Greenpeace-Marktcheck: Nur vier von rund 300 Proteinriegel empfehlenswert

Wien (OTS) – Der Greenpeace-Marktcheck hat das Angebot an
Proteinriegeln in
österreichischen Supermärkten und Drogerien untersucht und kommt zu
einem ernüchternden Ergebnis. Von 293 geprüften Riegeln sind nur vier
empfehlenswert: Sie sind biologisch hergestellt, rein pflanzlich und
haben eine soziale Zertifizierung für fair produzierten Kakao.
Erhältlich sind diese Riegel von “Naturally Pam” und einer von
“Nussy” bei Bipa, Spar und Interspar. Der Großteil der Proteinriegel
enthält hingegen tierisches, stark verarbeitetes Eiweiß mit unklarer
Herkunft. Entsprechend fällt das Gesamturteil aus: Die beste Note im
Marktcheck ist lediglich ein „Befriedigend“ – vergeben an Spar und
Bipa.

Gundi Schachl, Leiterin des Greenpeace-Marktchecks: “Proteine
sind im Trend. Bei Eiweiß nur an Fleisch, Milch und Eier zu denken,
ist überholt. Pflanzliche Proteine wie Hülsenfrüchte, Soja und Nüsse
sind nicht nur Top-Eiweißlieferanten, sie sind auch gesund und gut
für die Umwelt.“ Eine Greenpeace-Studie zeigt: Proteinreich essen und
dabei die Umwelt schonen ist leichter als gedacht. Unter 25
untersuchten eiweißhaltigen Lebensmitteln weist Erbsenprotein die
geringsten Umweltauswirkungen auf, gefolgt von Tofu, Sojamilch und
einigen biologischen Milchprodukten. Die pflanzlichen Eiweißquellen
belasten die Umwelt im Schnitt nur etwa ein Drittel so stark wie
tierische Produkte. Beim Greenpeace-Marktcheck zeigt sich: In über 80
Prozent der Proteinriegel stammt das Hauptprotein aus tierischen
Quellen wie Rind, beispielsweise in Form von Kollagenhydrolysat,
Calcium Caseinat oder Molkenproteinisolat. Bei den meisten Riegeln
ist die Herkunft des tierischen Eiweißes unklar. Nur bei rund 15
Prozent kommt es laut Handelsangaben aus der EU. Vereinzelt wurden
auch Länder wie Argentinien, China und Südkorea genannt.

Bei Riegeln mit tierischem Eiweiß wird vielfach Gentechnik-Futter
eingesetzt. Auch in der EU wird in der konventionellen Tierhaltung
überwiegend importiertes, gentechnisch verändertes Soja verfüttert.
Biologisch hergestellte Lebensmittel sind hingegen garantiert
gentechnikfrei, chemisch-synthetische Spritzmittel wie Glyphosat sind
verboten und in der Tierhaltung gelten wesentlich höhere Standards.
Proteinriegel in Bio-Qualität sind allerdings bei den Lebensmittel-
Diskontern nicht erhältlich und bei Drogerien nur bei Bipa und dm zu
finden. Greenpeace kritisiert zudem, dass etwa die Hälfte der Riegel
Palmöl enthält, dessen Anbau oft wertvolle Urwälder in Ländern wie
Indonesien zerstört. Fast alle Produkte enthalten auch Kakao, aber
nur etwa ein Prozent der Riegel ist Fairtrade-zertifiziert – ein
Siegel, das einen Mindestlohn garantiert und Kinderarbeit verbietet.
“Für einen gesunden und umweltbewussten Protein-Snack zwischendurch
gibt es einiges zu beachten: Rein pflanzliche Proteinriegel in Bio-
Qualität mit Fairtrade-Zeichen sind die beste Wahl. Wer möchte, kann
Protein-Snacks auch einfach selbst machen oder Eiweiß über
Lebensmittel wie Tofu, Linsen und Bohnen aufnehmen” , sagt Schachl.

Den Link zu drei Rezepten für “Protein-Snacks to go” finden Sie
hier:
https://greenpeace.at/ratgeber/protein-rezepte/

Den zusammenfassenden Websiteartikel finden Sie hier:
https://greenpeace.at/marktcheck/proteinriegel-jaen26

Bildmaterial und Audio-O-Töne sowie weiterführende Informationen
finden Sie unter diesem Link: https://act.gp/Proteinriegel
Unter Angabe der Credits © Mitja Kobal / Greenpeace stehen die Fotos
kostenfrei zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung.