willhaben-Mietpreisspiegel 2025: In rund 90 Prozent der Regionen Österreichs sind die Angebotspreise für Mietwohnungen gestiegen – Wien führt die Entwicklung an, wenige Bezirke verzeichnen leichte Rückgänge. Am 2. Februar 2026 liegt eine aktuelle Auswertung vor, die für Mieterinnen und Mieter ebenso relevant ist wie für Vermieterinnen und Vermieter, Bauträger und die Wohnpolitik. Der Befund: Die durchschnittlichen Quadratmeterpreise bei Neuvermietungen legten 2025 erneut zu, was regionale Unterschiede deutlich sichtbar macht. Besonders die Bundeshauptstadt ragt mit kräftigen Anstiegen heraus, während einzelne Bezirke in der Steiermark, im Burgenland und in Oberösterreich leichte Entspannung signalisieren. Für Österreich bedeutet das eine Fortsetzung eines Trends, der seit Jahren beobachtet wird: Wohnen wird in Ballungsräumen teurer, während periphere Lagen teilweise stabil bleiben oder nur moderat zulegen. Diese Entwicklung wirft Fragen nach Leistbarkeit, Standortattraktivität und klugen wohnpolitischen Antworten auf – und betrifft ganz konkret Studienanfängerinnen und Studienanfänger, junge Familien, Pendlerinnen und Pendler sowie Unternehmen, die auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Wohnortnähe angewiesen sind.
Mietpreisspiegel 2025: Angebotspreise, Trends und Österreich-Bezug
Die neue Auswertung von willhaben zeigt klar: 2025 stiegen die durchschnittlichen Angebotspreise pro Quadratmeter in rund 90 Prozent der ausgewerteten Regionen. Besonders stark fiel der Anstieg in Wien aus. Elf der 15 Bezirke mit den kräftigsten Preiszuwächsen sind Wiener Gemeindebezirke. Deutlich zugelegt haben unter anderem Brigittenau mit plus 20,6 Prozent, Mariahilf mit plus 19,9 Prozent und Neubau mit plus 17,9 Prozent. Auch Margareten (+15,0 Prozent) und Josefstadt (+14,2 Prozent) ziehen weiter an. Die höchste durchschnittliche Miete pro Quadratmeter in einer neu vermieteten Wohnung wurde 2025 erneut in Wien Innere Stadt ausgewiesen, mit 25,58 Euro. Im Spitzenfeld liegen außerdem Innsbruck mit 24,9 Euro pro Quadratmeter, die Wiener Bezirke Neubau und Mariahilf mit jeweils 22,08 Euro, sowie die Stadt Salzburg mit 21,86 Euro pro Quadratmeter.
Parallel dazu gab es auch Bezirke mit leichten Rückgängen. Mattersburg im Burgenland verzeichnete das deutlichste Minus von 3,3 Prozent. Der durchschnittliche Preis sank von 10,75 Euro pro Quadratmeter (2024) auf 10,40 Euro (2025). Ebenfalls leicht rückläufig waren die Angebotspreise in Deutschlandsberg in der Steiermark (minus 2,8 Prozent), in Eisenstadt-Umgebung im Burgenland (minus 2,4 Prozent) und in Steyr-Land in Oberösterreich (minus rund 2 Prozent). Die niedrigsten Angebotspreise pro Quadratmeter wurden 2025 im südburgenländischen Güssing gemessen, mit 8,76 Euro. Es folgen Murtal in der Steiermark (9,00 Euro), Gmünd (9,19 Euro) und Lilienfeld (9,26 Euro) in Niederösterreich sowie Jennersdorf im Burgenland (9,33 Euro).
