Blackout-Risiko sinkt: Österreichs Vorsorge stockt

Redaktion

EY-Studie vom 13.01.2026: Österreich schätzt das Blackout-Risiko niedriger ein, doch die Vorsorge der Haushalte bleibt lückenhaft. Hinter dieser nüchternen Bilanz stehen Trends, die uns alle betreffen: weniger gefühlte Gefahr, mehr Alltag – und dennoch Fragestellungen, die gerade in einem energieintensiven Land wie Österreich nicht an Brisanz verloren haben. Wer heute Strom, Wärme, Mobilität und digitale Dienste als selbstverständlich erlebt, merkt ein Defizit oft erst, wenn es zu spät ist. Die aktuellen Zahlen aus Wien bieten einen Anlass, den Blick zu schärfen: Wo stehen die Österreicherinnen und Österreicher bei der Blackout-Vorsorge wirklich, und was folgt daraus für private Haushalte, Betriebe und Politik? Antworten finden sich in der neuen Erhebung von EY Österreich – und in den strukturellen Entwicklungen, die unsere Energieversorgung seit Jahren prägen.

Blackout-Vorsorge in Österreich: Zahlen, Analyse und Einordnung

Laut der neuen Untersuchung der Beratungs- und Prüfungsorganisation EY Österreich ist die subjektive Einschätzung der Blackout-Gefahr im Land gesunken. Im Vorjahr lag die von Bürgerinnen und Bürgern erwartete Wahrscheinlichkeit eines großflächigen Stromausfalls innerhalb der nächsten zwei Jahre im Durchschnitt bei 33 Prozent, aktuell sind es 29 Prozent. Das entspricht einem Rückgang um vier Prozentpunkte und damit – relativ betrachtet – um gut ein Achtel gegenüber der Vorjahreseinschätzung. Von besonders hoher Wahrscheinlichkeit überzeugt sind heuer zudem deutlich weniger Menschen: Der Anteil jener, die einen großflächigen Stromausfall in den nächsten zwei Jahren mit 76 bis 100 Prozent für wahrscheinlich halten, halbierte sich von acht Prozent im Jahr 2024 auf vier Prozent 2026.

Auf den ersten Blick scheint das beruhigend. Doch die Studie zeigt ebenso: Die Blackout-Vorsorge wird in Österreich weniger ernst genommen als noch vor einigen Jahren. Zwar setzen acht von zehn Haushalten einfache Maßnahmen – etwa Batterien, Taschenlampen oder etwas Trinkwasser im Haus –, diese reichen für einen länger andauernden Ausfall aber in vielen Fällen nicht. Und: Ein Fünftel der Haushalte ist nicht einmal rudimentär vorbereitet. Für die Resilienz, also die Widerstandsfähigkeit von Gesellschaft und Wirtschaft bei Störungen, ist das ein kritischer Befund.

Die Leiterin des Energiesektors bei EY Österreich, Christina Khinast-Sittenthaler, ordnet ein: »Wir sehen hier einen klaren Trend über die letzten Jahre hinweg: Die empfundene Bedrohung eines breitflächigen Stromausfalls nimmt in der österreichischen Bevölkerung langsam, aber sicher weiter ab – obwohl sich beeinflussende Faktoren von geopolitischen Spannungen über Cybercrime bis hin zu Netzinstabilitäten nicht verändert haben. Mit der Zunahme von Extremwetterereignissen steigt auch die Gefahr, dass kritische Teile der staatlichen Infrastruktur wie beispielsweise die Stromversorgung für eine Zeit ausfallen. Es ist wichtig, dass sowohl private Haushalte als auch Betriebe sich auf den Ernstfall vorbereiten und entsprechende, umfassende Vorsorgemaßnahmen treffen.«

Die Ergebnisse basieren auf dem EY Blackout Readiness Index, für den 1.000 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt wurden. Bei dieser Stichprobengröße ist, wie bei Umfragen üblich, mit einer statistischen Unschärfe im Bereich einiger Prozentpunkte zu rechnen. Die Aussagekraft für Österreich ist dennoch relevant, da die Befragung jährliche Entwicklungen im Stimmungsbild sichtbar macht und damit wichtige Anhaltspunkte für Krisenvorsorge, Kommunikation und Energiepolitik liefert. Quelle: EY Österreich – Ernst & Young ServicegmbH & Co OG Steuerberatungsgesellschaft über OTS; vollständige Presseaussendung unter diesem Link.

