Wien (OTS) – Der heutige Auftakt der Kollektivvertragsverhandlungen
für die über
90.000 Beschäftigten der IT-Branche ging nach vier Stunden
ergebnislos zu Ende. Die Gewerkschaft GPA fordert eine Erhöhung der
Mindestgehälter, der IST-Gehaltssumme, sowie der Lehrlingseinkommen
um 3,9 Prozent. Seitens der Arbeitgeber wurde ein Angebot von 1,2%
für die Erhöhung der IST-Gehaltssumme und 2% für die Mindestgehälter
vorgelegt.
Für die Gewerkschaft GPA bildet das heutige Angebot der
Arbeitgeber den wirtschaftlichen Erfolg der Branche nicht ab. „Die IT
-Branche entwickelt sich seit Jahren besser als die Gesamtwirtschaft.
Wenn Umsätze und Wertschöpfung steigen, dann dürfen die Einkommen der
Beschäftigten nicht gleichzeitig sinken“, betont Birgit Patzak-
Windisch, Verhandlungsleiterin der Gewerkschaft GPA.
Laut aktuellen Zahlen erzielte die Informationstechnologie 2025
Umsätze von 44,31 Milliarden Euro – ein Plus von 7,5 Prozent
gegenüber dem Vorjahr. Auch die Bruttowertschöpfung und die
Exporterlöse der IT-Branche sind weiter gewachsen. „Die Zahlen zeigen
schwarz auf weiß, dass die Branche wirtschaftlich in der Lage ist die
Kaufkraft der Beschäftigten zu stärken“, führt die Gewerkschafterin
weiter aus.
„Wir fordern ein verbessertes Angebot, dass sich an der
faktischen Qualität der Arbeit der Beschäftigten und der
wirtschaftlichen Stärker der Branche orientiert. Denn wer hohe
Kompetenz erwartet, muss gute Arbeit auch fair bezahlen und
verlässliche Arbeitsbedingungen gewährleisten“, appelliert Patzak-
Windisch.
Neben einer Erhöhung der Mindestgehälter, der IST-Gehaltssumme
sowie der Lehrlingseinkommen und Zulagen um 3,9 Prozent fordert die
Gewerkschaft Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen, etwa durch
ein Recht auf Stundenerhöhung bei regelmäßiger Mehrarbeit sowie
bezahlt freie Tage am 24. und 31. Dezember.
Zudem brauche es eine Weiterentwicklung des IST-Erhöhungsmodells
im Kollektivvertrag: „Die Ausnahmemöglichkeiten führen in der Praxis
dazu, dass Kolleg:innen zwar maßgeblich zum Unternehmenserfolg
beitragen, aber bei der Gehaltserhöhung nicht entsprechend beteiligt
werden“, schildert Pazak-Windisch die Folgen.
„Jetzt liegt es an den Arbeitgebern, die Verhandlungen für einen
Abschluss zu nutzen, der die Beschäftigten am Erfolg beteiligt und
die Attraktivität der Branche stärkt. Davon sind wir aktuell nämlich
noch weit entfernt“, so die Gewerkschafterin abschließend.
Die nächste Verhandlungsrunde findet am 5. November statt.