Wien (OTS) – Jeder dritte Euro, der in Österreich für Lebensmittel
ausgegeben
wird, fließt in Aktionsware. Zum Black Friday klärt der Verein Land
schafft Leben über die Kehrseiten von preisbasierten
Kaufentscheidungen auf.
Österreich ist eines der wohlhabendsten Länder – und gleichzeitig
eines jener mit den größten Aktions- und Rabattanteilen im
Lebensmitteleinzelhandel. Über das ganze Jahr hinweg werden
durchschnittlich 30 bis 40 Prozent des Sortiments verbilligt
angeboten. Vor allem Bier, Fleisch und Fertiggerichte kaufen
Konsumentinnen und Konsumenten häufig in Aktion. Dabei verleiten
Rabatte wie „2 + 1 gratis“ dazu, Produkte zu kaufen, die in dieser
Menge womöglich gar nicht benötigt werden. „Wir beschweren uns über
hohe Lebensmittelpreise, gleichzeitig leben wir oft im Überfluss und
werfen vieles unbedacht in den Müll. Mir kommt es so vor, als hätten
wir den Blick auf den tatsächlichen Wert von Fleisch, Milch, Brot und
Co. verloren“ , gibt Maria Fanninger , Gründerin von Land schafft
Leben, zu bedenken.
Zwtl.: Kosten sind zweitwichtigstes Kaufkriterium – aber zu welchem
Preis?
Laut der Eurobarometer-Umfrage 2025 zum Thema
„Lebensmittelsicherheit in der EU“ ist der Preis nach dem Geschmack
für österreichische Konsumentinnen und Konsumenten das
zweitwichtigste Kaufkriterium. Zum Vergleich: Bei der Umfrage 2022
lag der Preis hinter Geschmack und Herkunft noch auf Platz drei. Um
die heimische Produktion zu erhalten, regt Maria Fanninger dazu an,
sich beim Einkauf nicht ausschließlich vom Preis leiten zu lassen:
„Wenn wir immer nur zum billigsten Preis greifen, dann zahlt jemand
anderes drauf: Mensch, Tier oder Umwelt. Soziale Fairness, Tierwohl
und Nachhaltigkeit – das geht sich zu Billigstpreisen einfach nicht
aus. Mit unseren Konsumentscheidungen gestalten wir die
Lebensmittelproduktion von morgen aktiv mit. Denn mit jedem Griff ins
Regal erteilen wir einen Produktionsauftrag und fördern so gewisse
Produktionsweisen. Das sollten wir uns gerade zum Black Friday
bewusst machen.“ In Österreich werden Lebensmittel unter Einhaltung
hoher Standards produziert. Die Auflagen, unter denen beispielsweise
heimische Geflügelbäuerinnen und -bauern arbeiten, gehen in vielen
Bereichen weit über die EU-Standards hinaus. Hühner und Puten haben
mehr Platz als in anderen Ländern, jede Gans hat verpflichtend Zugang
ins Freie. Außerdem verzeichnet die österreichische Geflügelhaltung
einen der weltweit geringsten Medikamenteneinsätze. In der heimischen
Lebensmittelproduktion herrschen auch höchste Sozialstandards, etwa
die gesetzliche Krankenversicherung.
Zwtl.: Lebensmitteleinkauf macht zwölf Prozent der Verbrauchsausgaben
aus
In Österreich fließen durchschnittlich zwölf Prozent der gesamten
Haushaltsausgaben in Ernährung und alkoholfreie Getränke – Ausgaben
in Restaurants und außer Haus ausgenommen. Das ist einer der
niedrigsten Werte in Europa. Den größten Teil der monatlichen
Verbrauchsausgaben machen Wohnen und Energie mit knapp einem Viertel
aus. Für Freizeit, Sport und Hobbys wird etwas mehr ausgegeben als
für Lebensmittel, nämlich 13 Prozent.