Fachbegriffe verständlich erklärt

Blackout: Im Alltag wird jeder Stromausfall gerne als Blackout bezeichnet. Fachlich meint Blackout jedoch einen großflächigen und überregionale Grenzen hinaus reichenden Ausfall der Stromversorgung, bei dem zentrale Teile des Verbundnetzes betroffen sind und eine normale Versorgung über Stunden oder länger nicht möglich ist. Anders als eine lokale Störung, etwa durch eine defekte Trafostation im Grätzel, betrifft ein Blackout mehrere Netzebenen und kann Kaskadeneffekte auslösen. Für Haushalte bedeutet das nicht nur Dunkelheit, sondern auch der Ausfall von Heizungspumpen, Aufzügen, Kartenzahlungen, Mobilfunkzellen oder Internet. Die Wiederherstellung ist komplex, weil Kraftwerke schrittweise hochgefahren und Netze stabil synchronisiert werden müssen.

Netzstabilität: Unter Netzstabilität versteht man die Fähigkeit des elektrischen Verbundsystems, Angebot und Nachfrage nach Strom in jeder Sekunde auszugleichen und dabei Spannung sowie Frequenz im zulässigen Bereich zu halten. Um das zu erreichen, sind Reservekraftwerke, flexible Verbraucherinnen und Verbraucher, Speichersysteme und regelbare Leitungen nötig. Gerät das Gleichgewicht aus der Balance – etwa durch plötzliche Ausfälle, Extremwetter oder große Lastsprünge –, müssen Netzbetreiber kurzfristig gegensteuern. Gelingt das nicht, drohen Schutzabschaltungen und im Extremfall ein Blackout. Netzstabilität ist somit die erste Verteidigungslinie der Energieversorgung.

Cyberresilienz: Cyberresilienz beschreibt die Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastrukturen, Unternehmen und Behörden gegen digitale Angriffe und IT-Störungen. Im Energiesektor umfasst das den Schutz von Leitstellen, SCADA-Systemen, Fernwirktechnik und Kommunikationsnetzen, die zur Steuerung von Kraftwerken, Umspannwerken und Verteilnetzen eingesetzt werden. Cyberresilienz bedeutet nicht nur Abwehr, sondern auch Erkennung, Reaktion und rasche Wiederherstellung. Sie beruht auf technischen Maßnahmen, klaren Prozessen, geschultem Personal und regelmäßigen Übungen – denn ein Angriff lässt sich nie völlig ausschließen, wohl aber dessen Auswirkungen begrenzen.

Lastmanagement: Lastmanagement, oft auch Demand Response genannt, ist die gezielte Steuerung von Stromnachfrage, um das Netz zu stabilisieren und Engpässe zu vermeiden. Unternehmen und in Zukunft auch Haushalte können flexibel reagieren, indem sie Lasten zeitlich verschieben oder reduzieren. Beispiele sind das verschobene Laden von Elektroautos, die temperaturflexible Kühlung in Supermärkten oder der Einsatz von Pufferspeichern. Für die Netzsicherheit ist Lastmanagement deshalb bedeutsam, weil es kurzfristig wirkt und so teure Reservekapazitäten entlastet. Im Zusammenspiel mit erneuerbaren Energien erhöht es die Resilienz.

