27.01.2026 – Ein Trend aus Frankreich erreicht Österreich mit Wucht: Ein spezialisiertes Immobilienanlage-Modell lockt hierzulande zunehmend Privatanlegerinnen und Privatanleger an. Die französische Immobilien-Investmentgesellschaft CORUM meldet kräftige Zuwächse und stärkt ihre Marktposition. Hinter den Zahlen stehen konkrete Entscheidungen über Rendite, Risiko und Diversifikation – und ein Marktumfeld, das sich nach Jahren erhöhter Zinsen neu ordnet. Für Anlegerinnen und Anleger in Österreich zählt jetzt, die Mechanik hinter diesen Produkten zu verstehen, bevor sie investieren. Die aktuellen Daten liefern dafür ein selten klares Bild. Dieser Beitrag ordnet die Ergebnisse mit Österreich-Fokus ein, erklärt die wichtigsten Fachbegriffe verständlich und zeigt, welche Auswirkungen die Entwicklung auf Haushalte, Beraterinnen und Berater sowie den heimischen Finanzmarkt haben kann.
SCPI-Investments: CORUM meldet Rekordzuflüsse in Österreich
Die CORUM-Gruppe blickt laut einer aktuellen Mitteilung auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Das Gesamtvermögen der Gruppe belief sich zum Jahresende auf 9,6 Milliarden Euro; rund 152.000 Anlegerinnen und Anleger sind investiert. Bei den Kundenzuflüssen am französischen Markt für sogenannte SCPI-Fonds behauptete sich CORUM 2025 mit 1,6 Milliarden Euro seit 2022 als Marktführer (Quelle: ASPIM, Q3/2025; Mitteilung von CORUM). Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung in Österreich: Im Jahr 2025 flossen 32 Millionen Euro in die CORUM-Fonds, ein Plus von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum Stichtag 31.12.2025 verwaltete CORUM in Österreich 115,7 Millionen Euro.
Für den heimischen Markt nennt CORUM zwei Produkte: CORUM Origin und CORUM XL, beides internationale Gewerbeimmobilienfonds im SCPI-Format. Die Performance 2025 lag mit 6,50 Prozent (CORUM Origin) und 5,30 Prozent (CORUM XL) über den jeweiligen Zielwerten. Zu beachten ist: Diese Renditen sind Ausschüttungsquoten und keine Garantie für die Zukunft. Die interne Rendite (IRR) beziffert CORUM für Origin mit 6,94 Prozent seit 2012 und für XL mit 5,77 Prozent seit 2017. Die Mittelzuflüsse nutzte die Gruppe für gezielte Investitionen: 2025 erwarb CORUM Origin neun Objekte im Volumen von 431 Millionen Euro, CORUM XL sechs Objekte um 152 Millionen Euro. Darüber hinaus wurden bei CORUM Origin fünf Immobilien um 163 Millionen Euro verkauft; daraus ergab sich laut Unternehmen ein Mehrwert von 28 Millionen Euro.
Dass die Nachfrage in Österreich trägt, zeigt eine weitere Kennzahl: Rund 4.200 Anlegerinnen und Anleger sind laut CORUM hierzulande investiert, im Durchschnitt mit 34.400 Euro. Betreut werden sie von einem Netzwerk aus mittlerweile mehr als 500 Vertriebspartnern, was etwa einem Viertel aller gewerblichen Vermögensberaterinnen und Vermögensberater in Österreich entspricht. Die Rücknahmerate gibt CORUM für 2025 mit 0,03 Prozent im Verhältnis zu den verwalteten Vermögenswerten an – ein Anzeichen für stabile Anlegerbindungen, wobei Rücknahmen bei Immobilienprodukten grundsätzlich nicht garantiert sind.
