Wien (OTS) – Gute Nachricht zum Weltbodentag am 5. Dezember: Trotz
starken
Bevölkerungswachstums ist Wien nach wie vor das Bundesland mit der
geringsten Inanspruchnahme an Flächen vulgo Bodenverbrauch. Mit den
jüngst von Bundesminister Totschnig veröffentlichten Zahlen zum
Bodenmonitoring der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK)
liegen nun erstmals detaillierte Daten für den Zeitraum 2022-2025 vor
– und es zeigt sich: Wien bleibt unangefochten Spitzenreiter, wenn es
um eine flächensparende Planung und Entwicklung der 2-Millionenstadt
geht.
Obwohl die Einwohner*innen-Zahl stark gestiegen ist, wurden in
Wien pro hinzugekommener Person lediglich rd. 9 m2 Fläche zusätzlich
in Anspruch genommen, in den Bundesländern (ohne Wien) hingegen rd.
576 m2. Das bedeutet, dass für jede*n zusätzliche*n Einwohner*in
Wiens lediglich weitere 9m2 für Wohnen, Infrastruktur,
Freizeiteinrichtungen etc. benötigt wurden. In den Bundesländern
hingegen betrug dieser Wert über 60(!) Mal mehr.
„Die seit Jahrzehnten verfolgte Strategie einer kompakten
Stadtentwicklung und eines sorgsamen Umgangs mit Boden als wertvollem
Gut zeigt sich auch anhand dieser neuesten Daten. Durch smarte und
kompakte Stadtplanung gelingt es uns, den kontinuierlichen
Bevölkerungszuwachs in unserer Stadt in Einklang mit dem Bodenschutz
zu bringen. Statt die grüne Wiese zu verbauen, setzen wir überwiegend
auf bereits genutzte Flächen wie auf ehemalige Bahnhofsareale oder
bereits versiegelte Betriebsflächen, den sogenannten brown fields“,
freut sich Wiens Planungsstadträtin Ulli Sima. Als Beispiel sei hier
das in Entwicklung befindliche Nordwestbahnhofgelände im 20. Bezirk
genannt, das aktuell größte innerstädtische Stadtentwicklungsgebiet,
in dem künftig über 16.000 Menschen wohnen werden. Darüber hinaus
wird im Rahmen der „Raus aus dem Asphalt-Initiative“ weiter
entsiegelt und begrünt.
In Prozentzahlen ausgedrückt bedeutet das Ergebnis des
Monitorings für Wien: Während Wiens Einwohner*innen-Zahl seit 2022 um
5% gestiegen ist, betrug der Zuwachs bei der Flächeninanspruchnahme
in der Bundeshauptstadt nur 0,3%. Kein Bundesland reicht dabei an
Wien heran. Österreichweit war im Schnitt ein Plus von 1,3% bei der
Flächeninanspruchnahme zu verzeichnen – im Verhältnis zu 2,4%
Bevölkerungswachstum.
„Das Bekenntnis zu kompakten, urbanen Stadtvierteln mit
Nutzungsmischung, Dichte und Urbanität und gleichzeitig zu einem
hohen Grünanteil in der Stadt macht sich bezahlt. Wien gilt mit Recht
als das Bundesland mit dem geringsten Pro-Kopf-Verbrauch an Boden.
Mit dem Wien Plan – Stadtentwicklungsplan 2035 setzen wir diese
Strategie fort. Um dem Klimawandel entgegenzuwirken, stellt die Stadt
sicher, dass auch in Zukunft der Grünanteil von über 50% gesichert
bleibt. Und wir entsiegeln und begrünen weiter“, unterstrich Sima.
Insgesamt verringert sich österreichweit die in Anspruch
genommene Fläche pro Kopf, wobei Wien auch hier deutlich die Nase
vorne hat: Österreichweit (ohne Wien) verringerte sich die
beanspruchte Fläche pro Kopf um 3,1 m2, in Wien waren es mit minus
5,7 m2 fast doppelt so viel. Dabei beträgt im Schnitt der
Bodenverbrauch pro Kopf österreichweit (ohne Wien) 758,1 m2, in Wien
hingegen sind es lediglich 121,6 m2 pro Person – also weniger als
1/6.
Die neue Berechnungsmethode umfasst „In Anspruch genommene
Flächen“. Dabei gelten jene Flächen, die für bspw. Siedlungs-,
Verkehrs-, oder Erholungszwecke verändert und/oder bebaut wurden und
damit nicht mehr für die Land- und Forstwirtschaft und als
natürlicher Lebensraum zur Verfügung stehen. Darin inkludiert sind
versiegelte Flächen, die weder wasser- noch luftdurchlässig sind.
