Am 29.01.2026 ist in Drusenheim im Elsass Europas modernstes Werk für Dämmstoff und Abdichtung eröffnet worden. Die Nachricht hat Strahlkraft bis nach Österreich: Sie betrifft Bauherren, Planerinnen und Planer, Dachdeckerinnen und Dachdecker ebenso wie Gemeinden und Landesbauverwaltungen. Schon jetzt deutet sich an, dass das neue Bauder Werk den Markt für Dachsysteme in Westösterreich und darüber hinaus spürbar verändern könnte – bei Lieferzeiten, Qualität, Nachhaltigkeit und Ausbildung. Was das konkret bedeutet, wo Chancen und Grenzen liegen und wie Österreichs Bauwirtschaft davon profitieren kann: eine Einordnung mit Kontext, Zahlen und Ausblick.
Bauder Werk Drusenheim: Bedeutung für Österreich und die Bauwirtschaft
Mit der feierlichen Eröffnung im Industriepark Axioparc setzt Bauder einen industriepolitischen Akzent in unmittelbarer Nachbarschaft zur österreichischen Bau- und Zulieferbranche. Der Standort liegt strategisch im Herzen Europas, nahe an Lieferachsen in Richtung Schweiz und Süddeutschland. Für Österreich ist vor allem die Nähe zu Vorarlberg relevant, wo zahlreiche Dach-, Holz- und Fassadenbetriebe tätig sind. Das Unternehmen investierte laut Quelle 100 Millionen Euro in den neuen Produktionsstandort und schafft rund 70 Arbeitsplätze. Produziert werden hochwertige PIR-Dachdämmstoffe und leistungsstarke Bitumenbahnen – zwei zentrale Komponenten moderner Dachsysteme, die für Neubau, Sanierung, Klimaschutz und Energiewende entscheidend sind.
Die Eröffnung ist nicht bloß ein Unternehmensereignis, sondern Teil einer breiteren Entwicklung: Europa baut seine industrielle Basis in Zukunftsbereichen wie Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft und erneuerbare Energien aus. Dass Bauder die Anforderungen des französischen Energiestandards RE2020 erfüllt, deutet auf einen klaren Kurs hin: weniger Emissionen, mehr Effizienz, langfristig stabile Versorgung mit Qualitätsprodukten. Für Österreich bedeutet das eine zusätzliche Option im Einkauf, neue Kapazitäten für Dächer mit Abdichtung und Dämmung und Impulse für kommunale und private Bauprojekte.
Zahlen und Fakten zum neuen Werk
- Investition: rund 100 Millionen Euro (Quelle: Paul Bauder GmbH & Co. KG)
- Grundstücksfläche: 12,6 Hektar
- Produktionshallen: rund 20.000 Quadratmeter
- Photovoltaikanlage: 2 MWp auf dem 23.800 Quadratmeter großen Lagerhallendach
- Produkte: PIR-Dachdämmstoffe und Bitumenbahnen
- Arbeitsplätze: rund 70 neu geschaffen
- Energiestandard: RE2020-konform
Diese Kennzahlen sind für österreichische Bauunternehmen und Vergabestellen in mehrfacher Hinsicht relevant. Die Kombination aus Fertigungskapazität, PV-gestützter Energieversorgung und Wärme aus Fernwärme schafft Planungssicherheit bei klimabezogenen Ausschreibungsanforderungen. Zudem kann der Standort die regionale Versorgung in Grenzregionen stabilisieren, was Lieferkettenrisiken mindern kann.