Stimmen aus dem Unternehmen unterstreichen den Fokus auf Risikomanagement. Martin Prandl, Head of Sales Austria bei CORUM Investments, spricht von einem wachsenden Vertrauen in Österreich und verweist auf die Qualität des erweiterten Partnernetzwerks. CORUM-CEO Philippe Cervesi betont Disziplin in volatilen Phasen: „Geopolitische Unsicherheiten, Volatilität und ein anhaltend herausforderndes Zinsumfeld erfordern ein besonders konsequentes Risikomanagement. Gerade in instabilen Marktphasen ist Disziplin der Schlüssel, um Chancen zu nutzen und langfristig Wert zu schaffen“.
Die Angaben stammen aus der Pressemitteilung von CORUM Asset Management; sie verweisen für Marktanteilsdaten auf die Branchenorganisation ASPIM (Q3/2025). Die vollständige Quelle ist hier abrufbar: OTS/Presseaussendung.
Was ist eine SCPI? Einordnung für Einsteigerinnen und Einsteiger
SCPI steht für Sociétés Civiles de Placement Immobilier, auf Deutsch etwa „Immobilienanlagegesellschaften französischen Rechts“. Eine SCPI sammelt Geld von vielen Anlegerinnen und Anlegern ein, um ein breit gestreutes Immobilienportfolio aufzubauen und zu verwalten. Erträge stammen typischerweise aus Mieten und gegebenenfalls aus Veräußerungsgewinnen. Anders als börsennotierte REITs sind SCPI-Anteile in der Regel nicht laufend an einer Börse handelbar; die Liquidität hängt vom Zeichnungs- und Rücknahmesystem des Anbieters ab. Für österreichische Privatanlegerinnen und Privatanleger sind SCPI-Fonds vor allem interessant, weil sie geografische und sektorale Diversifikation bieten, ohne selbst einzelne Objekte auswählen zu müssen. Zu beachten sind die Produktkosten, steuerliche Aspekte, Währungsrisiken bei nicht-eurobasierten Mieten sowie die fehlende Garantie, Anteile jederzeit zurückgeben zu können.
IRR – was die interne Rendite misst und was nicht
Die interne Rendite (Internal Rate of Return, IRR) gibt die durchschnittliche jährliche Rendite einer Investition über einen bestimmten Zeitraum an, inklusive aller zugeflossenen Ausschüttungen und der Wertentwicklung des Anteils. Sie berücksichtigt Zeitpunkte der Cashflows, also, dass ein Euro heute mehr wert ist als ein Euro in einem Jahr, weil er sofort wieder angelegt werden kann. Die IRR ist ein sinnvolles Maß, um historische Ertragskraft abzuschätzen. Sie ist jedoch kein Versprechen für die Zukunft, hängt von Annahmen ab und kann durch außergewöhnliche Ereignisse in einzelnen Jahren verzerrt sein. Zudem bildet sie Kosten zwar ab, lässt aber individuelle Steuern und persönliche Laufzeiten unberücksichtigt. Anlegerinnen und Anleger sollten die IRR daher immer zusammen mit Risikoangaben und Ausschüttungsquoten betrachten.
Ankaufsrendite – Momentaufnahme beim Erwerb
Die Ankaufsrendite beschreibt die Jahresmiete einer Immobilie in Relation zum gesamten Kaufpreis inklusive Nebenkosten wie Steuern, Gebühren und Honorare. Sie ist eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt des Erwerbs und gibt Auskunft darüber, zu welchen Konditionen ein Objekt ins Portfolio kommt. Wichtige Einschränkung: Die Ankaufsrendite sagt nichts über die spätere Jahresperformance des Fonds aus, da sie laufende Kosten, Leerstände, Sanierungen, potenzielle Mietanpassungen oder Zinsänderungen nicht abbildet. Eine hohe Ankaufsrendite kann attraktiv sein, wenn sie nachhaltig ist, muss aber zum Risiko, zur Objektqualität und zur Mietvertragslaufzeit passen.