Zahlen & Fakten im Überblick
- Anteil steigender Regionen: rund 90 Prozent der ausgewerteten Bezirke
- Stärkster Anstieg: Wien Brigittenau, +20,6 Prozent
- Weitere kräftige Zuwächse: Wien Mariahilf (+19,9), Wien Neubau (+17,9), Wien Margareten (+15,0), Wien Josefstadt (+14,2)
- Höchster durchschnittlicher Quadratmeterpreis: Wien Innere Stadt, 25,58 Euro
- Weitere Top-Preise: Innsbruck (24,9 Euro), Wien Neubau (22,08 Euro), Wien Mariahilf (22,08 Euro), Salzburg (21,86 Euro)
- Deutlichste Rückgänge: Mattersburg (–3,3 Prozent auf 10,40 Euro), Deutschlandsberg (–2,8), Eisenstadt-Umgebung (–2,4), Steyr-Land (–2,0)
- Niedrigste Preise: Güssing (8,76 Euro), Murtal (9,00 Euro), Gmünd (9,19 Euro), Lilienfeld (9,26 Euro), Jennersdorf (9,33 Euro)
Die Marktentwicklung unterstreicht die anhaltende Dynamik der Mieten in Österreich. Laut der zusammenfassenden Einschätzung der willhaben-Immobilienexpertin Judith Kössner setzt sich der Aufwärtstrend fort, besonders in der Hauptstadt, während nur wenige Regionen gegenläufige Zeichen zeigen. Diese Beobachtung deckt sich mit den Erfahrungen vieler Wohnungssuchender in Ballungsräumen.
Begriffe einfach erklärt: Was hinter den Kennzahlen steckt
Was bedeutet Angebotspreis?
Der Angebotspreis ist der Preis, zu dem eine Wohnung auf einem Immobilienportal oder in einer Anzeige zur Miete angeboten wird. Er ist keine Garantie für den final vereinbarten Mietzins, sondern bildet die Erwartung oder Preisvorstellung der Vermieterin oder des Vermieters ab. In angespannten Märkten kann der tatsächliche Mietvertragspreis sehr nahe am Angebotspreis liegen, während es in ruhigeren Regionen mehr Verhandlungsspielraum gibt. Für Auswertungen wie den Mietpreisspiegel sind Angebotspreise besonders nützlich, weil sie frühzeitig Trends abbilden: Steigen die Angebotspreise breitflächig, deutet das auf wachsende Nachfrage oder knapperes Angebot hin. Wichtig ist, dass es sich nicht um Nettomieten nach Abzug oder inklusive individueller Betriebskosten handelt; je nach Datensatz werden Brutto- oder Nettowerte unterschieden. Im hier beschriebenen Kontext sind die Durchschnittswerte pro Quadratmeter bei Neuvermietungen die maßgebliche Größe.
Quadratmeterpreis verständlich erklärt
Der Quadratmeterpreis gibt an, wie teuer ein einzelner Quadratmeter Wohnfläche ist. Er dient als Vergleichsmaßstab über Wohnungsgrößen hinweg. Wenn eine 50-Quadratmeter-Wohnung 1.000 Euro kostet, entspricht das 20 Euro pro Quadratmeter. Dadurch lassen sich Mietwohnungen verschiedener Größen und Standorte besser vergleichen. Der Quadratmeterpreis ist jedoch eine vereinfachte Kennzahl. Er berücksichtigt nicht automatisch qualitative Aspekte wie Lagequalität, Bauzustand, Effizienz der Raumaufteilung oder ob eine Küche vorhanden ist. Für Interpretationen im Mietpreisspiegel ist er dennoch zentral, weil er systematisch über große Datenmengen hinweg Trends sichtbar macht. Gerade in Ballungsräumen zeigen steigende Quadratmeterpreise an, dass die Nachfrage hoch ist und das Angebot nicht im gleichen Tempo wächst.
Neuvermietung – warum ist diese Abgrenzung wichtig?
Neuvermietung bedeutet, dass ein Mietobjekt erstmals oder erneut vermietet wird, nachdem ein vorheriger Vertrag ausgelaufen ist oder eine Wohnung neu auf den Markt kommt. Diese Abgrenzung ist wichtig, weil sie den Markt für neue Vertragsabschlüsse abbildet, nicht den gesamten bestehenden Mietbestand. Bestandsmieten können durch mietrechtliche Regelungen, Indexierungen oder individuelle Vertragslaufzeiten anders verlaufen als Neuabschlüsse. Der Fokus auf Neuvermietungen zeigt schneller, wie sich der Markt für Wohnungssuchende entwickelt: Wer heute eine Wohnung finden möchte, sieht jene Preise, die aktuell beim Abschluss neuer Verträge relevant sind. Für Vermieterinnen und Vermieter geben Neuvermietungen Hinweise auf erzielbare Marktniveaus. In Auswertungen werden deshalb bewusst nur neue Vertragsangebote berücksichtigt, um eine aktuelle Marktsicht zu schaffen.
