Wien (OTS) – Die österreichische Industrie begrüßt die Tatsache, dass
die
Europäische Union das Freihandelsabkommen zwischen den Mercosur-
Staaten und der EU vorläufig anwenden will. Das hat EU-
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen heute, Freitag, publik
gemacht. Für Sigi Menz, Obmann der Bundessparte Industrie der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), ist das ein „Etappensieg der
Vernunft und eine klare Absage an den zunehmenden Protektionismus.
Denn eine Abschottungspolitik im Handel schadet einer
exportorientierten Wirtschaft wie Österreich besonders.
Handelsabkommen sind daher umso wichtiger.“
Abkommen schafft Wachstumschancen für zahlreiche
Industriebranchen
Das Mercosur-Abkommen zwischen der Europäischen Union und den
vier lateinamerikanischen Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay
und Uruguay schafft Wachstumschancen für zahlreiche
Industriebranchen. „Die wirtschaftlichen Vorteile durch den Abbau von
Handelshemmnissen, eine bessere Rohstoffversorgung und
diversifizierte Lieferketten werden oft unterschätzt. Die Risiken
hingegen sind geringer als dargestellt“, ist Menz überzeugt. Ebenso
positiv hervorzuheben ist, dass für sensible Sektoren wie die
Landwirtschaft Schutzmechanismen vorgesehen sind.
Besserer Zugang zu Rohstoffen, die die nachhaltige Transformation
sichern
„Mercosur stellt unter anderem deshalb eine große Chance für die
exportorientierte österreichische Industrie dar, weil es nicht nur
einen größeren Absatzmarkt bedeutet. Der Wirtschaftsraum bildet auch
die Basis für langfristige Rohstoffpartnerschaften, was einen
besseren Zugang zu wichtigen Rohstoffen wie Lithium, Kupfer oder Niob
bedeutet. Mit Blick auf die Klimaziele ist das von wesentlicher
Bedeutung“, ruft Bundesspartenobmann Menz in Erinnerung. „Besonders
wichtig: Die EU ist die erste große integrierte Wirtschaftsregion mit
einem umfassenden Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten. Das ist
ein großer Wettbewerbsvorteil gegenüber unseren Mitbewerbern. Gerade
in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist das ein wichtiges und
notwendiges Signal für mehr Wachstum und Arbeitsplätze.“
Binnenmarkt und Weltmarkt zusammendenken
„Die Europäische Union kann nur dann eine wirtschaftlich
gesicherte Zukunft haben, wenn es gelingt, Binnen- und Weltmarkt
zusammenzudenken und die EU auf zwei Beinen steht: einem starken,
effizienten Binnenmarkt und einer gesicherten, wettbewerbsfähigen
Position auf dem Weltmarkt“, so Sigi Menz, der Vertreter von
Österreichs Industrie. (PWK072/JHR)