Kapitalisierung – die Größe des Fonds
Mit Kapitalisierung ist bei SCPI-Fonds die Summe gemeint, die über ausgegebene Anteile eingesammelt wurde und zum Stichtag das Fondsvolumen darstellt. Sie ist ein Indikator für die Größe und Marktbedeutung eines Produkts. Eine steigende Kapitalisierung kann Skaleneffekte ermöglichen, etwa bessere Einkaufskonditionen, aber auch die Herausforderung bringen, genügend geeignete Objekte zu finden. Für Anlegerinnen und Anleger ist die Kapitalisierung ein Hinweis auf Marktvertrauen – sie ersetzt jedoch nicht die Prüfung von Portfolioqualität, Verschuldungsgrad, Leerständen oder Kostenstruktur.
Assets under Management (AUM) – verwaltetes Vermögen
Assets under Management (AUM) beschreibt den aktuellen Wert der von einem Asset Manager betreuten Vermögenswerte. Bei Immobilienfonds entspricht dies dem Verkehrswert der Objekte plus Liquidität abzüglich Verbindlichkeiten, je nach Methodik. Die AUM verändern sich durch Zu- und Abflüsse, Bewertungseffekte und Transaktionen. Hohe AUM signalisieren Marktpräsenz, sind jedoch nicht automatisch ein Qualitätsmerkmal. Entscheidend sind Transparenz, Governance, Risikomanagement, die Zusammensetzung des Portfolios und die Fähigkeit, Mittel maßvoll und renditeorientiert zu investieren.
Rücknahmerate – ein Indikator für Stabilität
Die Rücknahmerate gibt an, wie viele Anteile Anlegerinnen und Anleger im Verhältnis zum Gesamtvermögen in einem Zeitraum zurückgeben. Eine niedrige Rate wie die von CORUM genannte 0,03 Prozent kann auf Zufriedenheit und langfristige Bindung hindeuten. Wichtig bleibt, dass SCPI-Anteile nicht wie Aktien täglich an einer Börse veräußert werden können. Rücknahmen sind organisatorisch und vertraglich geregelt, aber nicht garantiert. In Stressphasen kann die Liquidität begrenzt sein. Deshalb sollten Anlegerinnen und Anleger nur Kapital investieren, das sie langfristig entbehren können.
Mietvertragslaufzeit (WALT) – Planungssicherheit für Cashflows
Die durchschnittliche verbleibende Mietvertragslaufzeit, oft als Weighted Average Lease Term (WALT) bezeichnet, misst, wie lange Mieten aus bestehenden Verträgen noch gesichert sind. Eine längere WALT – etwa 6,4 oder 8,6 Jahre wie im CORUM-Portfolio 2025 berichtet – erhöht die Visibilität künftiger Einnahmen. Sie sagt jedoch nichts über die Bonität der Mieterinnen und Mieter, Anpassungsklauseln, Indexierungen oder Verlängerungsoptionen. Für die Beurteilung eines Fonds ist die WALT ein Baustein unter vielen, der immer im Kontext von Lage, Objektqualität, Mietermix und Marktzyklen gesehen werden sollte.
Historischer Kontext: Vom französischen Modell zum Österreich-Angebot
SCPI-Fonds haben in Frankreich eine jahrzehntelange Tradition. Das Modell entstand, um Privatanlegerinnen und Privatanlegern Zugang zu professionell gemanagten Immobilienportfolios zu ermöglichen, ohne selbst Eigentum verwalten zu müssen. Regulatorisch werden SCPI-Anbieter von der Autorité des marchés financiers (AMF) beaufsichtigt. In Phasen niedriger Zinsen waren Ausschüttungen aus Mieten für viele Haushalte eine Alternative zu Sparprodukten. Zugleich führten Marktzyklen – von steigenden Bewertungen bis hin zu Korrekturen – immer wieder vor Augen, dass Immobilieninvestments Substanz- und Marktrisiken tragen.
Für Österreich ist bemerkenswert, dass CORUM seit 2018 als erster Anbieter SCPI-Produkte hiesigen Privatanlegerinnen und Privatanlegern zugänglich macht. Damit kam ein diversifiziertes, international ausgerichtetes Immobilienangebot in einen Markt, der traditionell über offene Immobilienfonds, Direktinvestments und Vorsorgeprodukte geprägt war. Nach Jahren steigender Zinsen und wechselhafter Konjunktursignale verschob sich der Fokus vieler Anlegerinnen und Anleger: Stabilere Cashflows aus Vermietung, längere Mietvertragslaufzeiten und geografische Streuung wurden wichtiger. Vor diesem Hintergrund erklären sich die gemeldeten Zuflüsse 2025 – sie sind Ausdruck einer Suche nach Balance zwischen Rendite und Risiko.