Ausreißer – was die Statistik bereinigt
Ausreißer sind Datenpunkte, die stark vom Großteil der anderen Werte abweichen. In der Immobilienanalyse können das beispielsweise extrem teure Luxusobjekte oder fehlerhafte Eingaben sein, die die Durchschnittswerte verzerren. Werden Ausreißer nicht bereinigt, können Durchschnittspreise künstlich nach oben oder unten verschoben werden. Deshalb werden statistisch-mathematische Methoden eingesetzt, um solche Extremwerte zu identifizieren und zu entfernen. Dazu gehören etwa Betrachtungen von Verteilungen und Grenzwerten, die auf Erfahrungswerten und Standardmethoden der Datenanalyse beruhen. Die Bereinigung erhöht die Aussagekraft des Mietpreisspiegels, weil er dann reale, typische Marktbedingungen besser abbildet und weniger anfällig für zufällige oder fehlerhafte Einträge ist.
Dubletten – warum doppelte Inserate verfälschen
Dubletten sind doppelte oder mehrfache Einträge derselben Wohnung, die aus technischen Gründen oder durch Mehrfachveröffentlichung entstehen. Wenn eine Wohnung etwa gleichzeitig von mehreren Maklerinnen und Maklern inseriert wird oder ein Inserat verlängert und neu eingestellt wird, können die gleichen Objekte mehrfach in den Daten auftauchen. Ohne Dublettenbereinigung würden Angebotszahlen künstlich aufgebläht und statistische Auswertungen verzerrt. Eine sorgfältige Dublettenprüfung vergleicht Merkmale wie Lage, Größe, Ausstattungsmerkmale und Zeitpunkte der Veröffentlichung, um identische Datensätze zu erkennen. Das Ergebnis ist ein realistisches Bild der tatsächlichen Angebotslage und eine verlässlichere Basis für Durchschnittspreise und Trends.
Statutarstadt – ein österreichischer Sonderfall
Eine Statutarstadt ist in Österreich eine Stadt, die sowohl die Aufgaben einer Gemeinde als auch jene eines Bezirkes wahrnimmt. Beispiele sind etwa Innsbruck, Salzburg, Linz, Graz oder die Wiener Bezirke in ihrer speziellen Struktur. In statistischen Auswertungen tauchen Statutarstädte oft separat auf, weil sie eigene Verwaltungs- und Datenräume bilden. Für die Mietpreisbetrachtung bedeutet das: Unterschiede in Verwaltung, Datenerhebung und Marktstruktur können dazu führen, dass einzelne Statutarstädte gesondert ausgewertet werden. Wenn in einer Tabelle oder Grafik Regionen fehlen, kann das an zu geringen oder stark schwankenden Datenmengen liegen, die gerade in kleineren Verwaltungseinheiten öfter auftreten.
Richtwertmiete – der rechtliche Rahmen in vielen Altbauten
Die Richtwertmiete ist eine gesetzlich festgelegte Orientierungsgröße im österreichischen Mietrecht, die vor allem für Altbauten unter bestimmten Voraussetzungen gilt. Sie bildet eine Basis, an der sich der zulässige Mietzins orientiert. Zusätzlich können Lagezuschläge oder Abschläge je nach Wohnlage und Zustand anfallen. Die Richtwerte werden in regelmäßigen Abständen angepasst. Für den Markt bedeutet das: In Gebäuden, die dem Richtwertsystem unterliegen, verläuft die Mietentwicklung anders als in frei finanzierten Neubauten. Während Angebotspreise bei Neuvermietungen in freien Segmenten stark auf Nachfrage reagieren, sind Richtwertmieten stärker reguliert. Das führt innerhalb einer Stadt zu unterschiedlichen Dynamiken zwischen Altbau- und Neubausegmenten.
Lagezuschlag – warum die Adresse über den Preis mitentscheidet
Ein Lagezuschlag ist ein Aufschlag auf die Miete, der aufgrund einer überdurchschnittlich guten Wohnlage gerechtfertigt ist. Faktoren können etwa die Nähe zu innerstädtischen Lagen, die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, Grünflächen, Nahversorgung, Bildungs- und Kultureinrichtungen sein. In sehr begehrten Bezirken wie zentralen Lagen in Wien wirken Lagezuschläge stark auf den Quadratmeterpreis. Sie tragen dazu bei, dass innere Bezirke deutlich teurer sind als periphere Gebiete. Im Mietpreisspiegel spiegeln sich solche Zuschläge in höheren Durchschnittswerten wider. Für Wohnungssuchende ist es daher hilfreich, Lagequalität und Preisgefüge bewusst abzuwägen, weil kleine Distanzunterschiede innerhalb derselben Stadt zu merklichen Mietunterschieden führen können.
