Wien (OTS) – Mit 2. März startet die Anmeldephase für die
Aufnahmeverfahren zum
Medizinstudium 2026. Insgesamt stehen im kommenden Studienjahr 1.950
Studienplätze in Human- und Zahnmedizin zur Verfügung, um 50 mehr als
im Vorjahr. Die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) sieht
die Erhöhung als Schritt in die richtige Richtung, jedoch bleibt das
Platzangebot hinter dem tatsächlichen Bedarf. „Auch 50 Studienplätze
mehr reichen nicht aus, wenn weiterhin tausende Bewerber_innen
abgewiesen werden müssen“, so Selina Wienerroither aus dem ÖH-
Vorsitz. „Wer sich teure Vorbereitungskurse leisten kann, hat
deutlich bessere Chancen auf einen Platz als jene, die sich alleine
durchschlagen müssen. Damit entscheiden finanzielle und zeitliche
Ressourcen weiterhin über den Zugang zum Medizinstudium“, führt
Wienerroither weiter aus.
Der MedAT fungiert weiterhin als harte Zugangshürde, die soziale
Ungleichheiten verstärkt. Wer neben dem Studium einer
Erwerbstätigkeit nachgeht, Care-Arbeit leisten muss oder aus nicht-
akademischen Haushalten kommt, wird systematisch benachteiligt. „Der
MedAT ist kein neutraler Leistungstest, sondern ein sozialer Filter.
Bildung darf nicht davon abhängen, wie viel Geld oder Zeit jemand in
Vorbereitung investieren kann“, kritisiert Viktoria Kudrna aus dem ÖH
-Vorsitz.
Gesundheit dürfe nicht dem Sparzwang untergeordnet werden und
Bildung nicht zur Ware werden, wie Umut Ovat aus dem Vorsitzteam
abschließend betont: „Die ÖH steht klar für einen freien und offenen
Hochschulzugang in allen Studienrichtungen. Wir werden uns weiterhin
konsequent gegen selektive Zugangsbeschränkungen und
Aufnahmeverfahren einsetzen und uns gegenüber der Bundesregierung
klar für deren Abschaffung starkmachen.“
Die ÖH fordert einen deutlichen Ausbau der Studienplätze, eine
kritische Evaluierung des MedAT sowie eine Gesundheitspolitik, die
nicht auf Selektion, sondern auf Versorgungssicherheit und soziale
Gerechtigkeit setzt.