Gleichzeitig hat sich der Transaktionsmarkt ab 2022 abgekühlt. Höhere Finanzierungskosten, Neubewertungen und selektive Käuferinnen und Käufer führten dazu, dass sich Anbieter mit stabiler Liquidität Chancen sichern konnten. CORUM hebt hervor, seit Juli 2022 mehr als 3,3 Milliarden Euro investiert zu haben. Ein solches antizyklisches Vorgehen ist typisch für Manager, die mit Mittelzuflüssen gezielt auf Preisrückgänge reagieren. Für Anlegerinnen und Anleger bleibt entscheidend, dass Ankaufsrenditen nachhaltig und die Objekte zukunftsfähig sind – Stichworte Energieeffizienz, Lagequalität, Drittverwendungsfähigkeit und Mieternachfrage.
Zahlen & Fakten: Einordnung der wichtigsten Kennzahlen
- Gesamtvermögen der CORUM-Gruppe 2025: 9,6 Milliarden Euro; rund 152.000 Anlegerinnen und Anleger.
- Kundenzuflüsse 2025: 1,6 Milliarden Euro; damit Marktführerschaft am französischen SCPI-Markt laut ASPIM (Q3/2025) bestätigt.
- Österreich 2025: 32 Millionen Euro Zuflüsse, plus 37 Prozent gegenüber 2024; AUM in Österreich per 31.12.2025: 115,7 Millionen Euro.
- Anlegerbasis Österreich: rund 4.200 Anlegerinnen und Anleger; durchschnittlich 34.400 Euro investiert.
- Rücknahmerate: 0,03 Prozent im Verhältnis zu den Assets under Management (Hinweis: Rücknahme nicht garantiert).
- Performance 2025: CORUM Origin 6,50 Prozent Ausschüttungsquote (inkl. 0,57 Prozent aus ausgeschütteten Kapitalgewinnen), IRR 6,94 Prozent seit 2012; CORUM XL 5,30 Prozent Ausschüttungsquote, IRR 5,77 Prozent seit 2017.
- Transaktionen 2025: Origin erwarb neun Immobilien (431 Millionen Euro, durchschnittliche Ankaufsrendite 8,45 Prozent, WALT 6,4 Jahre); XL investierte in sechs Objekte (152 Millionen Euro, Ankaufsrendite 7,56 Prozent, WALT 8,6 Jahre).
- Kapitalisierung Jahresende 2025: Origin rund 3,8 Milliarden Euro (+16 Prozent seit 1.1.2025); XL rund 2,1 Milliarden Euro (+5 Prozent seit 1.1.2025).
- Verkäufe 2025 (Origin): fünf Objekte um 163 Millionen Euro; Mehrwert 28 Millionen Euro (21 Prozent Wertschöpfung auf Transaktionsebene).
- Q3/2025 Fundraising: 905 Millionen Euro; Marktanteil 18 Prozent am SCPI-Markt (ASPIM).
Analyse: Die österreichischen Zuflüsse von 32 Millionen Euro entsprechen rund 2 Prozent der gesamten 2025er Mittelzuflüsse von 1,6 Milliarden Euro – angesichts der Marktgröße ein beachtlicher Beitrag. Die AUM von 115,7 Millionen Euro in Österreich machen grob 1,2 Prozent des Gruppenvermögens aus. Der Durchschnittsbetrag von 34.400 Euro pro österreichischer Anlegerin beziehungsweise Anleger ist relativ hoch und deutet auf eine Zielgruppe hin, die Immobilienfonds als Baustein einer diversifizierten Vermögensstruktur nutzt. Die niedrige Rücknahmerate kann als Vertrauenssignal gesehen werden; sie darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass SCPI-Liquidität strukturell begrenzt ist.
