Weniger Mist: Recyclingmythos ‒ was wirklich nachhaltig ist

Wien (OTS) – Rund fünf Milliarden verpackte Getränke werden jährlich
in Österreich
verkauft – und die Wahl der Verpackung hat enorme Auswirkungen auf
unsere Umwelt. Hartnäckige Mythen ranken sich rund um das Thema
Einweg- und Mehrwegverpackungen, etwa dass Getränkedosen durch
Recycling so umweltfreundlich wie Mehrwegflaschen seien. Doch die
Fakten sprechen eine andere Sprache.

Dass die Recyclingquoten in Österreich durch das Einwegpfand
angehoben werden, ist gut für die Umwelt, aber es geht noch besser.
„Getränkeverpackungen so lange wie möglich wiederzubefüllen, ist
ökologisch besser. Und das umweltfreundlichste Getränk ist das
ausgezeichnete Wiener Leitungswasser, das ganz ohne Verpackung direkt
ins Haus kommt“, erklärt der Wiener Klimastadtrat Jürgen
Czernohorszky.

Zwtl.: Mythos 1: „Alle Pfandflaschen sind Mehrwegflaschen“

Viele Pfandflaschen sind KEINE Mehrewgflaschen! In Österreich
gibt es seit Jänner 2025 ein Pfandsystem für Einwegkunststoffflaschen
und Dosen. Diese werden nach einmaligem Gebrauch recycelt – mit hohem
Sortieraufwand. Nur Flaschen mit dem Hinweis „Mehrweg“ werden gespült
und wiederverwendet, was Ressourcen spart und Müll vermeidet. Der
Großteil der Mehrwegflaschen sind Flaschen aus Glas, vor allem
Bierflaschen. Aber aufgepasst, nicht alle Glasflaschen sind
Pfandflaschen.

Zwtl.: Mythos 2: „Glas ist immer besser als Kunststoff“

Nicht jede Glasflasche ist automatisch umweltfreundlich.
Einwegglas verursacht durch Herstellung und Transport hohe CO₂-
Emissionen und Energieverbrauch. Nur Mehrwegglasflaschen, die bis zu
50-mal wiederbefüllt werden, sind ökologisch sinnvoll, besonders bei
regionaler Verteilung.

Zwtl.: Mythos 3: „Recycling löst das Verpackungsproblem“

Recycling alleine löst das Verpackungsproblem nicht, auch wenn es
im Vergleich zum reinen Einsatz von Primärrohstoffen ökologisch sehr
sinnvoll ist und Pfand das Littering reduziert. Warum?

Der Sortieraufwand und das Recycling brauchen mehr Energie und
verursachen mehr Emissionen als die Wiederbefüllung von
Mehrggebinden.

Die ursprünglichen Materialien können beim Recycling nicht immer
vollständig erhalten werden, da es unter anderem zu Sortierverlusten
oder mechanischem Abrieb der Oberflächen – etwa beim Recycling von
PET-Flaschen – kommt.

Für die Herstellung einer neuen PET-Flasche aus Recyclingmaterial
braucht man z.B. ca. 1,4 alte Flaschen – es kommt also zu
Materialverlust.

Oft müssen Primärrohstoffe zugeführt werden.

Es sind Additive, also Zusatzstoffe, notwendig, um die
gewünschten Eigenschaften zu erzielen.

Mehrweg vermeidet Müll von Anfang an und ist damit deutlich
ressourcenschonender als jede Recyclinglösung.

Zwtl.: Mythos 4: „Viel CO2 für Transport und Reinigung: Mehrweg ist
schlecht für die Umwelt“

Ein häufiger Irrtum: Mehrwegflaschen seien durch die nötige
Reinigung und den Rücktransport ökologisch nachteilig. Doch Studien
zeigen klar: Regionale Mehrwegsysteme haben die beste Umweltbilanz,
auch wenn Transport und Reinigung berücksichtigt werden. Zum Beispiel
ist bei einer 0,33-Liter-Bierflasche der CO2-Ausstoß der
Einwegflasche rund dreimal so hoch wie jener der Mehrwegflasche –
wenn die Mehrwegflasche die Wiederbefüllungsraten erreicht.

Zwtl.: Fakten statt Mythen

Mehrwegflaschen können bis zu 50-mal wiederverwendet werden.

Regionale Mehrwegsysteme haben die beste Umweltbilanz.

Einwegverpackungen, auch mit Pfand, sind Wegwerfprodukte mit
hohem Ressourcenverbrauch.

Leitungswasser ist das umweltfreundlichste Getränk – es kommt
ganz ohne Verpackung und ohne Transport aus und erzeugt somit keine
CO2-Emissionen.

Zwtl.: Wer bewusst wählt, verändert viel.

Mehrwegverpackungen sind ein einfacher Schritt mit großer Wirkung
– für weniger Müll, weniger CO₂ und mehr Zukunft. Jede Entscheidung
zählt.

Zwtl.: Information

Viele praktische Tipps und Links für weniger Mist bietet die
Initiative „natürlich weniger Mist“ auf www.wenigermist.at .

Die Initiative „natürlich weniger Mist“ der Stadt Wien führt
richtungsweisende und beispielhafte Projekte und Aktivitäten im
Bereich der Abfallvermeidung durch, die zur Schonung wertvoller
Ressourcen oder zu einer nachhaltigen Lebens- und Verhaltensweise
beitragen.