Wien (OTS) – „Wer bei der Erhaltung spart, spart nicht. Er verschiebt
die
Rechnung, und zwar mit Zinsen“, kritisiert Gemeinderat Michael
Gorlitzer die Aussetzung des Altstadterhaltungsfonds durch die SPÖ-
Neos-Stadtregierung. Seit 1972 hat der Fonds mehr als 4.600
Restaurierungen mit rund 255 Millionen Euro ermöglicht. Im Juli wurde
er aus Budgetgründen auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.
Wie teuer Aufschieben wird, zeigt die SPÖ-Neos-Stadtregierung an
ihren eigenen Gebäuden. Bei der Hermesvilla wurde rund zehn Jahre
lang zugesehen, bis eine Notabsperrung samt Sicherheitsgerüst nötig
wurde. Erst danach wurde mit der Sanierung begonnen. Die Folgen sind
spürbar: Der Gastronom verzeichnete allein 2025 vierzehn
Veranstaltungsabsagen.
Besonders hart trifft die Aussetzung private Eigentümerinnen und
Eigentümer, Pfarren und Hausgemeinschaften, denn der Fonds deckt die
Mehrkosten denkmalgerechter Sanierungen. Fällt er weg, wird billig
oder gar nicht saniert. Damit stehen das Stadtbild, das UNESCO-
Welterbe und das Know-how spezialisierter Handwerksbetriebe auf dem
Spiel.
„Niemand bestreitet, dass die Budgetlage ernst ist. Aber es ist
keine verantwortungsvolle Konsolidierung, ausgerechnet dort zu
kürzen, wo jeder nicht ausgegebene Euro morgen ein Vielfaches kostet.
Wir brauchen eine Schlanke Stadt, die bei sich selbst spart, und
nicht eine Stadt, die ihr Erbe verfallen lässt“, so Gorlitzer.
Die Wiener Volkspartei fordert daher, den Fonds im Budget 2027
wieder zu dotieren, die Sanierung der Hermesvilla zügig abzuschließen
und den Sanierungsbedarf aller stadteigenen denkmalgeschützten
Gebäude zu erheben. „Erhalten ist günstiger als Wiederaufbauen“, so
Gorlitzer abschließend.