Wien hat einen Plan – den Wien Plan 2035
Damit dies so bleibt, hat Wien auch für die kommenden Jahre
vorgesorgt: im Wien Plan – Stadtentwicklungsplan 2035 wurde
festgeschrieben, dass der Flächenbedarf durch die konsequente Nutzung
der Entwicklungspotenziale in der Bestandsstadt sowie durch die
vollständige Umsetzung bereits zuvor bekannter
Stadterweiterungsvorhaben gedeckt werden soll. Der sparsame Umgang
mit der wertvollen Ressource Boden ist auch im neuen
Stadtentwicklungsplan oberstes Planungsprinzip. Bei allen Vorhaben –
egal ob im bestehenden Stadtgebiet oder bei der erforderlichen
Stadterweiterung – stehen die Ziele des Klima- und Bodenschutzes an
oberster Stelle.
Die Errichtung von urbanem und leistbaren Wohnraum ist im Kampf
gegen Bodenversiegelung und im Einsatz für den Klimaschutz
entscheidend. Wien ist eine Stadt der kurzen Wege, mit guter
öffentlicher Anbindung, kompakten Wohnstrukturen und
umweltfreundlicher Energieversorgung. Um eine Verlagerung in den
Speckgürtel mit all seinen negativen Auswirkungen zu vermeiden, ist
es erforderlich, die entsprechenden Angebote an Wohnraum und
Arbeitsplätzen für die wachsende Bevölkerung innerhalb der Stadt zu
schaffen.
Nachnutzungen brachliegender Flächen – Best practice
„Nordwestbahnhof“
Für eine kompakte Stadtentwicklung wurden in Wien den vergangenen
Jahren vorrangig brachliegende Areale, wie bspw. Bahnareale, genutzt.
So ist u.a. mit der Entwicklung des Sonnwendviertels am
Frachtenbahnhof des ehemaligen Südbahnhofes im Zentrum Wiens ein
attraktiver Stadtteil mit 5.500 Wohnungen für etwa 13.000 Menschen,
20.000 Arbeitsplätzen und einem Bildungscampus geschaffen. Inmitten
des neuen Stadtteils beim Wiener Hauptbahnhof liegt mit dem Helmut
Zilk Park eine große Grünanlage, die viel Platz für Freizeit und
Erholung bietet und im Sommer für Abkühlung sorgt. Zur hohen
Lebensqualität tragen auch eine hervorragende Anbindung an das
öffentliche Verkehrsnetz sowie eine gute Versorgung mit lokaler
Infrastruktur bei.
Am ehemaligen Flugfeld Aspern wurde mit der Seestadt Aspern eines
der größten Stadtentwicklungsgebiete Europas entwickelt, das Schritt
für Schritt weiterwächst. Auch hier kennzeichnen hochwertige
Wohnungen, innovative Arbeitsplätze, eine direkte Anbindung an das
hochrangige öffentliche Verkehrsnetz sowie zahlreiche Grün- und
Freiflächen das Stadtentwicklungsgebiet. Rund die Hälfte des
Stadtteils sind für öffentlich zugängigen Freiraum reserviert.
Bereits heute entfallen 19,5 Hektar allein auf den zentralen See und
die ersten Parks. Der Stadtteil soll im Endausbau rund 25.000
Menschen Wohnraum und rund 20.000 Menschen Arbeits- und
Ausbildungsplätze bieten.
Aktuell in Entwicklung ist das Nordwestbahnviertel mit 44 Hektar
Fläche. Der neue Stadtteil am ehemaligen Gelände des Nordwestbahnhofs
soll ein klimafreundliches und sozial durchmischtes Wohn- und
Arbeitsviertel werden wo künftig rund 6.500 leistbare Wohnungen für
rund 16.000 Menschen und 4.700 Arbeitsplätze entstehen werden.
Zentrum des Areals bildet die sogenannte „Grüne Mitte“. Dieser 10
Hektar große Freiraum ist ein parkartiges Gelände mit Geh- und
Radwegen und ohne durchgehende Straßen. Zusammen mit der „Freie
Mitte“ am benachbarten Nordbahnhofareal entsteht so eine ökologisch
wertvolle Spange im Donau-nahen Bereich von etwa 20 Hektar Fläche.
Best practice „Raus aus dem Asphalt“ – aus Parkplatz wurde
Naschpark
Wien setzt zudem auf großflächige Entsiegelungen: Unter dem Motto
„Raus aus dem Asphalt“ wurde in den vergangenen Jahren so viel in die
Transformation des öffentlichen Raums investiert wie nie zuvor: Fast
350 Projekte wurden in den Bezirken umgesetzt, dabei allein im
Straßenraum und auf Plätzen 85.488 m² entsiegelt und begrünt.
Prominentes Beispiel des heurigen Jahres ist der Naschmarktparkplatz,
einst eine der größten innerstädtischen Hitzeinseln: Hier wurde auf
fast 7000 m2 ein neuer Park gestaltet, mit attraktiven Grünflächen,
rund 80 neuen Bäumen und über 50 000 Pflanzen, die ab nächstem Jahr
die Beete bunt erstrahlen lassen werden.
https://www.wien.gv.at/spezial/wien-plan/
https://www.aspern-seestadt.at/
https://www.wien.gv.at/stadtplanung/sonnwendviertel
https://www.wien.gv.at/stadtplanung/nordwestbahnhof
rk-Fotoservice: https://presse.wien.gv.at/





