Wien (OTS) – Täuschende Verpackungen, fragwürdige
Gesundheitsversprechen und leere
Werbeslogans: Auch heuer sucht foodwatch Österreich den „Werbeschmäh
des Jahres“. Ab sofort können Konsument:innen unter www.werbeschmaeh-
des-jahres.at über die dreistesten Mogelpackungen und Marketingtricks
von fünf Produkten abstimmen und ihren Favoriten wählen. Die Wahl
läuft bis 8. Dezember 2025. Kurz darauf wird der Sieger des
Negativpreises von foodwatch feierlich ausgezeichnet.
„Mit dem Werbeschmäh des Jahres halten wir Unternehmen den
Spiegel vor. Wir zeigen, wo Konsument:innen in die Irre geführt
werden – und fordern ein Ende der manipulativen Werbeversprechen“, so
Indra Kley-Schöneich, Leiterin von foodwatch Österreich.
Die diesjährigen Finalisten zeigen einmal mehr, wie erfinderisch
die Industrie ist, wenn es darum geht, Schein und Sein zu
vertauschen:
· Dolce Gusto Nesquik
Mit der Kapselvariante von Nescafé Dolce Gusto Nesquik verwandelt
Nestlé einfachen Kakao in ein überteuertes Lifestyle-Produkt. Eine
Portion kostet rund 50 Prozent mehr als eine klassisch zubereitete
Tasse Nesquik – und das ohne ernährungsphysiologische Vorteile. Dazu
kommt ein enormes Müllproblem: Jede Tasse hinterlässt eine nicht
recycelbare Kapsel aus Kunststoff-Aluminium-Verbund. Während das
herkömmliche Pulver in Großpackungen erhältlich ist, sorgt die
Kapselversion für unnötige Kosten – und jede Menge Verpackungsabfall.
· GAMERS ONLY Energydrink
Bunte Verpackung, Comic-Helden und knallige Farben: Das
Energydrink-Pulver von GAMERS ONLY in der Teenage Mutant Ninja
Turtles-Edition zielt klar auf Kinder und Jugendliche ab – jene
Gruppe, für die Energydrinks besonders gefährlich sind. Das Produkt
enthält hohe Koffeinkonzentrationen, die Angstzustände,
Schlafprobleme oder Herzrhythmusstörungen auslösen können. Besonders
riskant: Das Pulver wird selbst angerührt – wer zu hoch dosiert,
riskiert schnell eine massive Überdosis und ernste gesundheitliche
Schäden.
· Lotus Biscoff
Der Kult-Keks mit dem karamelligen Geschmack wurde geschrumpft:
Statt 250 Gramm stecken jetzt nur noch 200 Gramm in der Packung – der
Verkaufspreis im Handel ist jedoch gleichgeblieben. Das entspricht
einer Preissteigerung von rund 25 Prozent pro Kilo. Diese versteckte
Preiserhöhung, auch bekannt als Shrinkflation, wird nirgendwo
transparent gekennzeichnet. Konsument:innen zahlen mehr, ohne es zu
merken – ein Paradebeispiel für Irreführung im Supermarktregal.
· Mautner Markhof Sirup+ Immunbooster
„Sirup+ Immunbooster“ klingt nach Stärkung fürs Immunsystem –
tatsächlich besteht das Produkt zu zwei Dritteln aus Zucker. Zwar
sind Vitamin C und Zink zugesetzt, die laut EU-Health-Claims-
Verordnung „zu einer normalen Funktion des Immunsystems beitragen“ –
der Hinweis darauf findet sich aber nur winzig im Kleingedruckten.
Statt die Immunabwehr zu fördern, trägt übermäßiger Zuckerkonsum zu
Übergewicht, Diabetes und Karies bei. Ein Paradebeispiel von
eklatanter Irreführung durch ein Produkt, das sich als gesund tarnt.
· NÖM Pro Cottage Cheese
Mit dem als „High Protein“ beworbenen Cottage Cheese ist NÖM beim
Protein-Lebensmittel-Trend ganz vorne dabei. Ein Blick auf die
Nährwerte zeigt jedoch: Hier wird Standardkäse als Fitness-Wunder
verkauft. Der beworbene Käse enthält teils weniger Eiweiß als andere,
fettreduzierte Eigenmarkenprodukte von Hofer, Lidl oder Spar, die
meist sogar günstiger sind. Wer hier zugreift, bezahlt also vor allem
für das Image – nicht für den Inhalt.
Transparenz statt Täuschung!
Mit dem „Werbeschmäh des Jahres“ will foodwatch Österreich die
gängigsten Mogelpackungen sichtbar machen. Die Aktion findet bereits
zum vierten Mal statt. Zu den Preisträgern gehörten bereits
Getränkehersteller Vöslauer sowie die Bad Ischler Salinen Austria AG.
Plattform für Aufreger-Produkte
Auf der Seite www.das-regt-mich-auf.at können Konsument:innen das
ganze Jahr über Produkte einreichen, über die sie sich besonders
ärgern. Unter allen Nominierungen, die foodwatch darüber oder auf
anderem Weg erreichen, werden die Finalisten für den „Werbeschmäh des
Jahres” bestimmt, aus denen der jeweilige Favorit gewählt werden
kann.
Weiterführende Informationen:
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