Burgenland setzt auf Energiesicherheit: Seit 1.1.2025 garantiert Burgenland Energie 10 Cent/kWh für 20 Jahre; Gaspreise werden ab 01.04.2026 um rund 20 Prozent gesenkt. (Stand: 2026-01-28)
Burgenland stärkt Energieunabhängigkeit mit Fixpreisen
Eisenstadt, 28. Jänner 2026 – Die Burgenland Energie AG baut ihr Angebot für Haushalte und Unternehmen im Burgenland weiter aus. Bereits seit dem 1. Jänner 2025 bietet das Landesunternehmen gemeinsam mit dem Fanclub Burgenland Energieunabhängig (FCBE) einen Strompreis von 10 Cent pro Kilowattstunde (kWh) garantiert auf 20 Jahre an. Ergänzend zum Unabhängig-Tarif können regionale Energiegemeinschaften Netzkosten, Elektrizitäts-Abgabe und Erneuerbare-Abgabe reduzieren, wodurch der Strompreis unter 10 Cent/kWh rutschen kann. Gleichzeitig senkt das Unternehmen den Gaspreis ab 1. April 2026 um rund 20 Prozent und gibt an, dass ein typischer burgenländischer Haushalt damit etwa 180 Euro jährlich beim Heizen sparen kann. Diese Maßnahmen zielen auf Preisstabilität, Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung im Burgenland. Quelle: Burgenland Energie / OTS (https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260128_OTS0003/energiesicherheit-und-unabhaengigkeit-fuer-alle-haushalte-und-unternehmen-im-burgenland-gilt-weiter).
Was bedeutet das konkret?
Für viele Haushalte und kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Burgenland bedeutet das Modell planbare Energiekosten über Jahrzehnte. Die Kombination aus eigenen Wind- und Photovoltaik(PV)-Anlagen, regionalen Energiegemeinschaften und einem All-Inclusive-Unternehmensstrompreis namens „Unabhängig“ soll Marktpreis- und Netzentgelt-Risiken reduzieren. Die Burgenland Energie betont in der Presseaussendung, sie erreiche damit rund 75 Prozent Energieunabhängigkeit von internationalen Strombörsen und bietet 20 Jahre Preissicherheit für Wind- und PV-Strom über den Fanclub.
Fachbegriffe verständlich erklärt
kWh (Kilowattstunde)
Die Kilowattstunde (kWh) ist die gebräuchliche Einheit zur Messung von elektrischer Energie. Eine kWh entspricht der Energiemenge, die eine Leistung von 1.000 Watt in einer Stunde verbraucht. Für Laien: Wenn ein Elektrogerät mit 1.000 Watt eine Stunde läuft, verbraucht es eine Kilowattstunde. Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, Kühlschränke oder Heizungspumpen werden in kWh abgerechnet. Die Angabe 10 Cent/kWh bedeutet also, dass pro verbrauchter Kilowattstunde Strom 0,10 Euro berechnet werden. Diese Einheit ist zentral für Vergleiche von Tarifen und für Kalkulationen bei Einsparungen und Effizienzmaßnahmen.
PPA (Power Purchase Agreement, Strombezugsvertrag)
Ein PPA ist ein langfristiger Stromliefervertrag zwischen Erzeuger und Abnehmer, meist über Jahre hinweg. Unternehmen sichern sich damit zu fixen Konditionen Strom aus bestimmten Anlagen, etwa Wind- oder PV-Parks. Für Laien: Ein PPA funktioniert ähnlich wie ein Mietvertrag für Strom – ein Unternehmen zahlt über lange Zeit einen vereinbarten Preis und erhält dafür die produzierte Energie oder deren finanziellen Gegenwert. PPAs ermöglichen Planungssicherheit, unterstützen den Ausbau erneuerbarer Energien und sind oft Grundlage für günstigere, stabile Preise gegenüber volatilen Spotmarktpreisen.