Inselbetrieb und Wiederaufbau: Nach einem großflächigen Stromausfall müssen ausgewählte Kraftwerke und Netzbereiche in einen Inselbetrieb gehen, also unabhängig vom Verbundnetz Strom erzeugen. Von diesen Inseln aus wird das System schrittweise und synchron wieder aufgebaut, bis der reguläre Verbundbetrieb funktioniert. Der Wiederaufbau erfordert genaue Absprachen zwischen Übertragungs- und Verteilnetzbetreibern, verfügbaren Kraftwerken und großen Verbraucherinnen und Verbrauchern. Ein geordneter Ablauf verkürzt die Dauer des Ausfalls. Für die Öffentlichkeit ist wichtig: Selbst nach Beginn des Wiederaufbaus kann es regional noch zu Schwankungen kommen.

Zahlen und Fakten zur EY-Studie

Die Kernergebnisse lassen sich in drei Punkten bündeln: Erstens sank die durchschnittlich wahrgenommene Wahrscheinlichkeit eines großflächigen Stromausfalls innerhalb von zwei Jahren von 33 auf 29 Prozent. Zweitens halbierte sich die Gruppe mit sehr hoher Risikoerwartung (76 bis 100 Prozent Wahrscheinlichkeit) von acht auf vier Prozent. Drittens bleibt die Vorsorgepraxis hinter dem Notwendigen zurück: Acht von zehn Haushalten setzen zwar einfache Maßnahmen, aber diese sind für einen länger anhaltenden Ernstfall vielfach nicht ausreichend, und ein Fünftel ist gar nicht vorbereitet.

Diese Werte deuten auf eine wachsende Kluft hin: Das gefühlte Risiko sinkt, die strukturelle Anfälligkeit in Haushalten bleibt. Für Behörden, Energieunternehmen und den Zivilschutz bedeutet das, Informationsarbeit und praktische Krisenvorsorge weiter zu verzahnen. Denn weniger Angst ist nur dann ein gutes Zeichen, wenn die objektive Fähigkeit zur Bewältigung realer Störungen steigt. Ohne robuste Blackout Vorsorge bleibt das Sicherheitsniveau labil.

Historische Entwicklung: Von der Ausnahmesorge zur Alltagsroutine

In Österreich und Europa hat sich die Wahrnehmung von Stromausfällen über Jahre gewandelt. Perioden intensiver Debatten entstehen oft dann, wenn mehrere Störungen oder geopolitische Spannungen aufeinandertreffen und Schlagzeilen prägen. Danach flacht die Aufmerksamkeit ab, Routinen setzen ein und das Thema rückt in den Hintergrund. Parallel dazu hat die Elektrizitätswirtschaft große Fortschritte gemacht: Netze wurden modernisiert, Regelreserven professionalisiert, erneuerbare Energien ausgebaut. Trotzdem bleiben die Grundmechanismen gültig: Ein Verbundsystem ist stark, solange alle Teile funktionieren und Informationen verlässlich fließen. Wenn Naturereignisse, Technikfehler oder Cyberangriffe zusammenfallen, steigt die Komplexität der Stabilisierung deutlich.

Historisch betrachtet ist Österreich durch seine Einbindung in das europäische Verbundnetz gut aufgestellt. Gleichzeitig schafft diese Einbindung wechselseitige Abhängigkeiten, die koordinierte Steuerung und klare Abläufe verlangen. In den vergangenen Jahren rückten zusätzlich digitale Risiken in den Vordergrund, weil mehr Prozesse IT-gestützt laufen. Für die Bevölkerung bedeutet das: Je besser die technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen greifen, desto geringer die Wahrscheinlichkeit eines großflächigen Ausfalls – doch ganz auszuschließen ist er nie. Genau hier setzt die Blackout Vorsorge im Privaten an: Sie mildert die Folgen, falls es zum Ernstfall kommt, und entlastet Einsatzorganisationen.