Fachbegriffe verständlich erklärt
PIR-Dämmstoffe
PIR steht für Polyisocyanurat. Dabei handelt es sich um einen Hartschaum, der als Dämmstoff vor allem im Dachbereich eingesetzt wird. PIR-Dämmstoffe bieten im Verhältnis zu ihrer Dicke eine sehr hohe Wärmeleitfähigkeit, das heißt, sie halten Wärme im Gebäude und Kälte draußen besonders effektiv. Dadurch lassen sich schlanke Dachaufbauten realisieren, die statische Vorteile bringen und den Innenraum nicht unnötig einschränken. PIR ist druckfest, formstabil und feuchteresistent. In der Praxis führt das zu langlebigen, energieeffizienten Dachkonstruktionen, die sowohl bei Neubauten als auch in der Sanierung überzeugen. In Österreich sind PIR-Dämmungen für Flachdächer, Hallen, Gewerbebauten und zunehmend auch im Wohnbau verbreitet, weil sie die Energiekosten senken und Förderkriterien leichter erfüllen helfen.
Bitumenbahnen
Bitumenbahnen sind Abdichtungsbahnen auf Basis von Bitumen, einem viskosen, schwarzen Material, das als Bindemittel hervorragende Dichtwirkung erzielt. In der Dachabdichtung werden Bitumenbahnen mehrlagig verlegt, verschweißt oder verklebt, um Flachdächer dauerhaft gegen Wasser zu schützen. Moderne Bitumenbahnen sind verstärkt, witterungsbeständig und UV-resilient ausgelegt. Sie eignen sich für Neubau und Sanierung und sind oft Teil komplexer Dachsysteme, die auch Wärmedämmung, Dampfsperre, Gefälledämmung und Oberflächenschutz umfassen. Für Gemeinden, Unternehmen und private Bauherren in Österreich sind Bitumenbahnen zentral, wenn es um Regensicherheit, Hagelresistenz und langlebige Dachlösungen geht – insbesondere bei alpinen Wetterbedingungen.
Photovoltaikanlage (PV)
Eine Photovoltaikanlage wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um. Die am Bauder Standort installierte Anlage mit 2 MWp (Megawatt peak) ist auf Spitzenleistung unter idealen Bedingungen ausgelegt. PV deckt einen Teil des Strombedarfs direkt vor Ort. In Drusenheim wird der Solarstrom u. a. zur Erwärmung von Bitumen genutzt. Das senkt Energiekosten, reduziert CO2-Emissionen und macht die Produktion unabhängiger von externen Energiepreisschwankungen. Für Österreich ist das relevant, weil immer mehr Bauprodukte entlang ihrer Herstellungsprozesse nach Nachhaltigkeitskriterien bewertet werden. PV-gestützte Fertigung kann somit ein Pluspunkt in Ausschreibungen sein.
RE2020
RE2020 ist ein französischer Energiestandard, der hohe Anforderungen an Energieeffizienz, Emissionsreduktion und ökologische Qualität von Gebäuden stellt. Anders als reine Effizienzvorgaben berücksichtigt RE2020 Lebenszyklusaspekte, also auch die Umweltwirkungen der eingesetzten Materialien und der Bauweise. Wenn ein Werk RE2020-konform errichtet wird, signalisiert das eine moderne, zukunftstaugliche Infrastruktur. Für österreichische Auftraggeberinnen und Auftraggeber, die EU-weit denken oder cross-border beziehen, zeigt das: Der Standort ist auf langfristige Nachhaltigkeit und strenge Regeln ausgerichtet – ein Indikator für verantwortungsvolle Produktion.
Fernwärmenetz
Fernwärme ist eine zentrale Wärmeversorgung, bei der heißes Wasser oder Dampf über isolierte Leitungen zu Gebäuden oder industriellen Anlagen transportiert wird. Die Anbindung an ein lokales Fernwärmenetz kann die Energieeffizienz erhöhen, weil die Wärme oft aus hocheffizienten Anlagen, aus Kraft-Wärme-Kopplung oder aus Abwärmenutzung stammt. Für Betriebe bedeutet das eine stabile, planbare Wärmeversorgung mit potenziell geringerem CO2-Fußabdruck als bei rein fossilen Einzelanlagen. In Drusenheim dient Fernwärme der allgemeinen Wärmeversorgung; in Verbindung mit PV und elektrischem Heizkessel ergibt sich ein hybrides, resilient ausgelegtes Energiesystem.
Dachbegrünung
Unter Dachbegrünung versteht man das Aufbringen von vegetationstragenden Schichten auf Dächern. Extensiv begrünte Dächer, wie sie in Drusenheim großflächig umgesetzt wurden, sind pflegearm und leicht. Sie bestehen aus Substrat, Pflanzen (häufig Sedum-Arten), einer Drainage und Schutzlagen. Vorteile sind verbesserter Hitzeschutz im Sommer, zusätzlicher Schallschutz, Rückhalt von Regenwasser sowie Förderung der Biodiversität. Städte und Gemeinden in Österreich nutzen Dachbegrünungen, um Überhitzung zu begegnen, Kanalisationen zu entlasten und mikroklimatische Effekte zu verbessern. Im gewerblichen Bereich schaffen sie außerdem optische Qualität und ökologische Mehrwerte, die bei Zertifizierungen positiv wirken können.
Biodiversität
Biodiversität beschreibt die Vielfalt von Arten, Lebensräumen und genetischen Ressourcen in einem Ökosystem. An Industriestandorten geht es darum, versiegelte Flächen zu kompensieren und durch gezielte Anpflanzungen von heimischen Bäumen und Hecken Lebensräume zu schaffen. Das verbessert Nahrungs- und Rückzugsangebote für Insekten, Vögel und Kleintiere. In Drusenheim wurden heimische Gehölze integriert, wodurch sich das Werk harmonisch in das Landschaftsbild einfügt. Für österreichische Gemeinden ist das relevant, weil viele Bauordnungen ökologische Ausgleichsmaßnahmen verlangen. Wer Biodiversität früh mitplant, erleichtert Genehmigungen und reduziert Folgekosten.
CO2-Fußabdruck
Der CO2-Fußabdruck misst Treibhausgasemissionen entlang von Prozessen, Produkten oder Unternehmen. In der Bauindustrie reicht der Blick von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis zur Nutzung. Durch PV-Strom, elektrische Prozesswärme und Effizienzmaßnahmen lässt sich der CO2-Fußabdruck eines Werks senken. In Drusenheim wird der selbst erzeugte Solarstrom direkt in der Produktion genutzt; überschüssige Energie kann thermisch gespeichert werden. Für die österreichische Baupraxis heißt das: Produkte aus solchen Standorten können bei Nachhaltigkeitsbewertungen und in klimarelevanten Ausschreibungen Vorteile bringen, sofern die Nachweise entsprechend vorliegen.
Thermisches Speicherkonzept
Ein thermisches Speicherkonzept nutzt die Fähigkeit von Materialien, Wärme aufzunehmen und später wieder abzugeben. In Drusenheim werden großvolumige Bitumenbehälter gezielt aufgeheizt, wenn PV-Strom im Überschuss vorhanden ist. Diese Wärme steht dann auch in Zeiten geringerer Solarerträge zur Verfügung. So wird die Abhängigkeit von Erdgas reduziert oder vermieden. Für Betriebe in Österreich ist dieser Ansatz interessant, weil er Lastspitzen glättet, Energiekosten senkt und die Integration erneuerbarer Energie verbessert. Thermische Speicher gelten als robuste, vergleichsweise einfache Bausteine für eine flexible Industrieenergieversorgung.