Netzentgelt / Netzkosten
Netzentgelte sind die Gebühren für den Transport und die Verteilung von Strom über das Stromnetz. Sie werden von Netzbetreibern erhoben und sind ein Bestandteil des Endkundenpreises. Für Laien: Wenn Strom vom Kraftwerk zur Steckdose kommt, fallen Kosten für Leitungen, Wartung und Ausbau an – das sind Netzentgelte. Sie sind reguliert und können regional unterschiedlich hoch sein. Die Burgenland-Lösung zielt darauf ab, durch Energiegemeinschaften und direkte Leitungen Netzkosten zu reduzieren, sodass der Endpreis für Nutzer sinkt.
Energiegemeinschaft
Energiegemeinschaften sind Zusammenschlüsse von Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen oder Gemeinden, die gemeinsam erneuerbare Energie produzieren, teilen und wirtschaftlich verwalten. Für Laien: Mehrere Haushalte oder Betriebe legen zusammen eine Photovoltaik-Anlage, teilen den erzeugten Strom und verteilen Kosten und Nutzen. Solche Gemeinschaften können Netzkosten und Abgaben reduzieren, lokale Wertschöpfung steigern und die Akzeptanz für erneuerbare Projekte erhöhen.
Photovoltaik (PV)
Photovoltaik bezeichnet die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie mittels Solarzellen. Für Laien: PV-Anlagen sind die bekannten Solarpanels auf Dächern oder Freiflächen, die Strom erzeugen, wenn die Sonne scheint. Sie liefern tagsüber sauberen Strom, helfen bei der Reduktion von CO2-Emissionen und können das Stromnetz entlasten. In Kombination mit Speichertechniken kann PV auch für Versorgungssicherheit sorgen, wenn Überschüsse zwischengespeichert werden.
Windenergie
Windenergie wird durch Windkraftanlagen in elektrische Energie umgewandelt. Für Laien: Windräder drehen sich durch Wind und treiben Generatoren an, die Strom produzieren. Wind ist eine wichtige erneuerbare Ressource, besonders in Regionen mit guten Windverhältnissen wie Teilen des Burgenlands. In Kombination mit PV sichern Windparks Erzeugung zu unterschiedlichen Tageszeiten und Jahreszeiten.
Historischer Kontext der Energiepolitik im Burgenland
Das Burgenland hat sich in den letzten Jahrzehnten schrittweise zu einer Region mit starkem Fokus auf erneuerbare Energien entwickelt. Historisch begann der Ausbau erneuerbarer Energien in Österreich in den 1990er-Jahren mit ersten Förderprogrammen für Biomasse und kleine Wasserkraft. In den 2000ern gewannen Wind- und PV-Projekte an Bedeutung. Das Burgenland setzte früh auf Windparks und förderte lokale Initiativen. In den 2010er- und 2020er-Jahren beschleunigte sich der Zubau durch sinkende Kosten für Wind- und PV-Technik, staatliche Förderschemata und EU-Klimaziele. Vor dem Hintergrund volatiler Großmarktpreise und geopolitischer Krisen (etwa Lieferengpässe bei Gas und Strompreisschwankungen) hat das Burgenland nun ein Modell entwickelt, das Eigentum an Erzeugungsanlagen, regionale Energiegemeinschaften und langfristige Preisgarantien kombiniert. Die Presseaussendung der Burgenland Energie aus dem Jänner 2026 stellt diesen Weg als Fortsetzung dieser regionalen Entwicklung dar: feste 10 Cent/kWh seit 1.1.2025 über 20 Jahre sowie die angekündigte Gaspreissenkung ab 1.4.2026 sind Teile dieser Strategie.
Vergleich: Burgenland, andere Bundesländer, Deutschland und Schweiz
Regionale Konzepte wie im Burgenland unterscheiden sich in Österreich deutlich nach Bundesland. Einige Bundesländer setzen stärker auf dezentralisierte Energiegemeinschaften und Landesversorgermodelle, andere auf liberalisierte Marktstrukturen mit vielen Wettbewerbern. Im Burgenland ist die Kombination aus Landesenergieversorger und Fanclub/Regionalgemeinschaft besonders ausgeprägt. Im Vergleich zu größeren deutschen Bundesländern ist die Struktur tendenziell stärker regionalisiert; Deutschland wiederum fördert ebenfalls PPAs und Kommunalprojekte, hat aber wegen seiner Größe heterogenere Preisstrukturen und Netzbelastungen. Die Schweiz hat ein eigenes Energiemarktmodell mit starker Dezentralisierung und Versorgungssicherheit durch Kombination von Wasserkraft, neuen erneuerbaren Quellen und Speichern. Insgesamt gilt: Das Burgenland verfolgt ein eher regional geführtes Modell mit 20-jährigen Preisgarantien, während in Deutschland und der Schweiz häufig andere Mischformen mit stärkerem Wettbewerb und unterschiedlichen Förderinstrumenten vorkommen. Diese Vergleiche helfen zu verstehen, wie stark regionale Politiken Preisstabilität und Unabhängigkeit beeinflussen können.
Bürger-Impact: Konkrete Auswirkungen und Beispiele
Die Presseaussendung benennt konkrete Einsparungen: Ein typischer burgenländischer Haushalt spart laut Burgenland Energie mit dem Fanclub und dem Unabhängig-Tarif rund 20 Prozent beziehungsweise etwa 220 Euro pro Jahr bei Strom. Für Gas werden rund 20 Prozent Preisreduktion genannt, mit Einsparungen von etwa 180 Euro pro Jahr beim Heizen. Konkrete Beispiele für Bürgerinnen und Bürger:
- Familie Mayer in einem Einfamilienhaus mit einem durchschnittlichen Jahresstromverbrauch: Durch den Wechsel in den Fanclub plus Unabhängig-Tarif sinken die jährlichen Stromkosten um rund 220 Euro. In Kombination mit einer lokalen Energiegemeinschaft verringern sich zusätzlich Netzkosten und Abgaben.
- Kleinbetrieb Bäckerei Schmidt: Als KMU profitiert der Betrieb von planbaren Stromkosten für Backöfen und Kühlung, wodurch Budgetplanung verlässlicher wird. Bei hoher regionaler PV-Einspeisung kann der Betrieb in Spitzenzeiten günstigen eigenen Strom nutzen.
- Industriebetrieb Müller (im Umkreis von 15 km): Durch ein mögliches Direktleitungsmodell besteht die Option, die Anlage direkt an Wind- und PV-Parks anzubinden und damit langfristig niedrigere All-Inclusive-Energiepreise abzusichern.
Diese Fallbeispiele zeigen: Preisgarantien reduzieren das Risiko plötzlicher Kostenanstiege für Haushalte und Betriebe. Besonders für einkommensschwächere Haushalte kann planbare Energie eine soziale Entlastung bedeuten. Gleichzeitig bietet die Kombination mit Energiegemeinschaften soziale Teilhabe an lokalen Energieprojekten.
Zahlen, Fakten und Analyse
Direkt aus der Presseaussendung: 10 Cent/kWh (netto) garantiert auf 20 Jahre über den Fanclub; rund 75 Prozent Energieunabhängigkeit von internationalen Strombörsen durch Ausbau von Wind- und PV-Anlagen; Netzkostenreduktion um etwa 28 Prozent durch regionale Energiegemeinschaften; Gaspreissenkung ab 01.04.2026 um rund 20 Prozent auf unter 5 Cent/kWh (Preisgarantie für 1 Jahr genannt); Einsparung pro Haushalt: ca. 220 Euro Strom, ca. 180 Euro Gas jährlich. Analyse: Die 10 Cent/kWh als Netto-Preis deuten darauf hin, dass noch Abgaben und Netzentgelte relevant sind, sodass die Kombination mit Energiegemeinschaften entscheidend ist, um unter 10 Cent/kWh zu kommen. Die Angabe „75 Prozent Energieunabhängigkeit“ beschreibt den Anteil der Erzeugung, der durch eigene Anlagen gedeckt werden kann; die verbleibenden 25 Prozent würden über Reststromlieferungen und Marktbezug abgesichert. Die 20-Jahres-Garantie vermindert Marktrisiken, hat jedoch Auswirkungen auf die Finanzplanung der Erzeuger und erfordert eine stabile Ertragskalkulation der Anlagenbetreiber. Die Senkung des Gaspreises auf unter 5 Cent/kWh ist in der Presseaussendung als kurzfristige Entlastung mit einjähriger Garantiedauer dargestellt; langfristige Stabilität hängt von weiteren Beschaffungsentscheidungen und internationalen Entwicklungen ab.
Zukunftsperspektive: Chancen und Herausforderungen
Ausblick (mindestens 150 Wörter): Das burgenländische Modell bietet mehrere Chancen: stabile Preise für Haushalte und Unternehmen, stärkere regionale Wertschöpfung, höherer Anteil erneuerbarer Erzeugung und eine bessere Planbarkeit für Investitionen. Die Möglichkeit, Unternehmen durch Direktleitungen innerhalb eines Radius von 15 km anzubinden, kann Industrieansiedlungen begünstigen und die regionale Wettbewerbsfähigkeit stärken. Herausforderungen bestehen in der langfristigen Finanzierung der Anlagen, der Integration von Speicherkapazitäten für volatile Erzeugung (Wind und PV) sowie in der Koordination mit bundesweiten und europäischen Regulierungen zu Netzentgelten und Abgaben. Politisch relevant ist, wie andere Bundesländer und der Bund auf solche regionalen Modelle reagieren: Anpassungen bei Netzentgeltregelungen könnten die Attraktivität regionaler Angebote verändern. Technisch entscheidend ist der weitere Ausbau von Speichern und intelligenter Netzinfrastruktur, um Schwankungen auszugleichen. Insgesamt bietet das Modell eine realistische Perspektive auf mehr lokale Kontrolle über Energiepreise, sollte aber durch Begleitmaßnahmen wie Förderprogramme für Speicher, rechtssichere Rahmenbedingungen für Energiegemeinschaften und transparente Informationsangebote ergänzt werden.
Quellen und weiterführende Informationen
Diese Darstellung stützt sich auf die Presseaussendung der Burgenland Energie (OTS) vom 28. Jänner 2026: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260128_OTS0003/energiesicherheit-und-unabhaengigkeit-fuer-alle-haushalte-und-unternehmen-im-burgenland-gilt-weiter. Weitere rechtliche und regulatorische Details zu Energiegemeinschaften und Netzentgelten sind bei der Bundesnetzagentur bzw. den zuständigen österreichischen Behörden einsehbar. Für praktische Informationen zur Teilnahme am Fanclub und zu Energiegemeinschaften empfiehlt sich die direkte Kontaktaufnahme mit Burgenland Energie oder der BE Vertrieb GmbH.
Fazit
Das Burgenland setzt auf ein regional geprägtes Modell der Energiesicherheit: 10 Cent/kWh über 20 Jahre, ergänzende Einsparungen durch Energiegemeinschaften und eine kurzfristige Gaspreissenkung schaffen planbare Konditionen für Haushalte und Unternehmen. Die Maßnahme ist ein konkreter Beitrag zur Energieunabhängigkeit, lässt aber Fragen zur langfristigen Netzentgeltentwicklung und zur technischen Integration offener. Bleiben Sie informiert und prüfen Sie, ob ein Wechsel in den Fanclub oder die Teilnahme an einer Energiegemeinschaft für Ihre Haushalts- oder Unternehmenskosten sinnvoll ist. Weitere Details finden Sie in der Original-Presseaussendung der Burgenland Energie (siehe Quellenangabe oben).
Wollen Sie wissen, ob sich ein Tarifwechsel für Ihre konkrete Situation rechnet? Prüfen Sie Verbrauchsdaten und informieren Sie sich bei der Burgenland Energie vor Ort.






