Ab 23.01.2026 kündigt die EVN im Netz NÖ einen neuen Stromtarif mit durchschnittlich rund 10 Cent netto pro kWh an – inklusive Rabatt im Sommer-Sonnenfenster. Für Haushaltskundinnen und Haushaltskunden in Niederösterreich ist das eine relevante Option, denn wer Verbräuche in die Mittagsstunden verschiebt, kann laut Anbieter zusätzlich sparen. Was bedeutet dieser EVN Tarif 10 Cent konkret, wie funktioniert das Sonnenfenster zwischen 10:00 und 16:00 Uhr, und welche Auswirkungen hat das in der Praxis? Wir ordnen das Angebot sachlich ein, erklären Fachbegriffe verständlich und zeigen, wie sich der neue Stromtarif auf die Stromkosten in Österreich auswirken kann – mit Beispielen, Hintergrund und Ausblick.
EVN Tarif 10 Cent: Details und Einordnung
Laut Quelle (EVN AG, OTS) bietet die EVN KG ab 1. April 2026 im Netzgebiet der Netz NÖ einen neuen, für Bestands- und Neukundinnen sowie -kunden verfügbaren EVN Tarif 10 Cent an. Der beworbene Durchschnittswert von rund 10 Cent netto pro Kilowattstunde bezieht sich auf den reinen Energiearbeitspreis und wird durch einen zusätzlichen Rabatt im definierten Sommer-Sonnenfenster zwischen 10:00 und 16:00 Uhr ergänzt. EVN nennt vier Bausteine, die dieses Angebot möglich machen: der abgeschlossene flächendeckende Smart-Meter-Rollout mit 15-Minuten-Werten, ein günstiger Sonnenfenster-Arbeitspreis seit Jahresbeginn, neue IT-Systeme mit hoher Automatisierung sowie kundenfreundliche Regelungen im neuen Strommarktgesetz. Im OTS-Text betont EVN-Geschäftsführer Herwig Hauenschild, dass bewusste Lastverschiebung im Sommer doppelt spare, und EVN-Vorstand Stefan Stallinger verweist auf Rekordinvestitionen und neue Rahmenbedingungen als Grundlage.
Fachbegriffe verständlich erklärt
Arbeitspreis: Der Arbeitspreis ist der Teil des Strompreises, der pro verbrauchter Energiemenge (kWh) abgerechnet wird. Er unterscheidet sich vom Grundpreis, der als fixe Pauschale unabhängig vom Verbrauch zu zahlen ist. Beim Arbeitspreis spiegeln sich Beschaffungskosten, Vertrieb und Preisgestaltung des Energielieferanten wider. Netzgebühren, staatliche Abgaben und Steuern kommen separat hinzu und sind nicht Teil des reinen Energiearbeitspreises. Wenn ein Tarif einen Arbeitspreis von rund 10 Cent netto je kWh nennt, bezieht sich das ausschließlich auf die gelieferte Energie, nicht auf das gesamte Strompreis-Paket.
Smart Meter: Smart Meter sind digitale Stromzähler, die den Verbrauch in kurzen Intervallen – hier mit 15-Minuten-Werten – erfassen und für Abrechnung sowie Auswertung bereitstellen. Für Haushalte bedeutet das mehr Transparenz über Lastspitzen und Tagesprofile. Für den Anbieter eröffnen Smart Meter die Möglichkeit zeitvariabler Tarife, weil Verbräuche präzise einem Zeitfenster zugeordnet und rabattiert werden können. Wichtig ist: Die auslesbaren Daten unterliegen in Österreich Datenschutzregeln, und Kundinnen und Kunden erhalten in der Regel Zugriff auf ihre eigenen Messwerte, um Verbrauchsmuster zu erkennen und gezielt zu optimieren.
