Wien (OTS) – Der Forschungsverband der Baustoffindustrie (FBI) zeigt
sich kritisch
gegenüber Plänen des Bundesministeriums für Land- und
Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, den Sanierungsbonus ab
sofort auf den Heizkesseltausch zu fokussieren. Entsprechend der
überraschenden Ankündigungen sind neue Registrierungen und
Förderanträge nur mehr für den Heizkesseltausch möglich. Damit werden
Fenstertausch und thermisch-energetische Sanierung de facto auf 2027
verschoben, obwohl noch nicht alle Fördermittel der
Sanierungsoffensive 2026 abgerufen wurden. Solche kurzfristigen
Eingriffe gehen zu Lasten von Planbarkeit und schaffen Unsicherheit
bei Gebäudeeigentümer*innen und Betrieben, wodurch Investitionen
verhindert werden.
„Die heute verkündete Schwerpunktsetzung der im November
präsentierten Fördermaßnahmen greift zu kurz und verkennt die
zentrale Rolle der thermisch-energetischen Sanierung der
Gebäudehülle. Effizienz bedeutet, zuerst die Gebäudehülle zu sanieren
sowie den Energieverbrauch zu senken und danach den Heizungstausch
umzusetzen. Da im Rahmen der Sanierungsoffensive 2026 noch Mittel
vorhanden sind, dürfen investitions- und sanierungsbereite
Gebäudeeigentümer*innen nicht auf 2027 vertröstet werden“, appelliert
FBI-Vorstandsvorsitzender Mag. Georg Bursik für eine ausgewogene
Mittelverwendung. „ Ohne konsequente Reduktion des Heizwärmebedarfs
bleibt jeder Heizkesseltausch lediglich eine teure
Symptombekämpfung.“
Zwtl.: Förderende bremst dringend notwendige Investitionen
Dämmung, Fenster- und Fassadensanierung sind die
Grundvoraussetzung für nachhaltige CO₂-Reduktion, dauerhaft leistbare
Heizkosten und den effizienten Einsatz moderner Heizsysteme. Deshalb
gilt es zuerst den Heizwärmebedarf dauerhaft zu senken und danach
folgt der Heizungstausch. Dennoch zeigte sich bereits in der letzten
Förderperiode eine massive Schieflage in der Mittelverwendung: Ein
erheblicher Teil der Fördergelder floss in den Heizkesseltausch,
während für ganzheitliche thermische Sanierungen kaum ausreichend
Budget zur Verfügung stand. Die Folge waren Überförderungen mit hohen
Mitnahmeeffekten, ohne den Heizwärmebedarf der Gebäude substanziell
zu senken. Dabei zeigt eine vom FBI beauftragte volkswirtschaftliche
Studie von em. o.Univ.-Prof. Dr. Friedrich Schneider (JKU Linz) klar,
dass gerade thermische Sanierungen besonders hohe
gesamtwirtschaftliche Effekte erzielen: Fördermittel in diesem
Bereich lösen ein Vielfaches an Wertschöpfung im Inland aus, sichern
zehntausende Arbeitsplätze entlang der Bau- und
Baustoffwertschöpfungskette und führen zu höheren Steuer- und
Abgabenrückflüssen, als der Staat an Förderung einsetzt. Diese
Ergebnisse werden durch ein weitere Studie des FBI untermauert. Auch
diese zeigt, dass Investitionen in die thermische Sanierung besonders
hohe Multiplikatoreffekte, stabile regionale Beschäftigung und eine
nachhaltige Stärkung des Wirtschaftsstandorts bewirken – Effekte, die
beim isolierten Heizkesseltausch in dieser Breite nicht erreicht
werden.
Das angekündigte Förderende trifft Eigentümer:innen und Betriebe
gleichermaßen. Als Folge könnten Investitionsentscheidungen
verschoben, Projekte gestoppt und Kapazitäten in der Bau- und
Sanierungswirtschaft unsicher werden. Der FBI fordert daher eine
ausgewogene Mittelverteilung zwischen Heiztechnik und thermischer
Sanierung, eine klare Priorisierung von Maßnahmen mit hoher CO₂- und
Wertschöpfungswirkung, sowie Planungssicherheit und Kontinuität für
Sanierungswillige und Betriebe. „ Effizienz im Sinne des
Klimaschutzes und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit beginnt bei der
Gebäudehülle. Alles andere greift zu kurz “, so das abschließende
Fazit von Georg Bursik.
Über den FBI Forschungsverband der österreichischen
Baustoffindustrie
Der Forschungsverband der österreichischen Baustoffindustrie (FBI
) vereint seit 1989 führende Baustoffhersteller als gemeinsame
Innovations- und Interessensgemeinschaft. Er fördert
interdisziplinären Wissensaustausch und Vernetzung für
ressourcenschonende, effiziente Bauweisen und Gebäude als
zukunftsfitte Wohn- und Arbeitsräume. Mit einem breiten
Bildungsangebot unterstützt der Verband Aus- und Weiterbildung von
Pädagog*innen und Fachkräften – insbesondere in technischen
Bildungsinstitutionen, Hochschulen, der Bauwirtschaft und den
Mitgliedsunternehmen. Mitglieder sind Baumit, BMI, Doka, Domoferm,
Helopal, Internorm, Saint-Gobain, Roto Frank DST, Schiedel und
Wienerberger. www.fbi-forschungsverband.at