Vergleich: Österreich, Bundesländer, Deutschland und Schweiz

Innerhalb Österreichs unterscheiden sich die Ausgangslagen je nach Region. Städtische Räume haben eine dichte Infrastruktur, viele Alternativen im öffentlichen Verkehr und häufig kurze Wege zu Versorgungsangeboten. Dafür sind sie stärker auf durchgängig funktionierende Kommunikations- und Zahlungssysteme angewiesen. Ländliche Regionen verfügen oft über stärkere Nachbarschaftsnetzwerke und Selbsthilfepotenzial, sind aber bei Infrastruktur und Mobilität stärker vom eigenen Fahrzeug, von Tankstellen oder von funktionierenden Wasserpumpen abhängig. Für die Blackout Vorsorge bedeutet das: Kommunen, Zivilschutz und Energieunternehmen müssen regionale Besonderheiten berücksichtigen, etwa bei der Information, bei Treffpunkten und der Priorisierung kritischer Einrichtungen.

Ein Blick nach Deutschland zeigt: Die Krisenvorsorge wird seit Jahren umfassend kommuniziert, etwa über Bundes- und Landesbehörden, Zivilschutz und Hilfsorganisationen. Empfehlungen zu Notfallvorräten, Batterieradios oder Hausapotheken sind breit bekannt und werden regelmäßig aktualisiert. Auch in der Schweiz hat die Vorsorge traditionell einen hohen Stellenwert, getragen von klaren Zuständigkeiten und wiederkehrender Information. Beide Länder setzen wie Österreich auf das Zusammenspiel aus technischer Netzsicherheit und der Fähigkeit der Bevölkerung, sich für einige Tage selbst zu helfen. Unterschiede zeigen sich vor allem in der Intensität der Kommunikation und in regionalen Traditionen der Selbsthilfe. Für Österreich kann der Vergleich Anregungen geben, Informationskampagnen im Jahreslauf zu wiederholen und Praxistipps einfach zugänglich zu machen.

Wer sich orientieren möchte, findet Hintergrundinfos bei offiziellen Stellen. Für die Originalstudie siehe die OTS-Presseinformation von EY Österreich. Ergänzende Hinweise zur sicheren Energieversorgung in Österreich bietet etwa die Regulierungsbehörde E-Control unter e-control.at. In Deutschland informiert das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe unter bbk.bund.de, in der Schweiz das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung über bwl.admin.ch.

Konkrete Auswirkungen für Bürgerinnen und Bürger

Was bedeuten die Studienergebnisse im Alltag? Erstens: Wer die Blackout-Gefahr geringer einschätzt, investiert oft weniger Zeit in Vorsorge. Das führt zu Versorgungslücken im Ernstfall. Ein einfacher Vergleich aus dem Haushalt zeigt es: Fällt der Strom länger aus, taut der Tiefkühler auf, Leitungen bleiben kalt, Kartenzahlung und Bankomat funktionieren nicht. Ohne Trinkwasservorrat, batteriebetriebenes Radio und Ladeoptionen für Mobilgeräte wird die Informationslage schwierig. Zweitens: Familien mit Kleinkindern oder pflegebedürftigen Angehörigen brauchen angepasste Notfallpläne. Dazu zählen Medikamente, Spezialnahrung oder Hilfsmittel, die ohne Netzspannung funktionieren oder rechtzeitig geladen sind.

Drittens: Wer im Mehrparteienhaus wohnt, sollte wissen, wo Treppenhausbeleuchtung und Notausgänge sind und wie die Hausgemeinschaft im Notfall kommuniziert. Ein Aushang mit Kontaktlisten, Treffpunkten und einfachen Verhaltensregeln kann helfen. Viertens: Mobilität wird zur Herausforderung, wenn Tankstellen, E‑Ladesäulen oder der öffentliche Verkehr stillstehen. Ein kleiner Treibstoffvorrat für kritische Fahrten (im Rahmen gesetzlicher und sicherheitstechnischer Vorgaben), geladene Powerbanks sowie Fahrrad oder zu Fuß erreichbare Ziele erhöhen die Handlungsfähigkeit. Fünftens: Bargeldreserven im Haushaltsbudget sind sinnvoll, wenn elektronische Zahlungssysteme ausfallen. All diese Punkte zählen zu grundlegender Krisenvorsorge – sie lindern Folgen, ohne Panik zu schüren.