Historische Entwicklung: Dachsysteme, Dämmung und ein Familienunternehmen
Die Geschichte moderner Dachabdichtung in Europa ist eng mit dem industriellen Einsatz von Bitumen verbunden. Ab dem späten 19. Jahrhundert setzten sich bitumenbasierte Abdichtungen im Städtebau durch, weil sie auf großen Flächen zuverlässig abdichten konnten. Parallel wuchs die Bedeutung von Wärmedämmung – zunächst vor allem aus Komfortgründen, später aus energetischen und klimapolitischen Motiven. Seit den 1960er-Jahren kamen hochleistungsfähige Hartschaum-Dämmstoffe hinzu. Bauder produziert laut Quelle seit 1967 PIR-Dämmstoffe und blickt insgesamt auf fast 170 Jahre Erfahrung in der Herstellung von Abdichtungsbahnen zurück. Diese lange Linie an Know-how ist prägend für Planung, Materialentwicklung und Verarbeitungstechnik.
Mit den Ölkrisen der 1970er-Jahre rückten Energieeffizienz und Dämmung stärker in den Fokus. In den 1990er- und 2000er-Jahren wurden normative Anforderungen spürbar verschärft, während parallel die Dachbegrünung als stadtklimatische Antwort auf versiegelte Flächen an Bedeutung gewann. In jüngeren Jahren setzten Klima- und Energiewende neue Schwerpunkte: Dächer sind heute nicht nur Schutzschichten, sondern Energieerzeuger (PV), Retentionsflächen für Regenwasser und ökologische Ausgleichsräume. Das neue Werk in Drusenheim spiegelt diese Entwicklung: energieeffizient, PV-integriert, mit extensiven Begrünungen und einem Fokus auf Ausbildung, Service und Kundennähe.
Vergleich: Auswirkungen für Österreichs Bundesländer, Deutschland und die Schweiz
Für Österreich ist die geografische Nähe besonders für Vorarlberg relevant. Kurze Lieferwege können die Versorgung mit PIR-Dämmstoffen und Bitumenbahnen stabilisieren. Betriebe in Tirol und Salzburg profitieren über die Inntal- und Brennerachse, während für Wien, Niederösterreich und die Steiermark die Verzahnung mit bestehenden Lieferketten wichtiger bleibt. Kärnten und das Burgenland orientieren sich teils stärker nach Süden und Osten; dennoch eröffnet Drusenheim europaweite Verfügbarkeiten, die bei Engpässen entlasten können. In Bundesländern mit aktiven Förderprogrammen für Sanierung und Klimaanpassung könnten zusätzliche Kapazitäten dazu beitragen, Bauzeiten verlässlicher zu planen.
In Deutschland stärkt der Standort die Versorgung Süddeutschlands und entlastet bestehende Werke. Für die Schweiz ist Drusenheim aus logistischer Sicht ebenfalls attraktiv, da Grenzabfertigung und Transportwege vergleichsweise kurz sind. Die Schweiz hat hohe Anforderungen an Qualität, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit – hier passen RE2020-konformes Bauen, PV-Nutzung und Dachbegrünung als Signale einer hochwertigen Produktion ins Bild. Österreich liegt zwischen diesen Räumen und kann von allen Seiten profitieren: Wettbewerb belebt das Angebot, technische Standards nivellieren sich nach oben, und die Nähe zu mehreren leistungsfähigen Werken erhöht die Resilienz im Materialbezug.
Gleichzeitig gilt: Regionale Besonderheiten bleiben wichtig. In alpinen Regionen bestimmen Schnee-, Wind- und Temperaturextreme die Planung. Hier werden robuste Bitumenbahnsysteme und druckfeste PIR-Dämmungen geschätzt. In städtischen Räumen wie Wien zählen Klimaanpassung, Dachbegrünung und PV-Eignung. Drusenheim liefert Bausteine, die in beiden Welten funktionieren – die konkrete Ausführung hängt jedoch stets von Normen, Bauphysik und lokalen Gegebenheiten ab.