Sonnenfenster: Das Sonnenfenster beschreibt einen festgelegten Zeitraum, in dem Strom besonders günstig angeboten wird – hier im Sommer zwischen 10:00 und 16:00 Uhr. Hintergrund ist, dass in diesen Stunden viel Photovoltaik-Strom ins Netz eingespeist wird und die Großhandelspreise häufig niedriger sind. Ein Rabatt in diesem Fenster belohnt es, wenn Waschmaschine, Geschirrspüler, Warmwasserbereitung oder E-Auto-Ladung in die Mittagszeit verlagert werden. Das Sonnenfenster ist somit ein Preissignal: Wer seinen Alltag darauf abstimmt, kann die Kosten senken und gleichzeitig das Netz entlasten.
Lastverschiebung (Demand Shifting): Lastverschiebung bedeutet, Stromverbrauch von Zeiten hoher Netz- oder Preisspitzen in günstigere Phasen zu verlagern. Im Haushalt gelingt das etwa, indem Wärmepumpen-Boiler tagsüber laden, E-Autos in der Mittagszeit laden oder Wäsche tagsüber gewaschen wird. Für Laien wichtig: Lastverschiebung verändert nicht den Jahresverbrauch an sich, sondern den Zeitpunkt, wann Strom bezogen wird. Weil zeitvariable Tarife in manchen Zeitfenstern günstiger sind, sinken dadurch die jährlichen Stromkosten. Gleichzeitig stabilisiert Lastverschiebung das Netz, weil Spitzen reduziert werden.
Zeitvariable Tarife: Zeitvariable Tarife setzen unterschiedliche Preise für verschiedene Tages- oder Saisonfenster. Sie sind eine Weiterentwicklung klassischer Einheitsarbeitspreise. Mit Smart Metern können Anbieter den tatsächlichen Verbrauch je Viertelstunde messen und bepreisen. Für Konsumentinnen und Konsumenten ist das Chance und Aufgabe zugleich: Wer flexibel ist und Geräte programmieren kann, profitiert. Wer überwiegend abends zu Spitzenzeiten verbraucht, spürt die Rabatte weniger. Transparente Kommunikation, klare Tarifbedingungen und leicht verständliche Abrechnungen sind bei zeitvariablen Tarifen besonders wichtig.
Netz NÖ: Das Netz NÖ ist das Netzgebiet der Netz Niederösterreich GmbH, dem Verteilnetzbetreiber für weite Teile Niederösterreichs. Verteilnetze transportieren Strom vom übergeordneten Netz zu den Endkundinnen und Endkunden. Der Netzbetreiber ist unabhängig vom Energielieferanten, setzt Zähler, sorgt für Netzstabilität und verrechnet Netzentgelte. Ein EVN Tarif 10 Cent bezieht sich auf die Energiebelieferung im Netzgebiet, während Netzentgelte und gesetzliche Abgaben separat ausgewiesen werden. Wer umzieht oder den Lieferanten wechselt, bleibt an das örtliche Verteilnetz gebunden.
Zahlen und Fakten: Was bedeutet der EVN Tarif 10 Cent?
Die EVN nennt einen durchschnittlichen Energiearbeitspreis von rund 10 Cent netto pro kWh ab 1. April 2026. Zusätzlich wird ein Sommer-Rabatt im Sonnenfenster 10:00–16:00 Uhr gewährt. Laut Quelle spart ein EVN-Durchschnittshaushalt mit 3.500 kWh/Jahr gegenüber dem April-2025-Tarif rund 190 Euro pro Jahr bzw. etwa 15,5 %. Diese Prozentangabe bezieht sich auf die Vergleichsbasis der EVN und umfasst typischerweise mehr als nur den reinen Arbeitspreis. Wichtig ist daher die Unterscheidung: Der beworbene 10-Cent-Wert ist netto und betrifft ausschließlich die Energiekomponente; Netzentgelte, Abgaben und Steuern kommen hinzu.
Eine vereinfachte Beispielrechnung für die Energiekomponente (ohne Netzentgelte, Abgaben, Steuern):
- Jahresverbrauch 3.500 kWh × 0,10 Euro/kWh = 350 Euro netto für Energie.
