Innsbruck (OTS) – Anlässlich des Jahreswechsels richtet der WWF
Österreich einen
Naturschutz-Appell mit „26 guten Vorsätzen“ an den Tiroler
Landeshauptmann Anton Mattle. Die Forderungen an die gesamte
Landesregierung reichen von einer Offensive für natürliche
Schutzmaßnahmen über das Eindämmen von Bodenversiegelung und Transit
bis zur Absage von „überholten Großprojekten“ wie dem Kaunertal-
Ausbau. „ Die Landesregierung hat versprochen, die Lebensgrundlagen
der nächsten Generation zu sichern, macht aber in der Praxis häufig
das Gegenteil. Der Schutz des Tiroler Naturerbes wird regelmäßig
durchlöchert und mit teuren Großprojekten konterkariert. Daher
braucht es 2026 endlich neue Ansätze “, sagt Maximilian Frey vom
Tiroler WWF-Büro.
Als einen zentralen Vorsatz sollte sich die Landesregierung eine
„Offensive für natürliche Schutzmaßnahmen“ als Antwort auf die Klima-
und Biodiversitätskrise vornehmen. Demnach sollten etwa öffentliche
Mittel stärker in die Renaturierung von Flüssen, Mooren und Wäldern
fließen, um die Krisensicherheit Tirols und die Lebensqualität zu
erhöhen. Zudem sollte laut WWF der Naturschutzfonds höher dotiert
werden, um mehr Projekte und neue Schutzgebiete wie im bedrohten
Platzertal zu ermöglichen.
In punkto Energiewende fordert der WWF den Stopp des
unwirtschaftlichen Ausbauprojekts Kaunertal und ein Umleiten der
Tiwag-Gelder – unter anderem in das bessere Alternativprojekt
innerhalb der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz sowie in Photovoltaik-
Projekte. „Das Planungsfossil Kaunertal ist unsicher geplant und mit
hohen wirtschaftlichen Risiken verbunden, obwohl es längst bessere
Alternativen gibt. Eine Notbremse ist überfällig“, sagt WWF-Experte
Maximilian Frey unter Verweis auf mehrere Gutachten und über 260
Lücken in den Tiwag-Unterlagen zum gesamten Projekt.
Natur und Lebensqualität im Alpenraum schützen
Aufgrund seiner alpinen Topografie muss Tirol besonders sorgfältig
mit Böden umgehen. Die Landesregierung sollte sich daher eine
„grundlegende Reform“ der Raumordnung vornehmen, um die
Bodenversiegelung einzudämmen: mit einem Vorrang für Innenentwicklung
und den Schutz landwirtschaftlicher Flächen anstatt neuer
Gewerbeparks auf der grünen Wiese. Darüber hinaus appelliert der WWF
für ein Eindämmen des Transitverkehrs über die Alpen, indem Tirol
seine Hausaufgaben erledigt. Die schwarz-rote Landesregierung solle
sich für das Streichen des transitfördernden Dieselprivilegs
einsetzen und den öffentlichen Verkehr stärker ausbauen, anstatt neue
Transitrouten zu schaffen.
Porträt-Fotos sowie alle 26 Forderungen hier .