Bürger-Impact: Was die Eröffnung für Menschen in Österreich bedeutet
Für private Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer bedeutet das neue Werk voraussichtlich mehr Auswahl bei Dämmstoffen und Abdichtungen. Das kann zu stabileren Lieferzeiten und in der Folge zu verlässlicheren Bauabläufen führen. Bei einer Flachdachsanierung in Vorarlberg etwa könnten PIR-Dämmplatten und Bitumenbahnen schneller verfügbar sein, wenn regionale Händler das neue Werk in ihre Logistik einbinden. Für Gewerbebauten – Hallen, Hotels, Handelsflächen – bietet die Kombination aus effizienten Dämmstoffen, robusten Abdichtungen und begrünten Dachaufbauten Chancen, Energiekosten zu senken und Förderkriterien zu erreichen.
Gemeinden profitieren von der technischen Ausrichtung des Standorts: RE2020-konforme Planung, Regenwassermanagement auf dem Gelände, Dachbegrünungen und PV zeigen, wie moderne Industriearchitektur Umweltziele integriert. Das ist für kommunale Bauprojekte in Österreich relevant, wenn Beschaffungen zunehmend Nachhaltigkeitsnachweise verlangen. Ein weiteres Plus: Das 400 Quadratmeter große Technikum in Drusenheim ermöglicht Schulungen mit Praxisbezug. Davon können auch österreichische Dachdeckerinnen und Dachdecker, Planungsbüros und Bauherrenvertretungen profitieren, wenn Know-how-Transfer und qualitätsgesicherte Verarbeitung im Mittelpunkt stehen.
Für Lehrlinge und Fachkräfte im Dach- und Holzbau eröffnet die Nähe zu einem Hightech-Standort zusätzliche Perspektiven: Exkursionen, Produktschulungen und praxisnahe Weiterbildung sind leichter zu organisieren. Ausbildungsbetriebe in Österreich können davon profitieren, wenn Materialkunde, Detailschulung und Verarbeitungstechnik unmittelbar an einem modernen Werk demonstriert werden. Das erhöht die Qualität auf der Baustelle und reduziert die Fehlerquote – ein spürbarer Mehrwert für Auftraggeberinnen und Auftraggeber.
Nachhaltigkeit und Energie: Ein integrierter Ansatz
Die Energieversorgung des Werks kombiniert PV-Strom, elektrischen Heizkessel, thermische Speicher und Fernwärme. Bitumen muss zur Verarbeitung auf mindestens 180 Grad Celsius erhitzt werden – die Nutzung von Solarstrom für diesen energieintensiven Prozess ist ein Innovationstreiber. Über das thermische Speicherkonzept wird überschüssige PV-Energie genutzt, um großvolumige Bitumenbehälter zu laden, wodurch der Erdgasbedarf stark sinkt oder entfällt. In Summe verringert das den CO2-Fußabdruck der Produktion. Für Österreichs Bauwirtschaft hat diese Entwicklung Signalwirkung, weil öffentliche und private Ausschreibungen immer öfter CO2-Kriterien berücksichtigen.
Die großflächigen, extensiv begrünten Dächer der Hallen sowie die Grünzonen am Gelände verbessern das Mikroklima, erhöhen die Aufenthaltsqualität und stützen die Biodiversität. Das Regenwassermanagement sammelt sämtliches Niederschlagswasser auf dem Grundstück und führt es über Versickerungsbecken dem Grundwasser zu. Der Verzicht auf den Anschluss an das öffentliche Abwassernetz entlastet die Kanalisation – ein Modell, das in österreichischen Gewerbegebieten ebenso an Bedeutung gewinnt, um Hochwasserspitzen abzuflachen und die Infrastruktur zu schützen.
Arbeitswelt, Ausbildung und Unternehmenskultur
Rund 70 neue Arbeitsplätze sind bereits entstanden. Das Unternehmen betont eine intensive Einarbeitung in bestehenden Werken und eine wertschätzende Unternehmenskultur. Moderne Sozialräume, Tageslichtnutzung, LED-Beleuchtung mit Präsenz- und Tageslichtsteuerung sowie ein Betriebsrestaurant sind Bausteine moderner Industriearbeitsplätze. In Österreich ist diese Entwicklung anschlussfähig: Qualifizierte Fachkräfte erwarten gute Rahmenbedingungen, und Betriebe, die in Weiterbildung investieren, sichern sich langfristig Know-how. Die Auszeichnung als ‚Great Place To Work‘ an anderen Standorten des Unternehmens deutet darauf hin, dass Mitarbeiterbindung strategisch gedacht wird.
