Sanierungsbonus für die Gebäudehülle

Oberwaltersdorf/Wien (OTS) – Das Umweltministerium hat die Förderung
für den Sanierungsbonus
geschlossen – mit der Begründung, dass der Kesseltausch pro
eingesetztem Euro eine höhere CO₂-Einsparung bringe. Diese rein
technische „CO₂-pro-Euro“-Rechnung ist jedoch viel zu kurz gedacht:
Wer die thermisch-energetische Sanierung der Gebäudehülle ausbremst,
prolongiert Energieabhängigkeit, riskiert höhere Systemkosten – und
nimmt den Verlust von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen billigend in
Kauf.

„ Es ist unverständlich und frustrierend, dass ausgerechnet jene
Maßnahme zurückgedrängt wird, die dauerhaft wirkt – nämlich die
Reduktion des Energiebedarfs selbst“ , sagt Peter Schmid,
Vorstandsvorsitzender der GDI 2050. „Ein getauschter Kessel bleibt
abhängig von Energieträgern und Strom. Eine sanierte Gebäudehülle
macht unabhängiger – und zwar langfristig.“

Zwtl.: Energieunabhängigkeit statt Verschiebung auf den Sankt-
Nimmerleins-Tag

Nur die thermisch-energetische Sanierung reduziert die Verluste
über die Gebäudehülle – und damit den Heizenergiebedarf insgesamt.
Das senkt die Abhängigkeit von Energie in jeder Form: Öl, Gas,
Pellets oder Strom. Wer jetzt einseitig auf den Heizungstausch setzt
und die Gebäudehülle vernachlässigt, tauscht lediglich Abhängigkeiten
aus, statt sie zu reduzieren. Laut Wien Energie ist Österreich
bereits seit 2001 Nettostromimporteur!

Zwtl.: Versorgungssicherheit: Ohne Dämmung wird’s im Ernstfall
schnell kritisch

Die Debatte ist nicht akademisch: Bei Stromausfällen – wie
zuletzt in Berlin – hilft die schönste Technik wenig. Wärmepumpe wie
Pelletheizung benötigen Strom für Betrieb und Steuerung. In einem
ungedämmten Haus fällt die Innenraumtemperatur bei Heizungsausfall
laut Untersuchungen binnen 48 Stunden massiv ab – in einem gut
gedämmten Gebäude bleibt sie deutlich höher. Das ist keine
Komfortfrage, sondern eine Frage der Sicherheit – gerade für
Familien, Ältere und vulnerable Personen.

„Wenn wir über Resilienz sprechen, müssen wir endlich ehrlich
sein: Effizienz ist die günstigste Form von Versorgungssicherheit“,
betont Clemens Demacsek, Geschäftsführer der GDI 2050. „ Wer die
Gebäudehülle ignoriert, macht Haushalte im Winter verwundbar – und
erhöht gleichzeitig den Druck auf Netze, Speicher und Erzeugung. “

Zwtl.: Arbeitsplätze und Wertschöpfung: Sanierung ist ein
Beschäftigungsmotor

Thermisch-energetische Sanierung ist arbeitsintensiv und regional
wirksam: Pro 1 Million Euro Förderung werden im Jahresdurchschnitt
rund 30,6 Arbeitsplätze gesichert bzw. geschaffen. Das
Sanierungsgewerbe ist kein „Nice-to-have“, sondern ein
stabilisierender Faktor für Beschäftigung – besonders in
wirtschaftlich angespannten Zeiten.

Auch volkswirtschaftlich ist die Wirkung klar: Bei der Sanierung
der Außenwände wird das Bruttoinlandsprodukt um das 3,80-fache der
Förderung erhöht – beim Kesseltausch hingegen nur um das 1,41-fache.
Wer Förderung streicht, spart nicht – er verschiebt Kosten und
vernichtet Potenzial.

Zwtl.: Fazit: Der Sanierungsbonus ist unverzichtbar

Die gesamtheitliche Betrachtung spricht eindeutig für die
thermisch-energetische Sanierung: Energiebedarf senken, Resilienz
erhöhen, Arbeitsplätze sichern, Wertschöpfung im Land halten. Der
Sanierungsbonus für die Gebäudehülle ist kein Luxus – er ist eine
strategische Notwendigkeit.

Zwtl.: Über GDI 2050

Die Gebäudehülle+Dämmstoff Industrie 2050 hat sich als
Organisation und Interessensvertretung der Dämmstoff- und
Fensterindustrie sowie weiterer Hersteller aus dem Bereich der
Gebäudehülle zum Ziel gesetzt, die Energieeffizienz im Gebäudebereich
signifikant zu verbessern und zukunftsfit zu machen.