Historische Entwicklung: Von moderaten Anstiegen zu breiter Dynamik
Österreich erlebt seit mehreren Jahren steigende Mietpreise, besonders in den urbanen Zentren. Die Gründe sind vielfältig: Bevölkerungszuwachs in Ballungsräumen, begrenzte Verfügbarkeit gut angebundener Wohnlagen, Baukostensteigerungen und die Dynamik der Nachfrage in Universitäts- und Arbeitsstandorten. In Phasen wirtschaftlicher Unsicherheit suchen viele Haushalte vermehrt flexible Wohnlösungen zur Miete, was die Nachfrage zusätzlich stützt. Parallel dazu wirkt sich die Bautätigkeit zeitverzögert aus: Projekte, die in Hochpreisphasen geplant wurden, kommen später auf den Markt, während in unsicheren Zeiten Projekte verschoben werden. Daraus entstehen Wellenbewegungen im Angebot.
Die Jahre 2023 bis 2025 waren von intensiven Diskussionen über Leistbarkeit, Mietenregulierung und die Versorgung mit leistbarem Wohnraum geprägt. In Städten wie Wien, Salzburg, Graz und Innsbruck zeigt sich seit längerem eine starke Nachfrage nach gut angebundenen Wohnungen, oftmals verbunden mit steigenden Angebotspreisen bei Neuvermietungen. Die aktuelle willhaben-Auswertung für 2025 bestätigt den Fortgang dieses Trends: Nahezu flächendeckend steigen die Angebotsmieten, mit Wien als Zugpferd. Gleichzeitig offenbaren einzelne Bezirke mit leichten Rückgängen, dass regionale Märkte unterschiedlich reagieren. Gerade in peripheren Regionen kann eine Kombination aus Abwanderungstendenzen, größerer Verfügbarkeit und geringerer Nachfrage zu stabilen oder leicht fallenden Preisen führen, wie die Beispiele Mattersburg, Deutschlandsberg, Eisenstadt-Umgebung und Steyr-Land nahelegen.
Österreich im Vergleich: Bundesländer, Deutschland und Schweiz
Innerhalb Österreichs bleibt die Spreizung zwischen Zentrumslagen und peripheren Regionen deutlich. Wien als größte Stadt mit hoher internationaler Anziehungskraft weist dynamische Anstiege in mehreren innerstädtischen Bezirken auf. Tirol mit Innsbruck bestätigt seine Rolle als Hochpreislage mit starker Nachfrage, Salzburg als Universitäts- und Tourismusstandort reiht sich ebenfalls im oberen Segment ein. Demgegenüber stehen Bezirke in der Steiermark, im Burgenland oder in Niederösterreich, die teils geringere Durchschnittspreise verzeichnen. Das spiegelt Unterschiede in Wirtschaftskraft, Bevölkerungsentwicklung, Pendlerströmen und Bildungsangeboten wider.
Im deutschsprachigen Vergleich zeigt sich ein ähnliches Muster: In Deutschland treiben Metropolen mit starken Arbeitsmärkten die Mieten, während in ländlichen Räumen der Anstieg oft moderater ausfällt. Auch dort gilt: Universitätsstädte, Technologie- und Dienstleistungszentren zeichnen sich durch hohe Nachfrage und entsprechend höhere Neuvertragsmieten aus. In der Schweiz sind urbane Zentren traditionell hochpreisig, stark geprägt von hoher Standortqualität, stabiler Nachfrage und einem differenzierten Mietrecht. Für österreichische Wohnungssuchende bedeutet das: Die grundlegenden Kräfte von Angebot und Nachfrage wirken im gesamten D-A-CH-Raum ähnlich, im Detail unterscheiden sich jedoch Regulierung, Steuerung des Wohnbaus und die Rolle des gemeinnützigen Sektors. Diese Unterschiede beeinflussen, wie schnell sich Marktveränderungen in Neuvertragsmieten niederschlagen.