Bei den Performanceangaben ist zu beachten, dass die Ausschüttungsquote (Rendite) eine vergangenheitsbezogene Kennzahl ist und Kosten, Steuern und individuelle Laufzeiten unterschiedlich wirken können. Die ausgewiesenen IRR-Werte geben historische Durchschnittsrenditen wieder und sind kein Indikator für künftige Ergebnisse. Positiv ist, dass die Ankaufsrenditen 2025 spürbar über vielen historischen Niveaus liegen – ein Zeichen, dass Manager in einem rückläufigen Marktumfeld selektiv einkaufen konnten. Entscheidend für die nächsten Jahre wird sein, ob Mieten real indexiert sind, Leerstände gering bleiben und Capex-Bedarfe (z. B. Energieeffizienz) im Griff sind.
Vergleiche: Österreich im D-A-CH-Kontext
Österreich unterscheidet sich in der Anlagetradition von Deutschland und der Schweiz: Der österreichische Markt ist stärker durch Beratung über Vermögensberaterinnen und Vermögensberater geprägt, während in Deutschland ein breiterer Direktvertrieb über Banken und Plattformen sichtbar ist. In der Schweiz dominiert häufig ein konservativer Ansatz mit Fokus auf Stabilität und sehr langfristige Immobilienengagements über kollektive Anlagelösungen. Dass CORUM in Österreich inzwischen über 500 Partner zählt, sagt viel über die Rolle der persönlichen Beratung aus – besonders wichtig bei Produkten, die Fachbegriffe wie IRR, Ankaufsrendite oder WALT verständlich machen müssen.
Regulatorisch gibt es Unterschiede: SCPI-Anbieter unterliegen in Frankreich der AMF-Aufsicht. In Deutschland überwacht die BaFin offene Investmentvermögen; in der Schweiz ist die FINMA zuständig, in Österreich die FMA. Für Anlegerinnen und Anleger resultieren daraus unterschiedliche Produktlandschaften und Dokumentationsstandards. Entscheidend bleibt die Transparenz über Kosten, Risiken, Liquiditätsmechanismen und die Eignung im Sinne der Beratungsvorschriften. Die gemeldete Rücknahmerate ist als unternehmensspezifische Kennzahl zu betrachten; sie ist nicht direkt mit offenen Immobilienfonds nach deutschem Recht oder schweizerischen Vehikeln vergleichbar.
Auch regional innerhalb Österreichs zeigt sich typischerweise ein Gefälle: In Ballungsräumen wie Wien, Graz, Linz oder Salzburg ist die Affinität zu international diversifizierten Produkten erfahrungsgemäß höher – getragen durch dichte Beraternetzwerke und eine tendenziell höhere Risikotragfähigkeit. In ländlichen Regionen dominiert häufig der Fokus auf Sparprodukte und Vorsorge. Konkrete Zahlen dazu liegen in der vorliegenden Quelle nicht vor; sie lassen sich jedoch aus Marktbeobachtungen nachvollziehen. Für den weiteren Ausbau wird entscheidend sein, ob Informationen über SCPI-Mechaniken breit und verständlich vermittelt werden.
Was bedeutet das für Bürgerinnen und Bürger? Konkrete Auswirkungen
Für Haushalte, die sich mit Immobilienfonds beschäftigen, öffnet das SCPI-Modell einen Zugang zu einem internationalen Gewerbeimmobilienportfolio, ohne einzelne Objekte kaufen und verwalten zu müssen. Das kann die persönliche Vermögensstruktur stabilisieren, wenn andere Bausteine – etwa Anleihen oder Aktien – gerade schwanken. Beispiel: Eine Wiener Lehrerin und ein Salzburger Techniker möchten 20.000 Euro über mehrere Jahre in Immobilienerträge investieren. Statt einer einzelnen Wohnung mit Leerstands- und Renovationsrisiko wählen sie Anteile an einem Fonds mit Dutzenden Objekten und langen Mietverträgen. Sie erhalten planbare Ausschüttungen, tragen aber das Risiko begrenzter Liquidität und möglicher Wertkorrekturen im Bestand.