- Wenn im Sommer täglich 3 kWh in das Sonnenfenster verschoben werden (z. B. Waschen, Spülen, Warmwasser), ergibt das über 120 Tage 360 kWh. Die Zusatzeinsparung entspricht 360 × (Rabatt je kWh). Der konkrete Rabatt ist nicht öffentlich beziffert; die EVN spricht allgemein von einer Rabattierung des Sommer-Netz-Arbeitspreises. Zur Einordnung: Bei 1 Cent Rabatt wären das 3,60 Euro, bei 3 Cent 10,80 Euro, bei 5 Cent 18 Euro. Dies sind Szenarien zur Orientierung, keine offiziellen Werte.
- Die im OTS-Text genannte Gesamtersparnis von etwa 190 Euro pro Jahr (ca. 15,5 %) im Vergleich zum April-2025-Tarif ist eine Durchschnittsangabe der EVN für einen Standardhaushalt mit 3.500 kWh. Individuelle Resultate weichen je nach Verbrauchsprofil und Anteil der tagverschiebbaren Last ab.
Wichtig: Die tatsächliche Jahresrechnung setzt sich aus Energiearbeitspreis, Grundpreis, Netzentgelten sowie staatlichen Abgaben und Steuern zusammen. Der EVN Tarif 10 Cent adressiert die Energiekomponente und setzt Preissignale im Sommer-Sonnenfenster. Wer mehr Last in diese Zeit legt, kann die Wirkung verstärken.
Historischer Kontext: Von der Energiekrise zur Flexibilitätsgesellschaft
Seit der europäischen Energiekrise ab 2021/2022 standen Strompreise stark im Fokus. Viele Haushalte in Österreich erlebten Tarifanpassungen, während zugleich ein rasanter Ausbau der Photovoltaik begann. Mit steigender PV-Leistung kommt es vor allem an sonnigen Tagen zur erhöhten Einspeisung in den Mittagsstunden. Dieser Überschuss drückt häufig die Großhandelspreise in der Mitte des Tages. Das wiederum schafft Raum für zeitvariable Endkundentarife, die genau dieses Preisgefälle abbilden. Die Logik: Wenn Anbieter wie EVN günstigere Einkaufspreise im Sonnenfenster sehen, können sie Rabatte an Kundinnen und Kunden weitergeben – und diese wiederum erhalten einen Anreiz, Verbräuche zu verlagern.
Parallel dazu hat Österreich den Rollout intelligenter Messsysteme vorangetrieben. Smart Meter sind die technische Grundlage, um Lasten viertelstundengenau zu identifizieren und abzurechnen. Ohne diese Messgenauigkeit wären zeitvariable Tarife kaum fair umsetzbar. Investitionen in IT-Systeme beim Anbieter – wie von EVN genannt – ermöglichen die automatisierte Verarbeitung der großen Datenmengen und vereinfachen sowohl Abrechnung als auch Tariflogik. Ein weiterer Baustein sind regulatorische Weichenstellungen, die im neuen Strommarktgesetz angesprochen werden: kundenfreundliche Regelungen können Wechsel und Nutzung innovativer Tarifmodelle erleichtern. So wächst aus Krisenerfahrung, Digitalisierung und Regulierung ein Marktumfeld, in dem Angebote wie der EVN Tarif 10 Cent entstehen.
Historisch wurde der Haushaltsstrom in Österreich lange mit relativ stabilen, wenig differenzierten Preisen angeboten. Erst mit stärkerer Marktkopplung, dem Ausbau erneuerbarer Energien und der Verfügbarkeit smarter Mess- und Steuertechnik setzte die Dynamik in Richtung zeitvariabler, an Erzeugungsprofilen orientierter Tarife ein. Das Sonnenfenster ist daher Ausdruck einer Entwicklung: Strompreise spiegeln zunehmend, wann erneuerbare Erzeugung im System dominiert.