Konkrete Auswirkungen auf Bürgerinnen und Bürger
Was bedeuten die Zahlen für den Alltag? Ein Beispiel: Eine 50-Quadratmeter-Wohnung in Wien Neubau oder Mariahilf, wo 2025 durchschnittlich 22,08 Euro pro Quadratmeter ausgewiesen wurden, kostet rechnerisch rund 1.104 Euro Monatsmiete (ohne Berücksichtigung individueller Betriebskosten oder weiterer Vertragsdetails). In Innsbruck mit 24,9 Euro pro Quadratmeter wären für 50 Quadratmeter etwa 1.245 Euro zu kalkulieren. In Salzburg mit 21,86 Euro sind es rund 1.093 Euro. Dem gegenüber steht Güssing mit 8,76 Euro pro Quadratmeter: Für 50 Quadratmeter wären das rund 438 Euro. Solche Unterschiede beeinflussen spürbar, wo Studierende, Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger oder Familien mit Kindern sich eine Wohnung leisten können.
Auch der leichte Rückgang in manchen Bezirken hat praktische Effekte. In Mattersburg liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis 2025 bei 10,40 Euro. Für 50 Quadratmeter sind das rund 520 Euro. Wer flexibel ist und nicht auf eine zentrale Lage angewiesen ist, kann durch Ausweichen in günstigere Bezirke die monatliche Belastung deutlich senken. Allerdings spielt die Erreichbarkeit eine große Rolle: Einsparungen bei der Miete können durch höhere Pendelkosten teilweise kompensiert werden. Für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in Hochpreisregionen wird verfügbare Mietwohnfläche zum Standortfaktor, weil Löhne und Gehälter oft nicht beliebig an steigende Wohnkosten angepasst werden können.
Für Familienhaushalte mit Platzbedarf fallen die Unterschiede noch stärker ins Gewicht. Zwischen 70 und 90 Quadratmeter multiplizieren sich die regionalen Preisniveaus spürbar. Das beeinflusst nicht nur die finanzielle Planung, sondern auch Lebensentscheidungen wie Kinderbetreuung, Jobwechsel, Wohnortwahl und Wohndauer. Gemeinden und Länder, die mit attraktiven Mieten, guter Infrastruktur und verlässlicher Kinderbetreuung punkten, verbessern ihre Chancen im Wettbewerb um Fachkräfte. Umgekehrt gilt: Wenn Mietniveaus stark steigen, ohne dass das Angebot mitwächst, erhöht sich das Risiko von Verdrängungseffekten in begehrten Vierteln.
Methodik und Quelle: Wie die Auswertung zustande kommt
Für den Mietpreisspiegel wurden Angebotspreise von Mietwohnungen für 2025 mit jenen von 2024 verglichen. Grundlage sind hunderttausende Inserate auf willhaben, die im Zeitraum vom 1.1.2024 bis 31.12.2024 sowie vom 1.1.2025 bis 31.12.2025 online waren. Die Rohdaten wurden von Dubletten bereinigt, Ausreißer mit statistischen Methoden eliminiert. Danach flossen mehr als 250.000 Anzeigen in die Detailanalyse ein. Regionen, die in der Grafik oder Tabelle fehlen, haben entweder zu geringe oder stark schwankende Datenmengen. Diese Methodik sorgt für Robustheit und Vergleichbarkeit, weil untypische Einträge herausgefiltert und Mehrfachinserate konsolidiert werden.
Die zentralen Ergebnisse, inklusive interaktiver Darstellung, sind über die originale Presseaussendung nachvollziehbar. Weiterführende Informationen bietet die Quelle: OTS: willhaben-Mietpreisspiegel 2025. Dort finden Leserinnen und Leser die genannten Zahlen im Kontext der österreichischen Bezirkslandschaft sowie Hinweise zur Interpretation.
Einordnung: Was treibt die Unterschiede in Österreich?
Mehrere Faktoren erklären die Spreizung: Erstens die Lagequalität, die in innerstädtischen Bezirken durch Nähe zu Arbeitsplätzen, Hochschulen, Kultur, Gastronomie und öffentlichem Verkehr besonders hoch ist. Zweitens die Angebotsentwicklung, die in dicht bebauten Zentren langsamer auf wachsende Nachfrage reagiert. Drittens die Struktur des Mietrechts und die Rolle des geförderten Wohnbaus, die das Preisgefüge in einzelnen Segmenten dämpfen können, während frei finanzierte Neuvermietungen stärker marktbasiert reagieren. Viertens regionale Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklungen: Regionen mit wachsender Bevölkerung und dynamischen Arbeitsmärkten verzeichnen in der Regel höhere Neuvertragsmieten als schrumpfende oder stagnierende Räume.