Für Beraterinnen und Berater bringt das Thema Chancen und Verantwortung. Die gemeldete Ausweitung des Partnernetzwerks auf über 500 zeigt, wie stark Beratung in diesem Segment verankert ist. Erforderlich sind eine klare Aufklärung über Renditebegriffe, Kosten, steuerliche Aspekte und die Rücknahmelogik. Gerade die Unterscheidung zwischen Ausschüttungsquote und IRR ist zentral, um falsche Erwartungen zu vermeiden. Auch Nachhaltigkeitskriterien spielen bei Gewerbeimmobilien eine wachsende Rolle – betriebswirtschaftlich und regulatorisch.
Für die heimische Wirtschaft können steigende Kapitalzuflüsse bedeuten, dass mehr Mittel in europäische Stadt- und Logistikstandorte fließen, an denen österreichische Pensions- und Vorsorgekassen nicht immer unmittelbar beteiligt sind. Für den Immobiliensektor signalisiert das antizyklische Investieren, dass selektive Deals wieder möglich sind – allerdings mit höheren Renditeanforderungen. Ein positiver Nebeneffekt: Professionelle Asset-Manager treiben oft Modernisierungen, Vermietungsquoten und CO₂-Reduktion voran. Ein Restrisiko bleibt die Zins- und Konjunkturentwicklung, die Mieten, Bewertungen und Transaktionstätigkeit beeinflusst.
Stimmen und Einordnung: Disziplin in bewegten Zeiten
Martin Prandl, Head of Sales Austria, führt das Wachstum auf Vertrauen und die Ausweitung des österreichischen Partnernetzwerks zurück. Für Anlegerinnen und Anleger ist die Betreuungsqualität entscheidend – gerade bei Produkten, die jenseits klassischer Sparbücher oder Fonds ohne Immobilienbezug liegen. CEO Philippe Cervesi betont: „2025 haben uns über 26.000 neue Investoren in Europa ihr Vertrauen geschenkt und 1,6 Milliarden Euro anvertraut.“ Diese Zahlen passen zum Bild eines Anbieters, der in einem insgesamt schwächeren Transaktionsmarkt Mittel gezielt eingesetzt hat. Dass im dritten Quartal 2025 ein Fundraising von 905 Millionen Euro und ein Marktanteil von 18 Prozent am SCPI-Markt erzielt wurden (ASPIM), unterstreicht diese Dynamik.
Für eine objektive Beurteilung ist wichtig: Aussagen zu Performance und Marktanteilen stammen aus der Unternehmenskommunikation, mit Verweis auf ASPIM für Marktkennzahlen. Anlegerinnen und Anleger sollten stets die offiziellen Produktunterlagen, Risikoaufklärungen und Berichte prüfen und bei Bedarf unabhängigen Rat einholen. Der österreichische Rechtsrahmen verlangt eine anleger- und produktadäquate Beratung – das schützt vor Fehlallokationen und unrealistischen Erwartungen.
Zukunftsperspektive: Szenarien für 2026 und darüber hinaus
Wie geht es weiter? Drei Treiber werden 2026 die Entwicklung prägen: Zinsniveau, Vermietungsmarkt und Regulierung. Sollte die Zinskurve im Euroraum stabil bleiben oder moderat sinken, könnten Ankaufsrenditen zwar allmählich nachgeben, Transaktionen aber anziehen. Für bestehende Portfolios wären stabile oder indexierte Mieten positiv – vorausgesetzt, Flächen bleiben nachgefragt. Auf Objektebene rücken Energieeffizienz, EU-Taxonomie und Berichtspflichten noch stärker in den Fokus: Investitionsbudgets für Modernisierung könnten steigen, was professionelles Asset-Management begünstigt.