Sechstens: Die betriebliche Perspektive. Kleine Unternehmen und Selbstständige – von Bäckereien über Friseursalons bis zu IT-Dienstleistern – sind auf Strom, Daten und Kommunikation angewiesen. Ein Notfallplan mit Datensicherung, Kontaktketten, manuellen Ausweichverfahren und klaren Prioritäten schützt vor langen Stillständen. Betriebe, die Kühlware lagern oder sensible Produktionsschritte haben, profitieren von Checklisten, die bei Spannungsschwankungen oder Ausfällen greifen. Je besser diese Pläne geübt sind, desto schneller gelingt die Rückkehr in den Normalbetrieb.

Warum sinkt das gefühlte Risiko – und was heißt das?

Die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass die anfängliche Aufmerksamkeit für das Blackout-Thema nachgelassen hat. Menschen gewöhnen sich an Normalität – ein psychologisch nachvollziehbarer Effekt. Gleichzeitig sind viele Risiken dauerhaft präsent: geopolitische Spannungen, Extremwetter, Cyberangriffe, wachsende Abhängigkeiten von digitalen Prozessen. Wenn die subjektive Einschätzung sinkt, aber die objektiven Rahmenfaktoren nicht entfallen, entsteht ein Vorsorge-Paradoxon. Genau hier setzt zielgerichtete Kommunikation an: nüchtern, faktenbasiert, ohne Dramatisierung.

Für Politik und Verwaltung bedeutet das, Vertrauen in die Energieversorgung und Verantwortlichkeiten klar zu kommunizieren. Für Energieunternehmen heißt es, Netzstabilität, Wartung und Krisenabläufe transparent darzustellen. Und für Haushalte lautet die Konsequenz: Blackout Vorsorge als Teil allgemeiner Resilienz begreifen – ähnlich wie eine Hausapotheke oder ein Rauchmelder. Der Aufwand ist überschaubar, der Nutzen im Ernstfall hoch.

Handlungsempfehlungen für Haushalte und Gemeinden

Die folgenden Schritte orientieren sich an gängigen Empfehlungen von Behörden und Zivilschutzorganisationen. Sie ersetzen keine individuellen Vorgaben, bieten aber eine solide Grundlage:

  • Informationsbasis schaffen: Wichtige Telefonnummern, Kontaktlisten, Treffpunkte in der Nachbarschaft festhalten. Ein batteriebetriebenes oder kurbelbetriebenes Radio hält am Laufenden.
  • Haushaltsvorrat: Trinkwasser, haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel und notwendige Medikamente in verträglichen Mengen aufbewahren. Regelmäßig prüfen und erneuern.
  • Energie und Licht: Taschenlampen, Kerzen, Streichhölzer und Ersatzbatterien bereithalten. Powerbanks regelmäßig laden.
  • Kommunikation: Ladegeräte, Adapter und eine geladene Powerbank bereitlegen. Vereinbaren, wie Familienmitglieder sich ohne Mobilfunk erreichen.
  • Bargeld: Einen kleinen Barbetrag für den Fall bereithalten, dass Kartenzahlung ausfällt.
  • Nachbarschaftshilfe: Absprechen, wer im Haus besondere Unterstützung braucht, und wie man einander hilft.
  • Dokumente: Wichtige Unterlagen geordnet, griffbereit und bei Bedarf in Kopie aufbewahren.

Gemeinden können diese Punkte unterstützen, etwa über Informationsabende, Übungen, Aushänge an zentralen Orten und digitale Kanäle. Vieles lässt sich mit wenig Budget umsetzen – entscheidend ist Kontinuität.

Methodik und Grenzen der Aussagekraft

Die Befragung für den EY Blackout Readiness Index umfasst 1.000 Personen zwischen 18 und 65 Jahren. Solche Stichproben sind für repräsentative Tendenzen geeignet, bilden aber nicht jede Teilgruppe der Bevölkerung vollständig ab. Unterschiede nach Alter, Region oder Haushaltstyp können bestehen, ohne dass sie in der Zusammenfassung sichtbar werden. Umso wichtiger ist es, die Ergebnisse als Trend zu verstehen: Im Zeitverlauf zeigen sie, ob sich Einstellungen verfestigen oder verschieben.

