Al-Rawi (SPÖ): Wiener Stadtwerke sind Hauptschlagader der kritischen Infrastruktur

Wien (OTS) – Die Wiener Stadtwerke-Unternehmen halten die
Energieversorgung, die
Netzstabilität, die öffentliche Mobilität und somit den größten Teil
der Infrastruktur für die 2-Mio.-Stadt Wien am Laufen. Zugleich
hatten die Wiener Stadtwerke in den letzten Jahren die Folgen
mehrerer großer Krisen zu meistern, wie die Corona-Pandemie, den
Angriffskrieg Russlands in der Ukraine und der daraus resultierenden,
beispiellosen Energiekrise, die im Black Friday mündete, der die
Stadtwerke-Tochter Wien Energie zu einer kompletten Neuaufstellung
des Risikomanagements gezwungen hat. Trotz dieser Belastungen haben
die Wiener Stadtwerke mit ihren Unternehmen eine Reihe an bedeutenden
Großprojekten für Wien auf den Weg gebracht. Der U2xU5 Ausbau ist das
größte Klimaschutz- und Infrastrukturprojekt Wiens, die Wiener Netze
führen mit dem Smart-Meter-Tausch seit 2018 den größten Zählertausch
im deutschsprachigen Raum durch und mit der erstmaligen erfolgreichen
Förderung von Heißwasser bei der Tiefengeothermie Aspern ist nach
jahrelanger Forschung ein Meilenstein in der Energiewende gelungen.

„Großprojekte wie U2xU5, die Smart-Meter-Umstellung oder die
Tiefengeothermie erfordern hochspezialisierte technische, rechtliche
und wirtschaftliche Begleitung. Es wäre grob fahrlässig für derart
gigantische Projekte nicht umfassende Expertise und eine externe
Bewertung einzuholen“, so Omar Al-Rawi, Vorsitzender des Ausschusses
für Stadtentwicklung, Mobilität und Wiener Stadtwerke und nennt auch
andere Beispiele für den Bedarf an externer Begleitung: „Die IFRS-
Umstellung, also die Umstellung zur internationalen Rechnungslegung,
in der Größenordnung der Wiener Stadtwerke ohne externe Expertise ist
schlicht undenkbar – ebenso wie die die vertragliche Ausgestaltung
einer revolvierenden Kreditlinie mit internationalen Großbanken.
Diese Dimensionen darf man nicht außer Acht lassen.“

Der Blick des Stadtrechnungshofes auf die Unternehmen ist
wichtig, um Verbesserungen durchzuführen, muss aber im Kontext
gesehen werden.

„Die Empfehlungen des Stadtrechnungshofs wurden analysiert und
sind bereits in Umsetzung. Ich bin überzeugt davon, dass die Wiener
Stadtwerke diese Aufgabe ernst nehmen. Ich möchte zugleich vehement
betonen, dass wir in einem hochsensiblen Bereich eines Unternehmens
sind, das fast die gesamte kritische Infrastruktur für unsere 2-
Millionen-Stadt verantwortet. Projekte dieser Bedeutung für die
Infrastruktur werden nicht in wenigen Jahren umgesetzt sind, sondern
über Jahrzehnte geplant und auf den Weg gebracht werden. Dazu braucht
es gute Vorbereitung, fachliche Expertise und auch komplexe,
rechtliche Grundlagen. Das sind Dimensionen, die mit anderen
Projekten nicht vergleichbar sind.“, so Al-Rawi.

Details der Wiener Großprojekte auf Weltniveau

Der Öffi-Ausbau U2xU5 ist das größte Klimaschutz- und
Infrastrukturprojekt Wiens und ein wichtiger Impulsgeber der
heimischen (Bau-)Wirtschaft. Mit 12 neuen U-Bahn-Stationen, sechs
neuen Öffi-Knoten und 11 Kilometern zusätzlicher Strecke wird das
Wiener U-Bahn-Netz noch leistungsfähiger und attraktiver. U2xU5
bietet Platz für bis zu 300 Millionen zusätzliche Fahrgäste pro Jahr
und bringt ein jährliches CO₂-Einsparungspotential von bis zu 75.000
Tonnen. Die bauliche Fertigstellung der U5 bis Frankhplatz ist für
2026 und die der U2 bis Matzleinsdorfer Platz für 2030 eingetaktet.

Smart Meter Tausch

Nach Vorgabe der Europäischen Union und des österreichischen
Gesetzgebers müssen alle alten Stromzähler auf neue, elektronische
Stromzähler (Smart Meter) ausgetauscht werden. Im Jahr 2018 starteten
die Wiener Netze den größten Zählertausch im deutschsprachigen Raum
bei rund 1,6 Millionen Haushalten und Unternehmen. Aktuell befinden
sich die Wiener Netze auf den letzten Metern, bevor tatsächlich alle
Haushalte auf Smart Meter umgestellt sind.

Tiefengeothermie Aspern

Es war die wohl heißeste Premiere des Jahres 2025. Nach
jahrelangen Bohrungen konnte erstmals Heißwasser aus 3.000 Metern
Tiefe zu Tage gefördert werden. Das Projekt von OMV und Wien Energie
ist ein Meilenstein in der Energiewende für eine regionale und
unabhängige Wärmeversorgung. Bis 2040 werden mit der Tiefengeothermie
-Anlage in Aspern im Vollausbau bis zu 200.000 Wiener Haushalte
versorgt werden.

Meilenstein ImWind-Kauf

Wien Energie hat im November Ökostrompionier ImWind erworben und
damit einen massiven Befreiungsschlag von der Gas-Abhängigkeit
gesetzt. Das gesamte Ökostrom-Portfolio von Wien Energie und ImWind
beträgt damit 526 PV-Anlagen, 26 Wasserkraftwerke und 145
Windkraftanlagen mit enormem Entwicklungs- und Ausbaupotential. Mit
diesem Leistungsvolumen können bis 2030 alle Wiener Haushalte mit
Ökostrom und bis 2040 der gesamte Verkehrssektor, also jede Bim,
jeder Elektrobus, jede U-Bahn und jedes E-Auto mit erneuerbarem Strom
versorgt werden.