Vergleich: Andere Bundesländer, Deutschland, Schweiz
Im österreichischen Bundesländervergleich gilt: Wo Verteilnetzbetreiber Smart Meter flächig installiert haben und Anbieter entsprechende Produkte schnüren, werden zeitvariable Tarife wahrscheinlicher. In urbanen Räumen mit hoher PV-Dichte am Umland kann das Sonnenfenster besonders attraktiv sein, während in topografisch alpinen Regionen saisonale Erzeugungsprofile eine andere Rolle spielen. Der EVN Tarif 10 Cent adressiert konkret das Netzgebiet der Netz NÖ; in anderen Bundesländern entscheiden lokale Netzsituation, Anbieterstrategie und regulatorische Faktoren, ob vergleichbare Preismodelle in dieser Form angeboten werden.
In Deutschland wächst die Zahl zeitvariabler Tarife, getrieben durch den Ausbau von Photovoltaik und regulatorische Impulse. Dort werden zunehmend Modelle erprobt, die günstigere Preise bei hoher Erzeugung und höhere Preise bei knappen Situationen abbilden. Die konkrete Gestaltung variiert stark nach Anbieter und Region. In der Schweiz existieren seit Jahren tageszeit- oder saisonabhängige Preismodelle, oft mit Nacht- oder Mittagsrabatten, angepasst an die lokale Netz- und Erzeugungsstruktur. Ein gemeinsamer Nenner in DACH: Je höher der Anteil erneuerbarer Erzeugung mit deutlichen Tagesganglinien, desto sinnvoller werden Preissignale für flexible Verbraucherinnen und Verbraucher.
Für Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich heißt das: Der EVN Tarif 10 Cent reiht sich in einen europäischen Trend ein. Die Ausgestaltung bleibt aber lokal – abhängig vom Netzgebiet, der Messinfrastruktur und den Produktstrategien der jeweiligen Versorger. Ein 1:1-Vergleich über Grenzen hinweg ist selten möglich, doch die Richtung ist ähnlich: Mehr Flexibilität, mehr Digitalisierung, mehr Preissignale.
Bürger-Impact: Was bedeutet das für den Alltag?
Der größte praktische Hebel liegt in der planbaren Lastverschiebung. Haushalte können bestimmte Verbräuche gezielt auf das Sommer-Sonnenfenster 10:00–16:00 Uhr legen und so das Preissignal nutzen. Konkrete Beispiele:
- Familienhaushalt: Waschmaschine und Geschirrspüler werden über Startzeitfunktion so programmiert, dass sie zwischen 11:00 und 15:00 Uhr laufen. Auch der Warmwasserboiler kann mittags nachheizen, sofern eine Steuerung vorhanden ist.
- E-Auto-Nutzerinnen und -Nutzer: Wer tagsüber daheim ist, kann das Fahrzeug im Sonnenfenster laden. Alternativ lässt sich das Laden zeitlich so planen, dass zumindest ein Teil der kWh in dieses Fenster fällt.
- Homeoffice-Haushalt: Geräte wie Laptop, Monitor und Drucker verbrauchen zwar wenig im Vergleich zu Großgeräten, aber das gezielte Laden von Akkus oder das Betreiben energieintensiver Anwendungen (z. B. Backen, wenn möglich) im Sonnenfenster addiert sich.
Wichtig ist die Realistik: Nicht jeder Haushalt kann große Lasten mittags verschieben. Berufstätige ohne Heimladestelle oder ohne smarte Steuerung profitieren weniger. Dennoch lässt sich meist ein Teil des Verbrauchs – Wäsche, Trocknen, Spülen, Warmwasser – planen. Die potenzielle Ersparnis hängt davon ab, wie viele kWh in das Sonnenfenster fallen und wie hoch die Rabattdifferenz ist. Eine Faustformel lautet: Zusatzeffekt in Euro = verschobene kWh × (Rabatt je kWh). Ohne den exakten Rabatt zu kennen, bleibt es eine Spannbreite, die sich im Alltag jedoch summieren kann.
Positiv zu bewerten ist, dass der EVN Tarif 10 Cent laut Quelle für Bestands- und Neukundinnen und -kunden gleichermaßen gilt und zusätzlich einen Umstiegs- oder Neuabschlussrabatt enthält. Das erleichtert den Zugang und verhindert, dass nur Neuabschlüsse profitieren. Transparente Vertragsbedingungen, klare Darstellung der Zeitfenster und verständliche Abrechnung sind für die Akzeptanz zentral. Wer unsicher ist, kann Verbrauchsdiagramme aus dem Smart Meter nutzen, um das eigene Profil zu verstehen und Maßnahmen abzuleiten.
Rechtliche und regulatorische Einordnung
Die EVN verweist auf kundenfreundliche Regelungen des neuen Strommarktgesetzes als einen Baustein des Angebots. Für Haushalte bedeutet das vor allem, dass Wechsel und Nutzung moderner Tarifmodelle grundsätzlich erleichtert werden können. Unabhängige Information und Vergleich bleiben wichtig. In Österreich bietet die Regulierungsbehörde E-Control umfangreiche Informationsmaterialien für Konsumentinnen und Konsumenten an. Ein Blick auf e-control.at hilft, Tarife zu verstehen, Rechte beim Lieferantenwechsel zu prüfen und die eigene Situation einzuschätzen.
Wesentlich ist die rechtssichere Kommunikation: Preisangaben müssen Netto- und Bruttokomponenten klar trennen, und es darf nicht der Eindruck entstehen, dass der Energiearbeitspreis den Gesamtstrompreis abbildet. Bei zeitvariablen Tarifen ist außerdem die eindeutige Definition der Zeitfenster und der Anwendungsbedingungen (z. B. Saisonalität, Gültigkeit, Messvoraussetzungen) entscheidend. Der erwähnte Smart-Meter-Rollout ist hier Dreh- und Angelpunkt, damit die Abrechnung korrekt und nachvollziehbar erfolgen kann.
So rechnen Haushalte mit dem EVN Tarif 10 Cent
Wer die eigene Ersparnis abschätzen möchte, kann wie folgt vorgehen:
- Jahresverbrauch in kWh feststellen (z. B. aus der letzten Jahresabrechnung oder aus dem Smart-Meter-Portal).
- Abschätzen, wie viele kWh pro Tag realistisch ins Sonnenfenster verschoben werden können (Sommermonate berücksichtigen).
- Szenarien mit unterschiedlichen Rabattwerten je kWh kalkulieren (z. B. 1–5 Cent als Orientierungsbandbreite; dies sind keine offiziellen EVN-Werte).
- Ergebnis interpretieren: Je höher der verschobene Anteil, desto stärker der Effekt. Fixkosten wie Grundpreis und Netzentgelte separat beachten.
Beispiel (hypothetisch, nur Energiekomponente): Haushalt verschiebt im Sommer an 120 Tagen je 4 kWh ins Sonnenfenster, also 480 kWh. Bei 2 Cent Rabatt wären das 9,60 Euro, bei 4 Cent 19,20 Euro Zusatzeffekt. In Summe mit dem generell niedrigeren Energiearbeitspreis kann die jährliche Ersparnis deutlich höher liegen – die EVN nennt für das Gesamtpaket eine Durchschnittsersparnis von rund 190 Euro gegenüber April 2025 für 3.500 kWh.
IT und Automatisierung: Warum das jetzt möglich ist
EVN verweist auf neue IT-Systeme und umfassende Automatisierungsmöglichkeiten. Für Laien bedeutet das: Tariflogik, Messdaten und Abrechnung greifen digital ineinander. Aktivitäten wie die Zuordnung jeder 15-Minuten-Energiemenge in das passende Zeitfenster, die Ermittlung des korrekten Preises und die transparente Darstellung in der Endabrechnung werden softwaregestützt erledigt. Das senkt Prozesskosten und reduziert Fehlerquellen. In der Praxis steigert das die Skalierbarkeit, sodass viele Kundinnen und Kunden gleichzeitig von zeitvariablen Modellen profitieren können, ohne dass die Administration explodiert.
Zukunftsperspektive: Was kommt nach dem Sonnenfenster?
Mittelfristig ist zu erwarten, dass sich Preissignale weiter differenzieren. Mit mehr Photovoltaik und wachsendem Anteil flexibler Verbraucherinnen und Verbraucher bleiben Mittagsspitzen an Erzeugung ein Thema. Denkbar sind feinere Staffelungen nach Wochentagen, Saisonen oder dynamische Preiszonen, die sich stärker an Marktpreisen orientieren. Voraussetzung bleibt eine robuste Mess- und IT-Infrastruktur samt klarer Kundenschnittstellen.
Für Haushalte werden smarte Geräte und Steuerboxen attraktiver: Wärmepumpen mit Pufferspeicher, Wallboxen mit Zeitprogramm, Waschmaschinen mit Startzeiten oder Heimautomationssysteme, die auf Preis- oder Solarprognosen reagieren. Auch Prosumerinnen und Prosumer mit eigener PV-Anlage können durch geschicktes Eigenverbrauchsmanagement profitieren – etwa, indem sie mittags mehr Strom selbst nutzen und dadurch den Netzbezug senken. Angebote wie der EVN Tarif 10 Cent könnten zum Standard werden, während statische Einheitstarife in den Hintergrund treten. Gleichzeitig wird Verbraucherbildung wichtiger: Nur informierte Entscheidungen führen tatsächlich zu niedrigeren Stromkosten.
Praxis: So nutzen Sie den EVN Tarif 10 Cent optimal
Tipps für den Alltag:
- Waschen, Spülen, Trocknen auf 10:00–16:00 Uhr im Sommer legen.
- Warmwasserbereitung tagsüber aktivieren, wenn die Installation das zulässt.
- E-Auto bevorzugt mittags oder zumindest anteilig im Sonnenfenster laden.
- Startzeitfunktionen und Timer konsequent nutzen.
- Smart-Meter-Portal regelmäßig prüfen, um das Lastprofil zu verstehen.
- Geräte mit Energie-Label und Zeitsteuerung bevorzugen.
- Bei Neuabschluss die Tarifbedingungen sorgfältig lesen und vergleichen.
Zur Orientierung und für neutrale Informationen lohnt der Blick auf e-control.at. Die EVN-OTS-Aussendung mit den Kerndaten finden Sie hier: OTS-Meldung der EVN.
Fazit und Ausblick
Der EVN Tarif 10 Cent ab 1. April 2026 ist ein zeitgemäßes Angebot für Haushaltskundinnen und -kunden im Netz NÖ. Er setzt auf die Kombination aus niedrigem durchschnittlichen Energiearbeitspreis und einem zusätzlichen Rabatt im Sommer-Sonnenfenster. Wer in der Lage ist, Verbräuche in die Mittagsstunden zu verlagern, kann das Preissignal nutzen und die Stromkosten weiter senken. Die technische Basis liefern Smart Meter mit 15-Minuten-Werten, unterstützt durch neue IT-Systeme und einen regulatorischen Rahmen, der moderne Tarife ermöglicht.
Für Konsumentinnen und Konsumenten gilt: Prüfen Sie Ihre Verbrauchsdaten, planen Sie verschiebbare Lasten und vergleichen Sie Tarifdetails sorgfältig. Die genannte Ersparnis von rund 190 Euro pro Jahr gegenüber April 2025 für 3.500 kWh ist eine Durchschnittsangabe der EVN; das individuelle Ergebnis hängt vom eigenen Profil ab. Haben Sie Fragen oder möchten Sie Erfahrungen teilen? Schreiben Sie uns, welche Maßnahmen bei Ihnen am meisten bewirken. Weiterführende Informationen finden Sie bei der E-Control sowie in der EVN-Quelle.