Für die Praxis heißt das: Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sollten auf die Grundtendenz reagieren – sinkende Risikoerwartung und teils unzureichende Vorsorge – und die Kommunikation entsprechend ausrichten. Zahlen wie die Reduktion von 33 auf 29 Prozent oder die Halbierung der sehr hohen Risikoerwartung auf vier Prozent sind in ihrer Klarheit hilfreich. Sie geben Planerinnen und Planern eine Richtung vor: Weniger Aufgeregtheit, mehr alltagstaugliche Vorbereitung.

Zukunftsperspektive: Resilienz als Standortfaktor

Auf Sicht der nächsten Jahre wird Resilienz ein zentraler Standortfaktor bleiben. Österreich profitiert von einem starken Verbundnetz, wachsenden erneuerbaren Kapazitäten und professionellen Netzbetreibern. Zugleich steigen Anforderungen durch Elektrifizierung in Verkehr und Wärme, durch Digitalisierung und neue Verbrauchsmuster. Daraus ergeben sich drei Pfade: Erstens die technische Weiterentwicklung von Netzen, Speichern und Flexibilitäten. Zweitens die organisatorische Absicherung durch klare Prozesse, Übungen und abgestimmte Kommunikationsketten. Drittens die Stärkung der Bevölkerungskompetenz – also der Fähigkeit, einige Tage eigenständig zu überbrücken.

Die EY-Studie macht deutlich, dass die gefühlte Gefahr sinkt. Das ist eine Chance: Weniger Angst schafft Raum für sachliche Vorbereitung. Wenn diese Gelegenheit genutzt wird, kann Österreich seine Blackout Vorsorge auf ein solides Fundament stellen. Dafür braucht es verlässliche Information, einfache To‑do‑Listen und regelmäßige Erinnerung im Jahreslauf. Energieunternehmen, Gemeinden und Zivilschutzorganisationen können gemeinsam erreichen, dass die Lücke zwischen Risikoerkenntnis und praktischer Vorsorge kleiner wird. Je besser das gelingt, desto robuster wird der Alltag – auch dann, wenn das Unerwartete passiert.

Quellen und weiterführende Links

  • Quelle der Zahlen: EY Österreich – OTS-Presseaussendung »Angst vor Blackouts gesunken – Vorsorgemaßnahmen der österreichischen Haushalte mit Aufholbedarf« unter ots.at
  • Hintergrund zur Energieversorgung: Österreichische Regulierungsbehörde E‑Control unter e-control.at
  • Allgemeine Krisenvorsorge: Deutschland – Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe unter bbk.bund.de
  • Haushaltsvorsorge: Schweiz – Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung unter bwl.admin.ch

Schluss: Was jetzt zählt

Die Daten vom 13.01.2026 zeigen: Das gefühlte Blackout-Risiko sinkt, doch Österreichs Haushalte haben bei der Vorsorge Nachholbedarf. Wer nüchtern vorsorgt, macht den Alltag krisenfester – ohne Alarmismus. Es geht um einfache Schritte, die jede und jeder umsetzen kann: Informationen sichern, Grundbedarf abdecken, in der Nachbarschaft vernetzen. Politik und Wirtschaft sind gefordert, klar und wiederkehrend zu informieren, Netzstabilität zu stärken und gute Beispiele sichtbar zu machen.

Was können Sie heute tun? Prüfen Sie Ihre Blackout Vorsorge, aktualisieren Sie Ihre Checkliste und besprechen Sie Notfallpläne in Familie, Hausgemeinschaft oder Betrieb. Nutzen Sie die verlinkten Informationsquellen für vertiefende Hinweise und bewahren Sie diese offline auf. Wenn aus weniger Angst mehr Umsicht wird, ist viel gewonnen – für Haushalte, Unternehmen und die Versorgungssicherheit in ganz Österreich.