Auf Marktebene dürfte der Wettbewerb um hochwertige, zukunftsfähige Objekte intensiver werden. Für SCPI-Anbieter wie CORUM bedeutet das, dass Disziplin beim Einkauf, aktive Mieterbetreuung und selektive Verkäufe über die Performance entscheiden. Denkbar ist, dass 2026 Portfoliooptimierungen – Verkäufe reifer Objekte, Zukäufe mit höheren Renditen – an Bedeutung gewinnen. Für österreichische Anlegerinnen und Anleger spricht vieles dafür, Investitionen schrittweise zu staffeln, um Markteintrittszeitpunkte zu glätten. Unabhängig vom Zinsverlauf gilt: Liquidität bleibt ein Kernthema, daher sollte der Anlagehorizont langfristig und die Portfolioquote für Immobilienfonds maßvoll sein.
In Summe bleibt die Perspektive konstruktiv, aber differenziert. Die 2025er Daten zeigen, dass antizyklisches Agieren in schwierigen Marktphasen Mehrwert schaffen kann. Ob sich diese Linie fortsetzt, hängt von Makrofaktoren ab, die außerhalb der Kontrolle einzelner Anbieter liegen. Für Österreich steht fest: Die wachsende Akzeptanz von SCPI-Produkten erweitert den Werkzeugkasten privater Vermögensplanung – vorausgesetzt, Risiken werden verstanden und tragfähig eingeordnet.
Rechtliche Hinweise, Risiken und Transparenz
Immobilienfonds sind langfristige Anlagen ohne Garantie auf Wertentwicklung oder Erträge. Es besteht das Risiko von Kapitalverlusten, Wechselkursrisiken bei nicht in Euro denominierten Erträgen sowie eine begrenzte Liquidität, weil Rücknahmen nicht garantiert sind. Ausschüttungen können schwanken und sind abhängig von Mieterträgen, Kosten und Marktbedingungen. Frühere Wertentwicklungen – auch als IRR ausgewiesen – sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Anlegerinnen und Anleger sollten die offiziellen Dokumente (Prospekt, KID/KID PRIIPs, Jahresberichte) sorgfältig lesen und im Zweifel unabhängige Beratung in Anspruch nehmen. Aufsicht und Regulierung: SCPI-Anbieter wie CORUM unterliegen der AMF in Frankreich; für den Vertrieb in Österreich gelten die einschlägigen Bestimmungen und Aufsicht durch die FMA in Bezug auf Vertriebsorganisationen.
Weiterführende Informationen und Quellen
- Originalquelle der Zahlen und Zitate: OTS/Presseaussendung CORUM Asset Management
- Branchenverband Frankreich (Marktdaten): ASPIM
- Französische Finanzmarktaufsicht: AMF
Schluss: Was bleibt – und was zu tun ist
Die Zahlen zum Jahr 2025 sind deutlich: CORUM verzeichnet in Österreich ein Plus von 37 Prozent bei Kapitalzuflüssen, die Performance lag über den Zielwerten, und das Investitionstempo wurde in einem herausfordernden Markt beibehalten. Für österreichische Anlegerinnen und Anleger eröffnet das SCPI-Modell die Chance, breit in internationale Gewerbeimmobilien zu investieren – mit den bekannten Chancen und Risiken. Wer sich dafür interessiert, sollte die Begriffe IRR, Ankaufsrendite, Kapitalisierung und WALT verstehen und das Thema Liquidität realistisch einschätzen. Beratung spielt dabei eine zentrale Rolle.
Unsere Empfehlung: Prüfen Sie die Originalunterlagen, lesen Sie die Risikoabschnitte aufmerksam und vergleichen Sie Kosten und Strategien verschiedener Anbieter. Sprechen Sie mit Beraterinnen und Beratern, ob und in welcher Höhe ein Immobilienfonds in Ihr Portfolio passt. Weitere Details finden Sie in der Presseaussendung von CORUM und bei den genannten Institutionen. Welche Rolle sollen SCPI-Fonds in Ihrem persönlichen Vermögensmix spielen – und wie viel Illiquidität sind Sie bereit zu tragen?