Im Jahresvergleich 2025 gegenüber 2024 zeigt sich Wien als Schrittmacher, was sich in den überdurchschnittlichen Zuwächsen vieler innerstädtischer Bezirke ausdrückt. Tirol mit Innsbruck bestätigt die anhaltend starke Nachfrage in einem begrenzten Markt, Salzburg bleibt auf hohem Niveau. In der Steiermark, im Burgenland und in Oberösterreich sind die Unterschiede vielschichtig: Während Graz und sein Umfeld traditionell eine hohe Nachfrage aufweisen, gibt es periphere Bezirke mit langsameren Entwicklungen oder leichten Rückgängen. Diese Vielfalt macht den österreichischen Mietmarkt kleinteilig und erfordert eine differenzierte Betrachtung statt pauschaler Aussagen.
Ausblick: Szenarien für 2026 und darüber hinaus
Wie geht es weiter? Aus heutiger Sicht spricht einiges dafür, dass sich die Spreizung zwischen hochpreisigen Zentren und günstigeren Regionen fortsetzt. In beliebten innerstädtischen Lagen wird der Druck hoch bleiben, solange Nachfragefaktoren wie Bevölkerungszuzug, Studien- und Arbeitsplätze und die Attraktivität urbaner Lebensräume bestehen. Gleichzeitig könnten einzelne Regionen mit bereits spürbaren Rückgängen, wie sie 2025 beobachtet wurden, im Wettbewerb um Zuzug und Standortqualität profitieren, sofern Infrastruktur, Nahversorgung und Mobilität passen. Der Ausbau von öffentlichem Verkehr und die Verdichtung entlang leistungsfähiger Achsen können Preisunterschiede dämpfen, indem sie mehr Haushalten den Zugang zu gut angebundenen, aber günstigeren Lagen eröffnen.
Auf der Angebotsseite bleibt die Bautätigkeit ein Schlüssel. Projekte, die in den Markt kommen, können Entlastung bringen, wirken aber mit Zeitverzug. Regulatorische Rahmenbedingungen wie Mietrecht, Förderung des gemeinnützigen Wohnbaus und kommunale Flächenpolitik beeinflussen, wie rasch zusätzlicher Wohnraum entsteht und zu welchen Preisen er angeboten wird. Für 2026 ist daher mit einer regional differenzierten Entwicklung zu rechnen: In Zentren weiterhin hohe oder steigende Angebotspreise bei Neuvermietungen, in einigen Bezirken stabile oder leicht rückläufige Niveaus. Wohnungssuchende profitieren von Transparenz: Wer die regionalen Daten kennt, kann die eigene Suche strategisch ausrichten und bessere Entscheidungen treffen.
Schluss: Was zählt – Orientierung, Strategie und Dialog
Der willhaben-Mietpreisspiegel 2025 unterstreicht: Die meisten Regionen Österreichs verzeichnen steigende Angebotspreise, angeführt von Wien und weiteren urbanen Hotspots wie Innsbruck und Salzburg. Gleichzeitig zeigen einzelne Bezirke, dass Rückgänge möglich sind, wenn Nachfrage und Angebot anders zusammenspielen. Für Mieterinnen und Mieter bedeutet das, die Suche bewusst zu planen, Alternativen zu prüfen und die Gesamtkosten – inklusive Mobilität – einzukalkulieren. Für Vermieterinnen und Vermieter und Projektentwicklerinnen und Projektentwickler liefert der Befund Hinweise auf Nachfragekorridore und Standortattraktivität.
Wer tiefer einsteigen möchte, findet die vollständigen Details samt Methodik in der Quelle. Nutzen Sie die verlinkte Presseaussendung, um regionale Karten und Tabellen einzusehen: OTS: willhaben-Mietpreisspiegel. Wie erleben Sie den Mietmarkt vor Ort? Teilen Sie Ihre Erfahrungen und regen Sie den Dialog in Ihrer Gemeinde an – denn eine nachhaltige Wohnungspolitik lebt vom Zusammenspiel aus Daten, Praxiswissen und lokalen Lösungen.






