Asbest im Burgenland: Erste Luftmesswerte bestätigen Warnungen von Greenpeace

Wien/Eisenstadt (OTS) – Die heute veröffentlichten Luftmessungen des
Landes Burgenland
bestätigen, wie dringend beim Asbest-Skandal gehandelt werden muss.
Trotz feuchter Witterung wurde eine auffällige Asbestfaserbelastung
der Luft an den meisten überprüften Standorten nachgewiesen. Bei
einer derartigen Witterung wären eigentlich keine messbaren
Asbestfasern erwartbar. In Innenräumen gilt ein Zielwert für die
Asbest-Sanierung von 500 Fasern pro Kubikmeter und dient als
Kontrollmessung – damit liegen ein Teil der Messwerte im Burgenland
bereits jetzt darüber. Dort will man nun das Doppelte als Richtwert
für die Außenluft tolerieren. Wer etwa in der Nähe der belasteten
Stellen seine Fenster öffnet, kann mit dem Lüften Asbest hereinholen
und riskiert deutlich erhöhte Werte in den Innenräumen. Greenpeace
fordert die Burgenländische Landesregierung daher auf, umgehend im
Sinne des Minimierungsgebotes von Umweltgiften mit Sofortmaßnahmen
wie der Entfernung von Asbestmaterial an allen betroffenen Standorten
zu beginnen.

Greenpeace-Experte Stefan Stadler: „Diese Messergebnisse sind ein
klares Warnsignal. Liegen die Werte bereits im Winter so hoch, ist
bei trockenen Bedingungen in der wärmeren Jahreszeit mit signifikant
höheren Werten zu rechnen. Das Land Burgenland und die betroffenen
Gemeinden müssen jetzt – solange es noch kalt und feucht ist –
Maßnahmen ergreifen und potentielle Asbestfaserquellen wie
Streusplitt, Schotter und dergleichen entfernen. Im Sinne des
vorsorgenden Gesundheitsschutzes gilt: lieber zu früh handeln als zu
spät.”

Greenpeace geht davon aus, dass auch in den betroffenen Regionen in
der Steiermark eine ähnliche Asbestbelastung der Luft vorliegt, und
fordert daher auch die Steirische Landesregierung dazu auf, umgehend
mit Maßnahmen zur Reduktion der Asbestbelastung zu beginnen.

Die Umweltschutzorganisation hat an 22 Stellen in Ostösterreich
Proben gezogen. Teilweise wurde in den Labortests eine Belastung der
Proben von mehr als 50 Prozent Asbestanteil festgestellt. Dabei
gelten Bauabfälle bereits mit mehr als 0,1 Prozent Asbestanteil als
gefährlicher Abfall, der unter strengen Sicherheitsauflagen geborgen
und in Asbestdeponien entsorgt werden muss. Die
Umweltschutzorganisation hat eine Übersichtskarte mit den
Asbestfunden in Österreich auf ihrer Webseite veröffentlicht.

Überblickskarte zu Asbestfunden: https://act.gp/Asbestbelastung-
Karte

Factsheet und Laborbericht zu den aktuellen Asbest-Funden in der
Steiermark und dem Nordburgenland: https://act.gp/Factsheet-Asbest-
Stmk-NBgld

Greenpeace-Aktionsplan gegen Asbestgefahren:
https://act.gp/3O6CnYf

Bildmaterial: https://act.gp/Asbest-Fotos-Stmk-NBgld
Unter Angabe der Credits (© Greenpeace) stehen die Fotos kostenfrei
zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung.