychosoziale Unterstützung sowie Begleitung von Angehörigen. Ziel ist Lebensqualität bis zuletzt – mit Respekt vor Wünschen der Betroffenen. Palliative Pflege umfasst Kommunikation zu Therapiezielen, medikamentöse Maßnahmen gegen Schmerzen sowie Unterstützung bei Alltagsaufgaben und Trauerbegleitung.

Wundmanagement

Wundmanagement umfasst die korrekte Versorgung von akuten und chronischen Wunden. Für Laien heißt das: Wunden reinigen, richtig verbinden, Infektionszeichen erkennen und wissen, wann professionelle Hilfe erforderlich ist. Gute Wundversorgung verhindert Komplikationen, fördert Heilung und vermindert Schmerzen. Kurse zeigen Verbandswechsel, Hautpflege, Einsatz passender Wundauflagen und wann eine ärztliche Abklärung nötig ist.

Demenz

Demenz bezeichnet eine Gruppe von Erkrankungen mit fortschreitendem Gedächtnis- und Orientierungsverlust. Für Angehörige bedeutet das: Verständnis für Verhaltensänderungen, Anpassung der Kommunikation und Gestaltung eines sicheren Alltags. Schulungen vermitteln Strategien für den Umgang mit Verwirrung, Aggressionen oder Rückzug, sowie Techniken zur Strukturierung des Tages und zur Entlastung der pflegenden Personen.

Aromapflege

Aromapflege nutzt ätherische Öle zur Unterstützung von Wohlbefinden und Symptomlinderung. Für Laien: Richtige Anwendung, Dosierung und mögliche Risiken sind zentral. Die Aromapflege kann bei Schlafstörungen, Stress oder Hautirritationen hilfreich sein, muss aber angepasst an Alter, Vorerkrankungen und Kinder oder Seniorinnen und Senioren erfolgen. Kurse vermitteln sachgemäßen Einsatz, Allergierisiken und kombinierbare Maßnahmen zur Entspannung.

Smart Home in der Pflege

Smart Home umfasst digitale Technologien, die Alltag und Sicherheit verbessern. Für Nicht-Experten: Dazu zählen automatische Beleuchtung, Sturzalarme, vernetzte Hilfsmittel und einfache Bedienoberflächen für Personen mit Einschränkungen. Richtig eingesetzt erhöhen solche Systeme Selbstständigkeit und reduzieren Belastung pflegender Angehöriger. Ein Kurs zeigt Installation, Bedienung und Datenschutzaspekte.

Barrierefrei

Barrierefrei bedeutet, Umgebungen so zu gestalten, dass Menschen mit jeder Art von Einschränkung sie nutzen können. Für Laien: Rampen statt Stufen, breite Türen für Rollstühle, leicht bedienbare Küchen sowie ein demenzsensibles Bad. Barrierefreiheit erleichtert Alltag, fördert Teilhabe und mindert Unfälle. Die Lernwohnung des Pflege-Lernzentrums bildet solche Bedingungen realitätsnah ab.

Historische Entwicklung der Pflegebildung in Österreich

Die Aus- und Weiterbildung in der Pflege hat sich in Österreich über Jahrzehnte von rein fachpraktischen Ansätzen zu umfassenden Bildungsangeboten entwickelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag der Fokus auf elementaren Pflegefertigkeiten in stationären Einrichtungen. Mit dem demografischen Wandel und der Ausweitung ambulanter Versorgung wuchs der Bedarf an spezialisierter Ausbildung für häusliche Pflege. Gesetzliche Regelungen und Qualitätsstandards schufen Grundlagen für formale Pflegeberufe, während Volkshochschulen, Trägerorganisationen und soziale Einrichtungen ergänzende Kurse für pflegende Angehörige etablierten. In den vergangenen Jahren rückten digitale Angebote sowie interdisziplinäre Konzepte in den Vordergrund: Schulungen berücksichtigen heute medizinische, soziale und ethische Aspekte und sind oft hybrid verfügbar – eine Entwicklung, die das Hilfswerk NÖ mit dem neuen Pflege-Lernzentrum aufgreift.

Vergleich: Angebote in anderen Bundesländern, Deutschland und der Schweiz

In Österreich variieren Bildungs- und Unterstützungsangebote regional. Einige Bundesländer setzen seit Jahren auf landesweite Pflegebildungszentren mit einem breiten Seminarangebot; andere, vor allem ländlich geprägte Regionen, bieten punktuelle Projekte und mobile Schulungen an. Das Hilfswerk NÖ adressiert mit einem stationären Lernzentrum plus Online-Teilnahme eine hybride Nachfrage, die in einigen Bundesländern bereits etabliert ist.

Deutschland verfügt über ein vergleichbares Spektrum an Bildungsangeboten, inklusive kommunaler Pflegestützpunkte und spezialisierter Weiterbildungszentren. Dort ist die Integration vernetzter digitaler Angebote bei manchen Trägern weiter fortgeschritten, zum Beispiel in telemedizinischen Ergänzungen.

