Ohne Internet keine Geräte-Retter-Prämie: Pensionistenverband fordert analoge Alternative

Wien (OTS) – Genau wie ihr Vorgänger, der Reparaturbonus, kann auch
die neue
„Geräte-Retter-Prämie“ ausschließlich über das Internet beantragt
werden. Für den Pensionistenverband Österreichs ist dies
„bedauerlich“ und ein „klarer Fall von Diskriminierung“. PVÖ-
Präsidentin Birgit Gerstorfer kritisiert: „Dass der Reparaturbonus
nur über das Internet beantragt werden konnte, wurde vom
Pensionistenverband aufs Schärfste kritisiert. Mit Nachdruck haben
wir immer wieder gefordert, dass es auch eine analoge Alternative
geben muss. Umso bedauerlicher – und auch unverständlich – ist es,
dass auch die neue Geräte-Retter-Prämie ausschließlich über das
Internet funktioniert. Erneut wurde nicht an jene gedacht, die über
keinen Zugang zum Internet verfügen. Denn alles – von der Beantragung
des Bonus bis zur Liste der Partner*innenbetriebe – ist nur online zu
finden. Das muss geändert werden! Denn gerade ältere Menschen oder
sozial Schwächere sind auf jeden Cent angewiesen. Sie dürfen nicht
erneut von dieser Förderung ausgeschlossen werden.“ ****

Dass einige Partner*innenbetriebe angeboten haben, bei der
Beantragung zu helfen ist, so Gerstorfer, „zwar sehr begrüßenswert
und service-orientiert“. Allerdings macht dies – gerade ältere
Personen – zu Bittstellern, die auf die Hilfe und Unterstützung von
anderen angewiesen sind. „Bei der Beantragung des Reparaturbonus
müssen sehr persönliche Daten wie u.a. die Wohnadresse oder auch der
IBAN bekanntgeben werden. Viele ältere Menschen fühlen sich nicht
wohl, wenn sie diese Informationen völlig fremden Personen in
Geschäften oder Werkstätten mitteilen müssen. Und dies auch noch bei
laufendem Betrieb, mit anderen wartenden Kund*innen hinter sich“, so
Gerstorfer.

Gedruckte Formulare und Listen von Partner*innenbetrieben
gefordert

„Immer mehr Pensionist*innen sind im Internet aktiv. Aber gerade
unter den älteren Senior*innen gibt es immer noch eine beträchtliche
Anzahl, die nicht online ist. Sie sind – wenn sie nicht andere um
Hilfe bitten wollen – von der Geräte-Retter-Prämie de facto
ausgeschlossen. Dabei lassen besonders ältere Menschen
überdurchschnittlich häufig Geräte reparieren“, gibt Gerstorfer zu
bedenken. Der PVÖ fordert, dass nun rasch „Offline-Möglichkeiten“
geschaffen werden und schlägt vor, in den Bürgerservice-Stellen von
Gemeinden und allen teilnehmenden Partner*innenbetrieben Papier-
Formulare zur Beantragung der Prämie sowie Listen mit Betrieben in
der Umgebung aufzulegen. „Wir begrüßen den digitalen Fortschritt und
die neuen Möglichkeiten, die er bietet. Und wir begrüßen Maßnahmen
wie die Geräte-Retter-Prämie im Sinne der Nachhaltigkeit und
Ressourcenschonung. Aber es darf nicht zugelassen werden, dass
Menschen, die (noch) nicht online sind, ausgegrenzt werden“, stellt
die PVÖ-Präsidentin abschließend klar.