Stimmen aus dem Unternehmen
Jan Bauder unterstrich in seiner Rede die strategische Lage des Elsass im Herzen Europas und die Bedeutung für die Märkte Frankreich, Schweiz und Süddeutschland. Mark Bauder hob die hervorragende Zusammenarbeit mit den Gemeinden Drusenheim und Herrlisheim sowie den Behörden hervor. Tim Bauder betonte den Fokus auf die Belegschaft und die Freude über das wachsende Team in Frankreich. Diese Einschätzungen aus der Unternehmensführung verdeutlichen, dass der Standort sowohl als wirtschaftliche Investition als auch als kultureller Anker in der Region gedacht ist.
Österreich im Blick: Markt, Beschaffung und Praxisbeispiele
Für die österreichische Praxis lassen sich mehrere Szenarien skizzieren:
- Sanierungswelle im Wohnbau: PIR-Dämmstoffe ermöglichen schlanke Aufbauten, die bestehende Dachkonstruktionen respektieren und die Energieeffizienz sichtbar erhöhen.
- Gewerbe- und Kommunalbauten: Bitumenbahnen in mehrlagigen Systemen bieten Sicherheit gegen Starkregenereignisse, die auch in Österreich häufiger auftreten. Dachbegrünungen unterstützen Retention und Klimaresilienz.
- PV-Ready-Dächer: Kombinationen aus Abdichtung, Dämmung und Aufständerung müssen statisch, bauphysikalisch und brandschutztechnisch zusammenpassen. Industriell gefertigtes Systemzubehör erleichtert die Planung.
- Wettbewerb im Einkauf: Zusätzliche Kapazitäten aus Drusenheim können Angebotsvielfalt und Verfügbarkeit erhöhen, was Ausschreibungen breiter macht und Terminrisiken senkt.
Für Planerinnen und Planer in Österreich gilt: Die Nähe zu einem modernen Werk erleichtert Bemusterung, Qualitätssicherung und Schulung. Das angekündigte Technikum bietet die Chance, Detailschulungen – etwa Anschlüsse, Durchdringungen, Dachentwässerung oder Gründach-Schichtenaufbau – praxisnah zu trainieren. Davon profitieren Baustellenqualität und Lebenszykluskosten gleichermaßen.
Zahlen im Detail: Einordnung und Relevanz
Die Investition von rund 100 Millionen Euro signalisiert einen langfristigen Ansatz. 12,6 Hektar Fläche und 20.000 Quadratmeter Produktionshallen zeigen, dass Kapazitäten mit Blick auf künftige Nachfrage geplant sind. Die 2 MWp-PV-Anlage auf 23.800 Quadratmetern Lagerhalle ist nicht nur ein Symbol, sondern ein funktionales Element der Energieinfrastruktur. Zusammen mit Fernwärme, elektrischem Heizkessel und thermischem Speicher ergibt sich ein Energiemix, der Flexibilität und Resilienz vereint.
Rund 70 neu geschaffene Arbeitsplätze sind im industriellen Kontext substanziell und schaffen Know-how vor Ort. In Österreich zeigt die Erfahrung: Wo Ausbildung, Service und Kundennähe gestärkt werden, steigt die Ausführungssicherheit auf der Baustelle. Das kann sich in geringeren Nacharbeiten, kürzeren Stillstandszeiten und stabileren Übergaben bemerkbar machen. Für die öffentliche Hand und für Großprojekte bedeutet das mehr Verlässlichkeit – ein wichtiger Faktor bei engen Termin- und Budgetkorridoren.