In der Schweiz existiert ein stark dezentralisiertes System mit kantonalen Unterschieden. Bildungsangebote für pflegende Angehörige sind häufig eng mit Spitex-Organisationen verbunden. Insgesamt zeigen Vergleichsbetrachtungen: Hybridmodelle (Präsenz + Online), realitätsnahe Übungsorte und interdisziplinäre Curricula gelten als Best-Practice-Elemente, die das Hilfswerk NÖ mit dem Pflege-Lernzentrum aufgreift.

Bürger-Impact: Konkrete Auswirkungen und Beispiele

Das Angebot wirkt direkt auf verschiedene Gruppen: pflegende Angehörige, Auszubildende und Mitarbeitende im Pflege- und Betreuungsbereich. Für pflegende Angehörige bedeutet praktische Schulung mehr Sicherheit im Alltag. Beispiel: Eine Angehörige, die den korrekten Transfer einer bettlägerigen Person aus dem Bett ins Sitzmobil trainiert, reduziert das Verletzungsrisiko für beide und kann häusliche Pflege länger ermöglichen.

Für Auszubildende bieten praxisnahe Übungsräume die Möglichkeit, Theorie in realitätsnahen Situationen anzuwenden. Ein Auszubildender kann beispielsweise in der Demonstrationswohnung einen Verband anlegen, Mobilisationsübungen durchführen und den Einsatz einfacher Smart-Home-Funktionen trainieren. Das steigert Kompetenz und Selbstvertrauen vor dem Einsatz in der Praxis.

Für Pflegefachkräfte und Betreuerinnen und Betreuer schaffen vertiefende Kurse Raum für Spezialisierungen wie Wundmanagement oder palliative Begleitung. Diese Fortbildungen tragen zur Qualitätssteigerung in der ambulanten Versorgung bei und unterstützen den Erhalt beruflicher Standards.

Zahlen & Fakten – Analyse der verfügbaren Angaben

Aus der Presseaussendung sind mehrere konkrete Fakten ableitbar: Die Lernwohnung misst 40 m² und ist barrierefrei eingerichtet. Die Kurse werden monatlich thematisch gegliedert, wobei jeden letzten Dienstag im Monat Aromapflege auf dem Programm steht. Das Jahresprogramm 2026 umfasst eine Bandbreite an Themen. Die Teilnahme ist vor Ort oder online möglich. Diese Merkmale signalisieren ein flexibles, praxisorientiertes und niedrigschwelliges Bildungsangebot.

Die 40 m² große Demonstrationswohnung ist ausreichend, um reale Alltagssituationen zu simulieren, wobei die Größe auch transportierbare, praxisnahe Übungen ermöglicht. Monatliche Themenschwerpunkte erlauben eine kontinuierliche Weiterbildung und die Möglichkeit, gezielte Bausteine zu buchen. Die Kombination aus Präsenz und Online erweitert die Zugänglichkeit gerade für Menschen in ländlichen Regionen.

Zukunftsperspektive und Prognose

Das Pflege-Lernzentrum hat Potenzial, ein regionales Modellprojekt zu werden. Prognostisch ist zu erwarten, dass hybride Bildungsangebote in der Pflege weiter an Bedeutung gewinnen. Konkrete Entwicklungen könnten sein: Ausbau online-basierter Lernmodule, verstärkte Kooperation mit Pflegeschulen und Spitex-Diensten sowie modulare Zertifikate für pflegende Angehörige. Ein langfristiger Effekt könnte die Verzögerung oder Vermeidung teurer stationärer Versorgungen sein, wenn häusliche Pflege dauerhaft gesichert bleibt. Gleichzeitig besteht die Herausforderung, digitale Teilhabe für ältere Zielgruppen sicherzustellen und qualitätssichernde Standards zu etablieren.

Praktische Infos und Anmeldung

Das Pflege-Lernzentrum befindet sich in der Karl-Eybl-Gasse 3a in Krems. Anmeldungen und das gesamte Kursprogramm sind online verfügbar unter www.pflege-lernzentrum.at. Kontakt: T. 05 9249-33120; E. [email protected]. Weitere Details und die Originalmeldung finden sich auf der Presseplattform OTS: Hilfswerk NÖ – Pressemitteilung, 16.12.2025.

Abschließende Bewertung

Das Angebot des Hilfswerks Niederösterreich ist ein konsequenter Schritt zu mehr Praxisnähe in der Pflegebildung. Durch Kombination von realitätsnahen Übungsräumen, thematischen Monatsmodulen und hybriden Teilnahmeformen werden Zugänglichkeit und Anwendbarkeit betont. Für die berufliche Weiterbildung und die Unterstützung pflegender Angehöriger stellt das Lernzentrum eine wertvolle Ressource dar.

Wollen Sie mehr über konkrete Kurse und Termine wissen? Besuchen Sie www.pflege-lernzentrum.at oder fragen Sie direkt beim Hilfswerk NÖ an.