Regulatorik und Recht: Relevanz für die Beschaffung
Für österreichische Auftraggeberinnen und Auftraggeber ist die rechtssichere Beschaffung zentral. Produkte aus Drusenheim müssen – wie alle Produkte – die jeweils geltenden Normen, Richtlinien und Nachweise erfüllen. Die RE2020-Konformität des Werks ist ein positives Signal, ersetzt aber keine projektbezogenen Nachweise. Wichtig ist daher die Verfügbarkeit von Produktdatenblättern, Leistungserklärungen und, wo gefordert, Nachweisen zur Umwelt- und Klimawirkung. Für EU-weite Vergaben können Fertigung in Europa, kurze Transportwege und belastbare Qualitätssicherung wertvolle Kriterien sein.
Zukunftsperspektive: Was kommt als Nächstes?
Mittelfristig ist zu erwarten, dass der Standort Drusenheim seine Kapazitäten schrittweise hochfährt und das Produktportfolio für den französischen Markt sowie angrenzende Regionen konsolidiert. Für Österreich zeichnet sich eine engere Verzahnung über Händler, Verarbeiterinnen und Verarbeiter sowie Schulungsangebote ab. Dachbegrünungen werden weiter an Bedeutung gewinnen – getrieben von Städtebau, Klimaanpassung und Förderlandschaften. Parallel nimmt die Integration von PV auf Dächern zu; dadurch steigen die Anforderungen an die Schnittstellen zwischen Abdichtung, Statik und Brandschutz.
Technologisch dürften energieeffiziente Produktionsprozesse, thermische Speicher und Lastmanagement weiter verfeinert werden. Für die Baupraxis bedeutet das: Produkte werden nicht nur technisch, sondern auch ökologisch profiliert. Wer in Österreich frühzeitig auf qualitätsgesicherte Systeme, detaillierte Planung und gut geschulte Teams setzt, kann Termin- und Qualitätsrisiken minimieren. Drusenheim liefert hierfür ein Beispiel: Industrie, die Nachhaltigkeit, Aus- und Weiterbildung und Kundennähe verbindet, schafft robuste Voraussetzungen für anspruchsvolle Bauaufgaben.
Quellen und weiterführende Informationen
Die Angaben in diesem Beitrag basieren auf der Pressemitteilung der Paul Bauder GmbH & Co. KG über die Austria Presse Agentur (OTS). Details, Zitate und Zahlen wurden der Quelle entnommen. Bildmaterial steht gemäß Herstellerangaben ab 29.01.2026 zum Download bereit.
- OTS-Quelle: Bauder eröffnet neues Werk in Drusenheim
- Bildmaterial Link 1 (Bauder / Johan Schwarzkopf)
- Bildmaterial Link 2 (Bauder / Benjamin Hincker)
Fazit: Chancen nutzen, Qualität sichern
Die Eröffnung des Bauder Werks in Drusenheim am 29.01.2026 setzt ein Signal für moderne, nachhaltige Industrie in Europa. Für Österreichs Bauwirtschaft bedeutet das: zusätzliche Kapazitäten, greifbare Nähe für Westösterreich, Impulse für Dachbegrünung, PV-taugliche Dachsysteme und praxisnahe Schulungen. Entscheidend ist, dass Planung, Ausschreibung und Ausführung auf geprüften Systemen und qualifizierten Teams aufsetzen. So lassen sich die Vorteile – von stabileren Lieferketten über Klimaperformance bis zu robusten Bauabläufen – tatsächlich heben.
Wie werden österreichische Gemeinden, Bauträgerinnen und Bauträger und die vielen Dach- und Holzbaubetriebe die neuen Möglichkeiten nutzen? Teilen Sie Erfahrungen, Fragen und Best Practices – und holen Sie sich bei Bedarf vertiefende Informationen über die verlinkte Quelle und die Herstellerunterlagen.






